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Archivbombe

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EineArchivbombe (auchDekomprimierungsbombe oderZip-Bomb) ist eineDatei mit perDatenkompression gepacktem Inhalt, derenschadhafter Zweck darin besteht, beim Entpacken ein unerwartet hohes Vielfaches ihrer Größe anzunehmen[1] oder Software zum Entpacken in eine Endlosschleife zu bringen. Die gepackten Inhalte können beispielsweise Grafikdateien mit dem immer gleichen Muster oder Textdateien mit sich wiederholenden Zeichenfolgen sein. Solche Regelmäßigkeiten können außerordentlich stark komprimiert werden. Ebenso können sie Fehler in der Entpacksoftware ausnutzen, umRekursionen zu erzeugen.

Angriffsweg

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Der vorwiegende Angriffsweg der Archivbomben sindE-Mails, denen sie als Anhang beigefügt sind. Eine solche E-Mail ist nicht sehr groß und stellt keinerlei auf den ersten Blick erkennbare Gefahr dar.

Archivbomben sind nicht primär dafür gedacht, von dem Benutzer entpackt zu werden, sondern zielen vorwiegend aufAntivirenprogramme ab: Diese scannen Dateien – auch solcheinnerhalb von Archiven – häufig schon beim Dateieingang. Dafür müssen die Archive in einen temporären Speicherbereich entpackt werden. Dabei besteht die Gefahr, dass die entpackten Dateien den Arbeitsspeicher oder die Festplatte füllen und das System gänzlich zum Stillstand bringen. Außerdem benötigt der Scanvorgang viel Rechenzeit. Bei rekursiven Archivbomben hingegen bleibt das System i. d. R. funktionsfähig, lediglich der Virenscanner kann seine Aufgabe (nämlich das Scannen des Archivs) niemals vollenden. Dieser Art von Archivbomben kann entgegengewirkt werden, indem die Antivirensoftware eingehende Archive nur bis zu einer bestimmten Tiefe überprüft. Der Angriff ist also der Versuch einesDenial of Service.[1]

Die Größeninformation in den Attributen des Archivs abzufragen, hat keinen zusätzlichen Nutzen, da diese beispielsweise perHex-Editor manipuliert sein können.

Beispiele

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42.zip

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Eine bekannte Archivbombe ist42.zip. Fünfmal rekursiv gepackt, beträgt ihre Größe lediglich 42Kilobyte. Beim Entpacken wächst das Datenvolumen allerdings um das Hundertmilliardenfache auf 4,5 Petabyte:[2]

StrukturGesamtzahl
Dateien1)
enthält
jeweils
unkomprimierte Gesamtgröße (Byte)
42.zip2)1.048.57616 Ordner4.503.599.626.321.920 (4,5 PB)
→ lib0.zip … libf.zip3)1.048.57616 Ordner4.503.599.626.321.920 (4,5 PB)
→ book0.zip … bookf.zip65.53616 Ordner281.474.976.645.120 (281 TB)
→ chapter0.zip … chapterf.zip4.09616 Ordner17.592.186.040.320 (17 TB)
→ doc0.zip … docf.zip25616 Ordner1.099.511.627.520 (1 TB)
→ page0.zip … pagef.zip1601 Datei68.719.476.720 (68 GB)
→ 0.dll4)014.294.967.295 (4,3 GB)

Anmerkungen:

  • 1) Ausschließlich die unterste Hierarchiestufe – also die Dateienpage0.zip … pagef.zip – enthält Dateien; die darüber Liegenden dienen nur alsMultiplikatoren für die Anzahl der Dateien in der untersten Hierarchiestufe. Die Angaben sind nichtkumuliert und dienen vornehmlich der Anschauung – so berücksichtigt die Gesamtzahl der Dateien nur die Anzahl der insgesamt enthaltenen komprimierten Dubletten von0.dll und nicht die ebenfalls mit eingebettetenContainerdateien (deren Anteil an der Gesamtmenge allerdings auch vernachlässigbar gering ausfällt).
  • 2) Die Datei42.zip fasst lediglich die 16Containerdateien der nächst-unteren Hierarchiestufe zu einer einzigen Datei zusammen, daher ändert sich an Gesamtgröße und Anzahl im Vergleich zur nächst-unteren Stufe nichts.
  • 3) Die o.a. Notierung derDateinamen erfolgt nach dem SchemaPräfix# — „#“ ist dabei derPlatzhalter für eine einstelligeHexadezimalzahl, kann also insgesamt 16 Werte (0, 1, 2, […], 9, A, B, C, D, E, F) annehmen. „lib0.zip … libf.zip“ steht also für 16 durchnummerierte einzelne Dateien.
  • 4) Die Datei0.dll besitzt durchgehend ein 0xAA-Bytemuster über die gesamten 4.294.967.295Bytes hinweg und ist durch die damit einhergehendeRedundanz sehr gutverlustfrei komprimierbar.

Weitere

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Eine „Zip Files All The Way Down“ genannte Methode ähnelt der 42.zip – hierbei wird allerdings einezip-,gzip- odertar-Datei erstellt, die sich rekursiv selbst enthält.[3]

Einzelnachweise

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  1. abGlossareintrag. (Memento vom 31. Oktober 2012 imInternet Archive)Kaspersky Lab.
  2. www.unforgettable.dk – Details zum Aufbau von 42.zip (englisch)
  3. Zip Files All The Way Down. research.swtch.com; abgerufen am 21. Februar 2011.
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