Arenas de San Pedro liegt auf der Südseite derSierra de Gredos am südlichen Rand der Provinz Ávila; der höchste Gipfel auf dem Gemeindegebiet istLa Mira (2343 m). Die Entfernung nachÁvila beträgt knapp 85 km (Fahrtstrecke) in nordöstlicher Richtung; bis nachSalamanca sind es gut 150 km in nordwestlicher Richtung. Das Klima ist gemäßigt bis warm; der eher spärliche Regen (ca. 375 mm/Jahr) fällt mit Ausnahme der trockenen Sommermonate übers Jahr verteilt.[2]
DieMechanisierung der Landwirtschaft, die Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und der daraus resultierende Verlust an Arbeitsplätzen auf dem Lande haben seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem deutlichen Wachstum der Städte geführt. Zur Gemeinde gehören auch die dreiWeiler(pedanías)Ramacastañas,La Parra undHontanares mit jeweils etwa 100 bis 350 Einwohnern sowie mehrere Einzelgehöfte(fincas).
Die Landwirtschaft, vor allem die Viehzucht, spielt traditionell die größte Rolle im Wirtschaftsleben der Berggemeinde, die in früheren Zeiten für die Weiler und Einzelgehöfte in der Umgebung auch ein regionales Zentrum für Handwerk und Handel war, denn lange Zeit wurde im Tal des Río Tiétar Erz abgebaut. Einnahmen aus dem Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen(casas rurales) sind in den letzten Jahrzehnten hinzugekommen.
Der Ursprung des NamensArenas stammt aus der Zeit der Gründung der Stadt im Mittelalter. Ursprünglich hieß die StadtArenas de las Ferrerías de Ávila, aufgrund der Nähe zur alten EisenerzmineLa Tablada, die derComarca de las Ferrerías de Ávila einst ihren Namen gab. Der Zusatzde San Pedro erfolgte nach derHeiligsprechung (1669) vonPetrus von Alcantara, der im 16. Jahrhundert eine Zeitlang bis zu seinem Tod im Jahr 1562 in der Stadt gelebt hatte.
Wenngleich hier bereits in römischer Zeit eine Brücke errichtet wurde, sind Siedlungsfunde auskeltischer,römischer,westgotischer oderislamischer Zeit nicht bekannt und so können die Ursprünge der Stadt lediglich bis ins Mittelalter verfolgt werden, als eine Gruppe von Siedlern im Rahmen der „Wiederbesiedlung“repoblación den heutigen Standort wählte. Urkundlich erstmals erwähnt wird der Ort im Spätmittelalter als Eigentum einesDon Rodrigo Alonso Pimentel,Graf von Benavente. Danach ging es in den Besitz vonDon Álvaro de Luna über. Aus dieser Zeit ist jedoch lediglich noch die mittelalterliche Zollbrücke über denRío Arenal erhalten. Der Ort erhielt die Stadtrechte im Jahre 1393 unter der Herrschaft vonHeinrichs III. von Kastilien. Danach war die Stadt der Hauptort einer Grundherrschaft(señorio), welche neben Arenas de San Pedro auch mehrere Dörfer und Einzelgehöfte umfasste.
Im ausgehenden 18. Jahrhundert erlebte die Stadt noch einmal eine kurze Blütezeit durch den InfantenLuis de Borbón y Farnesio, den Bruder des KönigsKarl III., der in seinem Palast Künstler aller Art empfing – darunter auchFrancisco de Goya,Luigi Boccherini undVentura Rodríguez. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt zweimal geplündert, z. B. während desSpanischen Unabhängigkeitskriegs und des erstenKarlistenkriegs. Das ist möglicherweise der Grund dafür, warum das Wappen der Gemeinde eine in Flammen stehende Burg mit dem SinnspruchSiempre incendiada y siempre fiel („Immer verbrannt und immer treu“) zeigt.[4]
Burg(Castillo de la Triste Condesa)Aquelcabos-Brücke
DasCastillo de la Triste Condesa („Burg der traurigen Gräfin“) steht am westlichen Ortsrand. Die quadratische Burganlage mit runden Wehrtürmen in den Ecken und einem auf rechteckigen Grundriss sich erhebendenBergfried(torre del homenaje) wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts errichtet.[5]
Die Kirche derNuestra Señora de la Asunción wurde vonRuy López Dávalos, dem ersten Grundherren(señor) von Arenas im 14. Jahrhundert imgotischen Stil erbaut.[6]
EineGerichtssäule oderPranger(rollo de justicia oderpicota) stammt aus der Barockzeit. Die kegelförmige Spitze und zwei der ehemals vier Arme derKapitellzone sind abgebrochen.
Der Palast des Infanten Luis de Borbón(Palacio de la Mosquera), einklassizistisches Gebäude, das sich in seiner Architektur deutlich am 200 Jahre älteren Vorbild desEscorial orientiert, wurde in den Jahren nach 1776 vomInfanten Don Luis, einem BruderKarls III. erbaut. Dieser hatte sich nach seinerLiebesheirat mit einer Bürgerlichen hierher zurückgezogen und der Kultur zugewandt – so waren hier u. a.Goya und der Musiker und KomponistBoccherini zu Gast. Als planender und überwachender Architekt wirdVentura Rodríguez genannt.[7]
Die dreibogige Aquelcabos-Brücke wird auch alsRömerbrücke(puente romano) bezeichnet, da sie bereits in römischer Zeit erbaut worden sein soll. Ihr heutiger Anblick ist eher mittelalterlich, obwohl auch in späterer Zeit immer wieder Restaurierungsarbeiten stattfanden.[8]
Santuario de San Pedro de Alcántara
Umgebung
Circa drei Kilometer nördlich der Stadt befindet sich dasFranziskanerklosterSan Pedro de Alcántara. Es entstand im 16. Jahrhundert an der Stelle der verlassenen EinsiedeleiSan Andrés del Monte und wurde im 18. Jahrhundert unter der Leitung der Architekten Ventura Rodríguez undFrancisco Sabatini umgebaut. Ein Museum zeigt sakrale Kunstwerke aus dem 17. und 18. Jahrhundert.[9]
In den 5,5 bzw. ca. 14 km südöstlich gelegenen WeilernRamacastañas undHontanares stehen sehenswerte alte Dorfkirchen aus dem 16. Jahrhundert mitGlockengiebel(espadaña) und gegebenenfalls einer Südvorhalle(portico).
Die Kirche des ca. 4 km nordöstlich gelegenen DorfsLa Parra stammt aus dem Jahr 1898.