DerBMW M8 GTE ist ein vonBMW Motorsport nach demGTE-Reglement derFIA und desACO aufgebauter Rennwagen. Basisfahrzeug ist derBMW M8 (G15). Die größten Erfolge waren die Klassensiege bei den24h von Daytona in den Jahren 2019 und 2020.[1] Mit dem Rückzug von BMW aus derWEC und der Einstellung derGTE-Klasse durch dieIMSA Ende 2021, war der Rennwagen nur vier Jahre im Einsatz. Er gilt als teuerstes Rennsportprojekt in der Geschichte von BMW.[1]
Der BMW M8 GTE ist, im Gegensatz zum ursprünglichen Kundensport-Konzept des in der GT3-Klasse eingesetztenBMW M6 GT3, ein für den Werkseinsatz vorgesehenes Rennfahrzeug. Das bedeutet, dass das Rennfahrzeug bezüglich der aerodynamischen und fahrwerkstechnischen Einstellmöglichkeiten komplexer ist, da sowohl die Werks-Renningenieure als auch die -Rennfahrer über die entsprechenden Möglichkeiten und Fähigkeiten verfügen, das Fahrzeug auf die jeweiligen Gegebenheiten abzustimmen.[2]
Die Räder sind rundum einzeln aufgehängt und werden mitDoppelquerlenkern geführt, dieStoßdämpfer sind vierfach verstellbar und dieQuerstabilisatoren haben eine Schnellverstellung. Die Reifen vonMichelin im Format 30/68 R18 an der Vorderachse und 31/71 R18 an der Hinterachse sitzen auf aerodynamisch optimierten Felgen mit den Abmessungen 318 × 457 mm (12,5×18 in) vorne und 330 × 457 mm (13×18 in) hinten.[3]
Angetrieben wird der M8 GTE von einer Variante desBMW S63 (V8-Ottomotor mit 4 Liter Hubraum und Twinscrollabgasturboaufladung). Die Leistung soll laut Schätzung „über 500 PS“ betragen. Das Drehmoment wird über eine Kohlefaserkupplung auf ein sequentielles Sechsganggetriebe übertragen und mit einer CFK-Kardanwelle an die Hinterräder weitergeleitet. Das Hinterachsdifferentialgetriebe ist sperrbar.[3]
Die Motorleistung wird über eine mit Kohlenstofffasern verstärkte Kupplung – vonSachs und einemsequenziellen Sechsgang-Getriebe mitPaddle-Shift, einer CFK-Kardanwelle und einemmechanisch gesperrten Hinterachs-Getriebe an die Hinterräder übertragen.[3]
Im M8 GTE sind verschiedene elektronische Fahrhilfen wie ein Renn-Antiblockiersystem und eineAntriebsschlupfregelung eingebaut. Im Cockpit sind ein Multifunktionslenkrad mit 16 Knöpfen und sieben Drehschaltern sowie ein Farbdisplay vorhanden. Zur Rücksichtnahme werden die Außenspiegel durch ein Rear-View-Kamerasystem unterstützt.[3]
Der erste planmäßige Renneinsatz erfolgte bei den24h von Daytona 2018 durch dasBMW Team RLL, bei denen die M8 GTE der Konkurrenz unterlegen waren und die Fahrzeuge nur auf Rang sieben und neun gewertet wurden. BMW machte für das schlechte Abschneiden die in ihren Augen schlechte Einstufung der Balance of Performance verantwortlich.[5] Für das folgende Rennen der IMSA in Sebring bekam der BMW M8 GTE eine nochmals bessere BoP-Einstufung und wurde auf Platz 2 gewertet.
2019 zog BMW sein Werksteam aus der WEC zurück, fuhr jedoch in der amerikanischen IMSA weiter.[7][8] Durch dieSuper Season genannte überlange Saison fuhr der M8 GTE zweimal bei den24h von Le Mans (2018 und2019), bestritt jedoch nur eine Saison in der WEC.
2019 gelang ein emotionaler Klassensieg bei den24h von Daytona durchAugusto Farfus, da nur drei Tage zuvor der langjährige Leiter desBMW Team Schnitzer Karl "Charly" Lamm verstorben war.[1] Dieser hatte erst im Jahr zuvor seinen Rückzug aus der Leitung des Team bekannt gegeben hatte.[9] Den Klassensieg konnte man 2020 in Daytona wiederholen.[10][11] Zur Saison 2021 reduzierte man den Einsatz und trat nur noch bei den vier Langstreckenrennen der IMSA Meisterschaft an. Gleichzeitig mit dem Ende des M8 GTE beendete die IMSA auch die GTE-Klasse der Meisterschaft mit dem Saisonende 2021.[12]