| Autodesk, Inc. | |
|---|---|
| Rechtsform | Corporation |
| ISIN | US0527691069 |
| Gründung | 1982 |
| Sitz | San Rafael,Vereinigte Staaten |
| Leitung | Andrew Anagnost, (CEO und Präsident)[1] |
| Mitarbeiterzahl | 15.300(2025)[2] |
| Umsatz | 6,13 Mrd.USD(2025)[2] |
| Branche | Softwarehersteller |
| Website | autodesk.com |
Autodesk, Inc. [ˈɒːtəʊˌdɛsk] ist einUS-amerikanischesSoftware-Unternehmen, das Produkte für digitale 2D- und 3D-Konstruktion und -Entwicklung herstellt.
Autodesk stellt Software fürcomputer-aided design (CAD) undComputeranimation in den BereichenArchitektur,Gebäudetechnik undHoch- undTiefbau,Automotive undTransportwesen, Mechanik undMaschinenbau,Medien und Unterhaltung sowieVersorgung undTelekommunikation her. Seit September 2015 bietet Autodesk auch erstmals CAD-Software für den medizinischen Bereich an. Die Autodesk-Technologie wird zur Erstellung digitaler Modelle und Abläufe für dieVisualisierung,Simulation undAnalyse verwandt. So können Ideen und Konzepte unter pseudo-realistischen Bedingungen getestet und anschließend optimiert werden, bevor sie gefertigt werden.
MitFusion 360 bietet Autodesk eine Cloud-basierte CAD/CAM/CAE-Lösung an.[3]
Autodesk wurde am 26. April 1982 vonJohn Walker (1949–2024) inSausalito, Kalifornien gegründet und ist in der amerikanischen BörseNasdaq notiert. Anfang der 1980er Jahre waren Grafikprogramme nur auf leistungsfähigen, aber teuren UNIX-Workstations verfügbar. Autodesk unterstützte von Anfang an den damals mit nur 4,77 MHz noch schwachenIBM-PC. Es wurden zwar auch UNIX-Derivate unterstützt, aber der Hauptfokus wurde auf den PC mitDOS als Betriebssystem gelegt. Dafür wurde Autodesk in der CAD-Branche in den ersten Jahren belächelt. 1986 gab John Walker den Vorsitz an Al Green ab, blieb aber noch im Aufsichtsrat. Die erste europäische Niederlassung und Softwareentwicklung wurde im Schweizer KantonNeuenburg im Mai 1991 gegründet. Ebenfalls 1991 wurde in Deutschland die Autodesk GmbH inMünchen gegründet. Sie dient als Vermittlerin der Produkte in Deutschland; verkauft werden die Autodesk-Produkte von der in Irland sitzenden ADSK Ireland Ltd.[4]
Am 14. April 1992 wurdeCarol Bartz als Vorstandsvorsitzende berufen. Unter ihrer Leitung wurde konsequent die Portierung und Fokussierung aufWindows vorangetrieben und Autodesk entwickelte sich zum größten CAD-Softwarehersteller der Welt. 1994 verließ John Walker mit einem Aktienpaket im Wert von 45 Mio.USD das Unternehmen.[5]
Die bekanntesten Produkte von Autodesk sind die CAD-AnwendungAutoCAD, mit vielen Funktionen wie Mechanical, Electrical und Architecture sowie die BIM-SoftwareRevit[6] für Architektur, Tragwerksplanung und Gebäudetechnik bis hin zum Geoinformationssystem Map3D/Topobase und dem parametrischen 3D-KonstruktionssystemAutodesk Inventor. Das Software-Portfolio wurde und wird aber ständig durch zahlreiche Akquisitionen erweitert und durch Einstellung der Unterstützung bzw. des Vertriebs einzelner Produkte konsolidiert.[7]
Am 16. Oktober 1992 wurde mit der Übernahme vonMicro Engineering Solutions (MES) in Michigan, USA, der Einstieg in dieNURBS-Flächenmodellierung gemacht. Die Weiterentwicklung der ebenfalls mit MES erworbenenCAM-Technologie wurde eingestellt. Mit der Übernahme einerMaschinenbauapplikation für Autocad derGENIUS Software GmbH im bayerischenAmberg (nicht derFirma GENIUS) wurde der BereichMaschinenbau ausgebaut. Autodesk hat Unternehmen wie Discreet (professionelle Video-/Filmbearbeitungssoftware) in Montreal, Kanada, undAlias (3D-Software) in Toronto, Kanada, übernommen und vertreibt seitdem deren Software, unter anderem3ds Max, Combustion undMaya im Bereich Modelling, Animation und Film als Autodesk-Produkte. Weitere Akquisitionen sindNavisWorks (Sheffield, UK) zur optimierten Erstellung von digitalen Prototypen im Hoch-, Tief- und Anlagenbau,3D Geo GmbH (Potsdam, Deutschland) für die Erstellung von 3D-Stadtmodell-Lösungen undMoldflow (Framingham, USA) für die Simulation von Kunststoff-Spritzguss-Vorgängen imDigital Prototyping.[8]
Die Übernahme von Software und Entwicklungsteam der Genius CAD-Software GmbH aus Amberg fand 1998 statt.[9]
Im Jahr 2005 wurde angekündigt, dass dasSchweizer UnternehmenC-Plan AG mit Sitz inMuri bei Bern von Autodesk übernommen werde.[10][11] Die Firma entwickelte eineGIS-Erweiterung zu AutoCAD namensTopobase, 1998 erfolgte die Erstinstallation der Software.[12] Mit der Übernahme der Firma durch Autodesk am 22. August 2006 wurde die Erweiterung nach und nach Teil vonAutoCAD Map 3D.[13]
Die Akquisition der 3D Geo GmbH erfolgte 2008.[8] Im August 2011 gab Autodesk die Übernahme von Numenus bekannt.[14] 2012 übernahm Autodesk diePI-VR GmbH, um deren ProduktreiheVRED zu ihrer Visualisierungslösung im Automobilbereich zu machen.[15]
Im Jahr 2017 übernahm Autodesk die deutsche Firma CadSoft, Anbieter der Leiterplatten-Layout-SoftwareEAGLE, die vorher Tochtergesellschaft von Premier Farnell war.[16]
Autodesk wurde 2006 von einem US-Bürger verklagt, der gebrauchte, aber legal erworbene Produkte zum Verkauf anbieten wollte. Dies wurde über denDigital Millennium Copyright Act mit Hinweis auf eine entsprechende EULA unterbunden. Grundsätzlich sind solche Einschränkungen des Wiederverkaufs in den USA nicht zulässig(First-sale doctrine).[17] Am 10. September 2010 entschied das Gericht zugunsten von Autodesk.[18][19] Diese Einschränkungen gelten jedoch nicht für im Gebiet der Europäischen Union in Verkehr gebrachte Lizenzen, was spätestens durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2012 über die Zulässigkeit der Vermarktung gebrauchter Lizenzen für Computerprogramme unstrittig ist.[20]
Im Juli 2020 wurde von mehreren führendenAEC-Unternehmen ein offener Brief an den CEO von Autodesk veröffentlicht, in dem der Unmut über die Produktpolitik und die Kosten von Autodesk-Produkten angeprangert wurde.[21]
Mit einer Lizenzänderung für die kostenlose, private Nutzung vonFusion 360 wäre zum 1. Oktober 2020 die Möglichkeit entfallen, inFusion 360 erstellte CAD-Modelle ininteroperablenSTEP-Dateien zu exportieren. Die Entscheidung stieß bei Teilen derMaker- undFabLab-Communities auf Unverständnis. Autodesk entschied sich daraufhin, den Export in das STEP-Format auch weiterhin in der kostenlosen Version von Fusion 360 zu ermöglichen.[22]
Ende August 2022 kündigte Autodesk an, ab September Simulationen in Fusion 360 nur noch remote auf den Autodesk-Cloudsystemen anzubieten und die Möglichkeit diese lokal auszuführen abzuschalten. Betroffen sind alle Fusion 360-Lizenzen; außer (vorerst) bei statischen Belastungssimulationen fallen dabei zusätzliche Kosten pro Berechnung an.[23]
38.005555555556-122.53055555556Koordinaten:38° 0′ 20″ N,122° 31′ 50″ W