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BMP-1

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Schützenpanzer BMP-1. Für eine Beschreibung des gleichnamigen ZytokinsBone Morphogenetic Protein-1 sieheKnochenmorphogenetisches Protein 1.
BMP-1

BPzV-1, die tschechoslowakische Späh-Version des BMP-1 (2005)

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung3 (Fahrer, Kommandant, Schütze) + 8 Soldaten
Länge6,74 m
Breite2,94 m
Höhe2,15 m
Masse13,5Tonnen (Gefechtsgewicht)
Panzerung und Bewaffnung
Panzerungmaximal 33 mm
Hauptbewaffnung1 × 73-mm-Niederdruck-Glattrohrkanone2A28 „Grom“ und9M14 Maljutka,9K111 Fagot,9K113-Konkurs-Panzerabwehrlenkwaffen
Sekundärbewaffnung1 × 7,62-mm-PKT-Maschinengewehr (koaxial)
Beweglichkeit
Antrieb6-Zylinder-V-Dieselmotor UTD-20
300 PS (221 kW)
FederungDrehstabfederung
Geschwindigkeit65 km/h (Straße), 45 km/h (Gelände), 7 km/h (Wasser)
Leistung/Gewicht16,7 kW/Tonne
Reichweite600 km (Straße), 400 km (Gelände)

DerBMP-1 ist ein schwimmfähigerSchützenpanzer aussowjetischer Entwicklung und eines der am weitesten verbreiteten gepanzerten Fahrzeuge der Welt. Die Abkürzung BMP steht im Russischen fürБоевая Машина Пехоты (BojewajaMaschinaPjechoty), was so viel wie „Gefechtsfahrzeug der Infanterie“ bedeutet. Er wurde ab 1961 entwickelt und ab 1966 in derSowjetarmee in Dienst gestellt.

Geschichte und strategische Einordnung

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Obwohl dieRote Armee imZweiten Weltkrieg zukunftsweisende Kampfpanzer entwickelt hatte, verfügte sie über keine eigenen gepanzerten Mannschaftstransporter. Um den Mangel auszugleichen, improvisierten die sowjetischen Truppen mit aufgesessenerInfanterie auf Kampfpanzern. Nach dem Kriegsende begannen Experimente auf der Basis erbeuteter deutscher und im Rahmen derWaffenhilfe erworbener US-amerikanischer und britischer Transporter. Zunächst wurden groß dimensionierte Transporter mit einer Transportkapazität von bis zu 30 Soldaten sowohl als Rad- als auch als Kettenfahrzeuge entwickelt. Als erstes Modell kam derBTR-50 mit Platz für 20 Mann in die groß angelegte Serienproduktion. Schnell wurden die Nachteile des 1954 in der Sowjetarmee eingeführten Fahrzeugs deutlich: Die Soldaten mussten das Fahrzeug über die Dachluken verlassen, es war nicht an die Größe eines einzelnen Schützentrupps angepasst und nicht für den Einsatz unter ABC-Bedingungen sowie den Kampf gegen andere gepanzerte Fahrzeuge geeignet.

Ausgehend von diesen Überlegungen wurde Ende der 1950er Jahre ein neues Anforderungsprofil ausgeschrieben. Vier Entwicklungsgruppen inWolgograd,Tscheljabinsk,Rubzowsk undBrjansk begannen mit den Entwurfsarbeiten. Schließlich wurde die Entwicklung des Konstruktionsbüros Isakow aus Tscheljabinsk mit der Bezeichnung „Objekt 765“ ausgewählt. 1966 begann der Bau der ersten Prototypen. Im selben Jahr wurde das neue Fahrzeug offiziell in der Sowjetarmee in Dienst gestellt, vorerst aber nur zur Erprobung auf Übungsplätzen Polygon Rschew und beiKubinka verwendet. Der Öffentlichkeit wurde der neue Panzer auf der Oktoberparade auf demRoten Platz 1967 erstmals vorgestellt. Danach wurden die Prototypen nochmals überarbeitet, um die schlechte Balancierung auszugleichen. Dies wurde durch eine Verlängerung des Fahrzeugs erreicht, die das hohe Gewicht des Motors ausgleichen sollte. Parallel entstand eine große Fertigungsanlage in Tscheljabinsk, wo das Konstruktionsbüro Isakow mit der Weiterentwicklung und dem Entwurf von verschiedenen Varianten begann. Die Auslieferung an die reguläre Truppe unter dem Namen BMP-1 begann 1969.

Damals handelte es sich bei dem neuen Panzer um ein revolutionär neues Konzept. Zuvor hatten Schützenpanzer lediglich dazu gedient, Infanteristen unter Schutz vor gegnerischem Feuer in ihre Kampfposition zu bringen und mit ihren relativ schwachenBordwaffen zusätzliche Feuerkraft zu bieten. Eine eigene Panzerabwehrfähigkeit besaßen sie nicht. Der BMP-1 ermöglichte als erster Schützenpanzer den aufgesessenen Kampf: Die Insassen konnten ihre persönlichen Waffen während der Fahrt aus dem Fahrzeug heraus abfeuern. Zudem war er kleiner und wendiger als vergleichbare westliche Waffensysteme jener Zeit. Die Frontpanzerung war so ausgelegt, dass sie undurchdringlich für die schweren Maschinengewehre der NATO-Truppentransporter dieser Zeit war. Umgekehrt besaß kein zeitgenössischer westlicher Truppentransporter eine Panzerung, die der Hauptwaffe, der9M14 Maljutka, hätte widerstehen können. Auch verschiedene Kampfpanzer der NATO-Staaten hätten mit dieser Waffe zerstört werden können. Da die Produktions- und Betriebskosten für das Fahrzeug aber sehr hoch lagen, sollte nur ein Teil der Truppe mit ihm und die Mehrheit mit gepanzerten Radfahrzeugen ausgestattet werden. Wegen dieser Nachteile und der im Vergleich zu Kampfpanzern leichten Bewaffnung war der BMP-1 vor allem bei seiner Einführung unter sowjetischen Militärs umstritten. Aufgrund dieser Bedenken wurde die operative Doktrin der Sowjetarmee verändert: In Zukunft sollten Kampfpanzer und abgesessene Infanterie das Gefecht gegen Panzer führen, während die BMP-1 folgen sollten, um gemeinsam mit der eigenen die gegnerische Infanterie niederzukämpfen.

In den folgenden Jahrzehnten ersetzte der BMP-1 in mehr Einheiten als ursprünglich geplant den BTR-50 und wurde zum verbreitetsten Schützenpanzer der Sowjetarmee. Nachdem zahlreiche BMP-1 inAfghanistan zerstört worden waren, wurde 1982 derBMP-2 als verbessertes Modell eingeführt, das den Vorgänger allerdings nicht in allen Einheiten ersetzen sollte. Eine grundlegende Neuentwicklung mit nur wenigen Ähnlichkeiten zum BMP-1 ist derBMP-3.

Die verschiedenen Varianten und Lizenzproduktionen eingerechnet, wurden weltweit bisher schätzungsweise rund 55.000 BMP-1 gebaut.

Beschreibung

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Turm im Detail
Fahrerplatz
Mannschaftsraum
Polnische BMP-1

Das Fahrzeug ist mit einer 73-Millimeter-Glattrohrkanone (2A28) im Turm ausgerüstet. Zum Kampfsatz derNVA gehörten 24 panzerbrechendeHohlladungsgranaten (mit Nachbeschleunigung undFlügelstabilisierung) und 16 Splittergeschosse (ohne Nachbeschleunigung), die gleiche Munition, die auch von der schweren PanzerbüchseSPG-9 verschossen wird. Die Granaten können nach Vorauswahl durch eine halbautomatische Ladevorrichtung geladen werden. Die Feuerfrequenz beträgt sechs Schuss pro Minute. Die effektive Reichweite beträgt 800 Meter, die maximale 1300 Meter, ungezielt 1600 Meter, nachts gezielt ebenfalls 800 Meter. Zudem ist eine Startschiene zum Start derPanzerabwehrlenkraketen9M14 Maljutka (NATO-Bezeichnung: AT-3 Sagger) oberhalb der Kanone montiert. Insgesamt zwei AT-3 werden in speziellen Halterungen im Turm und zwei in Höhe des Turmes an der rechten Wanneninnenseite mitgeführt. Sie waren für die Panzerbekämpfung von 500–2000 m vorgesehen. Achsparallel zur Kanone ist ein 7,62-mm-Maschinengewehr (PKT) eingebaut, zum Kampfsatz gehören 2000 Schuss. Die Kampfentfernung beträgt auf Grund des niedrigen negativen Winkels der Kanone 50 bis 1000 Meter. Die Wandstärke der Wanne beträgt zwischen 14 und 20 Millimeter, die des Turmes 23 Millimeter.

Das Fahrzeug kann Gräben bis zu einer Breite von 2,50 Metern und Geländestufen von bis zu 70 Zentimetern Höhe überwinden. Die Bodenfreiheit beträgt 370 Millimeter.

Der BMP-1 ist schwimmfähig; sein Antrieb im Wasser erfolgt über die Ketten, die Richtungsänderung ergibt sich, wie an Land, durch Abbremsen jeweils einer Kette. Zur Wasserfahrt wird das Schwallbrett hochgeklappt, für den Fahrer ein längerer Winkelspiegel montiert und der hinter dem Turm befindliche Luftansaugstutzen ausgefahren.

Die Besatzung besteht aus drei Mann:

  • Kommandant (sitzt vorn links hinter dem Fahrer, ist zugleich Gruppenführer dermot. Schützengruppe bzw. der Zugführer des jeweiligenmot. Schützenzuges)
  • Fahrer (sitzt vorn links neben dem Motor)
  • Richtlenkschütze (RLS) (sitzt im Turm)

Im Mannschaftsraum finden acht Soldaten Platz, dabei vier auf jeder Seite mit dem Gesicht zur Fahrzeugseite, also quer zur Fahrtrichtung. Zwischen den Sitzbänken befinden sich der 350 Liter fassende Haupttank und der Akkumulatorenkasten für die beiden Bordbatterien.

Fahrer, Kommandant und RLS verfügen über jeweils eine eigene Luke, die Kommandantenkuppel ist um rund 360 Grad drehbar und mit einem Infrarotscheinwerfer, der Beobachtungsoptik und einem Nachtsichtgerät ausgestattet. Der mittlere Winkelspiegel des Fahrers ist austauschbar; so kann ein Nachtsichtgerät oder der Winkelspiegel für die Wasserfahrt eingesetzt werden.

Vier weitere Luken befinden sich auf dem Dach des Fahrzeugs. Diese sogenannten Paradeluken sind hauptsächlich für den Panzerbüchsen-, Flugabwehrraketen- oder Scharfschützen beim aufgesessenen Kampf vorgesehen. Auf jeder Seite des Mannschaftsraumes befinden sich vier Schießluken, in denen die Waffen der Infanteristen verankert und durch die diese aus dem geschlossenen Fahrzeug heraus abgefeuert werden können, außerdem sind jeweils vier Winkelspiegel vorhanden. Zwei große Hecktüren, die gleichzeitig als Kraftstofftanks für je 55 Liter Diesel verwendet werden, dienen zum Ein- und Aussteigen der aufgesessenen Infanterie. Eine weitere Schießluke befindet sich in der linken Hecktür, in jeder Hecktür befindet sich ebenfalls ein Winkelspiegel.

Das Fahrzeug ist mitInfrarotscheinwerfer,Periskopzielfernrohr und einer Nebelanlage ausgestattet, die durch die Einspritzung von Diesel in den Auspuff (Ejektor) funktioniert. Außer dem Hauptinfrarotscheinwerfer ist der rechte Fahrscheinwerfer ein IR-Scheinwerfer. Dieser kann zu einem weiteren Fahrscheinwerfer umgerüstet werden. Der Turmscheinwerfer ist zum IR-Scheinwerfer umrüstbar.

SeineABC-Schutzanlage macht das Fahrzeug auch unter kontaminierten Bedingungen fahrfähig. Zudem verfügt der BMP über eine automatische Feuerlöschanlage, Vorwärmanlage, Lenzpumpen, eine Motorschutzeinrichtung für Wasserfahrt sowie Absaug- und Filteranlagen.

Angetrieben wird der BMP von einem 6-Zylinder-V-Dieselmotor (UTD-20), der seine 300 PS (221 kW) bei 2600 Umdrehungen pro Minute abgibt. Das nutzbare Drehzahlband umfasst 1800 bis 2600 Umdrehungen pro Minute. Gestartet wird elektrisch oderpneumatisch. Der BMP-1 verfügt über fünf Vorwärts- und einen Rückwärtsgang in H-Schaltung am Lenkschwert sowie über eine jederzeit zuschaltbare Geländeuntersetzung.

Eigenheiten und Schwachstellen

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Der BMP-1 zeichnet sich durch eine für Fahrzeuge seiner Generation hohe Wendigkeit, ein gutes Masse-Leistung-Verhältnis und eine weiche Federung aus. Die niedrige Silhouette erschwert das Aufspüren und Bekämpfen des Fahrzeuges. Das geringe Gewicht und die hohe Wasserverdrängung erlauben es dem Fahrzeug, ohne Zusatzausrüstung Wasserhindernisse schwimmend zu überwinden und sich auf weichem Untergrund zu bewegen.

Die Bewaffnung weist einige Schwachstellen auf, die aber für gepanzerte Fahrzeuge dieser Epoche nicht ungewöhnlich sind: Die Kanone muss nach dem Laden mit demLadeautomaten erneut manuell auf das Ziel gerichtet werden, da diese für den Ladevorgang einen bestimmten Ladewinkel einnimmt. Der Ladevorgang geht über ein Hebelsystem vonstatten. Es kann auch von Hand geladen werden, so dass die Kanone nicht in einen Ladewinkel ausgerichtet werden muss. Der BMP-1 erlaubt gezieltes Schießen nur bei stehendem Fahrzeug. Da die Kanone weit hinten auf dem Fahrzeug sitzt, lässt sie sich nur eingeschränkt nach unten schwenken. Der Start der AT-3 kann ebenfalls nur bei Stillstand des Fahrzeugs erfolgen. Die Raketen sind innerhalb des Fahrzeugs gelagert und müssen von Hand nachgeladen werden. Während der Fahrt kann die geladene Rakete auf der Startschiene transportiert werden, wegen der Gefahr, diese bei Geländefahrt zu verlieren, wurde die PALR jedoch normalerweise nicht in Startposition mitgeführt. Dies war nur für den Ernstfall vorgesehen und in Friedenszeiten bei Schießübungen mit der PALR und Paraden der Fall. Bei aktiver ABC-Abdichtung können Kanone und Raketenschiene nicht nachgeladen werden.Die Geschosse der Glattrohrkanone fliegen relativ langsam und sind sehr windempfindlich, so dass die Treffergenauigkeit neben der Entfernung auch vom Wetter abhängt.

Rückansicht: In den Türen zusätzliche Treibstofftanks

Die schweren Hecktüren bereiten den Infanteristen bei abschüssigem Gelände Probleme beim Öffnen oder Schließen. Im Gefecht können die in den Hecktüren integrierten Tanks in Brand geraten. Zum Verlassen des Fahrzeugs muss die Besatzung dann durch brennende Türen.

Die ursprünglich zum Teil mitElektronenröhren ausgerüstete Funkanlage hat einen hohen Stromverbrauch und lässt bei Stillstand des Motors die Fahrzeugbatterien schnell ermüden.

Die Panzerung erwies sich nicht nur mit der zunehmenden Leistungsfähigkeit von Panzerabwehrwaffen und Bordwaffen anderer Fahrzeuge als unzulänglich. Besonders im Afghanistankrieg zeigte sich die Anfälligkeit gegenPanzerminen, die vor allem die im Bodenbereich des Fahrzeugs kaum geschützten Fahrer und Kommandanten töteten.

Zum ersten Einsatz unter Gefechtsbedingungen kam es 1973 imJom-Kippur-Krieg, bei dem Syrien und Ägypten über BMP-1 verfügten. Dabei trat die schlechte Eignung für Gegenden mit hoher Umgebungstemperatur auf: Die Soldaten waren gezwungen, die Schützenluken offen zu lassen, was sie verwundbar gegen die Druckwellen von Artillerie- und Luftangriffen machte. Zudem kritisierten Ägypter und Syrier die niedrige Schussbahn der Bordwaffen, die eine Bedrohung für die eigene Infanterie vor dem Fahrzeug darstellte, weilindirektes Feuer nur bedingt möglich war.

Der Mannschaftsraum ist nach amerikanischen Erprobungen aus den 1970er Jahren so niedrig angelegt, dass nur 25 % der männlichen Bevölkerung klein genug sind, um dort bequem unterzukommen. Beim Tragen voller Winterkampfausrüstung sank der Wert auf 15 %. Der Mannschaftsraum wurde dabei auch als zu kurz bewertet, so dass nur 35 % der Soldaten eine Schulterbreite haben, die schmal genug ist, um vier Männer pro Bank bequem nebeneinander sitzen zu lassen.[1]

Nutzung in der NVA und anderen Armeen

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Finnischer BMP-1
BMP-1-Schützenpanzer anlässlich des 39. Jahrestags der Gründung der DDR, 1988
BMP-1 A1-Ost der Bundeswehr, „Stahl auf der Heide“, 2019

In der Sowjetischen Armee waren normalerweise die Schützenbataillone von Panzerregimentern komplett mit BMP-1 ausgerüstet. In denmot. Schützendivisionen war normalerweise einmot. Schützenregiment mit BMP-1 ausgerüstet, das andere mit Radfahrzeugen derBTR-Familie.

Nachdem 1968 bis 1971 14 BMP-1 SP1 aus der Sowjetunion zur Erprobung in den Bestand derNVA gekommen waren, nahm deren Bestand ab 1972 bis 1986 mit Einführung des BMP-1 SP2 (mehr als 950 Stück) aus ČSSR-Produktion zu. Von 1987 bis 1988 erhielt die NVA rund 180 BMP-1 P mit9K113-Konkurs-PALR und Nebelwurfbechern. Ab 1988 rüstete die NVA imReparaturwerk Neubrandenburg etwa 90 weitere BMP-1 SP2 zu BMP-1 P um, die auch9K111 Fagot abfeuern konnten.

Mit dem BMP war je einmot. Schützenregiment jeder Division der NVA ausgerüstet. Dazu gab es einige Varianten im Arsenal der NVA, vor allem Funk-, Führungs- und Aufklärungsfahrzeuge. Bis auf die ersten Modelle des BMP-1 SP1 kamen alle weiteren (BMP-1 SP2) aus der Lizenzproduktion der ČSSR. Am 2. Oktober 1990 befanden sich etwa 1.100 BMP-1 im Bestand der NVA.

Nach 1990 wurden zunächst als Zwischenlösung knapp 600 Fahrzeuge für den Einsatz in derBundeswehr umgerüstet, die dann die Bezeichnung BMP-1A1-Ost trugen. Unter anderem wurden an der linken Fahrzeugseite eine Leiter als Aufstiegshilfe, eine veränderte Beleuchtung undasbestfreie Beläge für Kupplung und Bremse montiert. Die Kanonenmunition wurde zum Teil wegen Asbesthaltigkeit der Zündmittel gesperrt, die Kraftstoffbehälter in den Hecktüren ausgeschäumt oder ausgegossen. 1993 wurden diese Fahrzeuge ausgemustert und durchSPz Marder ersetzt.[2] Ein größerer Bestand, etwa 500, ging nachGriechenland, mehr als 335 nachSchweden[3] und 165 nachFinnland. In Schweden wurde der BMP-1 unter der BezeichnungPansarbandvagn 501 (kurz Pbv 501) geführt. Am 1. April 2022 wurde bekannt, dass die Bundesregierung erlaubt hat, 56 Schützenpanzer der ehemaligen NVA, die von Schweden an ein tschechisches Unternehmen verkauft worden waren, an die Ukraine zu verkaufen.[4][5]

Kampfeinsätze

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Kriegseinsätze des BMP-1 waren unter anderem derJom-Kippur-Krieg, dieSowjetische Intervention in Afghanistan, die Golfkriegevon 1980,1990 und2003, dieJugoslawienkriege, dieTschetschenienkriege, derAfghanistankrieg, derKaukasuskrieg 2008, die Operationenlibyscher Truppen imTschad, diekubanischer Truppen inAngola und imRussisch-Ukrainischen Krieg.

Im Russisch-Ukrainischen Krieg wird das Fahrzeug von beiden Seiten eingesetzt. Laut demOryx-Blog gingen mit Stand April 2025 auf russischer Seite mindestens 901 BMP-1 (P), sowie mindestens 149 BMP anderer Versionen verloren. Auf ukrainischer Seite gingen mindestens 506 BMP-1 (P), mindestens 15 BMP-1TS mindestens 1 BMP-1U sowie mindestens 17 BWP-1 verloren.[6][7]

Versionen

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Der auch in der NVA genutzte Aufklärungspanzer BRM-1K
Tschechoslowakische Mörserversion: ShM vz.85 PRÁM-S.

In der Sowjetarmee bzw. der russischen Armee:

  • BMP-1 – Ursprungsversion
  • BMP-1AM "Basuramin" – Mit einem Gefechtsturm vomBTR-82A[8][9]
  • BMP-1K und BMP-1K3 – Kommandofahrzeuge
  • BRM-1 oder BMP-R – Spähfahrzeug
  • BRM-1K – Aufklärungskommandofahrzeug mit Radarsystem, Führungsfahrzeug für Spähkompanien
  • BMP KShM – unbewaffnetes Regiments-Führungsfahrzeug
  • BMP-1P – ausgerüstet mit9K111 Fagot
  • BMP-1PK – Führungsvariante des BMP-1P
  • BMP-1D – ab 1982 gebaute Version für den Afghanistankrieg. Verstärkte Panzerung und teilweise Tausch der ATGM gegen AGS-17.
  • PRP-3/4 – Radarfahrzeuge
  • BMP-PPO – Lehrfahrzeug
  • BMP-MP-31 – Kommandofahrzeug für Flugabwehr
  • RTV – Instandsetzungsfahrzeug

In anderen Staaten:

  • BWP-1 – polnische Bezeichnung für den BMP-1
  • BWR-1S – polnische Bezeichnung für den BRM-1
  • BWR-1K – polnische Bezeichnung für den BRM-1K
  • M-80 – vermeintlicher jugoslawischer Nachbau des BMP-1
  • MLI-84 – rumänische, modifizierte Version
  • BVP-1 – tschechoslowakischer Nachbau
  • BPzV-1 – tschechoslowakische Späh-Version
  • BMP-1F – ungarisches Spähfahrzeug
  • Boragh – iranische Variante
  • Type 86 oder WZ-501 – chinesische Variante
  • BMP-1UM – ukrainische Variante[10]
  • BMP-1TS / BMP-MT – ukrainische Variante mitfernbedienbarer Waffenstation und 2Lenkraketenwerfern.[11][12]

Zusätzlich bieten verschiedene Hersteller eine große Bandbreite von verbesserten Motoren sowie alternativen Waffen- und Kommunikationssysteme an.

Nutzerstaaten

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Aktuelle Nutzer (Stand 01/2018 soweit nicht anders angegeben)

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  • Mongolei Mongolei – Es befinden sich 310 BMP-1 im Dienst.[13.21]
  • Mosambik Mosambik – Es befinden sich 40 BMP-1 im Dienst.[13.22]
  • Nicaragua Nicaragua – Es befinden sich mindestens 17 BMP-1 im Dienst.[13.23]
  • Polen Polen – Es befinden sich 1277 BMP-1 im Dienst.[13.24]
  • Russland Russland – Im Jahr 2018 befanden sich 500 BMP-1 und 700 BRM-1K im Dienst desHeeres.[13.25] Mindestens 764 BMP-1P sowie 51 BMP-1AM gingen imRussisch-Ukrainischen Krieg verloren. Bei 192 weiteren Fahrzeugverlusten konnte nicht eindeutig zwischen BMP-1 und BMP-2 unterschieden werden (Stand 14. Juni 2024).[15]
  • Slowakei Slowakei – Es befinden sich 148 BMP-1 und eine unbekannte Anzahl 9S428 ATGW LFK-Starter mit 9K11 Raketen im Dienst.[13.26]
  • Sri Lanka Sri Lanka – Es befinden sich 13 BMP-1 im Dienst.[13.27]
  • Sudan Sudan – Es befindet sich eine unbekannte Anzahl BMP-1 im Dienst.[13.28]
  • Syrien Syrien – Es befindet sich eine unbekannte Anzahl BMP-1 im Dienst.[13.29]
  • Tadschikistan Tadschikistan – Es befinden sich 8 BMP-1 im Dienst.[13.30]
  • Tschad Tschad – Es befinden sich 80 BMP-1 und 42 BMP-1U im Dienst.[13.31]
  • Turkmenistan Turkmenistan – Es befinden sich 600 BMP-1/M und 60 BRM-1 im Dienst.[13.32]
  • Ukraine Ukraine – Es befinden sich 193 BMP-1 und 115 BRM-1K im Dienst,[13.33]. Hinzu kommen diverse BMP-1 aus mehreren Ländern: z. B. 40 BMP-1 aus Griechenland (Stand 2022),[16] mindestens 12 Exemplare aus Tschechien (Stand 12/2018),[17] 56 PbV-501 aus ehemaligen NVA-Beständen (Stand 2022)[18] sowie 40 BMP-1 aus Polen (Stand 2023)[19]. Seit 2022 existieren mindestens 10 Umbauten zur Version BMP-1TS.[20] Die Ukraine erbeutete imRussisch-Ukrainischen Krieg weiterhin 91 BMP-1P sowie 7 BMP-1AM[15] – während 352 Fahrzeuge aus der BMP-1-Familie als Verluste identifiziert wurden (Stand 15. September 2023).[21] 26 weitere Fahrzeugverluste konnten nicht eindeutig zwischen BMP-1 und BMP-2 unterschieden werden (Stand 15. September 2023).[15]
  • Uruguay Uruguay – Es befinden sich 18 BMP-1 im Dienst.[13.34]
  • Usbekistan Usbekistan – Es befinden sich 6 BRM-1 im Dienst.[13.35]
  • Vietnam Vietnam – Es befindet sich eine unbekannte Anzahl BMP-1 im Dienst.[13.36]
  • Belarus Belarus – Es befinden sich 132 BRM-1 im Dienst.[13.37]

Ehemalige Nutzer

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  • Deutschland Demokratische Republik 1949 Deutsche Demokratische Republik – Auflösung der NVA und Übergang an die Bundeswehr.
  • Deutschland Deutschland – Ausmusterung und teilweiser Verkauf.
  • Finnland Finnland
  • Libyen Libyen – Bis zum Januar 2018 außer Dienst gestellt.[13.38]
  • Schweden Schweden – Im Sommer 2000 außer Dienst gestellt, 2008 nach Tschechien verkauft.[3]
  • Tschechien Tschechien – Bis zum Januar 2018 außer Dienst gestellt.[13.39]
  • Ungarn Ungarn – Es befand sich eine unbekannte Anzahl BMP-1 im Dienst (Stand 2018).[13.40] Diese wurden außer Dienst gestellt (Stand 23. Dezember 2020).[22]

Literatur

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Siehe auch

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Weblinks

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Commons: BMP-1 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Steven Zaloga:BMP Infantry Fighting Vehicle 1967–94. Osprey Publishing, 1994,ISBN 978-1-85532-433-6.
  2. Tschechien darf Panzer an Ukraine verkaufen. Springer, 2012,ISBN 978-3-658-00185-8,S. 156 (Gugelbuch [abgerufen am 23. Mai 2018]). 
  3. abFMV-pansarbandvagnsdokument 2010. (PDF; 2,4 MB) In: fmv.se. Försvarets Materielverk, 2010, archiviert vom Original am 2. April 2015; abgerufen am 2. April 2022 (schwedisch). 
  4. Ulf Krause: Aus ehemaligen DDR-Beständen: Tschechien darf Panzer an Ukraine verkaufen. In: Tagesschau.de. ARD, 1. April 2022, abgerufen am 1. April 2022. 
  5. Audio: Bundesregierung genehmigt Lieferung von 56 Schützenpanzern | tagesschau.de
  6. Oryx: Attack On Europe: Documenting Russian Equipment Losses During The Russian Invasion Of Ukraine. In: Oryx. Abgerufen am 14. April 2025. 
  7. Oryx: Attack On Europe: Documenting Ukrainian Equipment Losses During The Russian Invasion Of Ukraine. In: Oryx. Abgerufen am 14. April 2025. 
  8. СМИ: В ходе модернизации на БМП-1 установят орудие от БТР-82. военное.рф, 19. März 2018, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 23. März 2018 (russisch).@1@2Vorlage:Toter Link/военное.рф (Seite nicht mehr abrufbar.Suche in Webarchiven) 
  9. Marisa Belhote: BMP-1AM. In: Tank Encyclopedia. 24. Mai 2021, abgerufen am 16. November 2022 (amerikanisches Englisch). 
  10. New BMP-1 upgrade developed in Ukraine (Memento vom 2. Mai 2017 imInternet Archive)
  11. BMP-MT. In: Techimpex (Hersteller). Abgerufen am 18. März 2023 (amerikanisches Englisch). 
  12. БМП - 1Т. In: Techimpex (Hersteller). Abgerufen am 18. März 2023 (ukrainisch). 
  13. The International Institute for Strategic Studies (IISS):The Military Balance 2018. 1. Auflage. Routledge, London 2018,ISBN 978-1-85743-955-7 (englisch, Stand: Januar 2018). 
    1. 330
    2. 325
    3. 445
    4. 460
    5. 463
    6. 461
    7. 181 ff
    8. 183
    9. 89
    10. 458
    11. 187
    12. 111
    13. 467
    14. 261
    15. 338
    16. 334
    17. 248
    18. 188
    19. 190
    20. 401
    21. 286
    22. 475
    23. 415
    24. 136
    25. 194
    26. 146
    27. 301
    28. 489
    29. 362
    30. 207
    31. 454
    32. 208
    33. 210
    34. 422
    35. 214
    36. 310
    37. 185
    38. 349
    39. 94
    40. 115
  14. tagesschau.de: Ukraine erhält über Ringtausch 40 weitere Schützenpanzer. Abgerufen am 14. September 2023. 
  15. abcOryx: Attack On Europe: Documenting Russian Equipment Losses During The Russian Invasion Of Ukraine. In: Oryx. Abgerufen am 14. Juni 2024. 
  16. tagesschau.de: Ukraine erhält über Ringtausch 40 weitere Schützenpanzer. Abgerufen am 14. September 2023. 
  17. Ukraine received BMPs from Czechia. 29. Dezember 2018, abgerufen am 14. September 2023 (amerikanisches Englisch). 
  18. DDR-Schützenpanzer für die Ukraine – Bundesregierung gibt ihr Go. 1. April 2022, abgerufen am 14. September 2023. 
  19. Maksim Panasovskyi: Poland transferred 40 BMP-1 combat vehicles to Ukraine. Abgerufen am 14. September 2023 (englisch). 
  20. tagesschau.de: Ukraine erhält über Ringtausch 40 weitere Schützenpanzer. Abgerufen am 14. September 2023. 
  21. Oryx: Attack On Europe: Documenting Ukrainian Equipment Losses During The Russian Invasion Of Ukraine. In: Oryx. Abgerufen am 15. September 2023. 
  22. Neues geschütztes Radfahrzeug für die ungarischen Streitkräfte. 23. Dezember 2020, abgerufen am 14. September 2023 (deutsch). 
Zeitleiste der Produktion von Transport-, Schützen- und Spähpanzern der Sowjetunion von 1945 bis 1991
Dieser Artikel wurde am 19. März 2007 indieser Version in die Liste derlesenswerten Artikel aufgenommen.
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