

DerAtari Portfolio ist ein tragbarer16-Bit-Personal-Computer, der 1989 von der FirmaAtari vorgestellt wurde. Mit etwa der Größe einerVHS-Videokassette und einem Gewicht von 505 Gramm kann er als ein Vorgänger spätererPDAs bezeichnet werden. Der Portfolio ist im Wesentlichen kompatibel zumIBM-PC, was ihn zu einem universell einsetzbaren Computer machte. Mit eingebauten Programmen, die sich überFunktionstasten starten lassen, kann u. a. Adress- und Terminverwaltung, Texteingabe undTabellenkalkulation betrieben werden. Mit geeigneter Software ist er aber auch zum Programmieren, Spielen und zum Steuern und Regeln geeignet.
Das Gerät kostete in der Grundausstattung in den USA etwa 400 US-Dollar, in Deutschland wurde der „Intelligente Bleistift“ (Atari-Werbeslogan für den Pofo) anfangs für 999 DM angeboten.
Der Portfolio besitzt eine Schreibmaschinen-ähnliche Tastatur, die sich trotz ihrer kleinen Tasten recht gut bedienen lässt. Der monochromeFlüssigkristallbildschirm hat eine Auflösung von 240 × 64 Bildpunkten bzw. 40 × 8 Zeichen im Textmodus. AlsCPU wird eine mit 4,9152 MHz getaktete, stromsparende Variante desIntel 8088 mit der Bezeichnung 80C88 verwendet, die auf einen 128Kilobyte großenArbeitsspeicher und 256 KilobyteFestwertspeicher zurückgreifen kann.
Als Energiequelle für unterwegs dienen drei Batterien der BauformAA. Stationär ist auch der Betrieb über ein Netzteil möglich.
Als Wechselmedium bot Atari spezielleSpeicherkarten (Bee-Karten) an, die mit Kapazitäten von 32 kB bis 128 kB verfügbar waren. Mit externen Adaptern lässt sich der Portfolio mitserieller undparalleler Schnittstelle, aber auch mit weiteren 512 kB Arbeitsspeicher ausrüsten. Alle Erweiterungen werden an einer Schnittstelle an der rechten Geräteseite angesteckt, worunter die Flexibilität des Gerätes bei mobilen Anwendungen etwas leidet.

Das eingebaute DIP-DOS-(MS-DOS 2.11)-kompatibleBetriebssystem macht das Gerät kompatibel zu einer Reihe verbreiteter MS-DOS-Anwendungen. Das DIP-DOS beinhaltet auch einige interne Anwendungen, die durch den Befehlapp oder das Drücken der Tastenkombination ATARI+A gestartet werden konnten. Das Auswahlmenü bietet eine einfacheTextverarbeitung, letztendlich nichts anderes als ein einfacherTexteditor, eine zuLotus 1-2-3 kompatible Tabellenkalkulation, eine einfache Adressverwaltung, einen Terminkalender mit Weckfunktion und einenTaschenrechner. Die Adressverwaltung hat eine Besonderheit, sie kann eingetragene Telefonnummern als Töne abspielen. Wenn man das Mikrofon eines Telefons an den Lautsprecher hielt, kann dies zur komfortablenTonwahl verwendet werden. Das Auswahlmenü beinhaltet auch eine Funktion zur Datenübertragung zum PC und ein System-Menü, über das man interne Einstellungen des Systems anpassen kann.
Die Datenübertragung zum „Pofo“, wie er von seinen Anhängern liebevoll genannt wird, erfolgte zumPC undAtari ST wahlweise über ein Terminalprogramm über die als Zubehör erhältliche serielle Schnittstelle, über ein spezielles Parallelport-Kabel und spezielle Software, die für PCs mitgeliefert wurde und im Portfolio schon eingebaut ist, oder über Speicherkarten, die der Portfolio als Laufwerk A: und B: ansprechen konnte. Das Laufwerk B: war ein weiterer Kartenslot in der 512 KB-Erweiterung. Für den PC gab es ein passendes externes Kartenlaufwerk, das über eine spezielleISA-Karte angesteuert wurde. Findige Programmierer schufen allerdings auch einen Treiber für den Portfolio, mit dem man einZIP-Laufwerk (100 MB) an der Parallelport-Erweiterung betreiben konnte. Auf eine ZIP-Diskette passte dann locker die gesamte freie Software, die es speziell für den Rechner gab.Mittlerweile gibt es sogar einen Adapter, umCompactFlash-Karten daran zu betreiben; dieser ist allerdings recht selten und dementsprechend teuer.
Der Arbeitsspeicher war bereits für die späten 1980er Jahre sehr knapp bemessen und auch die zu CGA inkompatible, ungewöhnliche Auflösung des Displays bereitete vielen Anwendungen Probleme. Trotzdem fand der Portfolio viele Anhänger, die ihm zum Teil bis heute treu geblieben sind.
Im SpielfilmTerminator 2 – Tag der Abrechnung wird von John Connor ein Atari Portfolio zur Manipulation vonGeldausgabeautomaten oder Sicherheitszugängen benutzt. Im Film sind sämtliche Produktmerkmale und Typenschilder zu erkennen (Produktplatzierung).