| BMW | |
|---|---|
Werkscode K40, Modelljahr 2011 | |
| K 1300 S | |
| Hersteller | BMW |
| Verkaufsbezeichnung | K 1300 S |
| Produktionszeitraum | 2008 bis 2015 |
| Klasse | Motorrad |
| Bauart | Sporttourer |
| Motordaten | |
| Reihenmotor mit vier Zylindern, DOHC | |
| Hubraum | 1293 cm³ |
| Leistung | 129 / 175 bei 9250 min−1 kW/PS |
| Drehmoment | 140 bei 8250 min−1 N m |
| Höchstgeschwindigkeit | 285 km/h |
| Getriebe | 6 Gänge |
| Antrieb | Kardanantrieb |
| Bremsen | vorn Ø 320-mm-Doppelscheibenbremsen hinten Ø 265-mm-Scheibenbremse |
| Radstand | 1585 mm |
| Maße (L × B × H, mm): | 2182 × 905 × 1221 |
| Sitzhöhe | 83 cm |
| Leergewicht | 254 fahrfertig & vollgetankt kg |
| Vorgängermodell | BMW K 1200 S |
DieBMW K 1300 S ist einMotorrad des FahrzeugherstellersBMW. DerSporttourer wurde am 7. Oktober 2008[1] auf der ZweiradmesseIntermot inKöln präsentiert und bis September 2015 imBMW-Werk Berlin inSpandau gefertigt. Das vollverkleidete Motorrad ist eine konstruktive Weiterentwicklung derBMW K 1200 S und wird wie alle Modelle der K-Baureihe von einemReihenmotor angetrieben.
Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der K-Reihe wurde 2008 die Weiterentwicklung der K 1200 S, von der insgesamt 60.000 Einheiten hergestellt wurden, vorgestellt. Durch Vergrößerung derZylinderbohrung um einen Millimeter und desKolbenhubs um 5,3 Millimeter wuchs der Hubraum um 136 cm³. Die Überarbeitung des Motors geschah unter der technischen Leitung vonRicardo, die z. B. auch das Getriebe für denBugatti Veyron entwarfen.[2] Eine verbesserteGelenkwelle im Hinterradantrieb verringerte die Geräuschentwicklung und verbesserte die Schaltfreudigkeit.[3] Um den Zuluftstrom zu optimieren, wurden dieAirbox und die Ansaugkanäle geändert. Das Getriebe und die elektronisch gesteuerte Fahrwerksunterstützung wurden überarbeitet. Die Motorleistung stieg um 6 kW (8 PS) und das maximale Drehmoment um 10 Nm.
Der Verkaufsstart war im Februar 2009 zu einem Basispreis von 15.750 Euro. Motorräder mit vergleichbarer Motorcharakteristik und Fahrwerksgeometrie sind dieSuzuki Hayabusa 1300, dieKawasaki ZX 12 R und dieHonda CBR 1100 XX.[4]
Der flüssigkeitsgekühlteVierzylindermotor erzeugt aus 1293 cm³ Hubraum eineNennleistung von 129 kW (175 PS) bei einer Drehzahl von 9250 min−1 und ein maximales Drehmoment von 140 Nm bei 8250 min−1. Die Zylinder haben eineBohrung von 80 mm, der Kolbenhub beträgt 64,3 mm, dasVerdichtungsverhältnis 13,0 : 1. Die zwei kettengetriebenenobenliegenden Nockenwellen betätigen überSchlepphebel je zwei Einlass- und Auslassventile pro Zylinder. Der quer eingebauteViertaktmotor wiegt 82,8 kg[5] und ist um 55 Grad nach vorne geneigt, um den Gesamtschwerpunkt abzusenken.
Das Motorrad beschleunigt in 2,9 Sekunden[6][7] von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 285 km/h.[8] Der Bremsweg aus 100 km/h beträgt bis zum Stillstand 37,3 Meter bei einer Verzögerung von durchschnittlich 10,3 m/s².[9]
ImPrimärtrieb verbinden Zahnräder die Kurbel- mit der Kupplungswelle. Eine hydraulisch betätigte Mehrscheibenkupplung rotiert im Ölbad und trennt den Motor vom Getriebe. Dasklauengeschaltete Getriebe mitSchrägverzahnung hat sechs Gänge. EinKardanantrieb verbindet imSekundärantrieb den Getriebeausgang mit derHinterachse. Eine alsParalever bezeichnete Strebe oberhalb der Einarmschwinge reduziert bauartbedingte Reaktionskräfte des Kardanantriebs beim Beschleunigen und Verzögern.
Ein Schaltassistent ist als Sonderausstattung erhältlich, der zwischen Schalthebel und Getriebewelle montiert wird und ein Hochschalten ohne Betätigung der Kupplung ermöglicht. Beim Hochziehen des Schalthebels werden dazu für 50 Millisekunden Zündung und Einspritzung unterbrochen.[10]
DieStarterbatterie hat eine Kapazität von 12 Amperestunden[11] und versorgt den elektrischenAnlasser, derDrehstromgenerator leistet 580 Watt. Der Bordcomputer kommuniziert mit den elektronischen Steuerungskomponenten von Motor und Fahrwerk über einenCAN-Bus. Das Rücklicht ist mitLeuchtdioden bestückt.
Eine computergesteuerteBenzineinspritzung pumpt den Kraftstoff über Einspritzdüsen in die Zylinder, wo er je Zylinder durch eineTransistorzündanlage gezündet wird. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch beträgt 5,8 Liter auf 100 km.[9] Der Kraftstofftank fasst 19 Liter, davon sind 4 Liter Reserve. Der Hersteller empfiehlt die Verwendung von bleifreiemMotorenbenzin mit einerKlopffestigkeit von mindestens 95Oktan. Die theoretische Reichweite beträgt 327 km.[9] Ein geregelterDrei-Wege-Katalysator senkt in derAbgasnachbehandlung die Schadstoffe unter die Grenzwerte derAbgasnorm Euro-3. Die vierAbgaskrümmer derAuspuffanlage münden auf der rechten hinteren Fahrzeugseite in einenEndschalldämpfer.
Das Fahrwerk baut auf einemBrückenrahmen aus Aluminium auf, der Heckrahmen ist angeschraubt. Das Vorderrad wird von einerDuolever-Aufhängung mit 115 mm Federweg geführt und von einer Doppelscheibenbremse mit Vier-Kolben-Bremssätteln verzögert. Das Hinterrad ist an einerEinarmschwinge aus Aluminium befestigt und wird von einerScheibenbremse mit Zwei-Kolben-Schwimmsattel verzögert. Einteilintegrales Antiblockiersystem unterstützt die Verzögerung an beiden Bremsen. Dabei verzögert die Fußbremse nur das Hinterrad und der Handbremshebel beide Räder. EineAntriebsschlupfregelung (ASC) wird optional angeboten. Die nach vorn gekippteZylinderbank mit den über den Motor gespannten Rahmenprofilen ermöglicht einen schmalen Knieschluss.[10]
Eine Fahrwerksunterstützung mit der BezeichnungElectronic Suspension Adjustment (ESA2) ist als Zubehör erhältlich. Das ESA2 steuert elektronisch die Zugstufendämpfung des vorderen und hinteren Federbeins sowie die Federbasis des hinteren Federbeins als auch über einElastomer-Element dessenFederrate.[12] Die Fahrwerksdämpfung kann damit elektronisch der Fahrweise, der Beladung und den Fahrbahnverhältnissen angepasst werden.
„Der Motor nimmt das Gas nicht ganz so sacht an, läuft rauer und legt eine nervig fiepende Geräuschkulisse an den Tag. Zwar ist die Kraftübertragung an das Hinterrad per Kardan wartungsfrei, schickt aber bei jedem Gasanlegen und Schließen ein lautes und ruckiges ‚Klonk‘ durch die Maschine.“
„Als K 1300 S ist die K 1200 S jetzt endlich so gut, wie sie im Grunde von Anbeginn hätte sein müssen. Als Sporttourer weist sie nun exzellente Qualitäten auf, egal ob im Solo- oder Soziusbetrieb. Egal ob auf kurvigen Bergstrecken oder schnellen Autobahnetappen.“
„Mit der auf 175 PS angewachsenen Leistung, einer cleveren elektronisch-verstellbaren Federung, Traktionskontrolle (ASC) und einer langen Zubehörliste, hat BMW Motorrad ein Bike gebaut, das beinah allem gewachsen ist. […] Mit 228 Kilogramm Trockengewicht ist die BMW K1300S ein Pummelchen und es wird auch keine leichtgewichtige Rennmaschine mehr aus ihr. Will sie ja auch gar nicht sein. Für einen Tourensportler reicht das Gebotene allemal.“
„Hier ein Millimeter weniger Nachlauf, dort ein minimal veränderter Reifenquerschnitt. Das Ergebnis ist ein Motorrad, das sich tatsächlich leichter, präziser und einfacher fahren lässt – wenngleich der bei Bedarf enorm rasante Vortrieb auch künftig viel Erfahrung und vor allem einen ausgeprägten Selbsterhaltungstrieb beim Fahrer voraussetzen.“