Die Arabische Halbinsel wird begrenzt vomGolf von Akaba und demRoten Meer im Westen und Südwesten, vomArabischen Meer im Süden und Südosten sowie vomPersischen Golf im Nordosten. Die Arabische Halbinsel ist vorWestantarktika undVorderindien die größte Halbinsel der Erde und wird zu Vorderasien gezählt; gleichwohl ist sie geologisch ein Teil Afrikas. Zusammen mit mehreren angrenzenden Staaten bildet sie denNahen Osten.
Tektonisch gesehen bildet diese Halbinsel den größeren südlichen Teil derArabischen Platte. Geologisch gehört die Halbinsel zur alten afrikanischen Kontinentalmasse, auch wenn sie durch den Grabenbruch des Roten Meeres getrennt ist. Die Halbinsel ist mit derGroßen Nefud im Norden und derRub al-Chali im Süden fast vollständig einWüstengebiet (eine sogenannteWendekreiswüste); sie gehört zu den fünf größten Wüstengebieten der Erde.
Paläoklimatische Studien ergaben, dass sich vom 9. bis zum 5. Jahrtausends v. Chr. stattWüste, auf der Arabischen Halbinsel,Grasland erstreckte und genügend Niederschläge fielen. Die Feuchtphase verlief aber nicht stabil. Im Norden Saudi-Arabiens bestanden die Bedingungen lediglich zwischen 6800 und 5900 v. Chr. danach fiel die Region allmählich trocken.[1]
Im Norden habenJordanien und derIrak einen Anteil an der Halbinsel.
Von den Staaten der Arabischen Halbinsel ist Saudi-Arabien flächenmäßig mit Abstand der größte.Bahrain liegt auf einer vorgelagerten Inselgruppe. An die Region grenzen im WestenÄgypten, im NordenIsrael,Libanon undSyrien sowie im Osten derIran. Die Bevölkerung der Arabischen Halbinsel betrug 2020 mehr als 80 Millionen Einwohner.[2]
Ein frühes Reich auf der in weiten Teilen unbewohnbaren Arabischen Halbinsel war im Süden das sagenumwobeneSaba, das zeitweise ganz Südwestarabien beherrschte und Kolonien inEritrea undTansania besaß. Im 3. Jahrhundert v. Chr. gewann das ReichHimyar, das an der südwestlichen Spitze lag, die Vorherrschaft überAlt-Südarabien; es eroberte um 300 auchHadramaut, das wegen desWeihrauch- undMyrrhe-Anbaus seit alters her bedeutend war. Im Norden bestand zunächst das Reich derNabatäer, dann das ReichPalmyra, später auch die Reiche derGhassaniden undLachmiden.
Wohl unter dem Schutz derSassaniden gelang es zu Beginn des 6. Jahrhunderts dem HimyarkönigYusuf Asʾar Yathʾar, genanntdhū-Nuwās, im Süden der Halbinsel ein Großreich zu errichten; Nuwas nahm den jüdischen Glauben an. Nach einerChristenverfolgung durch Yusuf Asar Yathar unterwarf 525 dasaksumitische Reich vonAbessinien das himjaritische Reich. Als Nachkommen der himjaritischen Elite um 570 die Sassaniden in Persien um Unterstützung baten, wurde der Jemen erneut zu einem sassanidischen Protektorat. Unter König Saif ibn Dhi Yazan (576–597) gelang mit persischer Hilfe die endgültige Vertreibung der Aksumiten, doch übernahmen die Sassaniden 597 die direkte Herrschaft im Jemen.
Auch die östlichen Teile der arabischen Halbinsel standen Ende des 6. Jahrhunderts unter sassanidischer Oberherrschaft. InBahrain herrschte als sassanidischer Vasall König al-Mundhir ibn Sāwā aus dem arabischen Stamm Tamīm, inOman König Dschulandā ibn al-Mustakbir aus dem Stamme Azd. Ihnen stand vor Ort jeweils ein sasanidischer Gouverneur zur Seite.[3] Zu Beginn derAusbreitung des Islams kam die gesamte arabische Halbinsel noch zu Lebzeiten des arabischen ReligionsstiftersMohammed bis zum Jahr 630 unter islamische Herrschaft.