| Apple Filing Protocol | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Hauptentwickler | Entwicklung eingestellt[1] |
| Entwickler | Apple, Inc. |
| Aktuelle Version | 3.4 (25. Juli 2012) |
| Betriebssystem | macOS und weitere |
DasApple Filing Protocol (AFP; deutsch etwaApple Ablageprotokoll) ist einNetzwerkprotokoll vonApple, das es Computern mitklassischem Mac OS und dem gegenwärtigenmacOS ermöglicht, über ein Netzwerk auf Dateien zuzugreifen.
AFP spezifiziert unterschiedliche AFP-Versionen,Server undClient einigen sich während des Verbindens auf die für beide Seiten maximal mögliche Version.
Ältere Versionen von AFP können nur über Apples proprietärenAppleTalk Protocol Stack mitDDP als Übertragungsprotokoll betrieben werden, jedoch läuft AFP ab Version 2.2 auch über reineTCP/IP-Netzwerke aufPort 548.[2] Neuere Versionen des Protokolls unterstützen zusätzlich Dateigrößen über 2 GB, lange Dateinamen (über 31 Bytes) undUTF-8-Zeichen in Dateinamen.
AFP ist ein Netzwerkprotokoll, das die Eigenschaften vonHFS Plus (Standard-Dateisystem zwischenMac OS 8.1 undmacOS 10.12 Sierra) wie z. B.Resource Forks,Type- undCreator Codes und dieDesktop Database unterstützt. Dies waren notwendige Eigenschaften unter dem klassischen Mac OS, allerdings sind sie nicht mehr Voraussetzung für den Betrieb von Mac OS X.
MitOS X 10.9 Mavericks hat Apple AFP durch SMB2 (Samba) ersetzt, weshalb AFP auch nicht mehr weiterentwickelt wird.[3]
Unter Mac OS bis einschließlich Version 9.2.2 ist AFP das einzige standardmäßig unterstützte Netzprotokoll für den Dateizugriff auf andere Rechner. Unter Mac OS X ist AFP eines von mehreren standardmäßig unterstützten Netzprotokollen für das Einbinden entfernter Dateisysteme (nebenSMB/CIFS oderNFS). BisOS X 10.8 Mountain Lion war AFP der Standard, mit10.9 Mavericks wurde SMB zum Standard. Der AFP-Client ist inmacOS 15 Sequoia nach wie vor enthalten, während die Serverfunktion mitmacOS 11 Big Sur entfernt wurde.
Der AFP-Client auf dem klassischen Mac OS (bis einschließlich9) zeigt in der linken oberen Bildschirmecke ein Symbol aus zwei gegenläufigen Pfeilen, das bei Aktivität auf verbundenen Volumes blinkt. So ist der Anwender über mögliche Wartezeiten informiert.
Farallon hat in den frühen 1990er Jahren eine Lösung vertrieben, die aus einerISA-Bus-Karte zum Anschluss an einLocalTalk-Netzwerk und entsprechender Software fürPC-kompatibles DOS undWindows 3.1 besteht. Mit deren Hilfe konnte man auf AFP-Server zugreifen.
Als dedizierte Server können folgende Serverlösungen von Apple eingesetzt werden:
AFP-Server-Implementierungen gibt es auch von anderen Herstellern. Beispielsweise bietetMicrosoft für die Windows-Serverfamilie dieServices for Macintosh als optionalen Dienst an, der jedoch seit Jahren nicht mehr aktiv gepflegt wird: Selbst Windows 2003 spricht nur den veralteten AFP-Level 2.2. Fremdhersteller wie Acronis/Grouplogic mit ExtremeZ-IP oder Cyan Soft mit MacServerIP, bieten jedoch auch für Windows-Systeme moderne AFP-Server an.Novell NetWare liefert einen AFP-3-Server.
MitNetatalk und CAP existieren auch Open-Source-AFP-Server fürUnix-artige Betriebssysteme.
Alle Mac-OS-Versionen abSystem 7 können als AFP-Server fungieren, wenngleich diese von Apple als „Personal File Sharing“ bezeichnete Funktionalität maximal zehn Verbindungen für die Nutzung alsPeer-to-Peer-Lösung unterstützt. Ein weiterer Nachteil ist die geringe Geschwindigkeit der Übertragungen und dass der Server-Rechner je nach Aktivität sehr stark belastet wird, was die Arbeit dort verlangsamt.
MitmacOS 11 Big Sur wurde der AFP-Server entfernt.
Die AppleTalk-Protokolle lassen sich in mehrere Schichten einteilen, die einen Protokollstapel (protocol stack) bilden.Die Protokolle lassen sich wie folgt in dasISO-OSI-Referenzmodell einordnen:
| OSI-Schicht | AppleTalk Protokollstapel | ||||||
| 7 | AFP | PAP | |||||
| 6 | |||||||
| 5 | ZIP | ASP | ADSP | ||||
| 4 | ATP | AEP | NBP | RTMP | |||
| 3 | DDP | ||||||
| 2 | LLAP | ELAP | TLAP | FDDI | ←AARP | ||
| 1 | LocalTalk | Ethernet- Treiber | Token-Ring- Treiber | FDDI- Treiber | |||
| Version | Erscheinungsdatum | Protokolle | Ergänzende Informationen[4] |
|---|---|---|---|
| 2.0 | DDP | ||
| 2.1 | Juni 1991 | DDP | Anpassung anSystem 7. |
| 2.2 | DDP, TCP | ||
| 3.0 | 24. März 2001 | DDP, TCP | Eingeführt mitMac OS X 10.0 (Cheetah). Unterstützung vonUTF-8,Unix-Dateirechte und für Dateien größer als 2 GB. |
| 3.1 | 23. August 2002 | DDP, TCP | Bugfix-Release gemeinsam mitMac OS X 10.2 (Jaguar); Implementierung vonKerberos Version 2 (Kerberos V).[5] |
| 3.1+ | 24. Oktober 2003 | DDP, TCP | Eingeführt mitMac OS X Panther (10.3), mit verbesserter Kerberos-Unterstützung. Letzte Version, die dasDatagram Delivery Protocol (DDP) vonAppleTalk verwenden kann und somit auch mit sehr alten Versionen vonklassischem Mac OS („Macintosh System Software“ vorSystem 7.5) kompatibel ist. |
| 3.2 | 29. April 2005 | TCP | MitMac OS X Tiger (10.4) eingeführt und mit Unterstützung fürACLs undExtended Attributes. |
| 3.2+ | 26. Oktober 2007 | TCP | Version vonMac OS X Leopard (10.5). Ergänzt um Funktionen fürTime Machine. |
| 3.3 | 28. August 2009 | TCP | MitMac OS X Snow Leopard (10.6) eingeführt. |
| 3.4 | 25. Juli 2012 | TCP | Keine neuen Funktionen, stattdessen Anpassung der AFP-Fehlercodes anPOSIX. Eingeführt mitOS X Mountain Lion (10.8). |