| Autobahnkreuz Aachen | |
|---|---|
| Karte | |
| Lage | |
| Land: | Deutschland |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Koordinaten: | 50° 48′ 16″ N,6° 10′ 14″ O50.8044786.170553190Koordinaten:50° 48′ 16″ N,6° 10′ 14″ O |
| Höhe: | 190 m ü. NN |
| Basisdaten | |
| Bauart: | Kleeblatt undGabelung |
| Brücken: | 3 (Autobahn) / 2 (Sonstige) |
| Baujahr: | 1970 (Westteil) 1963 (Ostteil) |
| Letzter Umbau: | 2021 |
| Das Kreuz Aachen aus Richtung Köln (2010) | |
DasAutobahnkreuz Aachen (Abkürzung:AK Aachen; Kurzform:Kreuz Aachen) ist einAutobahnkreuz inAachen inNordrhein-Westfalen. Es verbindet dieBundesautobahn 4 (Aachen –Eisenach –Görlitz;E 40,E 314) mit derBundesautobahn 44 (Aachen –Kassel – Eisenach) und derBundesautobahn 544 (Stadtautobahn Aachen).[1]
Das Autobahnkreuz liegt auf dem Stadtgebiet von Aachen, unmittelbar an der Stadtgrenze zuWürselen im Nordosten undEschweiler im Osten. Nächstgelegene Ortsteile sindVerlautenheide, Sankt Jobs,Broichweiden und Nirm. Es befindet sich etwa 6 km nordöstlich der Aachener Innenstadt, etwa 55 km westlich vonKöln und etwa 45 km südwestlich vonMönchengladbach.
Alle drei Autobahnen beginnen wenige Kilometer westlich bzw. südwestlich des Kreuzes, wodurch es zufällig an der A 4, der A 44 sowie der A 544 einheitlich mit der Nummer4 bezeichnet ist.
Die Geschichte[2][3][4][5][6] des Aachener Kreuzes sowie der kreuzenden Autobahnen ist eine wechselhafte und beginnt 1939 mit dem Bau der damaligen A 15 als Verbindung zwischen Köln und Aachen, deren Abschnitt zwischenVerlautenheide und Eschweiler (2007 umbenannt inEschweiler-West) 1941 fertiggestellt wurde. Bis 1958 wurde die Strecke bis zumEuropaplatz verlängert.[7] Erst 1963 entstand das Aachener Kreuz mit dem Bau der A 201 in Richtung Belgien, die 1964 bis zur belgischen Grenze beiLichtenbusch freigegeben wurde, bereits als „Kleeblatt“ ausgebaut. 1970 erfolgte die Verkehrsübergabe des Abschnitts zwischen dem Kreuz und der niederländischen Grenze beiVetschau als A 71. Später wurde die heutige A 544 in A 75 umbenannt. Mit der Umbenennung der deutschen Autobahnen 1974 wurden A 71 und A 15 zur heutigen A 4, die A 201 zur A 44 und die A 75 zur A 580 und später in A 544 umbenannt. Von 1968 bis 1973 endete die autobahnähnliche vierstreifigeBundesstraße 1 bzw.Ersatzbundesstraße 1 (EB 1) an der heutigen AnschlussstelleBegau, bevor sie bisMönchengladbach als Autobahn verlängert wurde.

Alle Autobahnen waren im Bereich des Kreuzes vierstreifig ausgebaut. Die direkt geführtenVerbindungsrampen sowie die Parallelfahrbahnen der A 4 waren zweistreifig, ebenso wie die Tangente von der A 44 aus Richtung Krefeld auf die A 4 in Richtung Niederlande. Alle anderen Rampen waren einstreifig.
Dieses System war für den heutigen Verkehr, vor allem in den Morgen- und Nachmittagsstunden, nicht mehr zeitgemäß. Es häuften sich Verkehrsstaus und Unfälle. Um den Hauptverkehrsströmen besser gerecht zu werden und die hohe Zahl von Unfällen zu verringern, wurde das Kreuz um- und ausgebaut. Der Baubeginn war ursprünglich im Sommer 2007 geplant, musste jedoch wegen fehlender landwirtschaftlicher Ausgleichsflächen verschoben werden.
Der Ausbau des Kreuzes begann am 18. September 2009 und endete am 12. November 2021. 2005 lagen die veranschlagten Baukosten bei etwa 40 Mio. €. Die Finanzierung konnte letztlich durch Mittel aus demKonjunkturpaket II gesichert werden. Die gesamten Baukosten beliefen sich am Ende auf 152 Mio. €.[8] Ursprünglich sollte der Umbau 2015 abgeschlossen werden, jedoch stellte man bei Nachuntersuchungen fest, dass die Verbindungsbrücke von der A4 aus den Niederlanden über die A544 (Überflieger) ebenfalls erneuert werden musste.[9]
Seit dem Umbau, der in sieben Bauabschnitten erfolgte, ermöglichen zusätzliche Brücken und Unterführungen einen schnelleren und einfacheren Autobahnwechsel. Die Hauptachse (Ost-West) wurde von zehn auf 17 Fahrspuren ausgebaut. Zudem wurde in erheblichem Maße der Lärmschutz erweitert.[10][11]Außerdem sollte im Zuge der Erneuerung des AK Aachen bis 2024 die A 44 zwischen dem Autobahnkreuz und der Anschlussstelle Broichweiden auf sechs Fahrspuren erweitert werden.
Die an der Anschlussstelle Würselen gelegene L 23 (Verlautenheidener Straße) soll als Ortsumgehung von Verlautenheide nach Osten verlegt werden und zwischen dem West- und Ostteil das Autobahnkreuz queren. Dieses Vorhaben wurde jedoch bisher nicht umgesetzt.[12]
Was alsAutobahnkreuz Aachen bezeichnet wird, ist eigentlich ein Autobahn-Fünfeck mit zwei eigenen Verkehrsknotenpunkten: Ein klassisches „Kleeblatt-Kreuz“ an der A 4/A 44 sowie eineAutobahngabelung an der A 4/A 544. Trotz des Zusammentreffens von fünf Autobahnsträngen waren zu deren Verbindung in den sechziger Jahren lediglich zwei Brückenbauwerke notwendig. Dies hat sich jedoch mit dem jüngsten Ausbau verändert, da für diesen zusätzliche Brückenbauwerke errichtet werden mussten.
Zwischen der A 544 und dem westlichen Teil der A 4 aus und in RichtungNiederlande besteht keine direkte Verbindung. Diese kann nur durch ein „Wenden“ in dem als „Kleeblatt“ ausgeführten Ostteil des Kreuzes hergestellt werden. Hierzu ist der Richtungsanzeige „Europaplatz“ zu folgen. (Eine Richtungsanzeige „Würselen“ aus Ost-West-Richtung kommend war hier zumindest bis Juni 2017 nicht vorhanden.) Dadurch kann auch die nur wenige hundert Meter südwestlich an der A 544 liegendeAnschlussstelle Würselen aus Richtung Niederlande nur über diesen Umweg genutzt werden. Eine entsprechende Halbanschlussstelle mit Anschluss vom Kreisverkehr L23/K30 an die A 4 ist angedacht, aber im Bundesverkehrswegeplan 2030 nicht enthalten.[13]
Um aus RichtungKöln weiter auf der A 4 in Richtung Grenze zu fahren, war es vor dem Umbau notwendig, bereits am östlichen Teil des Kreuz Aachen auf die Parallelfahrbahn zu wechseln, bevor sich diese nach 1.400 m am westlichen Teil von der Hauptfahrbahn trennt. Da die Parallelfahrbahn als Anschlussbereich zur A 44 bzw. von dieser zur A 4 in Richtung Niederlande und zur A 544 dient, kann diese auch weiterhin vom Verkehr aus Köln in Richtung Niederlande genutzt werden. Nach dem Umbau kann der Verkehr aus Richtung Köln bereits seit Anfang 2017 auf drei Fahrspuren ohne Abzweigen auf der A 4 in Richtung Niederlande fahren.
Nach dem Autobahnkreuz ist auch das im Norden unmittelbar angrenzende Gewerbegebiet „Aachener Kreuz“ beiBroichweiden sowie ein gleichnamiges Hotel in Würselen benannt. Hier befindet sich auch das Straßenverkehrsamt derStädteregion Aachen.
Ab 2026 treffen die beiden Autobahnen 4 und 44 im zirka 370 km entferntenWommener Dreieck (37) im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis beiHerleshausen wieder aufeinander.
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Das Kreuz Aachen ist der zentrale Verkehrsknoten in der Städteregion Aachen, insbesondere für die Stadt Aachen, da hier alle durch das Stadtgebiet verlaufenden Autobahnen aufeinandertreffen. Für den Verkehr zwischen Belgien, Nordfrankreich und den südlichen Niederlanden in dieMetropolregion Rhein-Ruhr und insRhein-Main-Gebiet ist das Autobahnkreuz von enormer Bedeutung und entsprechend stark frequentiert. Besonders derGüterverkehr zu denbelgischen Seehäfen und zumFlughafen Lüttich hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen.Das Kreuz wird täglich von rund 160.000 Fahrzeugen befahren.
| Von | Nach | Durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke | Anteil Schwerlastverkehr[14] |
|---|---|---|---|
| AS Aachen-Zentrum (A 4) | AK Aachen | 52.300 | 13,8 % |
| AK Aachen | AS Eschweiler-West (A 4) | 69.300 | 16,2 % |
| AS Aachen-Brand (A 44) | AK Aachen | 47.800 | 16,0 % |
| AK Aachen | AS Broichweiden (A 44) | 53.800 | 08,3 % |
| AS Würselen (A 544) | AK Aachen | 99.200 | 09,8 % |