DieAntike (vonlateinischantiquus‚alt, altertümlich, altehrwürdig‘) war eineEpoche imMittelmeerraum, die etwa von 800 v. Chr. bis 600 n. Chr. reichte; allerdings wird ihr Beginn teilweise noch deutlich früher angesetzt. Die klassische Antike unterscheidet sich von vorhergehenden und nachfolgenden Epochen durch gemeinsame und durchgängigekulturelleTraditionen, deren Einfluss in vielen Bereichen bis in die Moderne prägend ist. Sie umfasst dieGeschichte desantiken Griechenlands und desRömischen Reichs. Das Römische Reich vereinte den Mittelmeerraum vom 1. Jahrhundert n. Chr. an politisch, doch der kulturelle Einfluss Roms wirkte vor allem im westlichen Teil des Reiches, während im Osten die griechisch-hellenistische Tradition (Byzanz) – neben orientalischen Traditionen – weitergeführt wurde, bis sie im Zuge derislamischen Expansion zurückgedrängt wurde (ab 632 n. Chr.).
Für die griechisch-römische Antike werden insgesamt sechs Epochen unterschieden, davon drei für die griechische Geschichte:
Als die Griechen im Verlauf des Hellenismus Teil desImperium Romanum geworden waren, ging ihre Geschichte in der römischen auf. Diese wird ihrerseits unterteilt in:
Die auf Antike bzw. Altertum folgende Epoche der europäischen Geschichte ist dasMittelalter, das nach einem breiten, regional unterschiedlichen Übergangszeitraum einsetzt (sieheSpätantike undFrühmittelalter).
Der Anfang der antiken griechisch-römischen Kultur im klassischen Sinne wird im Allgemeinen mit der Entstehungszeit derhomerischen Epen und dem Beginn dergriechischen Kolonisation des Mittelmeerraums im 8. Jahrhundert v. Chr. angesetzt. Die Griechen verbreiteten ihre Kultur in den folgenden Jahrhunderten im gesamten Mittelmeerraum und an den Küsten seiner Nebenmeere und seitAlexander dem Großen auch inVorder- undZentralasien. Die Römer brachten die antikeZivilisation bis nach Mittel- und Nordwesteuropa, wo sie sich seit demFrühmittelalter zur christlich-abendländischen Kultur wandelte.
Je nach Forschungsrichtung werden auch dieminoische undmykenische Kultur von etwa 1900 bis 1100 v. Chr. sowie die so genannten „Dunklen Jahrhunderte“ 1200 bis 750 v. Chr. zur Antike gerechnet.
Auch zwischen Antike,Völkerwanderung undMittelalter lässt sich – wie bei allen Periodisierungen in der Geschichtswissenschaft – keine für alle Regionen, staatlichen und kulturellen Traditionen gültige Trennlinie ziehen. Je nach Betrachtungsweise sind unter anderem folgende Jahre als Epochengrenzen zwischen derSpätantike und demFrühmittelalter vorgeschlagen worden:
In der neueren Forschung wird inzwischen ein später Zeitpunkt favorisiert (565 bzw. die Zeit um 600 n. Chr. oder allgemein das 7. Jahrhundert). Generell erscheint es ohnehin sinnvoll, von einem Übergangszeitraum ab ca. 500 bis in das 7. Jahrhundert n. Chr. auszugehen, anstatt feste Daten zu wählen.[1]
Der Begriff Antike wurde lange Zeit räumlich mit der griechischen, hellenistischen und später römischen Welt gleichgesetzt. In diesem Sinne wurde der griechisch-römische Kulturraum von den umgebenden Räumen so abgegrenzt, wie schon antike griechische und später römische Gelehrte sich von den Regionen der „Barbaren“ abgrenzten (siehe auchBarbaricum). Griechen wie Römer betrachteten etwa dieKelten,Germanen oderReitervölker nicht als Teil der zivilisierten Welt. Eine Sonderrolle spielte dasPerserreich (sieheAchämenidenreich,Partherreich undSassanidenreich), das kulturell hoch entwickelt war.
Über die recht enge Definition der römisch-griechischen Welt, die durch dieKlassische Altertumswissenschaft geprägt wurde, geht deruniversalhistorische Antike-Begriff hinaus, der unter anderem von dem HistorikerEduard Meyer im 19. Jahrhundert gefordert wurde. In jüngerer Zeit wurde er unter anderem von dem deutschenAlthistorikerJosef Wiesehöfer wieder aufgegriffen. Die Mehrheit der heutigen Forscher ordnet jedoch den Alten Orient und das alte Ägypten dem „Altertum“, nicht aber der „Antike“ zu.
Die Ursprünge der europäischen Antike liegen im Dunkeln. Ihre Vorgeschichte ist etwa in der Zeit von ca. 2000 bis ca. 1600 v. Chr. imMittelhelladikum anzusiedeln. Zu Beginn dieses Zeitabschnitts – teils auch schon im letzten Abschnitt desFrühhelladikums FH III ca. 2200–2000 v. Chr. – wandertenIndogermanen, wahrscheinlich von Norden kommend, in Griechenland ein. Offenbar unter dem Einfluss derminoischen Kultur aufKreta, der erstenHochkulturEuropas, die ihre Blüte von ca. 1900 bis 1450 v. Chr. hatte, entwickelte sich auf dem Festland aus der Kultur des Mittelhelladikums diemykenische Kultur (ca. 1600 bis 1050/00 v. Chr.). Sie hatte ihren Ausgangspunkt vermutlich in derArgolis und erscheint unvermittelt mit reichenSchachtgräbern ab ca. 1600 v. Chr. Unter anderem übernahm die mykenische Kultur von der minoischen die Schrift. Die auf Kreta (unter anderem) verwendeteLinear A-Schrift des 17. bis 15. Jahrhunderts v. Chr. wurde zurLinear B-Schrift (15. bis 12. Jahrhundert v. Chr.) weiterentwickelt. Dieser begegnet man auf zahlreichen Tontäfelchen unter anderem der Paläste inPylos,Theben,Mykene auf dem griechischen Festland und in den zu jener Zeit mittlerweile mykenisch beherrschten ZentrenKydonia undKnossos auf Kreta.
Das Löwentor von Mykene
Bekannt sind die prächtigen Zentren der mykenischen Kultur. Zu den bedeutenden Fundorten gehören Mykene, Pylos undTiryns auf der HalbinselPeloponnes,Orchomenos undGla (letzteres kein Palastzentrum) inBoiotien sowie das stark mykenisch geprägteMilet in Westkleinasien. Die Zentren hatten Oberstädte (Akropolen), Burgen genannt, die im 13. Jahrhundert v. Chr. in einigen Fällen stark befestigt bzw. deren Befestigungen stark ausgebaut wurden (Mykene, Tiryns, Athen). Reiche Kuppelgräber, feine, teils reich bemalte Keramik, kunstvolle Gold-, Silber- undFayence-Arbeiten zeugen vom Reichtum und von der Spezialisierung des Wirtschaftssystems, das in Teilen Griechenlands ab ca. 1400 v. Chr. von mächtigen Palastzentren, die größere Regionen beherrschten, zentral gesteuert wurde (so in Böotien, Attika, Messenien und in der Argolis; siehe auchMykenische Palastzeit). Intensive Handelskontakte wurden mit dem Nahen Osten, Assyrien und Ägypten gepflegt. Mykenische Keramik war in weiten Teilen des Mittelmeergebiets beliebt; möglicherweise ließen sich in manchen Siedlungen Süditaliens (Roca Vecchia,Punta Meliso,Scoglio del Tonno) sogar Handwerker nieder.
Etwa für den Zeitraum 1200 bis 750 v. Chr. setzt man traditionell dasDunkle Zeitalter an, aus dem vergleichsweise wenig überliefert ist. Zu Beginn dieser Phase wurden viele der Zentren des griechischen Festlands zerstört, womit die Grundlage der Palastkultur unterging. Die mykenische Kultur bestand jedoch noch etwa 150 Jahre weiter, erlebte in einigen Regionen ab Mitte des 12. Jahrhunderts sogar eine gewisse Nachblüte, bevor der Übergang in die sogenannteProtogeometrische Periode (ca. 1050/00–900 v. Chr.) erfolgte. Ungefähr zur gleichen Zeit, als sich um 1200 v. Chr. in Griechenland – und auch an anderen Regionen des östlichen Mittelmeerraums (s. auchEnde des Hethiterreichs,Seevölker) – Zerstörungen und Umwälzungen ereigneten, entstanden auf Zypern und einigen Orten Südkleinasiens (zum BeispielTarsus undMersin) mykenisch geprägte Siedlungen. Westhandel, speziell mit Italien und Sardinien, wurde auch im 12. Jahrhundert v. Chr. weiterhin betrieben, teilweise noch im 11. Jahrhundert v. Chr. Der Überlieferung nach setzte ca. 1050 v. Chr. die sehr umstritteneIonische Wanderung ein, in deren Verlauf die Einwohner des griechischen Festlandes die Inseln derÄgäis und die WestküsteKleinasiens kolonisierten. Auf dem griechischen Festland bietet sich ein diffuses Bild: Wenige Siedlungen wurden bisher entdeckt und die meisten machen einen – im Vergleich zur mykenischen Zeit – ärmlichen Eindruck. Ganz anders hingegenLefkandi aufEuböa: dort wurden neben einer Siedlung mit einem großen Gebäude des Fürsten von Lefkandi Gräber gefunden, die sehr reich ausgestattet waren.
Das Dunkle Zeitalter hellt sich in den letzten Jahrzehnten – dank vieler neuer Funde, vor allem, aber nicht nur, aus der mykenischen Spätphase des 12./11. Jahrhunderts v. Chr. – immer mehr auf. Nach Annahme derHomer-Forschung spiegeln unterschiedliche Passagen derIlias die Verhältnisse dieser Zeit wider. Sie war offenbar auch für die Entwicklung der griechischen Gesellschaft zurPolis hin wichtig. Ab dem 8. Jahrhundert waren die Kontakte zum Vorderen Orient wieder sehr intensiv, und es entstanden Handelsstationen aufZypern (Kition) und in Syrien (Al Mina). Vermutlich bereits im späten 9. Jahrhundert v. Chr. hat man von denPhöniziern dasAlphabet vermittelt bekommen.
Mit dem so genanntenarchaischen Zeitalter begann im frühen 8. Jahrhundert v. Chr. die eigentliche Antike. Seit dem Jahr 776 v. Chr. ist die Siegerliste derOlympischen Spiele überliefert. Von etwa 770 bis 540 v. Chr. breiteten sich die Griechen während derGroßen Kolonisation im westlichenMittelmeer (vor allemSizilien und Unteritalien, siehe auchMagna Graecia, und bisMarseille), an der nördlichen Ägäis und amSchwarzen Meer aus. In Kleinasien waren Griechen bereits vorher ansässig. In dieser Zeit (etwa zwischen 750 und 650 v. Chr.) wurden vermutlich auch dieHomerischen Epen (Ilias undOdyssee) schriftlich fixiert, die ältesten Literaturdenkmäler desAbendlands. Die ältesten tatsächlich erhaltenen Papyrusfragmente dieser Texte stammen aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., die ältesten Codices mit längeren Textpassagen tauchen im Mittelalter (etwa 10. Jahrhundert n. Chr.) auf, wie generell der Großteil der erhaltenen antiken Literatur vor allem in mittelalterlichen Handschriften überliefert ist.Hesiod wirkte ebenfalls etwa in der Zeit um 700 v. Chr.
Die klassische Periode war eine Zeit großer kultureller und wissenschaftlicher Entfaltung. Zugleich bildete sich das System der griechischen Stadtstaaten, derPoleis, heraus, wobei diese in der Mehrzahl nur eine sehr kleine Bevölkerung umfassten. Der werdende MilitärstaatSparta im Süden derPeloponnes unterwarf zwischen 720 und 600 v. Chr.Messenien und kontrollierte damit den gesamten südwestlichen Teil der Halbinsel. Die Stadt mit ihreroligarchischen Verfassung kann als das erste Beispiel für die fortan herrschendePolis-Struktur gelten.
Auch in vielen anderen griechischenStadtstaaten regelten Verfassungen das Zusammenleben der Bürger, aber auch dieTyrannis, wie sie um 650 v. Chr. beispielsweise inKorinth undMegara bestand, war keine Seltenheit. InAthen bildete sich unter wechselnden Voraussetzungen schließlich ein demokratisches System heraus. Nach den GesetzgebungenDrakons (621 v. Chr.) undSolons (594/593 v. Chr.) gelang esPeisistratos und seinen Söhnen etwa zwischen 561 und 510 v. Chr. zwar noch einmal, eine Tyrannis zu errichten. Bis 501 v. Chr. brachten die Reformen desKleisthenes von Athen aber den Durchbruch für dieAttische Demokratie.
Mit Athens Unterstützung der kleinasiatischen Griechenstädte imIonischen Aufstand um 500 v. Chr. begann ein annähernd zweihundertjähriger Konflikt mit demPerserreich, zunächst in Gestalt der dreiPerserkriege, die derHistorikerHerodot, der „Vater der Geschichtsschreibung“ (mit ihm lässt man traditionell die griechische Geschichtsschreibung beginnen, vgl.Liste der griechischsprachigen Geschichtsschreiber der Antike), in seinenHistorien geschildert hat, wenngleich nicht immer zuverlässig. Als die Perser zu einer Strafexpedition in Griechenland einfielen, wurden sie 490 v. Chr. von den Athenern in derSchlacht bei Marathon besiegt. Zehn Jahre später unterlag der persischeGroßkönigXerxes I. der athenischen Flotte unterThemistokles in derSchlacht von Salamis und 479 v. Chr. den vereinigten Heeren der griechischen Poleis in derSchlacht von Plataiai. Die Perser waren vorerst zurückgedrängt, die griechischen Stadtstaaten in Kleinasien aus der Abhängigkeit befreit.
Die Athener Akropolis
Nach der erfolgreichen Verteidigung und mit der Gründung des Attischen Seebunds 477 v. Chr. unter der auf die eigene Seemacht gestützte Vorherrschaft Athens setzte eine etwa 50-jährige Blütezeit der Stadt (diePentekontaetie) ein, die bis zum Ausbruch des Peloponnesischen Krieges 431 v. Chr. (bzw. bis zum Tod des leitenden StaatsmannesPerikles im Jahr 429 v. Chr.) reichte. DieAkropolis mit demParthenontempel wurde damals unter der Regie desPhidias zum glanzvoll-repräsentativen Zentrum der Seemacht Athen ausgebaut. Die klassischenTragödien vonAischylos,Sophokles undEuripides kamen – meist im Rahmen festlicher Dichterwettbewerbe – imTheater zur Aufführung. Kaufleute und Gewerbetreibende, Künstler und Gelehrte zog die Metropole an. Auf derAgora wirkte neben denSophisten der PhilosophSokrates auf seine Mitbürger ein, dessen LehrenPlaton später zu einem Werk von herausragenderphilosophiegeschichtlicher Bedeutung verarbeitete. Athen mit seinen zu gleichberechtigter politischer Mitwirkung gelangten (männlichen)Vollbürgern beanspruchte nunmehr, die „Schule von Hellas“, zu sein. Seine durchaus auch aggressive äußere Machtentfaltung in und mit dem Attischen Seebund führte allerdings schon während der Pentekontaetie zu Spannungen, vor allem gegenüber der konkurrierenden griechischen Großmacht Sparta.
Die zunehmende Rivalität zwischen der Seemacht Athen und der Landmacht Sparta mündete 431 v. Chr. in den fast 30 Jahre währendenPeloponnesischen Krieg, den die zeitgenössischen HistorikerThukydides und (im Anschluss an Thukydides)Xenophon eindringlich beschrieben haben. Der sehr wechselhaft verlaufende und mit einer als beispiellos empfundenen Brutalität geführte Konflikt endete, auch aufgrund der Unterstützung Spartas durch das Perserreich, 404 v. Chr. mit der vollständigen Niederlage Athens und mit der Errichtung einer zeitweiligen spartanischenHegemonie über Griechenland.
In der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. führten die griechischen Städte einen fast permanenten Krieg gegeneinander und in wechselnden Koalitionen, unter fortwährender Einmischung der Perserkönige. Die Sehnsucht nach einemAllgemeinen Frieden wurde auch zu propagandistischen Zwecken eingesetzt (Königsfrieden von 386 v. Chr.). 371 v. Chr. löst Theben unterEpaminondas nach derSchlacht bei Leuktra Sparta alsHegemon ab. Doch auch Thebens Vorherrschaft bestand nur bis rund 362 v. Chr. und endete mit dem Tod Epaminondas.
Insgesamt schwächte der Peloponnesische Krieg die griechischen Poleis so stark, dassPhilipp II. vonMakedonien dem andauernden Machtkampf ein Ende setzen konnte, indem er Griechenland gewaltsam mit seinem hervorragend geschulten Heer einigte. Der von Athenern wieDemosthenes als nicht-griechischer Barbar betrachtete König errang in derSchlacht von Chaironeia 338 v. Chr. die Hegemonie über Hellas, die im Jahr darauf imKorinthischen Bund bekräftigt wurde.
AufSizilien behauptete sich derweil das mächtigeSyrakus gegenüber der HandelsrepublikKarthago, welche mit den dortigen griechischen Poleis(Westgriechen) seit dem frühen 5. Jahrhundert v. Chr. im Konflikt lag. Auf Sizilien hielt sich zudem, im Gegensatz zum Mutterland, in vielen Städten die Tyrannis als Regierungsform (Dionysios I. von Syrakus,Agathokles von Syrakus und andere).
Nach der Ermordung Philipps 336 v. Chr. führte sein SohnAlexander der Große ein griechisch-makedonisches Heer nach Asien und eroberte in wenigen Jahren mit demPerserreich ein Weltreich. DerAlexanderzug bahnte der griechischen Kultur im ganzen damals bekanntenOrient den Weg, von Ägypten überMesopotamien und Persien bis zu den GrenzenIndiens undTurkestans. Nach Alexanders Tod 323 v. Chr. inBabylon teilten seine Nachfolger, dieDiadochen, nach lange währendenBürgerkriegen das Reich unter sich auf und herrschten fortan als Könige. In allen Teilreichen war die Kultur in den folgenden Jahrhunderten von einer gegenseitigen Durchdringung von griechisch-makedonischen und indigenen Elementen geprägt. Die Existenz der miteinander rivalisierenden Monarchien prägte das Zeitalter in politischer Hinsicht; den Hellenismus kennzeichnete fortan ein nahezu ständiger Kampf der drei GroßmächtePtolemäer,Seleukiden undAntigoniden um die Vorherrschaft. Dennoch wuchs die Bevölkerung im gesamten Mittelmeerraum stetig und ermöglichte so das Wachstum größerer Städte und Metropolen mit Einwohnern über 100.000 Menschen. Viele Poleis erlebten eine Blüte, zudem breiteten sich in dieser Zeit der Fernhandel (sieheIndienhandel) und die Güterproduktion für große städtische Märkte aus.[2] Verschiedene Wissenschaften blühten nicht zuletzt dank der Förderung durch Könige auf, insbesondere inAlexandria.
Seit 200 v. Chr. tratRom als bedeutende Macht in Griechenland auf, besiegte die Antigoniden und Seleukiden ohne große Mühe und dehnte nach und nach seinen Einfluss aus. 168 v. Chr. zerschlugen die Römer das Antigonidenreich, und 146 v. Chr. unterstellte das Römische Reich die Mitglieder des unterlegenenAchaiischen Bundes faktisch dem Statthalter der neuen ProvinzMacedonia; Korinth als führende Polis der Achaier wurde gebrandschatzt. Doch blieben zunächst viele Poleis wie Athen und Sparta zumindest äußerlich unabhängig und unterstanden nur indirekt den Römern. 133 v. Chr. erwarb Rom dasAttalidenreich vonPergamon, das zur ProvinzAsia wurde; und 64/63 v. Chr. beseitigte es die Überreste des Seleukidenreiches, die als ProvinzSyria direkter römischer Herrschaft unterstellt wurden. Der letzte hellenistische König, der den Römern ernsthaften Widerstand leistete, warMithridates VI., der aber scheiterte. Als letzter Nachfolgestaat des Alexanderreichs wurde im Jahre 30 v. Chr. auch das ptolemäische Ägypten, dessen letzte HerrscherinKleopatra VII. war, als ProvinzAegyptus ins Römische Reich eingegliedert. Damit war die hellenistische Staatenwelt als machtpolitischer Faktor ausgelöscht, und fast alle Hellenen waren fortan Untertanen der römischen Kaiser, denn 27 v. Chr. wurde auch das eigentliche Griechenland als ProvinzAchaea Teil desImperium Romanum. Die griechische Kultur lebte jedoch im Römischen Reich sowie später imByzantinischen Reich noch lange fort, und die griechische Sprache blieb dielingua franca im Osten des Mittelmeerraumes.
Nach den Griechen wurden die Römer zu den zweiten Trägern und Vermittlern der antiken Kultur und prägten diese für mehrere hundert Jahre. Je weiter sie als Eroberer in außeritalische Länder vordrangen, desto stärker ließen sie sich von deren Kultur inspirieren und beeinflussen. Sie adaptierten vielfach lokale Gebräuche. Literatur, Philosophie, Kunst, Architektur und Alltagskultur insbesondere der Griechen, aber auch der Länder derLevante, sowie Waffentechniken derGallier oderGermanen und religiöse Einflüsse aus Ägypten und Syrien wurden von den Römern aufgenommen. Nicht zuletzt durch die kulturelle Ausstrahlung und Heterogenität der Stadt Rom, die sich in der römischen Kaiserzeit zur Millionenstadt entwickelte, wurden solche Einflüsse im Imperium verbreitet. Über Jahrhunderte war die römische Oberschicht zudem zweisprachig und beherrschte neben Latein auch Griechisch.
Rom, der Legende nach 753 v. Chr. gegründet, entstand neueren archäologischen Forschungen zufolge erst gegen Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. aus dem Zusammenschluss mehrerer dörflicher Siedlungen an einer Furt am Unterlauf desTibers. Politisch und kulturell stand Rom lange unter etruskischem Einfluss; dieEtrusker wiederum unterhielten schon früh Kontakt mit griechischen Siedlern.
Wohl um 500 v. Chr. befreiten sich dieRömer vom etruskischen Stadtkönigtum (dessen Existenz allerdings nicht gesichert ist) und bildeten im Verlauf der folgenden Jahrzehnte schrittweise einerepublikanische Regierungsform aus. In denZwölftafelgesetzen, die wohl um 450 v. Chr. entstanden, wurden die ersten zivil-, straf- und prozessrechtlichen Normen desrömischen Rechts festgehalten. Die ungeschriebene Verfassung, die sich graduell entwickelte, sah von da an ein Zusammenwirken der drei InstitutionenSenat,Magistratur undVolksversammlung vor, die sich in ihrer Macht theoretisch gegenseitig beschränkten. Die offizielle Bezeichnung der Republik lauteteS.P.Q.R. fürSenatus Populusque Romanus (dt.: Senat und Volk von Rom). Machtpolitisch dominierte der Senat, der sich anfangs aus Angehörigen erbadliger Familien, denPatriziern, zusammensetzte, bevor sich im 4. Jahrhundert eine neue,meritokratisch legitimierte Führungsschicht entwickelte, dieNobilität. Aus ihr gingen auch die meistenKonsuln hervor, die beiden auf ein Jahr gewählten obersten Magistrate der Republik. Das wichtigste nur denPlebejern zugängliche Amt war das desVolkstribunen, der einVetorecht gegen Senatsbeschlüsse besaß. Seit 287 v. Chr. besaßen die Beschlüsse der von den Tribunen geleiteten plebejischen Volksversammlung Gesetzeskraft.
Mit derLegion entwickelten die Römer eine effektive Streitmacht. Bis zum Jahr 272 v. Chr. unterwarfen sie ganz Italien südlich der Poebene. Mit denPunischen Kriegen gegen die SeemachtKarthago im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr., wobei die Kämpfe wechselhaft verliefen, begann der Aufstieg Roms zur antikenWeltmacht, die für die folgenden Jahrhunderte die gesamteMittelmeerwelt beherrschen sollte. Nach 200 v. Chr. nahm Rom zunehmend Einfluss auf die Politik der hellenistischen Großmächte und wurde zur Protektoratsmacht im östlichen Mittelmeerraum. 148 v. Chr. wurde dasMakedonien derAntigoniden, 63 v. Chr. dasReich der Seleukiden, und schließlich 30 v. Chr. dasÄgypten derPtolemäer römischeProvinz.
Die Römische Republik ermöglichte durch die Herstellung von innerem Frieden und der Integration der eroberten Gebiete ein weiteres, kontinuierliches Bevölkerungswachstum, auch durch die ständige Neugründung von Kolonien in eroberten Ländern. Durch die Ansiedlung von Veteranen aus den Legionen vorheriger Kriege konnte die Republik zudem einen verlässlichen Einfluss in diesen Ländern gewinnen und gleichzeitig mit einem stetigen Bevölkerungszuwachs neue Gebiete kultivieren. Handel und Verkehr konnten dank derRömerstraßen zunehmen, welche zunächst häufig aus militärischen Gründen angelegt wurden und die wachsenden Reichsstädte und Kolonien miteinander verbanden. Entlang der Straßen entwickelten sich Streckenposten und Marktflecken zu Städten. Mit diesen infrastrukturellen Neuerungen ging im Reich ein Wachstum der wirtschaftlichen Produktion und somit auch der verfügbaren Steuermittel einher.
Lange Zeit war die Autorität der im Senat versammelten politischen Elite unangefochten; dem Volk kam vor allem die Rolle zu, durch die Verleihung von Ämtern und Würden die Hierarchie innerhalb der Nobilität zu bestimmen. Mit dem Wachstum der Republik an Größe, Macht und Wohlstand kam es jedoch im Inneren zu einer Reihe von Krisen, da die Ungleichheit innerhalb der Oberschicht wuchs. Die Nobilität begann an Integrationskraft zu verlieren, während die Rivalität innerhalb der Führungsschicht eskalierte und zunehmend vor dem Volk ausgetragen wurde. DenOptimaten, die an der Vorherrschaft des Senats festhielten, standen diePopularen gegenüber, die ebenfalls zur Oberschicht gehörten und versuchten, sich mit Hilfe der Volksversammlung gegen ihre Rivalen durchzusetzen. Seit derGracchenzeit zog Gewalt in die Innenpolitik ein, und 88 v. Chr. kam es erstmals zum Bürgerkrieg. In derEpoche der Bürgerkriege erreichte diese Krise der Römischen Republik ihren Höhepunkt, und es zeichnete sich ab, dass die Republik als Staatsform die Erfolge nicht mehr meistern konnte, die sie gezeitigt hatte: So wurde derPrinzipat möglich, also die Umwandlung der Republik in eine faktische Alleinherrschaft mit republikanischer Fassade. Bereits der populare PolitikerGaius Iulius Caesar hatte alsDiktator auf Lebenszeit(dictator perpetuus) eine quasi-monarchische Stellung erlangt. Als erster römischer Kaiser gilt jedoch sein Großneffe und ErbeAugustus, dem es nach dem Tod Caesars 44 v. Chr. und den darauffolgenden blutigen Machtkämpfe gelang, mit dem Prinzipat eine dauerhaftmonokratische Staatsordnung an die Stelle der zerstörten Republik zu setzen, wobei jedoch die faktisch entmachteten Staatsorgane der Republik, zum Beispiel der Senat, noch sehr lange fortbestanden.
Das vonAugustus errichteteKaisertum (Prinzipat) wurde von ihm und seinem NachfolgerTiberius für rund 60 Jahre recht sicher geführt. Augustus bewahrte noch bewusst eine republikanische Fassade, während mit der weitgehend reibungslosen Machtübernahme des Tiberius das Kaisertum zur Normalität wurde. UnterCaligula,Claudius undNero traten jedoch zeitweilig Zerfallserscheinungen auf. Nach dem Krisenjahr 68/69 (Vierkaiserjahr) traten dieFlavier (Vespasian,Titus,Domitian) die Regierung an, die sowohl außen- als auch innenpolitisch insgesamt recht erfolgreich herrschten. Nach der Ermordung Domitians, der 96 einer Verschwörung zum Opfer fiel, folgte eine weitere kurze Krise des Herrschaftssystems, die jedoch unter denAdoptivkaisern weitgehend behoben werden konnte.
Das Imperium – in dem die Städte weiterhin kulturell, wirtschaftlich und hinsichtlich der Verwaltung eine ganz zentrale Rolle spielten – erlebte seine größte Blüte und Ausdehnung dann auch unter diesen „Adoptivkaisern“ (das Kaisertum war auch weiterhin formal nicht erblich) in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts: Einer Expansion unterTrajan (vor allem im Balkanraum und im Osten gegen dasPartherreich im Rahmen derPartherkriege) folgte eine Rücknahme und Sicherung der Grenzen unterHadrian. Bald nach der Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. wuchs jedoch der Druck auf die ausgedehnten Reichsgrenzen. Im Norden und Nordosten bedrängten dieGermanen, im Osten die Parther (die sich trotz mancher Niederlage behaupten konnten) das Reich.Mark Aurel, der „Philosophenkaiser“ im Geiste derStoa, sah sich bald nach Übernahme der Herrschaft nahezu ständig zur kriegerischen Verteidigung der Reichsgrenzen genötigt. Mit seinem Tod endete 180 n. Chr. ein als Blütezeit betrachtetes Zeitalter des Imperiums.
Nach dem schwachenCommodus, der 192 ermordet wurde, stabilisierten die Kaiser aus dem Hause derSeverer, hervorzuheben ist besondersSeptimius Severus, die Grenzen wenigstens teilweise. KaiserCaracalla gewährte 212 mit derConstitutio Antoniniana allen freien Reichsbürgern das Bürgerrecht. Nach der Ermordung desSeverus Alexander 235 kam es jedoch unter denSoldatenkaisern zurReichskrise des 3. Jahrhunderts, die aber erst um 260 ihren Höhepunkt erreichte. Dieser Zeitraum war geprägt von raschen Regierungswechseln, zeitweiligen und regional unterschiedlichen ökonomischen Problemen, zentrifugalen Tendenzen im Inneren (zeitweilige Abspaltung desGallischen Sonderreichs; Verlust mehrerer Provinzen anPalmyra) und dem stetig wachsenden Druck auf die Grenzen. Neben den verschiedenen Germanenstämmen (wie denAlamannen undGoten) übte nun vor allem dasSassanidenreich im Osten einen enormen Druck aus: Nach dem Sturz des letztenPartherkönigs im Jahr 224 (bzw. 226), erneuerten die Sassaniden das Perserreich und erwiesen sich in der Regel als den Römern gleichwertige Gegner, wenngleich auch sie mit einer gefährdeten Grenze konfrontiert waren (imspätantiken Zentralasien, sieheIranische Hunnen). Die Zeit der Soldatenkaiser wird allerdings in der neueren Forschung keineswegs mehr als eine reine Krisenzeit begriffen, sondern vielmehr als eine (wenngleich teils von Krisensymptomen begleiteten) Transformationsphase.[3]
Mit der Einführung derTetrarchie (293) und zahlreichen inneren Reformen gelang es KaiserDiokletian (Kaiser seit 284) gegen Ende des 3. Jahrhunderts, das Reich wieder zu stabilisieren. Diese Zeit der beginnenden Spätantike ist gekennzeichnet von Umbrüchen, die zum Teil eine Abkehr von bis dahin wesentlichen Bestandteilen der antiken Kultur darstellten. Dazu gehört vor allem die von KaiserKonstantin dem Großen initiierte Privilegierung desChristentums, das unter Diokletian noch verfolgt worden war. Konstantin stabilisierte das Reich durch mehrere Reformen, die vielfach an Diokletians Maßnahmen anknüpften, und die Sicherung der Grenzen; obwohl die diokletianische Tetrarchie aufgegeben wurde, blieb fortan ein Mehrkaisertum die Regel. Ein letzter Versuch, diealten Kulte durch die Verbindung mitneuplatonischem Gedankengut wieder zu beleben, scheiterte mit dem Tod KaiserJulians im Jahr 363; alle nachfolgenden Kaiser waren Christen. Teilweise stießen auch bestimmte Formen derPhilosophie auf Ablehnung, wenngleich das Christentum nun selbst stark von der griechischen Philosophie geprägt wurde und zwischen 300 und 600 eine massive Transformation durchlief, bspw. mit demErsten Konzil von Nicäa. DiePlatonische Akademie in Athen, oft als „Hort des Heidentums“ bezeichnet, wurde 529 geschlossen, während die bereits christianisierte Schule von Alexandria noch bis zum Beginn des 7. Jahrhunderts bestehen blieb.
KaiserValentinian I. festigte den Westen des Reiches, doch kam es 378 unter seinem BruderValens zurNiederlage von Adrianopel und zu einer neuen Krise. In diesem Zusammenhang gehört das Auftauchen derHunnen (nur eines von zahlreichenReitervölkern aus der eurasischen Steppenzone, die teils eine wichtige Rolle spielten) und der Beginn der sogenanntenVölkerwanderung, deren Bewertung in der Forschung sehr umstritten ist. KaiserTheodosius I. wiederum konnte den Osten des Reiches stabilisieren und war zugleich der letzte Kaiser, derde facto über das gesamteImperium Romanum herrschte. Er erklärte das katholische Christentum schließlich 392 zur Staatsreligion und verbot alle heidnischen Kulte wie die Olympischen Spiele. Allerdings lassen sich noch bis mindestens in das 6. Jahrhundert hinein bedeutende heidnische Minderheiten auf dem Boden des Imperiums nachweisen, da die antipaganen Gesetze der Kaiser lange Zeit nicht konsequent durchgesetzt wurden.
Justinian, Mosaikbild aus San Vitale in Ravenna. Der Kaiser gilt als einer der bedeutendsten Herrscher der Spätantike.
Nach der faktisch endgültigenTeilung des Reiches unter den beiden Söhnen des Theodosius 395 erwies sich letztlich nur das vonKonstantinopel, dem früheren Byzantion, aus regierteOströmische Reich auf die Dauer eines weiteren Jahrtausends als lebensfähig. Es bewahrte viele antike Traditionen; unter anderem blieb dasLateinische in dem überwiegend griechischsprachigen Reich noch bis ins frühe 7. Jahrhundert Amtssprache. DasWeströmische Reich, in dem dieHeermeister zur eigentlichen Macht hinter dem Thron wurden, hingegen zerbrach aufgrund endloserBürgerkriege, gepaart mit äußerem Druck. Kriegerverbände traten an die Stelle der kollabierenden Reichsregierung und ergriffen, zunächst alsfoederati, seit dem 5. Jahrhundert direkt Besitz von weströmischen Provinzen. Ihre Anführer traten hier oft alsreges an die Stelle der römischen Autoritäten. Rom selbst wurde410 von denWestgoten und455 von denVandalen geplündert, von der Millionenstadt der hohen Kaiserzeit schrumpfte sie auf schätzungsweise 200.000 Einwohner am Ende des 5. Jahrhunderts.
Die Spätantike sah auch das langsame Verschwinden der klassisch-antiken Stadt (polis bzw.civitas). In der Forschung ist umstritten, ob es sich hierbei um einen Niedergang oder eher um einen Wandel handelt – diese Frage stellt sich für viele andere Aspekte der Epoche (zum Beispiel im wirtschaftlichen Bereich, wobei viele Provinzen weiterhin aufblühten). Im Westen (das Ostreich war davon nicht betroffen und durchlief erst im 7. Jahrhundert eine Krisenzeit, siehe unten) lösten sich im 5. Jahrhundert zunehmend die antiken politischen Strukturen auf, während das reguläre Heer (zumindest nach Ansicht der älteren Forschung) immer stärker „barbarisiert“ wurde und die Bedeutung der nichtrömischenfoederati besonders im Westen immer mehr zunahm. Die geringer werdenden Steuereinnahmen durch den Verlust von Provinzen und Steuermitteln führten dazu, dass die Regierung in Ravenna immer hilfloser wurde; die kaiserliche Autorität schwand dahin, während die eigentliche Macht nun meist bei hohen Militärs wieAetius oderRicimer lag, die gegeneinander oft blutige Bürgerkriege führten und das Westreich so weiter schwächten.
476 setzteOdoaker, der Kommandeur der föderierten Truppen in Italien, dann den letzten WestkaiserRomulus Augustulus ab, da dieser überflüssig geworden sei, und unterstellte sich der nominellen Oberherrschaft des oströmischen Kaisers. DieGeschichtswissenschaft sah in diesem von den Zeitgenossen nur wenig beachteten Akt früher oft das Ende der Antike. Heute wird dagegen auch das 6. Jahrhundert noch zur Antike gezählt, da vor allem im Osten römisch-antike Strukturen fortbestanden und dem oströmischen KaiserJustinian (527–565) für kurze Zeit noch einmal eine Rückeroberung großer Teile des Westreiches gelang. Dass diese letztlich dennoch scheiterte, hatte auch mit dem Druck zu tun, den dasSassanidenreich seit 540 erneut auf die Ostgrenze des Reiches ausübte (siehe auchRömisch-Persische Kriege undHerakleios). ImOströmischen Reich lebten antike Kultur und Geisteswelt zwar noch bis weit ins Mittelalter fort. Die 632 einsetzendeislamische Expansion führte allerdings auch hier zu erheblichen Veränderungen in Verwaltung und Gesellschaft und gilt als der entscheidende Einschnitt, der das Ostrom der Spätantike vom Byzantinischen Reich des Mittelalters trennt.
Antike Traditionen hatten starke und prägende Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Weltgeschichte, insbesondere auf die Entwicklung derwestlichen Welt, die in der Antike ihre Wurzeln hat. Neuzeitliche Aufklärer, Philosophen, Staatstheoretiker, Wissenschaftler, Künstler und andere knüpften immer wieder an die Ionische Naturphilosophie, die attische Demokratie, dasrömische Recht, den religiösen Pluralismus, das antike Schönheitsideal und andere Hinterlassenschaften der Antike an.
Antike Traditionen gerieten auch im Mittelalter nie völlig in Vergessenheit. In den Klöstern des Abendlandes wurden antike Schriften in größerer Zahl bewahrt. Auch dieRomidee blieb imHeiligen Römischen Reich lebendig. Im 8. Jahrhundert kam es zur ersten sogenanntenKarolingischen Renaissance. Auch byzantinische und arabische Gelehrte stützten sich auf antikes Wissen und gaben es indirekt an das mittelalterliche Europa weiter.
Als man im Italien des 15. Jahrhunderts die – meist römischen – Überreste der Antike neu zu schätzen lernte und in der Kunst nachahmte, bezeichnete man dies alsRenaissance. DieWiedergeburt der Antike und des antiken Geistes setzte der jahrhundertelangen Dominanz religiösen Denkens in Europa ein Ende und mündete schließlich in dasZeitalter der europäischen Aufklärung und in dieModerne. Die meisten Schriftsteller und Philosophen der Aufklärungszeit beriefen sich auf die Antike und vereinnahmten diese für ihre Ideen.[4] Ohne griechischeWissenschaft undPhilosophie, ohne die damals entstandenen politischen Ideen, ohne das römische Recht, ohneArchitektur undKunst der Griechen und Römer wäre die westliche Kultur der Neuzeit undenkbar.
So trat infolge der Arbeiten vonJohann Joachim Winckelmann seit dem 18. Jahrhundert die „klassische“ griechische Kunst – oder vielmehr das, was man idealisierend für diese hielt – zunehmend ins Zentrum des Interesses. Im 19. Jahrhundert sprach man im Zusammenhang mit den Arbeiten von Architekten und Künstlern wieKarl Friedrich Schinkel,Leo von Klenze undBertel Thorvaldsen von einer Renaissance der griechischen Antike und vomNeuhumanismus.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die griechisch-römische Zivilisation zunehmend die Vorbildfunktion, die man ihr in Europa und Nordamerika jahrhundertelang zugesprochen hatte. Ein entscheidender Einschnitt war hier das Verschwinden des griechischen und stark auch des lateinischen Unterrichtsfaches von den Sekundarschulen. Ein weiterer Aspekt war, dass in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Elemente der antiken Tradition von Anhängern totalitärerIdeologien willkürlich aufgegriffen und so zweckentfremdet wurden. Der Führerkult des faschistischen Regimes in Italien griff direkt auf das antike Rom zurück und knüpfte (nach dem Verständnis des Regimes) an den Caesarenkult an, wobei bereits der Terminusfascismo vom lateinischen Begrifffasces abgeleitet ist.Benito Mussolini wurde als Nachfolger des Augustus in eine Reihe mit den römischen Caesaren gestellt, und es wurde eine „Wiedererrichtung“ des antiken Römischen Reiches angestrebt. Auch dasNS-Regime in Deutschland orientierte sich teils an antiken Vorbildern, so etwa im Zusammenhang mit der ideologisch begründeten LobpreisungSpartas.
Der Bedeutungsverlust nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat für die Altertumswissenschaften allerdings immerhin den Vorteil, dass nun ein unverstellterer, neutraler Blick auf die Antike leichter möglich ist.
Der Großteil der antiken Literatur (und damit auch der Geschichtsschreibung) ist nicht erhalten, sodass unser Wissen über die Antike durch die Überlieferungslage beeinflusst wird (siehe auchantike Geschichtsschreibung und hinsichtlich der griechischen Geschichtsschreibung dieListe der griechischsprachigen Geschichtsschreiber der Antike). Es wurde geschätzt, dass uns kaum 10 % der griechischen Literatur überliefert sind.[5] Andere Forscher sind noch weit pessimistischer und gehen eher von einer Verlustrate um 99 % aus. In Teilen sieht es besonders trostlos aus (Archaik, Hellenismus), in anderen Bereichen etwas besser (klassische Zeit Griechenlands sowieSpätantike). Insgesamt ist dieQuellenlage jedoch problematisch; man muss in allen Bereichen davon ausgehen, dass vieles spurlos verloren ist und sich auch viele Ereignisse und Zusammenhänge unserer Kenntnis entziehen.
Neben den erzählenden Quellen sowie beispielsweise erhaltenen Gesetzestexte, Reden, Briefen, philosophischen Texten, anderen Prosawerken und Gedichten müssen daher natürlich auch Inschriften, Papyri sowie (oft von besonderer Bedeutung) archäologische und numismatische Quellen herangezogen werden. Eine Zusammenfassung mit ausführlichen Angaben bieten die jeweiligen Artikel (Geschichtsschreibung und Ähnliches) in den entsprechenden Lexika (siehe unten).
Im Folgenden seien einige der wichtigsten antiken Geschichtsschreiber und ihre (oft nur teilweise) erhaltenen Texte genannt:
Quellenausgaben mit Übersetzungen bieten neben anderen Reihen dieSammlung Tusculum und dieLoeb Classical Library.[6] Eine äußerst wichtige Sammlung der erhaltenen Reste ansonsten verlorener griechischer Geschichtsschreiber stellt derJacoby dar:
Allgemein: Aufgrund der Masse an Fachpublikationen kann an dieser Stelle nur eine sehr beschränkte Auswahl genannt werden. Das zentrale bibliographische Nachschlagewerk der Altertumswissenschaft stellt immer noch dieL’Année philologique dar (L’Année Philologique. Bibliographie critique et analytique de l’Antiquité greco-latine, hrsg. von J. Marouzeau und J. Ernst, Paris 1923ff.). Kostenlos nutzbar ist zudem die umfangreicheGnomon-Datenbank. Ausführliche Angaben sind außerdem entweder den Bibliographien der unten genannten Werke (besonders sei dabei aufThe Cambridge Ancient History undOldenbourg Grundriss der Geschichte hingewiesen) zu entnehmen oder den Bibliographien, die in der ausführlichenHU-Linkliste aufgeführt sind.
Es sei außerdem auf die hier verlinkten Artikel verwiesen, wo sich zahlreiche weiterführende Literaturangaben finden.
Graham Shipley u. a. (Hrsg.):The Cambridge Dictionary of Classical Civilization. Cambridge 2006 (gut bebildertes Nachschlagewerk zur klassischen Antike;Rezension inBryn Mawr Classical Review).
Simon Hornblower, Antony Spawforth (Hrsg.):The Oxford Classical Dictionary (OCD). 4. Auflage. Oxford University Press, Oxford 2012 (wohl das beste einbändige Lexikon über die Antike mit teils herausragenden Artikeln).
Lukas de Blois, Robartus J. van der Spek:Einführung in die Alte Welt. Neuausgabe, Franz Steiner, Stuttgart 2019,ISBN 978-3-515-10190-5.
Stanley M. Burstein:Antike global. Die Welt von 1000 v. Chr. bis 300 n. Chr. wbg Theiss, Darmstadt 2022,ISBN 978-3-8062-4448-9 (knappe „globalgeschichtliche“ Einführung bis zum Beginn der Spätantike).
Beck Geschichte der Antike. 7 Bände. C.H. Beck, München 2014–2023 (sortiert nach Epochendarstellung; die jeweiligen Bände sind gut lesbare, aktuelle Einführungen in die jeweilige Epoche).
Elke Stein-Hölkeskamp:Das archaische Griechenland. Die Stadt und das Meer. München 2015.
Stephen Mitchell:A History of the Later Roman Empire, AD 284–641. 2. Auflage. 2015.
Timothy E. Gregory:A History of Byzantium. 2005 (alle Bände bieten einen gut lesbaren und fundierten, knappen Überblick mit aktueller Literatur).
Blackwell Companion to the Ancient World. Verschiedene Herausgeber. Blackwell, Oxford 2003 ff. (Inzwischen sind zahlreiche Bände erschienen bzw. in Vorbereitung; sie bieten in Form von mehreren, relativ knappe Fachaufsätzen einen Einstieg auf Grundlage der aktuellen Forschungslage).
The Cambridge Ancient History. Div. Hrsg., 14. Bände (teils in Teilbänden). 2. Auflage. Cambridge 1970ff. (Umfassende und sehr wichtige Gesamtdarstellung der Antike; die zweite Auflage ist vollständig neubearbeitet worden).
Aloys Winterling, Kai Brodersen, Martin Jehne, Winfried Schmitz (Hrsg.):Enzyklopädie der griechisch-römischen Antike. 13 Bände. Oldenbourg, München 2007ff. (Noch nicht abgeschlossene Handbuchreihe, der Aufbau ist an derEnzyklopädie deutscher Geschichte orientiert).
Geschichte kompakt Antike. Wissenschaftlichen Buchgesellschaft, Darmstadt (mehrere Bände; gute, knappe Einführungen mit einem in die Darstellung integrierten Forschungsüberblick).
Werner Dahlheim:Die Antike. Griechenland und Rom von den Anfängen bis zur Expansion des Islam. Schöningh Verlag, Paderborn 1994,ISBN 3-506-71980-7.
Robin Lane Fox:Die klassische Welt. Eine Weltgeschichte von Homer bis Hadrian. Klett-Cotta, Stuttgart 2010 (gut lesbare und verlässliche Überblicksdarstellung bis ins 2. Jahrhundert n. Chr.).
Wolfgang Schuller:Das Erste Europa, 1000 v. Chr.–500 n. Chr. (=Handbuch der Geschichte Europas. Band 1). Ullmer, Stuttgart 2004,ISBN 3-8001-2791-1.
Jochen Bleicken u. a. (Hrsg.):Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Band 1–4, München 1980 ff. (verschiedene Auflagen). (Dreiteilung jedes Bandes: 1) sehr knappe Darstellung, 2) Forschungsüberblick und 3) umfassende Bibliographie.)
Eckhard Wirbelauer (Hrsg.):Oldenbourg Geschichte Lehrbuch: Antike. Oldenbourg, München 2004,ISBN 3-486-56663-6 (umfassender und zugleich origineller Einstieg in die antike Geschichte, der alle wichtigen Themen abdeckt; die Ereignisgeschichte wird aber nur sehr knapp behandelt).
Profile History of the Ancient World. Profile, London (sortiert nach Epochendarstellung; aktuelle und gut lesbare Überblickswerke).
Angelos Chaniotis:Age of Conquests: The Greek World from Alexander to Hadrian. 2018.
Kathryn Lomas:The Rise of Rome. From the Iron Age to the Punic Wars. 2018.
David S. Potter:The Origin of Empire. Rome from the Republic to Hadrian. 2019.
Michael Kulikowski:The Triumph of Empire. The Roman World from Hadrian to Constantine. 2016.
Michael Kulikowski:The Tragedy of Empire. From Constantine to the Destruction of Roman Italy. 2019.
Paul Stephenson:New Rome. The Roman Empire in the East, AD 395-700. 2021.
Routledge History of the Ancient World. Routledge Verlag, London / New York:
Amélie Kuhrt:The Ancient Near East. 2 Bände, 1995,ISBN 0-415-01353-4 (Band 1),ISBN 0-415-12872-2 (Band 2) (recht umfassende Darstellung der altorientalischen Geschichte bis zu den Achaimeniden)
David S. Potter:The Roman empire at Bay, AD 180–395. 2004,ISBN 0-415-10058-5; 2. Auflage 2014 (hervorragende Darstellung, die auch soziokulturelle Aspekte mit einbezieht).
Averil Cameron:The Mediterranean world in Late Antiquity A. D. 395–600. 1993,ISBN 0-415-01420-4; 2. Auflage 2012 (eine ausgezeichnete englische Einführung in dieSpätantike)
(Zum Teil veraltet. Älteren Datums, aber bis heute noch grundlegend, sind die Darstellungen zur griechischen Geschichte von Karl Julius Beloch, Georg Busolt und Eduard Meyer.)[8]
Karl Julius Beloch:Griechische Geschichte. 4 Bände (in 8 Teilbänden). Straßburg 1893ff. (2. überarbeitete Auflage 1912ff.) (bedeutende, aber teilweise umstrittene Darstellung).
Georg Busolt:Griechische Geschichte bis zur Schlacht bei Chaeroneia. 3 Bände in 4 Teilbänden. Perthes, Gotha 1885–1904.
Matthias Gelzer:Julius Caesar. Der Politiker und Staatsmann. Callwey, München 1941 (3. Auflage, Nachdruck Steiner, Wiesbaden 1983,ISBN 3-515-03907-4).
Edward Gibbon:Verfall und Untergang des römischen Imperiums. 6 Bände dtv, München 2003,ISBN 3-423-96406-5 (Original:The History of the Decline and Fall of the Roman Empire. 6 Bände, London 1776–1788) (zum ersten Mal komplette und ungekürzte dt. Übersetzung bis zum Ende Westroms, die Geschichte von Byzanz ist immer noch ausgespart. Lesenswert, aber inhaltlich bzw. hinsichtlich der Wertung veraltet[9]).
Eduard Meyer:Geschichte des Altertums. 5 Bände, 7. Auflage, Darmstadt 1965 (Original: 1884–1902,online).
Raimund Schulz,Uwe Walter:Griechische Geschichte ca. 800–322 v. Chr. 2 Bände. De Gruyter, Berlin/Boston 2022 (aktuelle Darstellung der klassischen Zeit mit einem recht umfassenden Forschungsteil).
Karl-Wilhelm Welwei:Griechische Geschichte. Von den Anfängen bis zum Beginn des Hellenismus. Schöningh, Paderborn u. a. 2011,ISBN 978-3-506-77306-7 (aktuelle und recht umfassende Darstellung bis ins späte 4. Jahrhundert v. Chr.).
Karl-Joachim Hölkeskamp, Elke Stein-Hölkeskamp (Hrsg.):Die griechische Welt. Erinnerungsorte der Antike. Beck, München 2010,ISBN 978-3-406-60496-6.
Oswyn Murray,John K. Davies,Frank W. Walbank:Die Geschichte des antiken Griechenland. Düsseldorf 2006,ISBN 3-491-96167-X. (Beinhaltet die BändeDas frühe Griechenland [Murray],Das klassische Griechenland [Davies] undDie hellenistische Welt [Walbank]; sehr empfehlenswert als Einstiegslektüre.)
Christian Meier:Athen. Ein Neubeginn der Weltgeschichte. Berlin 1993,ISBN 3-88680-128-4 (Gesamtdarstellung Athens im 5. Jahrhundert, aber ohne Anmerkungen).
Rom
The Edinburgh History of Ancient Rome. Herausgegeben von J. S. Richardson. 8 Bände. Edinburgh University Press, Edinburgh 2012–2020.
Hartwin Brandt:Die Kaiserzeit. Römische Geschichte von Octavian bis Diocletian. 31 v. Chr.–284 n. Chr. Beck, München 2021 (aktuelle Darstellung der frühen und hohen Kaiserzeit).
Karl Christ:Geschichte der römischen Kaiserzeit. 5. aktual. Auflage. München 2005,ISBN 3-406-36316-4 (sehr gute deutsche Darstellung der Kaiserzeit bis Konstantin dem Großen).
Kay Ehling, Saskia Kerschbaum (Hrsg.):Die Kaiser Roms. Von Augustus bis Justinian. wbg Theiss, Freiburg im Breisgau 2025.
Michael Sommer:Römische Geschichte I. Rom und die antike Welt bis zum Ende der Republik (=Kröners Taschenausgabe. Band 449). Kröner, Stuttgart 2013,ISBN 978-3-520-44901-6 (aktuelle und gut lesbare Darstellung der republikanischen Zeit).
Michael Sommer:Römische Geschichte II. Rom und sein Imperium in der Kaiserzeit (=Kröners Taschenausgabe. Band 458). Kröner, Stuttgart 2009,ISBN 978-3-520-45801-8 (aktuelle und gut lesbare Darstellung der Kaiserzeit).
Karl-Joachim Hölkeskamp, Elke Stein-Hölkeskamp (Hrsg.):Erinnerungsorte der Antike. Die römische Welt. Beck, München 2006,ISBN 3-406-54682-X.
Klaus-Peter Johne (Hrsg.):Die Zeit der Soldatenkaiser. 2 Bände. Berlin 2008.
Alexander Demandt:Die Spätantike. Handbuch der Altertumswissenschaft III. 6, München 1989; 2. überarbeitete Auflage. München 2007 (als inhaltlich gekürzte Ausgabe ohne wissenschaftlichen Apparat:Geschichte der Spätantike. München 1998,ISBN 3-406-44107-6).
Arnold Hugh Martin Jones:The Later Roman Empire 284–602. A Social, Economic and Administrative Survey. 3 Bände Oxford 1964 (Neudruck in 2 Bände Baltimore 1986) (umfassendste moderne, von einem Autor verfasste Darstellung der Spätantike, jedoch durch die Faktendichte teils schwer lesbar und inzwischen vor allem in den Wertungen teilweise überholt).
Scott Fitzgerald Johnson (Hrsg.):The Oxford Handbook of Late Antiquity. Oxford u. a. 2012.
Donald Kagan:The Peloponnesian War. London 2003,ISBN 0-00-711505-9 (siehe auch Kagans vierbändige Darstellung des Peloponnesischen Krieges; hier eine intelligente und zusammenfassende Darstellung für ein breiteres Publikum).
Michael Rostovtzeff:A Social and Economic History of the Hellenistic World. 2 Bände. 1941.
Karl-Wilhelm Welwei:Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert. Darmstadt 1999,ISBN 3-534-12976-8 (detaillierte Darstellung der Politik Athens und dessen Aufstieg zur Hegemonialmacht).
Karl-Wilhelm Welwei:Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht. Stuttgart 2004,ISBN 3-608-94016-2 (wohl die beste deutschsprachige Darstellung der Geschichte Spartas).
Karl-Wilhelm Welwei:Die griechische Polis. Verfassung und Gesellschaft in archaischer und klassischer Zeit. 2. Auflage. Stuttgart 1998,ISBN 3-515-07174-1.
Touraj Daryaee (Hrsg.):King of the Seven Climes. A History of the Ancient Iranian World (3000 BCE–651 CE). UCI Jordan Center for Persian Studies, Irvine (CA) 2017.
Josef Wiesehöfer:Das antike Persien. Von 550 v. Chr. bis 650 n. Chr. Aktual. Neuauflage, Patmos, Düsseldorf 2005,ISBN 3-491-96151-3 (gutes Überblickswerk; dort auch weitere Hinweise).
Bruno Bleckmann:Die Germanen. Von Ariovist zu den Wikingern. C.H. Beck, München 2009.
Mischa Meier:Geschichte der Völkerwanderung. Europa, Asien und Afrika vom 3. bis zum 8. Jahrhundert. C. H. Beck, München 2019,ISBN 978-3-406-73959-0.
Walter Pohl:Die Germanen. 2. Auflage. Oldenbourg, München 2004.
Walter Pohl:Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration. 2. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2005.
Kelten
Bernhard Maier:Die Kelten. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. C.H. Beck, München 2016.
Wolfgang Meid:Die Kelten. 2., verbesserte Auflage. Reclam, Stuttgart 2011.
Massimo Pallottino:Etruskologie. Geschichte und Kultur der Etrusker. Birkhäuser, Basel u. a. 1988.
Phönizier/Punier
Dexter Hoyos:The Carthaginians. Routledge, New York u. a. 2010.
Sabine Peters (Red.):Hannibal ad portas. Macht und Reichtum Karthagos. Begleitband zur großen Sonderausstellung in Karlsruhe. Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Karlsruhe 2004.
Michael Sommer:Die Phönizier. Handelsherren zwischen Orient und Okzident. Kröner, Stuttgart 2005.
Skythen, Hunnen und andere Steppenvölker
Christoph Baumer:The History of Central Asia. Band 1 und 2. I.B. Tauris, London 2012ff.
Valerie Hansen:The Silk Road. A History with Documents. Oxford University Press, Oxford 2016.
Mischa Meier:Die Hunnen. Geschichte der geheimnisvollen Reiterkrieger. Beck, München 2025.
St. John Simpson, Svetlana Pankova (Hrsg.):Scythians. Warriors of ancient Siberia. Thames & Hudson, London 2017.
Brian Campbell, Lawrence A. Tritle (Hrsg.):The Oxford Handbook of Warfare in the Classical World. Oxford University Press, Oxford 2013,ISBN 978-0-19-530465-7.
Christian Mann:Militär und Kriegführung in der Antike (=Enzyklopädie der griechisch-römischen Antike. Band 9). Oldenbourg, München 2013,ISBN 978-3-486-59682-3.
Klaus Bringmann:Geschichte der Juden im Altertum. Vom babylonischen Exil bis zur arabischen Eroberung. Klett-Cotta, Stuttgart 2005.
Werner Dahlheim:Die Welt zur Zeit Jesu. C.H. Beck, München 2013.
Hartmut Leppin:Die frühen Christen. Von den Anfängen bis Konstantin. C.H. Beck, München 2019.
Jörg Rüpke:Pantheon. Geschichte der antiken Religionen. C.H. Beck, München 2016.
Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Géza Alföldy:Römische Sozialgeschichte. 4., völlig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Steiner, Stuttgart 2011.
Sitta von Reden:Antike Wirtschaft (=Enzyklopädie der griechisch-römischen Antike. Band 10). de Gruyter Oldenbourg, Berlin u. a. 2015,ISBN 978-3-486-85262-2.
Sitta von Reden, Kai Ruffing (Hrsg.):Handbuch Antike Wirtschaft. De Gruyter, Berlin/Boston 2023.
Rüdiger Schnell:Die Rezeption der Antike. In:Klaus von See (Hrsg.):Neues Handbuch der Literaturwissenschaft. Band 8 (=Europäisches Hochmittelalter. Hrsg. von Henning Krauß), S. 217–242.
Marlene Meuer:Polarisierungen der Antike. Antike und Abendland im Widerstreit – Modellierungen eines Kulturkonflikts im Zeitalter der Aufklärung. Winter, Heidelberg 2017,ISBN 978-3-8253-6240-9 (Print),ISBN 978-3-8253-7757-1 (elektronisch).
↑Siehe dazu unter anderemThe Oxford Dictionary of Late Antiquity; Hugh Elton:The Roman Empire in Late Antiquity. A Political and Military History. Cambridge 2018; Scott Fitzgerald Johnson (Hrsg.):The Oxford Handbook of Late Antiquity. Oxford u. a. 2012;Reinhold Kaiser:Die Mittelmeerwelt und Europa in Spätantike und Frühmittelalter. Frankfurt am Main 2014; Rene Pfeilschifter:Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher. München 2014; Johannes Preiser-Kapeller:Jenseits von Rom und Karl dem Großen. Aspekte der globalen Verflechtung in der langen Spätantike, 300-800 n. Chr. Wien 2018.
↑Michael Rostovtzeff äußerte seinerzeit die Vermutung, die hellenistische Welt habe vor der Dominanz Roms geradezu an der Schwelle einerIndustrialisierung gestanden – vgl.A Social and Economic History of the Hellenistic World (1941).
↑Vgl. dazu ausführlichKlaus-Peter Johne (Hrsg.):Die Zeit der Soldatenkaiser. 2 Bände. Berlin 2008.
↑Marlene Meuer:Polarisierungen der Antike. Antike und Abendland im Widerstreit – Modellierungen eines Kulturkonflikts im Zeitalter der Aufklärung. [1. Auflage]. Winter, Heidelberg 2017,ISBN 978-3-8253-6240-9.
↑SieheHermann Strasburger:Umblick im Trümmerfeld der griechischen Geschichtsschreibung. In:Historiographia antiqua. Festschrift für Willy Peremans, Leuven 1977, S. 3–52.
↑Einen groben Überblick zur ersten Orientierung bietet etwa Hans-Joachim Gehrke, Helmut Schneider (Hrsg.):Geschichte der Antike. Quellenband. 2., erweiterte Auflage. Stuttgart/Weimar 2013.
↑Ebenfalls veraltet und inhaltlich nicht mehr empfehlenswert istJohannes Irmscher (Hrsg.) in Zusammenarbeit mitRenate Johne:Lexikon der Antike. Bibliographischen Institut, Leipzig 1971 (in der DDR bis 1990 zehn Auflagen, zudem Lizenzausgaben in der BRD und Gesamtdeutschland, darüber hinaus Übersetzungen in andere Sprachen).
↑„Trotz all dieser Werke neueren Datums aber haben die klassischen Werke zur griechischen Geschichte von BELOCH, BUSOLT und MEYER […] nichts von ihrer Bedeutung verloren und sind für ernsthafte Arbeit immer heranzuziehen…“ (Wolfgang Schuller:Griechische Geschichte. München 2002, S. 62). Vgl. auch Mortimer Chambers:Georg Busolt: his career in his letters. Leiden 1990, S. VII;Donald Kagan:The outbreak of the Peloponnesian War. Ithaca/NY 1969, S. VII.
↑Überblick zur neueren Forschung zur Spätantike etwa bei Philip Rousseau (Hrsg.):A Companion to Late Antiquity. Malden (Massachusetts) u. a. 2009; Scott Fitzgerald Johnson (Hrsg.):The Oxford Handbook of Late Antiquity. Oxford u. a. 2012.
↑Siehe auch die Sammlung übersetzter Quellentexte bei D. Graham J. Shipley:Geographers of the Ancient Greek World. Selected Texts in Translation. 2 Bände. Cambridge University Press, Cambridge 2024.