Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Angriff auf Pearl Harbor

Dies ist ein als exzellent ausgezeichneter Artikel.
Verlinkung mit einem vorgelesenen Text des Seiteninhalts als Audio-Datei.
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dieser Artikel behandelt den Angriff im Jahre 1941. Zur Bombardierung von Pearl Harbor 1942 sieheOperation K.
Angriff auf Pearl Harbor
Teil von:Zweiter Weltkrieg,Pazifikkrieg

Karte von Oʻahu mit den japanischen Anflugrouten
Datum7. Dezember1941
OrtPearl Harbor,Oʻahu/Hawaiʻi
AusgangJapanischer Sieg
FolgenEintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg
Konfliktparteien

Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten

Japanisches Kaiserreich Japan

Befehlshaber

Husband E. Kimmel
(Marine)
Walter C. Short
(Armee)
Robert A. Theobald
(Marine)

Yamamoto Isoroku (Admiral)
Nagumo Chūichi (Vizeadmiral)
Fuchida Mitsuo
(Captain)

Truppenstärke

8 Schlachtschiffe
8 Kreuzer
30 Zerstörer
9 U-Boote
391 Kampfflugzeuge

6 Flugzeugträger
2 Schlachtschiffe
3 Kreuzer
9 Zerstörer
6 U-Boote
441 Kampfflugzeuge

Verluste

5 gesunkene
Schlachtschiffe
3 beschädigte Schlachtschiffe, 3
Kreuzer und 3 Zerstörer
beschädigt
188 zerstörte
Kampfflugzeuge
159 beschädigte
Kampfflugzeuge
2.403 Tote
1.178 Verwundete

29 zerstörte
Kampfflugzeuge
5 gesunkene U-Boote
1 Gefangener
65 Tote

Japanische Offensiven 1941–1942
Angriff auf die im Hafen liegenden Schiffe. In der Mitte eine Explosion nach einem Torpedotreffer auf dieOklahoma. Zwei attackierende japanische Flugzeuge sind zu erkennen: eins über derNeosho und eins über der Marinewerft (Aufnahme aus einem angreifenden japanischen Flugzeug)

DerAngriff auf Pearl Harbor, auch alsÜberfall auf Pearl Harbor oderOperation AI bekannt,[1] war ein Überraschungsangriff derKaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte in Friedenszeiten auf die inPearl Harbor imHawaii-Territorium vor Anker liegendePazifikflotte derUSA am 7. Dezember 1941. Am darauf folgenden Tag erklärten die USA demKaiserreich Japan den Krieg.

Mit dem Angriff weitete das Kaiserreich Japan den seit 1937 geführtenPazifikkrieg aus. Durch die Operation sollte die Pazifik-Flotte der USA vorübergehend ausgeschaltet werden, um Japan ungehinderten Zugriff auf Rohstoffe in Südost-Asien zu ermöglichen. Nach der Kriegserklärung der USA am 8. Dezember erklärten daraufhin das mit Japan verbündetenationalsozialistische Deutsche Reich sowieItalien am 11. Dezember 1941 den USA den Krieg (Kriegserklärung Deutschlands und Italiens an die Vereinigten Staaten). Damit wurde der Angriff auf Pearl Harbor mit seinen Folgen zu einem entscheidenden Wendepunkt imZweiten Weltkrieg, denn die Kriegserklärung der USA an Japan und die Kriegserklärung derAchsenmächte gegen die USA bedeuteten denEintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg. Zwar hatten die USA auch vor dem 11. Dezember beträchtliche materielle Unterstützung (Lend-Lease) anGroßbritannien und dieSowjetunion geleistet und sich auch militärisch am Schutz der Geleitzüge nach Europa beteiligt, wobei US-amerikanische Kriegsschiffe wiederholt aktiv an Angriffen auf deutsche U-Boote beteiligt waren, aber sie waren formal noch neutral geblieben.

Ein Großteil der US-amerikanischen Pazifikflotte wurde durch den Angriff ausgeschaltet. Das lag besonders daran, dass die Befehlshaber in Pearl Harbor Überraschungsangriffen unzureichend vorgebeugt hatten.

Zum Zeitpunkt des Angriffs waren dieFlugzeugträger der Pazifikflotte nicht in Pearl Harbor und wurden daher nicht getroffen. Die Japaner griffen nicht die Treibstoffdepots, Werften und Docks an, sodass der intakte Teil der Pazifikflotte uneingeschränkt eingesetzt werden konnte. Nur wenige Stunden vor dem Angriff hatte die japanische Offensive gegen diebritischen undniederländischen Kolonien inSüdostasien begonnen (Japanische Invasion der Malaiischen Halbinsel). Der Angriff auf Pearl Harbor wird als die Schlacht angesehen, in deren Folge dasSchlachtschiff als dominierendes Element des Seekrieges durch Flugzeugträger und vor allemFlugzeuge abgelöst wurde.

Obwohl der Angriff die USA militärisch schwächte, waren die langfristigen Folgen für Japan fatal. Durch den in den USA als „heimtückisch“ aufgefassten Angriff gelang es der amerikanischen Regierung, die bis dahin größtenteilspazifistisch oderisolationistisch eingestellte US-Bevölkerung für den Kriegseintritt zu mobilisieren, was auf Grund des enormen amerikanischen Industriepotenzials die Entscheidung zu Gunsten derAlliierten herbeiführte. Der NamePearl Harbor gilt bis heute in den USA alsSynonym für einen ohne jede Vorwarnung erfolgten, vernichtenden Angriff.

Die amerikanisch-japanischen Beziehungen vor dem Angriff auf Pearl Harbor

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Siehe auch:Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges im Pazifikraum

Seit 1937 führte Japan inChina denZweiten Japanisch-Chinesischen Krieg. Die Vereinigten Staaten waren anfangs neutral, jedoch änderte sich ihre Haltung in den folgenden Jahren wegen desPanay-Vorfalls sowie sich häufender Berichte über japanische Gräueltaten, wie zum Beispiel dasMassaker von Nanking, zugunsten Chinas. So stellten sich die USA zunehmend auf die Seite Chinas. Es ging den USA darum, den eigenen Einfluss und ihre ökonomischen Interessen in Asien zu schützen. Sie lieferten große Mengen Kriegsmaterials an China.[2] Ferner warnten die USA Anfang 1940 Japan davor, inFranzösisch-Indochina einzumarschieren, und verlegten demonstrativ ihre Pazifikflotte aus ihrer HeimatbasisSan Diego an der Westküste nach Pearl Harbor auf den Hawaii-Inseln. Als Japan im Juli 1940 trotz amerikanischer Warnung Truppen inIndochina stationierte, schränkte die amerikanische Regierung unter PräsidentFranklin D. Roosevelt im September 1940 den amerikanischen Export vonErdöl undStahl nach Japan ein (damals bezog Japan 80 % seines Erdöls aus den USA). Als dies nicht die gewünschte Wirkung hatte, und Japan am 24. Juli 1941 nach einigem Druck auf dasVichy-Regime Französisch-Indochina mit 40.000 Soldaten besetzte, verschärfte sich die Situation. Jetzt konnte Japan den Nachschub für China abschneiden und hatte den Weg zu den Erdölquellen inNiederländisch-Indien frei.[3] Daraufhin verhängten die USA am 26. Juli 1941 ein vollständigesÖl-Embargo gegen Japan und froren alle japanischen Guthaben ein. Da sichGroßbritannien und Niederländisch-Indien diesem Schritt anschlossen, verlor Japan 75 % seines Außenhandels und 90 % seiner Öl-Importe.[4]

Ohne die Öl-Importe reichten Japans Reserven für Industrie und Militär nur für wenige Monate, daher musste die japanische Führung unterPremierministerHideki Tōjō innerhalb dieser Zeit die Ölzufuhr wiederherstellen, wenn sie den Zusammenbruch des Reiches verhindern wollte. Dazu sah sie nur zwei Möglichkeiten:

  • Entweder erreichte Japan eine Aufhebung des Embargos durch Verhandlungen mit Washington als Gegenleistung für japanische Konzessionen,
  • oder Japan stellte seine Versorgung mit Öl und anderen knappen Ressourcen durch Inbesitznahme der rohstoffreichen südostasiatischen Kolonien Großbritanniens und derNiederlande gewaltsam sicher.[5]

Die Mehrheit der japanischen Führung hielt eine Einigung mit den USA zu für Japan akzeptablen Bedingungen für unwahrscheinlich. Außerdem würde Japan auch bei einer Einigung weiterhin von ausländischen Rohstoffen abhängig sein. Die Konsequenzen dieser Abhängigkeit waren akut. Japan nahm dennoch Verhandlungen mit der amerikanischen Regierung auf, die schließlich am 26. November 1941 zurHull-Note führten. Diese wurde von Premierminister Tōjō und dem japanischen Kabinett alsUltimatum aufgefasst.[6]

Währenddessen bereitete das Militär den Angriff auf die britischen und niederländischen Kolonien im Süden vor. Aus Sicht Japans war die Gelegenheit günstig, da die Niederlande über keine nennenswerten Streitkräfte verfügten und Großbritanniens Kräfte wegen des Krieges in Europa gebunden waren. Zudem war Japan durch denAutomedon-Vorfall in den Besitz der streng geheimenstrategischen Direktiven des britischen Generalstabs für Fernost gekommen. Diese enthielten nicht nur eine detaillierte Analyse der vorhandenen britischen Streitkräfte in Asien und der geplanten Strategien im Kriegsfall, sondern auch die besonders wertvollen Informationen, inwiefern Großbritannien gewillt war, Kräfte von anderen Fronten nach Asien zu verlegen. Dadurch war das japanische Oberkommando besser über die britische Verwundbarkeit informiert als die meisten britischen Befehlshaber.

Allerdings lagen zwischen Japan und den zu erobernden Rohstoffen immer noch diePhilippinen, die zu diesem Zeitpunkt einehalbautonome Kolonie der USA waren. Von dort aus wären die USA in der Lage gewesen, im Falle eines Krieges mit Japan die Transportwege zwischen den Rohstoffen in Südostasien und der japanischen Industrie zu unterbrechen. Ein Kriegseintritt der USA als Folge des japanischen Angriffs in Südostasien war durch den in der amerikanischen Bevölkerung vorherrschenden Isolationismus und Pazifismus zwar äußerst unwahrscheinlich, jedoch hielten viele japanische Militärs aufgrund der amerikanischen Politik der vorangegangenen Jahre einen Konflikt letztendlich für unvermeidlich und forderten daher die Besetzung der Philippinen als Teil der Offensive. Sie verwiesen darauf, dass sowohl die Philippinen als auch andere im Westpazifik gelegene amerikanische Besitzungen wieGuam undWake nur schwach verteidigt waren (so verfügte dieAsienflotte der US Navy lediglich über dreiKreuzer und 13 veralteteZerstörer), sich dieses jedoch schnell ändern könne. Ferner hatten die USA nach dem Ausbruch des Krieges in Europa mit einem massiven Ausbau ihrer Flotte begonnen, zu dem auch zehn Schlachtschiffe derSouth-Dakota- undIowa-Klassen sowie neun große Flugzeugträger derEssex-Klasse gehörten. Allein diese im Bau befindlichen Einheiten bildeten eine Flotte, die stärker war als die gesamte in 30 Jahren aufgebaute japanische Flotte. Ferner konnte Japan 1941 darauf hoffen, dass der Krieg in Europa einen Teil der amerikanischen Ressourcen binden würde. Zu einem späteren Zeitpunkt würde es allein kämpfen müssen.

Demgegenüber stand eine kleinere Gruppe von Offizieren und Politikern, die vor einem Krieg mit den USA warnten. Sie verwiesen auf das enorme industrielle Leistungsvermögen der USA, die nicht nur diese riesige Flotte bauten, sondern gleichzeitig riesige Mengen an Rüstungsgütern für Großbritannien und dieSowjetunion produzierten (vgl.Leih- und Pachtgesetz), ohne dass dies zu Einschränkungen in der Produktion von zivilen Konsumgütern führte. So waren in den Vereinigten Staaten 1940 etwa 4,5 Mio. Lastwagen gebaut worden, in Japan lediglich 48.000.[7] Einer der prominentesten Gegner eines Krieges mit den USA war ursprünglich AdmiralYamamoto Isoroku, Oberbefehlshaber derKombinierten Flotte und ehemaliger japanischer Marineattaché in Washington. Über die Aussicht, einen solchen Krieg zu gewinnen, sagte er: „Bekomme ich den Befehl, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen Krieg zu führen, so werde ich 6 Monate oder 1 Jahr lang wild um mich schlagen. Sollte der Krieg aber ein zweites oder drittes Jahr dauern, sehe ich äußerst schwarz!“.[8] Dass der Krieg innerhalb eines Jahres gewonnen werden könne, glaubte niemand. Dennoch entschied sich die japanische Führung Ende November 1941 endgültig für den Krieg gegen die Vereinigten Staaten. Yamamoto war dennoch derjenige, der es gegen Widerstände durchsetzte, einen Vernichtungsschlag gegen die Pazifikflotte zu führen, um Zeit für die Eroberung von Territorien in Südostasien zu gewinnen.

In Washington wurden die diplomatischen Verhandlungen zum Schein noch bis zum Morgen des 7. Dezember weitergeführt. Am 6. Dezember begann Tokio, der japanischen Botschaft in Washington eineNote in 14 Teilen zu übermitteln, die dem US-amerikanischen Außenminister Punkt 13:00 Uhr Washingtoner Zeit (30 Minuten vor dem geplanten Angriffsbeginn) übergeben werden sollte. Mit dieser Note teilte Japan den USA offiziell mit, dass man aufgrund der Haltung der US-Regierung keinen Sinn in weiteren Verhandlungen sehe und diese daher abbreche. Die Note[9] enthielt aber entgegen heute weitverbreiteter Meinung keine Kriegserklärung Japans. Der entscheidende 14. Teil, der den Abbruch der Verhandlungen enthielt, wurde erst in der Nacht zum 7. Dezember geschickt. Obwohl die Note schon von Tokio ins Englische übersetzt worden war und nur noch entschlüsselt werden musste, dauerte das Vorbereiten der Note zu lange. Dies lag zu einem guten Teil daran, dass der übernächtigte Botschaftsmitarbeiter, der den Text nach der Entschlüsselung noch einmal mit der Schreibmaschine abtippen musste, am Anfang so viele Tippfehler machte, dass er sich schließlich entschloss, die ersten Seiten wegzuwerfen und sie noch einmal neu zu schreiben. Aber auch das Entschlüsseln dauerte länger als von Tokio erwartet. Dadurch wurde die Note erst mehrere Stunden nach dem Angriff überreicht.[10]

Die US-Pazifikflotte

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Pearl Harbor im Oktober 1941. In der Mitte Ford Island, links davon die Liegeplätze der Schlachtschiffe, dieBattleship Row (Schlachtschiff-Allee)

In der Vorkriegszeit war die Pazifikflotte immer erheblich stärker gewesen als dieAtlantikflotte. Nach demWashingtoner Flottenvertrag von 1922 durften die USA 15 Schlachtschiffe und sechs Flugzeugträger besitzen, von diesen waren der Pazifikflotte zwölf Schlachtschiffe und vier Träger zugeordnet. Dabei handelte es sich auch um die schlagkräftigsten Schiffe, die drei Schlachtschiffe der Atlantikflotte(Arkansas,New York,Texas) waren die ältesten der Flotte. Der Grund für diese einseitige Verteilung war, dass im Pazifik mit Japan ein potenzieller Feind über die drittgrößte Flotte der Welt verfügte, während die größten Flotten im Atlantik Großbritannien und Frankreich gehörten, mit denen keine Konflikte zu erwarten waren.

Dies änderte sich, als mit derNiederlage Frankreichs 1940 die französische Flotte neutralisiert wurde und dieRoyal Navy alleine im Atlantik und im Mittelmeer gegen die deutsche und italienische Flotte kämpfen musste.

Um Großbritannien dabei so weit wie möglich zu entlasten, dehnten die USA ihreNeutralitätspatrouille immer weiter in den Atlantik aus. So überwachten amerikanische Kreuzer dieDänemarkstraße und amerikanische Zerstörer eskortierten Konvois im Westatlantik, bis sie von britischen Zerstörern für den gefährlichsten Teil des Weges übernommen wurden. Dazu wurde ein Viertel der Pazifikflotte in den Atlantik verlegt, darunter die SchlachtschiffeNew Mexico,Mississippi,Idaho und der FlugzeugträgerYorktown. Ferner wurden fast alle neu gebauten Flugzeuge entweder im Atlantik eingesetzt oder direkt perLeih- und Pachtgesetz an Großbritannien geliefert; die amerikanischen Streitkräfte im Pazifik mussten mit dem auskommen, was sie hatten.[11]

Dennoch war die Pazifikflotte nach den bis dahin gültigen Maßstäben, die noch von einer Schlachtentscheidung durch Schlachtschiffe ausgingen, recht stark. Sie hatte neun Schlachtschiffe mit insgesamt 24 Geschützen vom Kaliber 406 mm (16 Zoll) und 68 Geschützen vom Kaliber 356 mm (14 Zoll) gegen zehn japanische Schlachtschiffe mit insgesamt 16 Geschützen vom Kaliber 406 mm (16 Zoll) und 80 Geschützen vom Kaliber 356 mm (14 Zoll).

Den Kern der Schlachtflotte bildeten diebig five, die fünf Schlachtschiffe derTennessee- undColorado-Klassen. Diese erst nach demErsten Weltkrieg gebauten Schlachtschiffe waren die kampfstärksten der Flotte zwischen den Weltkriegen. Hinsichtlich ihrer Artillerie und Panzerung waren sie auch noch 1941 den damals modernsten Schlachtschiffen der Welt, wie der britischenKing-George-V-Klasse oder der deutschenTirpitz, ebenbürtig. Nur bei der Geschwindigkeit waren sie inzwischen mit ihren relativ langsamen 22 Knoten den modernen Schlachtschiffen unterlegen. Da die japanische Flotte selbst jedoch ebenfalls aus Schlachtschiffen bestand, die während oder direkt nach dem Ersten Weltkrieg gebaut worden waren, kam dieser Nachteil im Pazifik nicht zum Tragen.

Bei den Flugzeugträgern bestand ein Verhältnis von drei amerikanischen zu zehn japanischen (davon vier kleinere Träger),[12] allerdings sah man die Rolle der Träger eher in der Unterstützung der Schlachtschiffe durch Luftaufklärung.

Vorbereitungen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Die Planungen der USA für einen Krieg gegen Japan basierten lange Zeit auf demWar Plan Orange, nach dem die US-Pazifikflotte im Kriegsfall von ihrer Heimatbasis San Diego aus zu den Philippinen laufen würde, um diese gegen einen japanischen Angriff zu verteidigen und dann als Basis für einen Vorstoß gegen Japan selbst zu nutzen. Im Verlauf dieser Operationen sollte es dann zu einer großen Entscheidungsschlacht zwischen den Schlachtschiffen kommen. Die Möglichkeit der Eröffnung des Krieges durch einen japanischen Überraschungsangriff ähnlich demAngriff auf Port Arthur zu Beginn desRussisch-Japanischen Krieges 1904 wurde dabei durchaus für möglich gehalten. Man dachte dabei jedoch an einen Angriff aufManila, die Basis der schwachen amerikanischen Asienflotte, oder die InselWake. Die US-Pazifikflotte befand sich in ihrem Heimatstützpunkt San Diego jedoch weit außerhalb der Operationsreichweite der japanischen Flotte.

Mit der Verlegung der Pazifikflotte nach Pearl Harbor im Jahre 1940 änderte sich das – Pearl Harbor lag knapp innerhalb des Bereiches, in demjapanische Flottenverbände mit vertretbarem Aufwand operieren konnten. Hin- und Rückweg waren mit einmaligem Betanken auf See zu schaffen. Als Japan mit den Planungen für einen Angriff begann, stieß man jedoch schnell auf Schwierigkeiten. Die topographische Form des Hafens, praktisch ein Binnengewässer, das nur durch einen natürlichen Kanal mit dem Meer verbunden ist, machte einen Torpedoangriff mit Zerstörern, wie er 1904 in Port Arthur erfolgt war, unmöglich. Die Zerstörer hätten erst durch den Kanal in den Hafen laufen müssen, um freies Schussfeld für ihreTorpedos zu bekommen. Dabei mussten sie zwangsläufig entdeckt und zusammengeschossen werden.

Als Alternative wurde ein Luftangriff untersucht. Auch dies war keine vollkommen neue Idee: Während einer gemeinsamen Übung vonamerikanischer Armee undMarine zur Verteidigung Hawaiis im Jahr 1932 hatte AdmiralHarry E. Yarnell, ein Befürworter der Marineluftwaffe und Kommandeur der angreifenden Manöverstreitkräfte, die Staffeln der FlugzeugträgerSaratoga undLexington einen Angriff auf Hawaii fliegen lassen. Durch diesen am 7. Februar 1932 (wie der 7. Dezember 1941 ein Sonntag) aus nordwestlicher Richtung über dieKoʻolau Range[13] durchgeführten Angriffs-Übung. Die treffsicher abgeworfenen „Bomben“ (Sandsäcke und Farbbeutel) hätten im Ernstfall schwerste Schäden angerichtet. Nach Ansicht der Schiedsrichter hätten die Verteidiger kein einziges Flugzeug starten können und keines der angreifenden Flugzeuge wäre verloren gegangen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieses Manöver von japanischen Spionen beobachtet worden war und die Planungen von AdmiralYamamoto beeinflusst hat. Yarnell warnte in den Folgejahren, so im November 1938, vor einem ähnlich gestalteten japanischen Angriff auf die Flottenbasis. Yarnells Planspiel und Warnungen blieben folgenlos. Die amerikanische Marine verwarf die Übung und Warnungen damals als unrealistisch.[14]

Die Vorlage für den Angriff lieferten jedoch die Briten imMittelmeer, als sie in der Nacht vom 11. auf den 12. November 1940 beimAngriff auf Tarent den italienischenMarinehafen Tarent mitTorpedobombern des FlugzeugträgersIllustrious angriffen und dabei drei italienische Schlachtschiffe versenkten. Dieser Angriff wurde sowohl vomjapanischen als auch vom amerikanischen Admiralstab intensiv untersucht, da die Verhältnisse in Tarent jenen in Pearl Harbor sehr ähnlich waren, insbesondere was den Einsatz von Torpedos betraf. Die Verwendung von Torpedos war nach Ansicht der Planer unbedingt erforderlich, da dies die einzige Waffe war, mit der Flugzeuge Schlachtschiffe mit Aussicht auf Erfolg angreifen konnten.

Torpedobomber vom TypFairey Swordfish

Die verfügbaren Bomben waren nach allgemeiner Ansicht hingegen nicht in der Lage, die massiven Deckpanzerungen der Schlachtschiffe zu durchdringen und größere Schäden anzurichten. Da von Flugzeugen abgeworfene Torpedos durch ihr Gewicht jedoch erst einmal auf eine größere Tiefe sanken, bevor die eingebaute Tiefensteuerung sie wieder nach oben lenkte, galten flache Häfen wie Tarent und Pearl Harbor als sicher. Um zu verhindern, dass die Torpedos im Hafen auf Grund stießen und dort festliefen, waren die Torpedos mit kleinen Flügeln modifiziert worden, damit sie nach dem Abwurf länger in horizontaler Lage blieben und nicht wie sonst in einem mit der Abwurfhöhe zunehmenden Winkel ins Wasser eintauchten. Zusätzlich waren die britischen Piloten extrem langsam und niedrig geflogen. Die Amerikaner erhielten diese Informationen von den Briten. Japanische Offiziere konnten sich in Tarent einen geborgenen britischen Torpedo ansehen.[15]

Die US-Marine revidierte auf Grund des Angriffs ihre Richtlinien bezüglich des Torpedoschutzes von Schiffen im Hafen. Bis dahin wurde eine Wassertiefe von 76Fuß (23 Meter) als Minimum für einen erfolgreichen Torpedoangriff aus der Luft erachtet. Im Juni 1941 wurde dies mit Hinweis auf den Angriff auf Tarent dahin korrigiert, dass Torpedoangriffe auch bei geringeren Wassertiefen möglich seien.[16] Angriffe bei einer Wassertiefe von unter 20 Metern wurden aber als unwahrscheinlich eingestuft, womit Pearl Harbor bei einer durchschnittlichen Wassertiefe von 15 Metern weiterhin als sicher galt. Die Amerikaner glaubten auch, dass ein vergleichbarer Angriff auf Pearl Harbor unwahrscheinlich wäre, da die Entfernung zwischen Tarent und der britischen Basis inAlexandria viel geringer war als die zwischen Pearl Harbor und den nächstgelegenen japanischen Basen. Die unbemerkte Annäherung eines Feindes war daher erheblich schwieriger. Zusätzlich konnten die japanischen TorpedobomberNakajima B5NKate nicht so langsam fliegen wie die in Tarent eingesetztenDoppeldecker-Torpedobomber vom TypFairey Swordfish der Briten, was eine Anwendung der britischen Methode ihrer Meinung nach ausschloss. Die Amerikaner gingen von der Reichweite der ihnen zur Verfügung stehenden Flugzeuge aus (Aktionsradius 350 km) und unterschätzten die Reichweite der japanischen Flugzeuge (1000 km Aktionsradius) erheblich.

Die Japaner hingegen kamen zu dem Schluss, dass ein Torpedoangriff durchführbar wäre, wenn man die Torpedos entsprechend modifizierte. Dies führte zur Entwicklung des TorpedosTyp 95, der kleiner und leichter als die üblichen japanischen Torpedos war. Zusätzlich modifizierte manpanzerbrechende Granaten der Kaliber 356 mm und 406 mm so, dass sie als Bomben abgeworfen werden konnten. Aus einer Höhe von mindestens 3000 Metern abgeworfen, sollten sie genügend Durchschlagskraft haben, um die Panzerung der Schlachtschiffe zu durchdringen. Es war eine dieserPanzersprengbomben, die die Munitionskammer derArizona traf.[15]

Der Plan

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Japanische Ankündigung des Angriffs auf Pearl Harbor, 1941
Weg des Kidō Butai zum Angriff auf Pearl Harbor
Akagi-Flugdeck nach Verlassen der Hitokappu Bay (Kurilen), 26. November 1941. Hinten die Flugzeugträger (von links nach rechts)Kaga, Shōkaku, Zuikaku, Hiryū, andSōryū.

Die Idee zum Angriff auf Pearl Harbor stammt vom AdmiralYamamoto, Kommandant der japanischen Vereinigten Flotte. Wann genau die Idee zum Angriff entstand, ist unklar. Yamamoto war klar, dass man die US-Pazifikflotte mit einem Schlag ausschalten müsste, um die von Japan geplante Eroberung in Südostasien durchführen zu können. Bereits im März 1940 äußerte Yamamoto gegenüber AdmiralFukudome Shigeru, Stabschef der japanischen Vereinigten Flotte, bei einem Marinemanöver, bei dem 81 Flugzeuge des TrägersSōryū dieSchlachtschiffeMutsu undNagato angriffen:

„Könnte man Hawaii nicht mit Flugzeugen angreifen?“

Am 7. Januar 1941 schlug Yamamoto in einem privaten Brief dem Marineminister AdmiralOikawa Koshirō vor, Hawaii mit Trägern und U-Booten anzugreifen. Dem Brief ist zu entnehmen, dass man schon vorher mündlich über den Plan sprach. Yamamoto schlug im Schreiben vor, ihn vom Posten des Kommandanten der Vereinigten Flotte auf den Posten eines Kommandanten der Trägerflotte zurückzustufen, damit er persönlich den Angriff anführen könnte. Ab Mitte Januar 1941 ließ Yamamoto einen Angriffsplan auf Pearl Harbor von Fregattenkapitän Akira Sasaki aus seinem Stab entwickeln. Akira legte drei verschiedene Pläne vor. Ende Januar wurde zudem KonteradmiralŌnishi Takijirō, Kommandant der 11. Marineluftflotte, beauftragt, einen weiteren Plan zu entwickeln. Dieser bezog FregattenkapitänGenda Minoru, Stabsoffizier der 1. Trägerdivision, ein. Gendas Idee, Hawaii zu erobern, wurde schnell verworfen. Genda legte dann innerhalb einer Woche zwei Pläne vor, dabei sollten die Flugzeuge zwischen den Trägern und Hawaii hin- und herfliegen, um alle Ziele zu zerstören. Hauptziel sollten die US-Träger sein.[17] Elf Monate lang verfeinerten die Japaner ihre Pläne weiter, die laut Admiral Yamamoto Folgendes vorsahen:

„Zu Beginn des Krieges soll der Kampfverband, bestehend aus sechs Flugzeugträgern als Kern und kommandiert vom Oberbefehlshaber der 1. Luftflotte, seinen Weg zu den Hawaii-Inseln fortsetzen und die im Hafen vor Anker liegenden Hauptkräfte der US-Flotte aus der Luft angreifen. Der Kampfverband wird folglich ungefähr zwei Wochen vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten vom Heimatland auslaufen, sich den Hawaii-Inseln von Norden nähern und ein oder zwei Stunden vor Tagesanbruch alle Flugzeuge an Bord der Träger, etwa 400, starten. Der Überraschungsangriff auf die ankernden feindlichen Flugzeugträger und Schiffe sowie auf Flugzeuge am Boden wird von einem Punkt gestartet werden, ungefähr 200 sm nördlich der Insel Oʻahu. Der U-Boot-Verband, bestehend aus 27 U-Booten und kommandiert vom Oberbefehlshaber der 6. Flotte, wird fortwährend die Bewegung der feindlichen Flotte, die in Hawaii vor Anker liegt, erkunden und mit diesen Operationen einige Tage vor der Eröffnung der Feindseligkeiten beginnen. Falls die feindliche Flotte den Hafen verlässt, wird der U-Boot-Verband einen Überraschungsangriff ausführen oder versuchen, Fühlung mit ihr zu halten. Andererseits wird dem Spezialangriffsverband der U-Boot-Verband unterstellt, der unentdeckt in den Perlenhafen (Pearl Harbor) vorstoßen und gleichzeitig mit den Luftangriffen des Kampfverbandes einen überraschenden Angriff auf die feindliche Flotte starten wird.“

Dem japanischen Angriffsplan zufolge sollte sich der Flugzeugträgerverband auf einer etwa 6.000 Kilometer langen Route nördlich der üblichen Schifffahrtswege in einer Reise von elf Tagen unbemerkt Pearl Harbor nähern und aus einer Entfernung von 350 Kilometer nördlich des Stützpunktes überraschend angreifen. Da sonntags die meisten Dienststellen der US-Streitkräfte nur mit vermindertem Personal arbeiteten, wurde als Angriffstermin der erste Sonntag im Dezember, der 7. Dezember, gewählt. Der Angriff sollte vomKidō Butai durchgeführt werden, bestehend aus den sechs FlugzeugträgernAkagi,Kaga,Hiryū,Sōryū,Zuikaku undShōkaku. DerGeleitschutz der Träger bestand aus den schnellenSchlachtschiffenHiei undKirishima, denschweren KreuzernTone undChikuma sowie 9Zerstörern, die vomleichten KreuzerNagara angeführt wurden.

Die strategischen Hauptziele des Angriffs waren:

Japanischer Jäger vom TypMitsubishi A6M2Zero beim Start von derAkagi
Japanischer SturzkampfbomberAichi D3AVal
Japanischer TorpedobomberNakajima B5NKate
  • Neutralisierung der Pazifikflotte: Durch das Ausschalten der Schlachtschiffe und Flugzeugträger sollte die amerikanische Flotte nicht in der Lage sein, die japanische Offensive in Südostasien zu behindern. Die angreifenden Piloten erhielten ausdrückliche Anweisung, nur Schlachtschiffe und Träger anzugreifen und ihre Torpedos und Bomben nicht an andere Schiffe zu „verschwenden“ (nicht alle hielten sich während des Angriffs an den Befehl).
  • Ausschaltung desStützpunktes Pearl Harbor: Durch Zerstörung der Dockanlagen und Treibstofftanks sollte es den USA unmöglich gemacht werden, auf absehbare Zeit von Pearl Harbor aus zu operieren. Die Docks von Pearl Harbor waren die einzigen Anlagen westlich von Kalifornien, in denen Reparaturen und größere Wartungsarbeiten durchgeführt werden konnten. Wurden sie vernichtet, mussten amerikanische Schiffe selbst für kleinere Reparaturen über den halben Pazifik an die Westküste fahren. Im Idealfall würde durch die Versenkung eines großen Schiffs im Zufahrtskanal Pearl Harbor sogar als Ankerplatz ausfallen, womit die gesamte Flotte für jede Operation erst von der Westküste herankommen müsste.

Aus taktischen Gründen kam ein weiteres Ziel hinzu:

  • Vernichtung der Luftstreitkräfte: Die amerikanischen Flugplätze mussten angegriffen werden, damit die dort stationierten Jäger nicht die Angriffe auf den Hafen behinderten und die Bomber keine Gegenangriffe auf den Angriffsverband flogen (falls dieser lokalisiert werden konnte).

Da nicht genügend Flugzeuge zur Verfügung standen, um alle drei Aufgaben gleichzeitig zu erfüllen, wurde beschlossen, zuerst nur die Schiffe und die Flugplätze anzugreifen. Sobald die Maschinen zurückkamen, sollten sie neu betankt und munitioniert werden, um die Docks und Treibstofftanks anzugreifen.[18]

Der erste Angriff sollte möglichst früh im Morgengrauen erfolgen. Da die Träger jener Zeit keine Katapulte verwendeten, wurde immer das halbe Deck als Startbahn benötigt. Damit konnte nur die Hälfte der Flugzeuge gleichzeitig zum Starten an Deck gebracht werden. Die zweite Hälfte konnte erst startklar gemacht werden, nachdem die erste Hälfte gestartet war. Da die Startvorbereitungen mindestens 30 Minuten dauerten, wurde entschieden, den ersten Angriff in zwei Wellen zu fliegen: die erste Hälfte flog voraus, die zweite folgte so schnell, wie man sie startklar machen konnte.

Die erste Welle sollte aus 45JägernA6MZero, 54SturzkampfbombernD3AVal und 90 TorpedobombernB5NKate bestehen. 40 derKate sollten Torpedos tragen, der Rest Bomben. Die zweite Welle sollte aus 36Zero, 81Val und 54Kate (alle mit Bomben) bestehen.

Da die Überraschung bei diesem Angriff elementar war, hatte der Befehlshaber des Angriffsverbands,VizeadmiralNagumo Chūichi, den Befehl, sofort umzukehren, falls er auf dem Anmarsch entdeckt würde. Würde er erst am Morgen des Angriffstages entdeckt, war es ihm überlassen, ob er den Angriff riskieren wollte. Auf keinen Fall sollte er seine Schiffe unnötigen Risiken aussetzen, da sie für Japan unersetzlich waren.

Der Angriffsverband verließ Japan am 26. November 1941 von den Gewässern in denKurilen aus. Während der Fahrt schickte Admiral Yamamoto am 2. Dezember eine kodierte Nachricht an Nagumo:Niitaka yama Nobore(Erklimmt den Berg Niitaka), womit der endgültige Befehl zur Durchführung des Angriffs erteilt wurde.

Japanische Spionage

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Der japanische SpionTakeo Yoshikawa war im März 1941 nach Honolulu gekommen. Getarnt als Mitarbeiter des Generalkonsulats war er offiziell eingereist. Da mehr als ein Drittel der Bevölkerung in Hawaii japanischstämmig war, hatte Yoshikawa kein Problem, sich als Einheimischer auszugeben. Yoshikawa wusste genau, wann welche Großkampfschiffe im Hafen lagen und in welchem Rhythmus sie ausliefen. Er kannte Details der Dienstpläne der Militäreinrichtungen und wusste, dass der wichtigste FlughafenHickam Air Field keine nennenswerte Luftverteidigung hatte. In den ersten Monaten seines Einsatzes schickte Yoshikawa einmal im Monat einen Bericht über den Status der US-Flotte in Hawaii, ab Mitte November zweimal wöchentlich und ab dem 2. Dezember 1941 täglich. Dabei erhielt Yoshikawa Hilfe vom japanischen Konsul inHonolulu,Nagao Kita.

Seine Berichte wurden mit dem Chiffriersystem des japanischen diplomatischen Dienstes verschlüsselt. Dieses konnte zwar prinzipiell von den Kryptoanalytikern des US-Kriegsministeriums geknackt werden, trotzdem hätte für jeden Tag und für jeden Ursprungsort einer Nachricht eine passende Entschlüsselung gefunden werden müssen. Die meisten Telegramme, die Kita versendete, wurden von der Gegenseite erst viel zu spät entschlüsselt.[19][20]

Bernard Kühn,FBI-Foto 1941

Das deutsche Ehepaar Bernard und Friedel Kühn sammelte äußerst trickreich gemeinsam mit der Tochter Susie Ruth und dem zehnjährigen Sohn Hans Joachim direkt im Hafen[21] und auf der Insel Informationen und schickte sie über das örtliche japanische Konsulat nach Tokio. Die Kühns wurden 1936 auf Vorschlag desNS-Staates japanische Agenten und kamen mit gefälschten Papieren als Professorenfamilie getarnt nach Hawaii. Ruth pflegte dort den Umgang mit amerikanischen Offizieren und erlangte Geheiminformationen, auch Hans Joachim lernte, Fragen zu Schiffen und Flugzeugen zu stellen. Die Kühns bauten im Auftrag der Japaner ein Haus in Pearl Harbor mit Blick auf den US-Flottenstützpunkt.[22][23] Von dort aus wurden mit einem zuvor vereinbarten visuellen Code- und Signalsystem (Bettlaken, Hausbeleuchtung, Autoscheinwerfer etc.) Art, Anzahl und Bewegung der Kriegsschiffe gemeldet.[24]

Die amerikanische Funkaufklärung

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Die amerikanischeFernmeldeaufklärung gliederte sich in drei Arbeitsbereiche:[10]

  • Der BereichFunkpeilung war für das Lokalisieren der Absender von aufgefangenen Funksprüchen zuständig. Dazu hatten die USA ein Netz von Abhörstationen aufgebaut, dasMid-Pacific Strategic Direction-Finder Net. Es erstreckte sich in einem riesigen Halbkreis von denPhilippinen überGuam,Samoa,Midway und Hawaii bis hinauf nachAlaska.
  • Im BereichFunkverkehranalyse wurden die Muster der aufgefangenen Funksprüche analysiert. Anhand der Rufzeichen wurde festgestellt, wer mit wem sprach. Aus der Häufigkeit der Kommunikation versuchte man, die Beziehung zwischen den Stationen herauszufinden. Wenn beispielsweise die Stationen NOTA 1 und OYO 5 häufig mit KUNA 2 sprachen, aber selten miteinander und gar nicht mit anderen, so war anzunehmen, dass KUNA 2 der Befehlshaber von NOTA 1 und OYO 5 war, etwa das Flaggschiff eines Geschwaders, dem die Schiffe NOTA 1 und OYO 5 zugeteilt waren. Mit Hilfe der Funkpeilung war die Zuordnung der Rufzeichen möglich, wenn man wusste, welche Einheiten/Schiffe zum Sendezeitpunkt an der Sendeposition waren.
  • Der BereichKryptoanalyse war für dasEntziffern der aufgefangenen Nachrichten verantwortlich. Dies war der schwierigste und geheimste Teil der Funkaufklärung. Da es äußerst wichtig war, die Tatsache geheim zu halten, dass es gelungen war, denjapanischen Code zu knacken, wurden die daraus gewonnenen Informationen lediglich einer kleinen Gruppe ranghoher Offiziere und Politiker zugänglich gemacht, während die Ergebnisse der Funkpeilung und Funkverkehranalyse einem weit größeren Kreis zugänglich waren. So erhielten zum Beispiel die Befehlshaber auf Hawaiʻi, AdmiralHusband E. Kimmel und GeneralWalter C. Short, die Ergebnisse aus Funkpeilung und Funkverkehranalyse, aber nicht die aus der Kryptoanalyse, während der Befehlshaber auf den Philippinen, GeneralDouglas MacArthur, Zugang zu allen Informationen hatte.

Im Verlaufe des Novembers 1941 stellte die Funkaufklärung anhand der japanischen Funkmuster die Vorbereitung einer großen Operation fest. Diese Muster entsprachen den drei Phasen, die man schon bei den Vorbereitungen für die beiden Operationen zur Besetzung Indochinas beobachtet hatte.

  • Erste Phase: Es kam zu einem sprunghaften Anstieg des Funkverkehrs. DasOberkommando gab Befehle und Anweisungen für die Operation an die Armee und Flottenbefehlshaber. Diese Instruktionen wurden über die gesamte Hierarchie an die Einheiten weitergeleitet, die sich auf die Operation vorzubereiten hatten. Auf diese Art konnte man oft schon die beteiligten Einheiten identifizieren, indem man prüfte, welche Rufzeichen an dem verstärkten Funkverkehr beteiligt waren. Da die japanische Flotte jedoch am 1. November ihren halbjährlichen Rufzeichenwechsel für ihre 20.000 Rufzeichen durchgeführt hatte, waren viele Rufzeichen noch nicht wieder identifiziert. Allerdings wurde festgestellt, dass das japanische Oberkommando hauptsächlich mit densüdlichen Befehlshabern kommunizierte, aber nicht mit den Kommandeuren in China.
  • Zweite Phase: Der Funkverkehr sank wieder auf die normale Menge an Meldungen. Die beteiligten Einheiten hatten sich gemäß den Anweisungen vorbereitet und warteten auf den Befehl, die Operationen zu beginnen. In den Funkmustern konnten Änderungen festgestellt werden, die durch Umgruppierungen entstanden waren. Stationen kommunizierten plötzlich mit neuen Stationen, aber nicht mehr mit ihren vorherigen Kommunikationspartnern.
  • Dritte Phase: Die Anzahl der Funkmeldungen nahm rapide ab und sie wurden einseitig. Die Operation hatte begonnen, die Flottenverbände waren ausgelaufen und hielten Funkstille, um ein Einpeilen auf ihre Position zu verhindern. Sie erhielten allerdings weiterhin an sie adressierte Funksprüche von anderen Einheiten (die Funkstille betraf also nur das Senden, nicht das Empfangen der operativen Einheiten).

Am 1. Dezember wechselte die japanische Flotte erneut ihre Rufzeichen. Dieser außerplanmäßige Wechsel alarmierte die Nachrichtendienste zusätzlich.

Auf diese Art war allein schon auf Grund von Funkpeilung und Funkverkehranalyse bekannt, dass Japan eine große Operation in Richtung Süden durchführen wollte. Das Ziel war jedoch nicht eindeutig, es konnte sich dabei sowohl um einen Angriff auf die britischen und niederländischen Kolonien handeln (was vermutet wurde) als auch um einen Angriff auf die Philippinen oder weitere Truppenverlegungen nach Indochina (was als unwahrscheinlich galt). Am 24. und 27. November schickte deshalb derChief of Naval Operations, AdmiralHarold R. Stark, Kriegswarnungen an alle Kommandeure im Pazifik, in denen ihnen mitgeteilt wurde, dass aggressive Handlungen Japans in den nächsten Tagen zu erwarten seien. Als mögliche Ziele eines japanischen Angriffs wurdenMalaysia,Thailand, die Philippinen,Borneo und Guam genannt. Alle Kommandeure im Pazifik wurden angewiesen, entsprechende Maßnahmen zur Vorbereitung ihrer Truppen auf den Kriegsfall zu treffen, aber selbst keine offensiven Aktionen durchzuführen, solange Japan keine offene Kriegshandlung gegen die USA unternähme.[25]

Die Aufklärungsdienste Großbritanniens und der Niederlande, die mit den Amerikanern beim Abfangen und Analysieren der Nachrichten zusammenarbeiteten, hatten das gleiche Bild. Großbritannien begann daraufhin, seine Truppen im Bereich des Möglichen zu verstärken: Es verlegte das moderne SchlachtschiffPrince of Wales und denSchlachtkreuzerRepulse nachSingapur.

Einen Sonderfall bildeten dabei die japanischen Trägerverbände. Von ihnen wusste man gar nichts, da bei ihnen totale Funkstille herrschte. Dass die Trägerverbände nicht nur keine Nachrichten sendeten, sondern auch keine Nachrichtenan sie gesendet wurden, führte zu der Vermutung, dass sich die Träger weiterhin in den japanischen Heimatgewässern aufhielten. Dort konnten sie über schwächere Nahbereichsender kommunizieren, deren Sendeleistung zu schwach war, um von den weit entfernten Abhörstationen empfangen zu werden. Dieser Blackout war schon bei den vorherigen Operationen beobachtet worden. Auch damals hatte man die Träger in Japan vermutet und später auf verschiedene Weise festgestellt, dass sie tatsächlich dort gewesen waren. Das vermutete Verbleiben der Träger in Japan erweckte keinen Argwohn, denn es passte bestens in das Gesamtbild. Nach Ansicht der Analysten wurden die Träger für eine Offensive allein gegen die britischen und niederländischen Kolonien nicht gebraucht, stattdessen bildeten sie zusammen mit mehreren Schlachtschiffen eine strategische Reserve für den Fall, dass die USA Großbritannien zu Hilfe kommen würden. Tatsächlich jedoch befand sich der Verband unter Funkstille auf dem Weg nach Pearl Harbor. Nachrichten an ihn wurden in allgemeinen, an große Flottenbereiche adressierten Funksprüchen versteckt.

Fragment der japanischen Schlüssel­maschine „Purple

Die für die Kryptoanalyse zuständige Abteilung bekam inzwischen große Probleme mit dem Umfang des abgefangenen Materials. Zusätzlich zur Entschlüsselung der Nachrichten musste dieses noch aus demJapanischen ins Englische übersetzt werden. Die kleine Zahl derÜbersetzer, die nicht nur für den militärischen, sondern auch für den diplomatischen Verkehr zuständig waren, konnte mit dem erheblich gesteigerten Volumen nicht mehr Schritt halten. Man versuchte, die Anzahl zu erhöhen, dies war jedoch schwierig. Die Übersetzer mussten nicht nur hervorragend Japanisch können, sondern auch absolut vertrauenswürdig sein. Solche Leute gab es nur wenige, und es waren größtenteils Amerikaner japanischer Abstammung, denen man ein generelles Misstrauen entgegenbrachte. So gelang der Marineabteilung für Kryptoanalyse 1941 trotz größter Bemühungen lediglich die Verdopplung der Übersetzer von drei auf sechs Personen. Dies hatte zur Folge, dass Übersetzungen nach Art der Verschlüsselung gereiht wurden. Zuerst kam der mit derSchlüsselmaschine „Purple“ verschlüsselte diplomatische Verkehr, dann der mit militärischen Hochsicherheitscodes verschlüsselte Verkehr, dann die mit einfacheren japanischen Codes verschlüsselten Texte. Die mitPurple verschlüsselten Anweisungen an die japanischen Botschaften in Großbritannien und Niederländisch-Ostindien, sie sollen ihre „Purple“-Maschinen nach Japan zurückschicken und die Vernichtung ihrer restlichen Codes vorbereiten, wurden daher frühzeitig entschlüsselt, was aber nur die bereits bestehende Vermutung eines bevorstehenden Krieges mit diesen Ländern bestätigte. Entsprechende Anweisungen an die Konsulate in den USA, die keine „Purple“-Maschinen hatten, wurden jedoch nicht übersetzt. Die einzigen „Purple“-Maschinen innerhalb der USA waren in der japanischen Botschaft in Washington, wo sie noch gebraucht wurden. Dass es zuerst keine Anweisung gab, diese Maschinen zurück nach Japan zu schicken, wurde dahingehend interpretiert, dass kein Angriff auf die USA geplant war. Erst am 3. Dezember erhielt die Botschaft in Washington den Befehl, eine ihrer beiden Schlüsselmaschinen und einen Großteil ihrer Codes zu vernichten, wodurch für die Analysten die Möglichkeit eines Krieges zwischen den USA und Japan erheblich wahrscheinlicher wurde.

Die entschlüsselten militärischen Nachrichten enthielten nichts Hilfreiches, um die Ziele näher zu identifizieren. Dies war auch nicht zu erwarten gewesen. Am 6. Dezember wurden die ersten 13 Teile der 14-teiligen japanischen Note, die am 7. Dezember übergeben werden sollte, empfangen und entschlüsselt. Obwohl der 14. Teil mit den wichtigsten Informationen noch fehlte (die ersten 13 Teile enthielten größtenteils einen geschichtlichen Abriss über die Beziehungen der USA und Japans, in dem die USA einer feindseligen Haltung Japan gegenüber beschuldigt wurden, aber nichts über die beabsichtigte japanische Politik), wurden die bereits empfangenen 13 Teile noch am Abend zu sämtlichen Personen gebracht, die befugt waren, diese geheimen Informationen zu sehen. Nach der Durchsicht des Inhalts sagte Präsident Roosevelt zu seinem BeraterHarry Hopkins: „Das bedeutet Krieg“. Nachdem sie kurz die ihnen bekannten japanischen Flotten- und Truppenbewegungen in Südostasien diskutiert hatten, meinte Hopkins, es wäre ihm lieber, die USA würden den ersten Schlag führen und so etwaigen Überraschungen vorbeugen. Roosevelt entgegnete darauf, so etwas könne man als friedliebende Demokratie nicht tun. Roosevelt wollte noch mit Admiral Stark telefonieren, dieser war jedoch im Theater. Ihn dort herauszurufen war zwar möglich, hätte jedoch Aufsehen erregt, was der Präsident vermeiden wollte.[10]

Alle anderen Personen, welche die ersten 13 Teile am Abend bekamen, wollten erst den 14. Teil abwarten, bevor sie Maßnahmen veranlassten.MarineministerFrank Knox arrangierte zu diesem Zweck eine Konferenz mitKriegsministerHenry L. Stimson und AußenministerCordell Hull für den nächsten Morgen. Auch Admiral Stark, der erst spät am Abend vom Chef desMarinenachrichtendienstes von der Existenz der japanischen Note erfuhr, ordnete lediglich an, ihm am nächsten Morgen die vollständige Note ins Büro zu bringen. DerGeneralstabschef der Armee, GeneralGeorge C. Marshall, bekam die Note nicht zu sehen, da er bereits schlief und man ihn nicht wecken wollte. Am nächsten Morgen machte er nach dem Frühstück einen Ausritt und war deshalb längere Zeit nicht zu finden, als man ihm den 14. Teil bringen wollte.[26]

Die Anweisung an die japanische Botschaft in Washington, ihre verbliebenen Codes und die zweite Schlüsselmaschine zu vernichten, kam mit dem Begleittext zum 14. Teil der japanischen Note vom 7. Dezember, der auch die Anweisung enthielt, die Note um Punkt 13:00 Uhr Washingtoner Ortszeit (07:30 Uhr in Pearl Harbor) zu überreichen. Die Übersetzung des Begleittextes erreichte den verantwortlichen NachrichtenoffizierLieutenant CommanderAlwin D. Kramer um 10:20 Uhr Washingtoner Zeit, knapp drei Stunden vor dem Beginn des Angriffs auf Pearl Harbor. Er leitete die Nachricht sofort weiter, und um ca. 11:30 Uhr befahl General Marshall, sämtliche Kommandeure in Übersee vor möglichen japanischen Aktionen zu warnen, wobei die Philippinen höchste Priorität hätten. Diese Nachricht erreichte Pearl Harbor jedoch nicht rechtzeitig. Sie hatte auch auf den Philippinen und anderen Stützpunkten im Pazifik wie Wake und Guam keine große Wirkung, da die verbleibende Zeit bis zum Beginn des japanischen Angriffs zu kurz war.[10]

Pearl Harbor am 7. Dezember

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Da in Hawaii nicht ernsthaft mit einem japanischen Angriff gerechnet wurde, waren die Liegeplätze der Schlachtschiffe um Ford Island nicht gesichert. Die Besatzungen hatten größtenteils Landgang. Die Feuer unter den Kesseln der Schiffe waren entweder ganz oder zur Hälfte gelöscht. Ohne Feuer unter den Kesseln konnten die Schiffe keinen Dampf für ihre Maschinen erzeugen und das Anfeuern eines Kessels dauerte mehrere Stunden, bis ausreichender Dampfdruck aufgebaut war.

Für die Verteidigung der Insel selbst war dasUS-Heer verantwortlich. Auch hier waren die Truppen in keinerlei Weise auf einen Angriff vorbereitet. DieFlakgeschütze waren nicht um die militärischen Anlagen herum verteilt, sondern standen in Depots, da es sich bei den umliegenden Grundstücken um Privatbesitz handelte, deren Besitzer man nicht unnötig verärgern wollte. So hatte man beispielsweise die Heeres-Flak bei der neu gebautenKāneʻoheNaval Air Station wenige Tage vorher wieder in die Kasernen verlegt. Die Flak-Munition wurde in separaten Munitionsdepots gelagert, diese waren wie alle anderen Munitionsdepots abgeschlossen. Teilweise sollen sich während des Angriffs die Schlüsselinhaber geweigert haben, die Munitionskammern ohne schriftlichen Befehl zu öffnen. Auf Anweisung von General Short waren auf den Flugplätzen sämtliche Flugzeuge von den üblichen Positionen am Rande des Feldes und den Unterständen in die Mitte des Feldes gestellt worden, da man sie so besser gegenSabotage schützen konnte. Die sechs neuen mobilen Radarstationen, die erst im Oktober 1941 im Hawaii-Territorium eingetroffen waren, arbeiteten nur zwischen 4:00 Uhr und 7:00 Uhr morgens.[8] Die Entscheidung, das Radar nicht rund um die Uhr, sondern nur zu dem wahrscheinlichsten Angriffszeitpunkt einzusetzen, war unter anderem in der Skepsis begründet, die dieser neuen Technologie trotz ihres erfolgreichen Einsatzes in derLuftschlacht um England noch immer entgegengebracht wurde. Dass der Zeitraum zwischen 4:00 Uhr und 7:00 Uhr morgens als wahrscheinlichster Zeitpunkt eines Angriffs galt, zeigte aber auch, dass man sich der Möglichkeit eines Angriffs bewusst war und (durchaus zutreffend) davon ausging, dass ein solcher Angriff zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach Sonnenaufgang stattfinden würde. Ein japanischer Angriff galt also nicht als unmöglich, aber auf Grund der aktuellen Lagebeurteilung als äußerst unwahrscheinlich.

Einrichtungen an Land:
  • Stadt
  • Armeebasis
  • Marinebasis

  • Wassertiefen:
  • < 6,5 m
  • ~ 9 m
  • ~ 10 m
  • ~ 11 m
  • ~ 12 m
  • > 15 m

  • Angegriffene Ziele:
    1:California
    2:Maryland
    3:Oklahoma
    4:Tennessee
    5:West Virginia
    6:Arizona
    7:Nevada
    8:Pennsylvania
    9:Ford Island NAS
    10:Hickam Field

    Verschonte Ziele:
    A: Öltanks
    B: CINCPAC-Hauptquartier
    C: Unterseebootbasis
    D: Marinewerft

    Marineeinheiten in Pearl Harbor:[27]

    Schlachtschiffe
    Nevada,Oklahoma,Pennsylvania,Arizona,Tennessee,California,Maryland,West Virginia
    Die Schlachtschiffe lagen bis auf diePennsylvania, die sich im Trockendock befand, in einer Reihe vor Ford Island in der Hafenmitte vor Anker(Battleship Row). Das neunte Schlachtschiff der Pazifikflotte, dieColorado, befand sich inBremerton, wo sie imPuget Sound Naval Shipyard aufgerüstet wurde.
    Flugzeugträger
    Keine.
    Der FlugzeugträgerEnterprise sollte am 6. Dezember einlaufen, er hatte mit drei Kreuzern und neun Zerstörern eine StaffelJagdflugzeuge nachWake Island transportiert (eine damals nicht ungewöhnliche Aufgabe für einen Flugzeugträger). Der Verband musste jedoch auf dem Weg durch einen Sturm laufen, was zu einer Verspätung von 24 Stunden und einem Einlaufen erst am Nachmittag des 7. führte. DieLexington transportierte mit drei Kreuzern und fünf Zerstörern eine weitere Jagdstaffel nach Midway. Da die Verlegung der beiden Staffeln jedoch nach Möglichkeit geheim gehalten werden sollte, befanden sich die Träger offiziell auf Übungsmissionen. Teilweise hat sich diese Tarngeschichte bis zum heutigen Tag gehalten; in nicht wenigen Artikeln und Büchern steht noch immer, dass die Träger kurz vor dem Angriff (dieLexington lief am 5. Dezember aus) den Hafen zum Üben verließen. Allerdings war vorher zumindest für dieEnterprise tatsächlich die Teilnahme an einer Übung mit der ersten Schlachtschiffdivision (Arizona, Nevada undOklahoma) in diesem Zeitraum geplant worden. Die Übung fand dann ohne sie statt, und die Schlachtschiffe liefen am 5. Dezember wieder in Pearl Harbor ein.[28]
    Der letzte der drei Träger der Pazifikflotte, dieSaratoga, war nach einem Werftaufenthalt in Bremerton auf dem Weg nach San Diego.
    Kreuzer
    Raleigh,Detroit,Phoenix,Honolulu,St. Louis,Helena,New Orleans,San Francisco
    Zerstörer
    Ward (außerhalb des Hafens),Helm,Phelps,MacDonough,Worden,Dewey,Hull,Monaghan,Farragut,Dale,Aylwin,Henley,Patterson,Ralph Talbot,Selfridge,Case,Tucker,Reid,Conyngham,Blue,Allen,Chew,Shaw,Downes,Cassin,Mugford,Jarvis,Schley,Cummings,Bagley
    U-Boote
    Narwhal,Dolphin,Cachalot,Tautog
    Minenleger
    Oglala,Gamble,Ramsay,Montgomery,Breese,Tracy,Preble,Sicard,Pruitt
    Minensucher
    Zane,Wasmuth,Trever,Perry,Turkey,Bobolink,Rail,Tern,Grebe,Vireo,Cockatoo,Crossbill,Condor,Reedbird
    Kanonenboote
    Sacramento
    Schnellboote
    PT-20, PT-21, PT-22, PT-23, PT-24, PT-25; auf dem Kai befanden sichPT-26 undPT-28; an Deck des TankersRamapoPT-27, PT-29, PT-30 undPT-42
    Zerstörer-Tender
    Dobbin,Whitney
    Seeflugzeug-Tender
    Curtiss,Tangier,Avocet,Swan (im Dock),Hulbert,Thornton
    Munitionsschiffe
    Pyro
    Tanker
    Ramapo,Neosho
    Werkstattschiffe
    Medusa,Vestal,Rigel
    U-Boot-Tender
    Pelias
    U-Boot-Rettungsschiff
    Widgeon
    Hospitalschiffe
    Solace
    Frachtschiffe
    Vega (in Honolulu),Castor,Antares (beim Einlaufen nach Pearl Harbor)
    Schlepper
    Ontario,Sunnadin,Keosanqua (vor Pearl Harbor),Navajo (18 km außerhalb Pearl Harbors)
    Hilfsschiffe
    Utah,Argonne,Sumner

    Das japanische Oberkommando war über die Schiffe im Hafen informiert, da das japanische Konsulat in Hawaiʻi seine Beobachtungen des Hafens kontinuierlich nach Tokio meldete (derartige Beobachtungen gehörten zu den Standardaufgaben der Konsulate aller Länder). Von Tokio aus wurden die Meldungen an die Flotte (und damit Nagumo) weitergeleitet. Damit wurde (im Bereich des Möglichen) sichergestellt, dass die Pazifikflotte in Pearl Harbor war und Nagumo nicht einen leeren Hafen angriff. Allerdings wussten sowohl Nagumo als auch das japanische Oberkommando bereits 24 Stunden vor dem Angriff, dass keine Flugzeugträger vor Ort waren.

    Der Angriff

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

    Vorbereitungen

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
    Die beiden japanischen Angriffswellen am 7. Dezember 1941
    Die Besatzung derShōkaku verabschiedet eine startende Maschine mitBanzai-Rufen.
    Der ZerstörerWard
    Die Battleship Row zu Beginn des Angriffs.Oklahoma undWest Virginia zeigen bereits Schlagseite, dieWest Virginia erhält gerade einen Torpedotreffer.
    Die sinkendeCalifornia
    Japanisches Flugzeug beim Angriff auf Pearl Harbor
    Die brennendeArizona:
    Der vordere Mast ist auf die Kommandobrücke gestürzt.
    Ein zerstörterB-17-Bomber aufHickam Field
    Die brennendeNevada auf dem Weg zum Hafenausgang

    Am Abend des 6. Dezember verringerte die anlaufendeKidō Butai ihre Geschwindigkeit auf etwa 25 Knoten. Vizeadmiral Nagumo richtete einen letztenRundspruch von derAkagi an alle seine Einheiten. Mit den Worten: „Das Schicksal des Reiches hängt von dieser Operation ab. Jeder Mann muss sich seiner speziellen Aufgabe total hingeben.“[29] schwor er die Schiffsbesatzungen und speziell die Besatzungen der Flugzeugstaffeln, die den Angriff fliegen sollten, noch einmal ein.

    Gegen 21 Uhr hatte die Flotte den 158.Meridian erreicht und war noch etwa 910 Kilometer nördlich von Hawaii. Heftige Winde hatten während der zwölftägigen Fahrt die gehissten Flaggen zerrissen und mehr als zehn Seeleute waren über Bord gespült worden. Doch alles verlief nach Plan, da die Flotte bisher nicht von anderen Schiffen oder Aufklärungsflugzeugen gesichtet worden war.

    Anflug

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

    Die erste japanische Angriffswelle mit 183 Maschinen startete um 06:10 Uhr Ortszeit am Morgen des 7. Dezember 1941 etwa 230 Seemeilen (400 Kilometer) nördlich von Oʻahu. Sie brauchte allerdings 20 Minuten länger als geplant, um sich über den Trägern zu formieren. Sechs nicht rechtzeitig gestartete Maschinen blieben zurück und starteten eine Stunde später mit der zweiten Welle. Die Besatzungen der Träger verabschiedeten die startenden Maschinen mitBanzai-Rufen. Zur gleichen Zeit starteten vom amerikanischen FlugzeugträgerEnterprise, der sich rund 370 Meilen westlich von Pearl Harbor befand, 18SBDDauntless, die nach Ford Island vorausfliegen sollten.

    Zum ersten Zusammenstoß zwischen den Streitkräften Japans und der Vereinigten Staaten kam es um 06:37 Uhr Ortszeit vor dem Hafeneingang. In der Nacht wollte man bereits von Bord des MinensuchersCondor einPeriskop in der Nähe der Hafeneinfahrt gesehen haben und hatte den vor der Hafeneinfahrt patrouillierenden ZerstörerWard alarmiert. Dieser konnte jedoch kein U-Boot finden. Gegen 06:30 Uhr meldete dann auch das VersorgungsschiffAntares die Sichtung eines U-Boots, worauf die Marine einPBY-Catalina-Flugboot startete, das dieWard unterstützen sollte. Gegen 06:45 Uhr fand und versenkte dieWard das U-Boot mit Geschützfeuer und Wasserbomben. Es handelte sich dabei um eines von fünf japanischenKleinst-U-Booten des U-Boot-Spezialverbandes, die versuchen sollten, in den Hafen einzudringen. Wenige Minuten später meldete dieCatalina die Versenkung eines weiteren U-Boots vor der Hafeneinfahrt.[30] Der Kommandant derWard,Lieutenant Outerbridge, der erst zwei Tage zuvor dieWard als sein erstes Kommando übernommen hatte, sendete eine verschlüsselte Nachricht an den Kommandeur des 14. Marinedistrikts, um diesen zu informieren, dass er in der Hafenverteidigungszone ein U-Boot bekämpfe. Verzögert durch den routinemäßigen Entschlüsselungsprozess (inklusive Textumformulierung, damit ein in falsche Hände gelangender Klartext nicht zum Einbruch in den verwendeten Code benutzt werden konnte) erreichte die Nachricht gegen 07:15 Uhr die diensthabenden Offiziere und wurde von dort bis zu Admiral Kimmel weitergeleitet. Angesichts zahlreicher falscher U-Boot-Meldungen in den vorherigen Wochen wollte Kimmel jedoch eine Bestätigung der Meldung abwarten, bevor er Maßnahmen traf.[30]

    Um 07:02 Uhr entdeckten die beiden Radarbeobachter der OpanahRadar-Station eine Gruppe von 50 oder mehr Flugzeugen in 130 Meilen Entfernung, die sich aus Norden näherten. Die Opanah-Radar-Station war eine von sechs der neuen mobilen Radaranlagen der Armee, die seit weniger als einem Monat auf Oʻahu eingesetzt wurden. Es waren Geräte vom Typ SCR-270, eine Variante mit größerer Reichweite der Baureihe SCR-268.[31] Nach einer kurzen Diskussion riefen sie die Informationszentrale inFort Shafter an und meldeten die Ortung sich nähernder Flugzeuge, ohne allerdings die Anzahl der georteten Maschinen zu erwähnen. Der Bericht wurde von einem Leutnant entgegengenommen, der erst zum zweiten Mal Dienst in der Informationszentrale tat und nicht weiter nachfragte. Er wusste, dass eine Gruppe von Bombern des TypsB-17Flying Fortress erwartet wurde, und glaubte, dass diese Maschinen geortet worden waren. Da er diese als vertraulich eingestufte Information aber nicht den Radarbeobachtern mitteilen durfte, sagte er ihnen lediglich, dass sie ihren Dienst beenden (das Radar war immer nur zwischen 4 und 7 Uhr in Betrieb) und sich um die Flugzeuge keine Sorge machen sollten („Don’t worry about it.“).[8][30]

    Erster Angriff

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

    Die erste japanische Angriffswelle mit insgesamt183 Sturzkampf- und Torpedobombern erreichte Pearl Harbor, ohne auf Widerstand zu stoßen, und setzte sich aus 3 Gruppen zusammen:[32]

    1. Gruppe: 50 „Kates“ (Nakajima B5N, 1 nicht gestartet), zur Höhenbombardierung der Schlachtschiffe und 40 des gleichen Typs für den Angriff auf die Flugzeugträger und Schlachtschiffe mit Torpedos

    2. Gruppe: 54 „Vals“ (Aichi D3A, 3 nicht gestartet), um im Sturzflug Bomben auf Ford Island und Wheeler Field abzuwerfen

    3. Gruppe: 45 „Zeros“ (Mitsubishi A6M, 2 nicht gestartet), um gegnerische Maschinen in der Luft und am Boden auf Ford Island, Hickham Field, Wheeler Field, Barber’s Point und derNaval Air Station Kaneohe Bay zu zerstören

    Auf dem Weg hatte sie mehrere amerikanische Flugzeuge abgeschossen. Wenigstens einer dieser Maschinen gelang es noch, einen Funkspruch zu senden, dessen Inhalt aber schwer verständlich war. Um 07:49 Uhr befahl der Kommandant der Angriffswelle,FregattenkapitänFuchida Mitsuo, den Angriff in der Variante für vollständige Überraschung durchzuführen, mit den Torpedobombern zuerst. SeinFunker sendete darauf dreimal das entsprechende Signal, bestehend austo fürtotsugeki (Angreifen) undra fürraigeki (Blitz): Blitz-/Überraschungsangriff. Das Signalto ra, to ra, to ra wurde auch auf dem Trägerverband empfangen, der dadurch wusste, dass die Überraschung geglückt war. Amerikanische Funker hörten es ebenfalls, sie verstanden jedochtora, das japanische Wort für Tiger. Dies führte dazu, dass der Funkspruch alsTora, tora, tora bekannt wurde.[30][33]

    Der Angriff auf den Hafen begann um07:54 Uhr durch 24 Torpedobomber vom Typ“Kate” (Nakajima B5N2 Type 97-3). Drei Minuten später schickte die dortige Funkstation an alle Stationen die Warnung „Luftangriff auf Pearl Harbor. Dies ist keine Übung“.[30] Die Nachricht wurde auch in Washington empfangen und bereits wenige Minuten nach dem Beginn des Angriffs demMarineministerFrank Knox mitgeteilt. Fixiert auf die Philippinen wie der Rest der Führungsetage, wollte dieser es zuerst nicht glauben: „Das kann nicht stimmen, die müssen die Philippinen meinen“(My God! This can’t be true, this must mean the Philippines.).[8][33][34]

    Die japanischen Streitkräfte hatten zunächst Schwierigkeiten, sich zu formieren. EineSignalrakete sollte den Piloten signalisieren, dass sie immer noch unentdeckt waren. Viele sahen sie jedoch nicht und in dem Chaos griffen alle Bomber gleichzeitig an. 24 der Torpedobomber griffen die an der Ostseite von Ford Island liegenden amerikanischen Schlachtschiffe an.[35] DerNevada gelang es, zwei angreifende Maschinen abzuschießen, bevor sie von einem Torpedo und zwei Bomben getroffen wurde. DieCalifornia erhielt zwei Torpedo- und zwei Bombentreffer, einer der Bombentreffer brachte ein Magazin mit Flakmunition zur Explosion. Da nicht alle wasserdichten Schotten gesichert waren, kam es zu schweren Wassereinbrüchen, die man nicht unter Kontrolle bekam, weshalb das Schiff schließlich aufgegeben werden musste. Auf derOklahoma erzielten die ersten angreifenden Maschinen drei Torpedotreffer, nach denen das Schiff zu kentern begann. Während des Kenterns schlugen noch mindestens zwei weitere Torpedos in Bordwand und Aufbauten des Schlachtschiffs ein. Über 400 Matrosen wurden unter Deck eingeschlossen, 32 von ihnen konnten in den folgenden Tagen aus dem Wrack befreit werden. DieWest Virginia wurde von mindestens sechs Torpedos getroffen, doch durch schnelles Gegenfluten wurde ein Kentern des Schiffes verhindert, dieWest Virginia sank auf ebenem Kiel. Zusätzlich wurde sie von zwei Bomben getroffen, die einen Brand auf dem Achterdeck auslösten. Splitter eines Bombentreffers auf der benachbartenTennessee verletzten den Kommandanten, CaptainMervyn Sharp Bennion, tödlich. DieArizona wurde vermutlich von einem Torpedo getroffen, der unter dem neben ihr liegenden WerkstattschiffVestal durchgelaufen war, bevor um 08:10 Uhr eine Panzersprengbombe zwischen den beiden vorderenHaupttürmen einschlug. Die Bombe löste eine Kettenreaktion aus, die zur Explosion der vorderen Hauptmagazine mit über 450Tonnen Pulver führte. Durch die gewaltige Explosion wurde das Schlachtschiff fünf bis sechs Meter angehoben, wodurch es in zwei Teile zerbrach. Der vordere Teil des Schiffes wurde praktisch vollständig zerstört, zusätzlich entzündete die Explosion ausgelaufenes Öl auf der Wasseroberfläche. Dabei starben 1177 der 1400 Mann starken Besatzung, die Hälfte aller amerikanischen Toten des Angriffs, darunter auch der KommandantFranklin Van Valkenburgh undKonteradmiralIsaac C. Kidd. DieArizona brannte noch zwei Tage nach dem Angriff. Die auf der Innenseite derBattleship Row liegenden SchlachtschiffeMaryland undTennessee wurden vergleichsweise leicht beschädigt; von Torpedos konnten sie nicht getroffen werden, da auf der einen Seite Ford Island und auf der anderen Seite die außen liegenden SchlachtschiffeOklahoma undWest Virginia im Weg waren. Beide Schiffe wurden von je zwei Bomben getroffen, auf derTennessee fielen dadurch zwei der zwölf 356-mm-Geschütze aus. Die nach der Explosion derArizona aufsteigenden dichten Rauchwolken erschwerten den japanischen Bombenschützen das Zielen auf die beiden Schiffe. Das Achterschiff der von den gesunkenen Schiffen eingeklemmtenTennessee erlitt starke Schäden durch Hitzeeinwirkung, da es zwei Tage lang im brennenden Öl derArizona lag.

    Gleichzeitig griffen die restlichen 16 Torpedobomber die Nordwestseite von Ford Island an, wo sich auch die Liegeplätze der Flugzeugträger befanden.[35] Dort lagen aber nur die KreuzerDetroit undRaleigh, der Seeflugzeug-TenderTangier (AV-8) sowie das zum Schulschiff fürFlugabwehrkanoniere umgebaute alte SchlachtschiffUtah. Gemäß dem Befehl, nur Schlachtschiffe und Träger anzugreifen, drehten die meisten der Bomber ab, einige führten den Angriff trotzdem durch. Möglicherweise identifizierten sie die Schiffe falsch und hielten dieUtah für eines der neueren Schlachtschiffe, die es auszuschalten galt. DieUtah wurde von zwei Torpedos getroffen und kenterte nach zehn Minuten. DieRaleigh erhielt einen Torpedotreffer, konnte aber mit einiger Mühe über Wasser gehalten werden. Die restlichen Torpedobomber überflogen Ford Island und setzten danach zu einem Angriff auf die Schlachtschiffe an, bis auf eine Maschine, die ihren Torpedo auf den KreuzerHelena abwarf. Der Torpedo lief unter dem neben derHelena liegenden MinenlegerOglala hindurch und traf den Kreuzer mittschiffs, wodurch ein Maschinenraum überflutet wurde. Die Detonation fügte derOglala so schwere Schäden zu, dass sie zwei Stunden später kenterte.

    Wenige Minuten später ab8:05 Uhr überflogen 49 „Kate“-Bomber (ein Ausfall) die in „2er-Päckchen“ aufgereihten Schlachtschiffe und bombardierten sie aus ca. 3.000 Meter Höhe.[36] Die Bomben sollten dadurch anWucht gewinnen, um die gepanzerten Oberdecks der Schiffe zu durchschlagen. Durch die große Höhe und weil die Maschinen in 5-er Formation flogen und alle Bomben gleichzeitig abwarfen, sank die Treffergenauigkeit allerdings drastisch. Nur 8 dieser 800-kg-Bomben trafen ins Ziel.[37]

    Gleichzeitig griffen Sturzkampfbomber und Jäger die Flugplätze Ewa,Hickam Field, Wheeler Field, Ford Island und Kāneʻohe an. Besonders auf den Armee-Flugplätzen Hickam und Wheeler waren die nebeneinander aufgereihten amerikanischen Maschinen leichte Ziele, aber auch den anderen Flugplätzen erging es nicht viel besser. Neben Bellows Field, das nur von einem einzigen Jäger beschossen wurde, blieb nur der kleine Flugplatz Haleʻiwa verschont. Der Großteil der Flugzeuge wurde am Boden zerstört oder beschädigt. Es gelang nur, eine Handvoll amerikanischer Jäger der TypenP-36Hawk undP-40Warhawk zu starten. Am erfolgreichsten waren die PilotenKenneth M. Taylor undGeorge Welch, die während des Angriffs zweimal landeten, um neue Munition zu fassen, und insgesamt sechs japanische Maschinen abschossen.[33] Während des Angriffs trafen auch die erwarteten B-17-Bomber ein, die aber keineBordwaffen und nach dem langen Flug auch keine Treibstoffreserven mehr hatten. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als mitten im Angriff irgendwo die Landung zu versuchen, was allen elf Maschinen trotz der Angriffe japanischer Jäger gelang (einer der Bomber landete auf einem Golfplatz).[30] Weniger Glück hatten die ebenfalls eintreffenden Maschinen vom FlugzeugträgerEnterprise. Sie wurden nicht nur von japanischen Jägern, sondern auch von der amerikanischen Flak beschossen und verloren dabei sechs der 18 Bomber.

    Nachdem die letzten Maschinen der ersten Welle abgeflogen waren, kam es zu einer kurzen Ruhepause. Mehrere amerikanische Schiffe liefen aus dem Hafen aus, um den relativen Schutz der offenen See zu erreichen, die meisten von ihnen ohne vollständige Besatzung. So lief beispielsweise der ZerstörerBlue unter dem Kommando von vierEnsigns aus, kein Stammoffizier war an Bord. Auf dem Weg zur Hafenausfahrt sahen Besatzungsmitglieder des KreuzersSt. Louis plötzlich zwei Torpedos auf das Schiff zulaufen, die jedoch an einem Unterwasserhindernis explodierten. Wahrscheinlich wurden sie von einem der japanischen Kleinst-U-Boote abgeschossen. Der ZerstörerHelm sichtete ein weiteres Kleinst-U-Boot an der Hafenausfahrt, sein Angriff auf das Boot blieb erfolglos, aber das U-Boot strandete auf einem Riff. Eines der beiden Besatzungsmitglieder ertrank, das andere, LeutnantSakamaki Kazuo, wurde der erste japanische Kriegsgefangene der Amerikaner. Auch der ZerstörerMonaghan (DD-354) sichtete beim Auslaufen ein U-Boot im Hafenbecken, das er mit Wasserbomben versenkte. Von den Schlachtschiffen war dieNevada das einzige, das es schaffte abzulegen, da dieMaryland undTennessee durch die gesunkenenOklahoma undWest Virginia blockiert waren.

    Zweiter Angriff

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
    Die Wracks der ZerstörerCassin undDownes vor derPennsylvania
    B5N2 Bomber „Kate“ beim Angriff auf Hickam Field
    Das Wrack des ZerstörersUSSShaw im zerstörten SchwimmdockYFD-2

    DieNevada hatte das Hafenbecken noch nicht verlassen, als um8:50 Uhr die aus167 Sturz- und Horizontalbombern bestehende zweite japanische Angriffswelle eintraf[38] und zwar in folgender Gruppierung:[32]

    1. Gruppe: 54 „Kates“ (Nakajima B5N), angesetzt auf Flugzeuge und Hangars – 27 davon auf die Naval Air Station Kaneohe Bay, Ford Island und Barbers Point und 27 auf das Hickam Field

    2. Gruppe: 81 „Vals“ (Aichi D3A) (3 nicht gestartet), welche die Flugzeugträger und Kreuzer im Visier hatten

    3. Gruppe: 36 „Zeros“ (Mitsubishi A6M) (1 nicht gestartet), Ziel: in der Luft und auf dem Boden befindliche Flugzeuge auf Ford Island, Hickam Field, Wheeler Field, Barber's Point und die Naval Air Station Kaneohe Bay

    Die Angreifer hofften, das Schlachtschiff im engen Zufahrtskanal zu versenken und damit den Hafen zu blockieren. Sie erzielten mindestens fünf direkte Treffer, von denen zwei Löcher in den Rumpf schlugen. Als klar wurde, dass dieNevada nicht durch den Kanal gelangen würde, entschlossen sich die kommandierenden Offiziere abzudrehen und setzten das Schlachtschiff amHospital Point auf Grund.

    Das SchlachtschiffPennsylvania befand sich während des Angriffs im Trockendock, zusammen mit den ZerstörernCassin undDownes, die nebeneinander vor dem Schlachtschiff lagen. Die erste japanische Angriffswelle übersah diePennsylvania vollständig, erst die Maschinen der zweiten Welle entdeckten und bombardierten sie. Dabei erzielten sie jedoch nur einen einzigen Treffer, der einige Geschütze mittschiffs ausschaltete, aber ansonsten nur geringe Schäden verursachte. Die beiden Zerstörer wurden jedoch von mehreren für diePennsylvania bestimmten Bomben getroffen, deren Fragmente ihre Rümpfe durchlöcherten und das aus ihren Treibstofftanks auslaufende Öl entzündeten. Die zahlreichen Brände sowie explodierende Munition richteten schwere Schäden an den Rümpfen der Zerstörer an, die Rümpfe wurden durch die entstehenden strukturellen Schäden praktisch zerstört. Auch am Bug derPennsylvania entstand durch das Feuer ein allerdings eher oberflächlicher Schaden. Während des Angriffs wurde das Dock zur Hälfte geflutet, dadurch sollten im Falle der Zerstörung des Außentors des Docks Schäden durch hereinbrechendes Wasser verhindert werden. DieCassin schwamm dabei teilweise auf und kippte gegen die Seite derDownes. Der in der Nähe in einem Schwimmdock liegende ZerstörerShaw wurde dreimal im Vorschiff getroffen. Die resultierenden Brände bekam man nicht unter Kontrolle, sodass eine halbe Stunde später die vorderen Magazine des Zerstörers detonierten. Durch die Explosion wurde das Schwimmdock versenkt, außerdem verlor dieShaw ihren gesamten Bug, dessen Trümmer bis zu 800 Meter weit flogen.

    Andere Bomber der zweiten Welle griffen vereinzelt verschiedene Schiffe im Hafen an, so wurden dieRaleigh und dieCurtiss von je einer Bombe getroffen. Auch die Flugplätze wurden erneut bombardiert. Gegen 9:45 Uhr drehten die letzten japanischen Maschinen ab und kehrten zu ihren Flugzeugträgern zurück. Als eine der letzten Maschinen landete um 13:00 Uhr Fregattenkapitän Fuchida, der während des gesamten Angriffs über in Pearl Harbor geblieben war, um die entstandenen Schäden zu beobachten. Nachdem Admiral Nagumo seine erste Beurteilung gehört hatte, befahl er um 13:30 Uhr den Rückzug ohne einen weiteren Angriff.[33]

    Amerikanische Aufklärer, die nach dem Angriff starteten, suchten im Norden nach dem japanischen Verband, konnten ihn aber nicht finden, da er viel weiter nördlich als angenommen stand. Daraufhin wurde vermutet, dass der beobachtete An- und Abflug der Japaner aus Richtung Norden nur eine Finte war und die japanischen Träger westlich oder südlich von Hawaii standen.

    Verantwortlich für diese Fehleinschätzung waren die zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten Reichweiten der japanischen Trägerflugzeuge, welche die ihrer amerikanischen Gegenstücke weit übertrafen. Während die japanischenKate, Val undZero Reichweiten von über 1500 km hatten, hatte der amerikanische SturzkampfbomberSBDDauntless eine Reichweite von 1200 km, der TorpedobomberTBDDevastator schaffte mit einem Torpedo ausgerüstet sogar nur 700 km (1150 km mit einer 453-kg-Bombe). Die reine Flugstrecke für Hin- und Rückflug nach Pearl Harbor vom 400 km entfernten Startpunkt betrug schon 800 km. Zusätzlich flogen die meisten Maschinen nach dem Start zuerst im Kreis, während sie sich über den Trägern formierten und auf die restlichen Maschinen warteten. Auch während der Landung wurde zusätzlicher Treibstoff verflogen, da immer nur ein Flugzeug zur gleichen Zeit landen konnte und die anderen entsprechend lange warten mussten. Bei derSchlacht um Midway starteten die amerikanischen Träger ihre Maschinen erst, nachdem sie sich auf 200 km an ihr Ziel angenähert hatten. Dass die Japaner aus der doppelten Entfernung starten konnten, konnte man sich nicht vorstellen, weshalb die amerikanischen Aufklärer zu früh abdrehten. Diese Fehleinschätzung der Reichweiten führte in den folgenden Monaten auf Seiten der Alliierten immer wieder zu der falschen Annahme, japanische Flugzeugträger müssten in der Nähe sein, wenn japanische Flugzeuge dieser Typen an Orten gesichtet wurden, die nach fester Überzeugung der alliierten Kommandeure außerhalb der Reichweite japanischer Flugplätze lagen.

    Nagumos Entscheidung zum Rückzug

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
    Die U-Boot-Basis mit den daneben liegenden Treibstofftanks

    Nach der ursprünglichen Planung hätte auf die ersten beiden Angriffswellen mindestens eine weitere folgen sollen, um die Werftanlagen und Treibstofftanks zu zerstören. Der Verlust dieser Anlagen und Vorräte hätte Operationen der US-Streitkräfte im Pazifik in den folgenden Monaten massiv eingeschränkt. Angesichts des Kriegsverlaufs sind viele Historiker der Auffassung, dass das Ausschalten von Pearl Harbor als Flottenstützpunkt für die USA ein weit schwererer Verlust gewesen wäre als die ausgeschalteten Schlachtschiffe.

    Auf dem Träger Akagi traf sich Nagumo nach Rückkehr der Flugzeuge mit seinen Stabsoffizieren und den Geschwaderkommandanten der zurückgekehrten Angriffswellen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.Fuchida Mitsuo, Kommandant der ersten Angriffswelle und bis zum Abflug der zweiten Welle über dem Hafen kreisend, erläuterte die Ergebnisse des Angriffs. Er erklärte, dass vier Schlachtschiffe gesunken und drei schwer beschädigt seien sowie eins nicht voll getroffen und damit das Angriffsziel der beiden Angriffswellen erreicht worden sei. Fuchida undYamaguchi Tamon, Kommandeur der 2. Trägerdivision, plädierten für eine dritte und vierte Angriffswelle, um, wie geplant, auch die Werften und Öltanks zu zerstören. Die Forderung nach weiteren Angriffen wird von Historikern teils bestritten.Genda Minoru, der Planer des Angriffs, war dafür, die Träger nicht abzuziehen, sondern einige Tage vor Ort auf die zurückkehrenden US-Träger zu warten. Der Historiker Takuma Melber vermutet, dass Yamamoto, Oberbefehlshaber der Vereinigten Flotte, nicht gezögert hätte, die US-Träger zu suchen. Dennoch entschloss sich Admiral Nagumo, die dritte Welle nicht zu starten, sondern sich zurückzuziehen.[39]

    Zum Zeitpunkt der Entscheidung Nagumos befand sich der TrägerEnterprise bereits in Angriffsentfernung. NeunRotten mit 18Dauntless-Sturzkampfbombern der USS Enterprise gerieten in die erste Welle des japanischen Angriffes, weil man sie vorausgeschickt hatte. Die USS Enterprise befand sich bei Beginn des Angriffs nur 150 Seemeilen entfernt von Pearl Harbor. KonteradmiralWilliam F. Halsey ließ nach Meldung des Angriffs die restlichen Dauntless-Sturzkampfbomber,Torpedobomber vom TypDouglas TBD Devastator sowie sechsWildcat-Begleitjäger aufsteigen, um nach dem japanischen Angriffsverband zu suchen.[40] Unbestritten ist zudem, dass die Kapitäne der anderen fünf Flugzeugträger sich bereit erklärten, einen erneuten Angriff auszuführen, kurz nachdem die zweite Welle zurückgekehrt war.[41]

    Folgende Gründe sprechen laut Historikern für Nagumos Entscheidung:

    • Die von der ersten und zweiten Angriffswelle eintreffenden Berichte ließen keinen Zweifel daran, dass die in Pearl Harbor liegenden Schlachtschiffe vernichtend getroffen worden waren. Ohne diese Schiffe war die US-Flotte selbst bei massiver Verstärkung durch Schiffe aus dem Atlantik nicht in der Lage, die gleichzeitig angelaufene japanische Großoffensive in Südostasien ernsthaft zu behindern. Das strategische Hauptziel des Angriffs war damit erreicht.
    • Das Vorbereiten einer dritten Welle hätte beträchtliche Zeit gedauert. Die Maschinen der ersten Welle wurden nach der Landung sofort unter Deck gebracht, da die Flugdecks für die Landung der zweiten Welle frei sein mussten. Die Neuausrüstung mit Bomben und Treibstoff hätte zusätzlich Zeit benötigt, dann mussten die Maschinen zum Starten wieder auf das Flugdeck gebracht werden, wobei man gleichzeitig die auf dem Flugdeck stehenden gelandeten Maschinen in das Hangardeck bringen musste. Dieser komplexe und zeitraubende Prozess hätte bedeutet, dass die dritte Welle nicht vor Einbruch der Dunkelheit zurückgekehrt wäre. Nachtlandungen auf Trägern waren 1941 nicht üblich, es gab noch keine sicheren Verfahren für das Landen bei Dunkelheit, und die Trägermaschinen waren zumeist nicht nachtflugtauglich. Eine Nachtlandung hätte höchstwahrscheinlich den Verlust vieler erfahrener Piloten bedeutet, die Japan nicht entbehren konnte. Darüber hinaus wären die Schiffe während der Neuausrüstung der Flugzeuge äußerst verwundbar gewesen. Sechs Monate später wurden die FlugzeugträgerAkagi, Sōryū, Hiryū undKaga in derSchlacht um Midway durch einen verhältnismäßig schwachen Angriff, der zufälligerweise während ihrer Startvorbereitungen erfolgte, vernichtet.
    • Die Verluste der zweiten Welle waren doppelt so hoch gewesen wie die der ersten, da sie ohne Überraschungsmoment angriff. Ein weiterer Angriff würde aufgrund der mehrstündigen Pause gegen einen voll abwehrbereiten Feind fliegen und noch höhere Verluste erleiden.
    • Solange die Maschinen unterwegs waren, musste Nagumo auf seiner Position bleiben, damit sie ihn zum Landen finden konnten. Dies würde jedoch amerikanischen Streitkräften die Möglichkeit zum Gegenschlag mit eventuell verbliebenen Bombern sowie ihren U-Booten geben. Obwohl die japanischen Geschwader zur Täuschung die Insel aus allen Richtungen angeflogen hatten, musste er damit rechnen, dass die Amerikaner bemerkt hatten, aus welcher Richtung die Maschinen an- und abflogen.
    • Die Flugzeugträger wurden für die Offensive in Südostasien benötigt. Viele der Ziele inIndonesien undNeuguinea lagen außerhalb der Reichweite landgestützter Flugzeuge. Er durfte seine Verbände (Träger und ihre Flugzeuge) keinem großen Risiko aussetzen, wenn es dafür keinen zwingenden Grund gab. Die Vernichtung des Stützpunktes Pearl Harbor war seiner Meinung nach nicht ausreichend dafür.
    • Die US-Flugzeugträger lagen nicht in Pearl Harbor, und daher bestand die Gefahr, dass sie plötzlich auf die japanische Flotte treffen würden. Befänden sich die japanischen Flugzeuge zu diesem Zeitpunkt über Pearl Harbor, wären die japanischen Träger den Angriffen der US-Trägerflugzeuge nahezu schutzlos ausgeliefert. Diese Gefahr hätte aber durch Zurücklassen von Jagdflugzeugen gebannt werden können.

    Yamamoto bedauerte später Nagumos Entscheidung, sich zurückzuziehen, und erklärte kategorisch, es sei ein großer Fehler gewesen, keinen dritten Angriff anzuordnen.[42]

    Bilanz

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

    Verluste

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
    DieOklahoma wird aufgerichtet, März 1943.
    West Virginia (vorne) undTennessee schwer beschädigt auf Grund liegend

    Die unmittelbaren Ergebnisse des Angriffs sind widersprüchlich beurteilt worden. Dies liegt daran, dass kleinere Schiffe oft nicht mitgezählt wurden oder es Unstimmigkeiten bei der Zählung von beschädigten oder zerstörten Schiffen gab. Die Toten und Verwundeten wurden teilweise getrennt nach Zivilisten, Marine- und Armee-Zugehörigkeit erfasst, in manchen Bilanzen wurden die zivilen Opfer gar nicht erfasst.

    Die folgende Bilanz gibt also nur ungefähr wieder, welche Zerstörung und wie viele Opfer in Pearl Harbor zu verzeichnen waren.

    Verluste auf US-amerikanischer Seite

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
    • 2403 Gefallene
    • 1178 Verwundete
    • 18 Schiffe waren versenkt oder – zum Teil schwer – beschädigt worden.
    • 9 beschädigte Schiffe
    • 188 zerstörte Flugzeuge
    • 159 beschädigte Flugzeuge

    Letztendlich wurden bis auf drei Schiffe (dieArizona, dieOklahoma und dieUtah) alle versenkten oder schwer beschädigten amerikanischen Einheiten wieder gehoben und noch im Zweiten Weltkrieg wieder eingesetzt.[43] Zusammen mit derMississippi schlugen fünf der in Pearl Harbor versenkten oder beschädigten Schlachtschiffe (Maryland, West Virginia, Tennessee, California undPennsylvania) 1944 dieSchlacht in der Surigao-Straße. In diesem letzten Gefecht zwischen Schlachtschiffflotten, ausgetragen von Schlachtschiffen aus dem Ersten Weltkrieg und nicht den modernerenIowas undYamatos, versenkten sie die japanischen SchlachtschiffeYamashiro undFusō. DieNevada fuhr 1944 als Teil der alliierten Invasionsflotte in Richtung Normandie.

    Der schlimmste Verlust für die USA war der Tod der vielen Menschen. Von den 2403 Toten waren 2008 Marineangehörige, 109 des Marine Corps, 218 Angehörige der Armee. 78 Zivilisten waren unter den Toten. Hinzu kamen 1178 Verwundete.[44]Die durch die Magazinexplosion fast völlig zerstörteArizona ist heute eine Gedenkstätte; das Wrack des zum Flak-Ausbildungsschiff umgebauten alten SchlachtschiffsUtah wurde lediglich in eine Position gezogen, wo es nicht im Weg liegt. Als letztes Schiff wurde 1943 die gekenterteOklahoma gehoben, die langwierige Reparatur ihrer massiven strukturellen Schäden lohnte sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.

    Am 25. Dezember 2024 starb mit dem früherenFunker Warren „Red“ Upton der älteste Überlebende auf amerikanischer Seite im Alter von 105 Jahren.[45]

    Verleihungen der Medal of Honor

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

    15 Soldaten wurden für ihr Verhalten während des Angriffes mit derMedal of Honor, der höchsten Tapferkeitsauszeichnung der US-Streitkräfte geehrt, davon 10postum.

    Verluste auf japanischer Seite

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
    Wrack eines japanischenKleinst-U-Bootes
    • Etwa 65 Piloten und U-Boot-Besatzungsmitglieder gefallen,
    • etwa 29 zerstörte Flugzeuge,
    • 5 versenkte Zwei-Mann-U-Boote,
    • 1 Gefangener (U-Boot-Kommandant LeutnantSakamaki Kazuo).

    Unter den getöteten Piloten war Shigenori Nishikaichi, der mit seiner Mitsubishi A6M Zero aufNiʻihau notlandete. Beim sogenanntenNiʻihau-Zwischenfall wurde Shigenori am 13. Dezember 1941 von hawaiischen Bewohnern getötet.[46] Die geringen japanischen Verluste von lediglich 29 Flugzeugen übertrafen selbst die optimistischsten Prognosen der Planer des Angriffs. Man hatte mit weit höheren Verlusten gerechnet. Dass diese nicht eintraten, lag sowohl an der erreichten vollständigen Überraschung sowie an der mangelnden Kampfbereitschaft, in der sich die amerikanischen Streitkräfte vor dem Angriff befanden.

    Der letzte Überlebende auf japanischer Seite, Masamitsu Yoshioka, starb 106-jährig am 28. August 2024.[47]

    Strategische Auswirkungen

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
    Die japanischen Eroberungen von 1937 bis März 1942

    Gleichzeitig mit dem Angriff auf Pearl Harbor begann die japanische Offensive im Pazifik, japanische Truppenmarschierten in Thailand ein undlandeten auf den Philippinen. Am Morgen des 10. Dezembers malaiischer Ortszeit (knapp 48 Stunden nach dem Angriff) versenkten japanische Bomber mit derPrince of Wales und derRepulse zum ersten Mal in der Geschichte Schlachtschiffe auf hoher See und in vollerGefechtsbereitschaft. Die Versenkung dieser schnellen und modernen Schiffe allein durch Luftstreitkräfte beendete die bis dahin dominierende Rolle des Schlachtschiffes in der Seekriegsführung.

    Mit nur noch einem verfügbaren Schlachtschiff, der nicht in Pearl Harbor liegendenColorado, stellte die amerikanische Pazifikflotte keine Bedrohung mehr dar, was Japan erlaubte,seine gesamte Flotte in Südostasien einzusetzen. Durch seine jetzt gewaltige Überlegenheit zur See und in der Luft hatte es die uneingeschränkte Initiative im Kampfraum, wodurch es den Japanern gelang, die nominell gleich starken alliiertenABDA-Streitkräfte (beide Seiten verfügten im Kampfgebiet über etwa elfDivisionen an Landstreitkräften) innerhalb von drei Monaten ohne größere Schwierigkeiten zu überrennen.

    Der amerikanischen Pazifikflotte blieb nach dem Angriff nur die Defensive übrig. An offensive Operationen war für lange Zeit nicht zu denken, da die japanische Flotte jetzt in jeder Hinsicht überlegen war. Zwar gelang es, die leichter beschädigten SchlachtschiffeMaryland, Tennessee undPennsylvania binnen dreier Monate in Tag- und Nachtarbeit zu reparieren, womit zusammen mit derColorado und den aus dem Atlantik zurückverlegtenIdaho, Mississippi undNew Mexico wieder sieben Schlachtschiffe zur Verfügung standen. Damit war man jedoch den inzwischen um dieYamato verstärkten elf japanischen Schlachtschiffen deutlich unterlegen.

    Bei den Flugzeugträgern war das Kräfteverhältnis noch ungünstiger. Obwohl man keinen Träger verloren hatte und Verstärkung durch dieYorktown undHornet erhielt, standen den fünf amerikanischen Trägern elf japanische gegenüber. Erheblich schwerer als die numerische Unterlegenheit wog der qualitative Unterschied in dieser nun äußerst wichtigen Waffengattung. Die Japaner verfügten über große Erfahrung in Trägeroperationen, ihre Mannschaften waren perfekt eingespielt und ihre Piloten hatten in den letzten vier Jahren über China Kampferfahrung sammeln können. Auf amerikanischer Seite waren größere Trägeroperationen zwar nichts Neues, denn man hatte in Manövern der Vorkriegszeit Angriffe von Flugzeugträgern auf denPanamakanal geübt und ausgewertet. Da aber die US-Träger in der Zwischenzeit mit neuen Flugzeugmustern ausgerüstet worden waren, hatte man anfangs Probleme mit der Koordination der Aktivitäten auf dem Flugdeck. Als sechs Monate später in derSchlacht um Midway die TrägerEnterprise undHornet alle Maschinen zu einem gemeinsamen Angriff starten sollten, dauerte es nach dem Start der ersten Hälfte der Maschinen zu lange, die zweite Hälfte startklar zu machen. Man war gezwungen, den gemeinsamen Angriff aufzugeben und die bereits gestarteten Flugzeuge alleine loszuschicken, bevor sie beim Warten zu viel Treibstoff verflogen. Als Folge davon erlitten die jetzt ohne Jagdschutz angreifenden Verbände schwere Verluste. Schwerer jedoch wog die mangelnde technische Ausrüstung, speziell bei Jagdflugzeugen und der Torpedowaffe. DieGrumman F4F war derMitsubishi A6M in Manövrierfähigkeit, Steigleistung und Geschwindigkeit stark unterlegen und es dauerte bis Mitte 1943, bis geeignete Flugzeugmuster (Grumman F6F undVought F4U) zur Verfügung standen. Allerdings ermöglichte die inzwischen vonJohn S. „Jimmy“ Thach entwickelte neue Luftkampftaktik den US-Piloten auch mit den älteren Maschinen echte Chancen auf Luftsiege gegen die japanischen Typen. Bei den Torpedoflugzeugen war dieDouglas TBD hoffnungslos veraltet. Zwar wurde sie nach der Schlacht um Midway durch dieGrumman TBF ersetzt, aber die Torpedos selbst waren langsam und funktionierten nur selten. Aus Ersparnisgründen hatte man nur wenige Tests vor dem Krieg durchgeführt, sodass bis 1943 keine wirkungsvollen Torpedos zur Verfügung standen. Die Leistung des japanischenLong-Lance-Torpedos wurde nie erreicht.

    Da der Überwasserflotte auf absehbare Zeit nichts weiter übrig blieb, als zu versuchen, die Stellung so gut es ging zu halten, bis von den Werften Verstärkung durch neue Schiffe kam (Zu diesem Zeitpunkt waren bereits elf Flugzeugträger derEssex-Klasse genehmigt oder im Bau), wurden dieU-Boote zur einzigen Waffe, mit der offensiv gegen Japan agiert werden konnte. Als neuer Befehlshaber der Pazifikflotte wurde deshalbChester W. Nimitz ernannt, einer der wenigen aus der U-Boot-Waffe hervorgegangenen Admiräle. In der Folgezeit führten die amerikanischen U-Boote gegen das auf seine Seeverbindungen angewiesene Japan einenTonnagekrieg, der so erfolgreich war, dass er heute von allen Seiten als eine der Hauptursachen für den amerikanischen Sieg im Pazifik angesehen wird.[48]

    Das japanische Oberkommando betrachtete die Schlacht seinerzeit als einen strategischen Erfolg, der seine kühnsten Erwartungen übertraf. Die japanische Flotte hatte an der Grenze ihrer Reichweite operiert, den Feind in einem kaum für möglich gehaltenen Ausmaß überrascht und seine gesamte Schlachtflotte auf einen Schlag ausgeschaltet. Angesichts der unerwartet niedrigen eigenen Verluste von nur 29 Maschinen erschienen das Fehlen der Flugzeugträger sowie die Verschonung der Docks und Öllager als kleine Schönheitsfehler in einem ansonsten unglaublich perfekten japanischen Sieg.

    Heute wird der Angriff hingegen in allen Punkten als vollständiger strategischer Fehlschlag angesehen. Dass man keinen Flugzeugträger versenkte, war noch entschuldbar, da das japanische Oberkommando ihre Abwesenheit weder voraussehen noch darauf reagieren konnte, als man über das Konsulat vom Auslaufen auch derLexington am 5. Dezember erfuhr. Der Angriff konnte nur am 7. Dezember durchgeführt werden, der japanische Kampfverband hatte keine Treibstoffreserven, die ein Verschieben des Angriffs erlaubt hätten, geschweige denn, dass man die gesamte Offensive in Südostasien kurzfristig aufhalten konnte. Dass Nagumo es unterließ, den Stützpunkt mit dessen Einrichtungen anzugreifen und zu zerstören, war jedoch sehr nachteilig für die Japaner. Der Verlust der einzigen Docks im Zentralpazifik hätte die USA zweifellos am härtesten getroffen. Dass dies unterblieb, zeugt von einer falschen Setzung der Prioritäten sowohl bei Nagumo selbst als auch beim Oberkommando, das die Entscheidung, den Angriff abzubrechen, später als richtig ansah.

    Inwiefern der Abbruch des Angriffs ohne eine 3. Angriffswelle als Fehleinschätzung der Lage zu werten ist, wird teilweise kontrovers diskutiert. Richtig ist zwar die Annahme, dass eine Zerstörung der Docks und Treibstofftanks die USA erheblich in den strategischen Planungen behindert und wahrscheinlich zum Rückzug an die US-Westküste gezwungen hätte. Allerdings steht dieser Tatsache gegenüber, dass den japanischen Streitkräften der Angriffsflotte die taktischen Mittel für erfolgreiche Angriffe auf eine große Marinebasis gefehlt hatten. Aufgrund der Zusammensetzung der zur Verfügung stehenden trägergestützten Luftstreitkräfte wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit nur ein Angriff mit Sturzkampfbombern in Frage gekommen, die bereits in den ersten beiden Angriffswellen mit die größten Verluste erlitten hatten (allein in der 2. Angriffswelle gingen 14 Sturzkampfbomber verloren, 41 wurden beschädigt). Der Erfolg einer 3. Angriffswelle muss daher, da sich die Luftabwehr in Pearl Harbor schnell erholt hatte, bezweifelt werden. Zudem wäre nur eine Bewaffnung der Angriffsflugzeuge mit 250-Kilogramm-Bomben möglich gewesen, was wirkungsvolle Schläge zusätzlich erschwerte. Welche Auswirkungen der Angriff von Trägerflugzeugen auf einen gesicherten und vorbereiteten Stützpunkt hat, zeigte sich wenige Monate später beim Angriff auf Midway.

    Auch der Angriff auf die Schlachtschiffe wird oft kritisiert: da sie im flachen Hafenwasser sanken, konnten sie doch relativ einfach wieder gehoben und repariert werden. Hätte Japan gemäß dem ursprünglichen Kriegsplan (gültig vor der Verlegung der Flotte von San Diego nach Pearl Harbor) das Auslaufen der Flotte zur Verstärkung der angegriffenen Philippinen abgewartet und die Schlachtschiffe dann auf hoher See versenkt, wären diese permanent verloren gewesen. Hinzu kommt noch, dass sich die versenkten Schlachtschiffe auf Grund ihrer geringen Geschwindigkeit für die neue Rolle des Schlachtschiffs als Flugzeugträger-Eskorte ungeeignet erwiesen und während des Krieges hauptsächlichamphibische Landungen mit ihrer Artillerie unterstützten. Zu dem Verlust des Materials wäre auf hoher See zudem eine weitaus höhere Zahl an menschlichen Verlusten gekommen, die man hätte ersetzen müssen. Anders dagegen die Situation nach Pearl Harbor: Viele Matrosen und Spezialisten standen auch nach dem Angriff noch zur Verfügung und waren praktisch gefechtsbereit. Zu diesen Überlegungen kommt noch eine weitere Tatsache hinzu: Durch die Versenkung der älteren Schlachtschiffe blieb den USA letzten Endes nur die Konzentration auf den Bau von Flugzeugträgern, um der japanischen Marine die Stirn zu bieten. Auf diese Weise hat Pearl Harbor den marinestrategischen Paradigmenwechsel beschleunigt. Während des Krieges stellten die USA allein 18 großeFlottenträger und 77Geleitträger in Dienst.

    Abschließend muss in diesem Zusammenhang festgehalten werden, dass der Angriff auf Pearl Harbor – so schwerwiegend er auch gewesen sein mag – für das Kaiserreich Japan nicht nur ein strategischer Misserfolg war, sondern eigentlich bereits den Weg des Kriegsverlaufs vorzeichnete. Einer der größten Fehler war in den Augen einiger Autoren die Tatsache, dass sich Japan auf den Krieg mit den USA und deren Potenzial eingelassen hat, ohne eine genaue Strategie zu entwickeln, wie dieser Konflikt zum gewünschten Ergebnis führen sollte, und diese Nachlässigkeit auch in den folgenden Kriegsjahren nicht revidieren konnte.

    Politische Auswirkungen

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
    Franklin D. Roosevelt unterzeichnet als Reaktion am 8. Dezember die Kriegserklärung an Japan.
    Propagandaplakat: „Rächt Pearl Harbor“

    Die schwerwiegendste Folge war die Wirkung des Angriffs auf die öffentliche Meinung in den USA:Isolationismus undPazifismus verloren auf einen Schlag ihren Einfluss. Am 8. Dezember erklärten die USA Japan offiziell den Krieg, dieKriegserklärung wurde im vorher zwischen Isolationisten und Interventionisten gespaltenenKongress mit nur einer Gegenstimme verabschiedet.[49] Vier Tage später erklärten Deutschland und Italien, die von dem Angriff ebenfalls überrascht worden waren,den USA den Krieg, womit die USA im dritten Kriegsjahr auch offiziell in den europäischen Teil des Krieges einbezogen wurden.

    Der Überraschungsangriff galt in den USA als hinterhältig und perfide, da er ohne vorherige Kriegserklärung (auch die am 7. Dezember verspätet überreichte Note enthielt lediglich den Abbruch der Verhandlungen) und für die Bevölkerung der USA vollkommen überraschend erfolgt war. In den USA gilt der Begriff Pearl Harbor seither als Metapher für einen verheerenden, unprovozierten und unvorhergesehenen Angriff. Der 7. Dezember 1941 wird oft alsDay of Infamy (Tag der Ehrlosigkeit) bezeichnet, nach der Eröffnung derRede Präsident Roosevelts/?, mit der er am nächsten Tag vom Kongress die Zustimmung zur Kriegserklärung einholte.[50] Der Wunsch nach Rache und Sieg über Japan führte dazu, dass die Rekrutierungsstellen der Streitkräfte starken Andrang Freiwilliger hatten. Den Hass bekamen japanischstämmige Amerikaner als erste zu spüren, sie wurden Opfer zahlreicher Übergriffe und schließlich inInternierungslagern inhaftiert. 1988 entschuldigte sich PräsidentRonald Reagan im Namen der US-Regierung für dieses auf „Rassismus, Vorurteilen und Kriegshysterie“ basierende Verhalten.[51]

    Zur Untersuchung des Angriffs setzte Präsident Roosevelt eineUntersuchungskommission unter dem Vorsitz desVerfassungsrichtersOwen Roberts ein. Am 28. Januar 1942 erklärte die Kommission in ihrem Bericht Admiral Kimmel und General Short zu den Hauptverantwortlichen für die Niederlage.[52] Man warf ihnen auf Grund der mangelnden Gefechtsbereitschaft ihrer Streitkräfte Pflichtvernachlässigung vor. Sie hätten Warnungen nicht ernst genug genommen und besonders Short habe durch seine Entscheidung, sämtliche Flugzeuge in der Mitte der Flugplätze zu parken, diese zu leichten Zielen gemacht. Beide Kommandeure waren bereits Mitte Dezember 1941 von ihren Posten abgelöst worden, wodurch sie automatisch von ihren bisherigen (aber nur temporär für ihr Kommando vergebenen) 4-Sterne-Rängen in 2-Sterne-Ränge zurückfielen. Ihre Karrieren waren damit praktisch beendet. Die von der Roberts-Kommission vertretene Auffassung war von Anfang an kontrovers; viele sahen in Kimmel und Short Sündenböcke, die bei einer Anklage von einem Militärgericht jederzeit freigesprochen worden wären. 1944 führten zwei Kommissionen, eine der Armee (Army Pearl Harbor Board) und eine der Marine (Navy Court of Inquiry), eine weitere Untersuchung des Angriffs durch (insgesamt wurden nach der Roberts-Kommission bis 1946 sieben Untersuchungen des Angriffs durchgeführt). Tatsächlich befand der Navy Court of Inquiry, dass Admiral Kimmel nichts vorzuwerfen sei, der Bereitschaftsgrad der Flotte sei der Admiral Kimmel bekannten Lage angemessen gewesen. Besonderes Gewicht wurde darauf gelegt, dass die Flakgeschütze der Schiffe einsatzbereit waren und bei Beginn des Angriffs sofort das Feuer eröffneten, während die Flakgeschütze der Armee teilweise stundenlang auf Munition warteten. General Short hingegen wurde massiv kritisiert, weil er die Möglichkeit eines Angriffs nicht vorhergesehen hatte und Pearl Harbor in seiner Kriegswarnung nicht als mögliches Angriffsziel erwähnt wurde.[53] Das Army Pearl Harbor Board befand, dass sich General Short tatsächlich der Pflichtvernachlässigung schuldig gemacht habe, kritisierte aber ebenfalls die Armeeführung in Washington, insbesondere General Marshall. Auch die Armeeführung habe die Möglichkeit eines Angriffs nicht erkannt und den ihr bekannten geringen Bereitschaftsgrad der Armee in Hawaii nicht korrigiert, obwohl sie mit einem bevorstehenden Krieg mit Japan rechnete.[54]

    Beide Berichte wurden jedoch während des Krieges geheim gehalten, zum einen, weil mehrere der kritisierten Offiziere inzwischen hohe Positionen innehatten und dort als hervorragend bewertete Arbeit leisteten; ihre Ablösung wurde für die Kriegführung als nachteilig angesehen. Ein anderer Grund war die Rolle, die die entschlüsselten japanischen Funksprüche für die Beurteilung durch die Kommissionen hatten. Dass der japanische Code gelesen werden konnte, musste aber während des noch laufenden Krieges geheim bleiben.

    Am 25. Mai 1999 schließlich verabschiedete derSenat mit 52 zu 47 Stimmen eine Resolution, die Kimmel und Short von allen Vorwürfen freisprach und sie posthum in den 4-Sterne-Rang erhob, den alle anderen ranghöheren US-amerikanischen Offiziere des Zweiten Weltkrieges spätestens bei ihrem Ausscheiden aus den Streitkräften erhalten hatten.[55]

    In Japan löste der Angriff gemischte Gefühle aus. Admiral Yamamoto war entsetzt darüber, dass die japanische diplomatische Note erst nach dem Angriff überreicht worden war. Dies verschlimmerte die seiner Meinung nach von Anfang an nicht aussichtsreiche Lage Japans, den Krieg zu gewinnen. Den Tag nach Pearl Harbor soll er in Depressionen versunken verbracht haben, während sein Stab feierte. Es gibt zwar keinen Beleg, dass er den berühmten Satz „Ich fürchte, alles, was wir erreicht haben, ist, einen schlafenden Riesen zu wecken und mit einem furchtbaren Vorsatz zu erfüllen.“ je gesagt hat, der ihm im FilmTora! Tora! Tora! zugeschrieben wird. Nach Aussage von Zeitzeugen gibt der Satz aber die Stimmung Yamamotos nach dem Angriff durchaus zutreffend wieder. Für die japanische Bevölkerung kam der Angriff genauso überraschend wie für die amerikanische, und obwohl die japanische Regierung seit einiger Zeit durch Propaganda anti-amerikanische Stimmung zu erzeugen versuchte, scheinen viele Japaner entsetzt darüber gewesen zu sein, dass sie sich jetzt im Krieg mit den Vereinigten Staaten befanden, einem Land, das von nicht wenigen Japanern bewundert wurde. Die Japaner scheinen jedoch die Rechtfertigung der Regierung, dass der Krieg unvermeidbar war, akzeptiert zu haben und unterstützten im Folgenden bis zurjapanischen Kapitulation die Kriegspolitik.[56]

    Gedenken und Symbolwirkung

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

    75 Jahre nach dem Angriff auf Pearl Harbor empfing 2016 der amerikanische PräsidentBarack Obama in Pearl Harbor den japanischen MinisterpräsidentenShinzō Abe. Ihr Treffen gilt nach dem Besuch Präsident Obamas 2015 inHiroshima als weiterer Schritt der Versöhnung beider Staaten.[57]

    Verschwörungstheorien

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
    Hauptartikel:Verschwörungstheorien zum Angriff auf Pearl Harbor

    Neben der Untersuchung und Diskussion darüber, wer die Verantwortung für die Verluste der USA in Pearl Harbor hatte, kam es kurze Zeit danach zu Verschwörungstheorien. Zum Teil steckten dahinter Kreise, die die Schuldigen für die Versäumnisse der geheimdienstlichen Aufklärung über die Aktionen der Japaner, die Versäumnisse bei der Kommunikation der bestehenden Warnungen vor dem Überfall und für die Fehler bei der Verteidigung von Pearl Harbor entlasten wollten. Auch der US-Präsident rückte in die Mitte der Anschuldigungen, als Verdächtigungen die Runde machten, die US-Regierung habe den Angriff gezielt provoziert oder von dem kommenden Angriff gewusst und die Flotte in Pearl Harbor nicht gewarnt, um den USA mit dem japanischen Angriff einen Grund für den Eintritt in den „Krieg gegen die Achsenmächte“ zu liefern.[58]

    Amerikanische und britische Geheimdienste hätten nach Darstellung des in der Literaturliste erwähnten Robert Stinnet schon Wochen zuvor nicht nur den streng geheimen diplomatischen Funkverkehr aus Tokio decodiert und mitgehört, die Funkaufklärung der Marine soll auch den entscheidenden japanischen Militärcode(5-Num-Code) vorzeitig entschlüsselt haben. Auch soll der japanische Flottenverband die befohlene Funkstille nicht eingehalten haben, sodass die amerikanische Funküberwachung dessen Bewegungen hätte mitverfolgen können. Diese Thesen werden von der Mehrzahl der akademischen Historiker zurückgewiesen. Es fehlen seriöse Belege, manchmal mangelt es an Logik.[59] So stellt Krebs klar, dass die Amerikaner am 7. Dezember 1941 zwar den diplomatischen Code geknackt hatten, nicht aber den Code der Marine. Die Vorbereitung eines Angriffes auf Pearl Harbor war den japanischen Diplomaten nicht bekannt und wurde nur im Marine-Funkverkehr behandelt, den die Amerikaner noch nicht entschlüsselt hatten. Erst ab 1942 konnte davon die Rede sein, wobei die Amerikaner einige Codes erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges knacken konnten. Diese falschen Behauptungen Stinnets wurden nach Krebs schon 1999 bei der amerikanischen Erstausgabe des Stinnet-Buches von amerikanischen Fachwissenschaftlern moniert. In der deutschen Ausgabe wurden die Bedenken gegen dieses Buch nicht berücksichtigt. Als Beweis für das Nichteinhalten der Funkstille des Flottenverbandes führt Stinnet größtenteils Funksendungen von Landstationen an die japanische Flotte an. Nach Krebs konnte man mit solchen Funksendungen den Standort der Angriffsflotte nicht feststellen.

    Schon wenige Wochen nachdem das japanische Marineministerium die Entscheidung getroffen hatte, einen Angriff auf Hawaii in die Kriegsplanungen aufzunehmen, erhielten die USA eine Warnung. Am 27. Januar 1941 berichtete der amerikanische Botschafter in Japan,Joseph C. Grew, dass ein gut informierterperuanischer Gesandter ihm erzählt habe, dass das japanische Militär einen Überraschungsangriff auf Pearl Harbor plane, falls es zu »Streitigkeiten zwischen den USA und Japan käme«. Dabei würden die Japaner alle militärischen Mittel einsetzen, die sie besäßen.[60][61] Diese Meldung wurde in Washington als unglaubwürdig eingestuft, zumal zu diesem Zeitpunkt das Verhältnis zu Japan noch gut war.[62] Zur gleichen Zeit erreichten die USA aber auch gegenteilige Meldungen, sodass es schwer war, die Wichtigkeit dieser einen Meldung zu erkennen. Anhänger von Verschwörungstheorien, die sich auf den Angriff auf Pearl Harbor beziehen, argumentieren dagegen, die US-Führung sei somit über den Angriff auf Pearl Harbor im Kriegsfall von Beginn der Vorbereitungen an informiert gewesen.

    Filme

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

    Siehe auch

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

    Literatur

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
    • Steven M. Gillon:Pearl Harbor: FDR Leads the Nation into War. Basic, New York 2011,ISBN 978-0-465-02139-0.
    • Jeffrey J. Gudmens:Staff Ride Handbook for the Attack on Pearl Harbor, 7 December 1941: A Study in defending America. „Combat Studies Institute Press“, DIANE Publishing, 2005,ISBN 1-4289-1644-X (englisch;eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
    • Marcel Hartwig:Die traumatisierte Nation?: »Pearl Harbor« und »9/11« als kulturelle Erinnerungen. transcript, Bielefeld 2011,ISBN 978-3-8376-1742-9.
    • Peter Herde:Pearl Harbor, 7. Dezember 1941. Der Ausbruch des Krieges zwischen Japan und den Vereinigten Staaten und die Ausweitung des europäischen Kriegs zum Zweiten Weltkrieg. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980,ISBN 3-534-07555-2 (weitere Auflagen).
    • David Kahn:The Codebreakers. The Story of Secret Writing. Scribner, New York 1996,ISBN 0-684-83130-9.
    • Takuma Melber:Pearl Harbor. Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA. C.H. Beck, München 2016,ISBN 978-3-406-69818-7.[64]
    • Craig Nelson:Pearl Harbor: From Infamy to Greatness. Weidenfeld & Nicolson, London 2016,ISBN 978-1-4746-0564-9.
    • Gordon W. Prange u. a.:December 7, 1941. The Day the Japanese Attacked Pearl Harbor. McGraw Hill Books, New York 1991,ISBN 0-517-06658-0.
    • Gordon W. Prange:At Dawn We Slept. The untold story of Pearl Harbor. Penguin Books, London 2001,ISBN 0-14-100508-4.
    • Mark E. Stille:TORA! TORA! TORA! Pearl Harbor 1941. Osprey Publishing, Oxford 2011,ISBN 978-1-84908-509-0.

    Weblinks

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
    Commons: Angriff auf Pearl Harbor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

    [Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
    1. Christopher Chant:The Encyclopedia of Codenames of World War II – Operation Ai. Verlag Routledge Kegan & Paul, 1987,ISBN 0-7102-0718-2 (englisch,codenames.info [abgerufen am 11. Januar 2021] aktualisiert am 2. Dezember 2024). 
    2. Takuma Melber:Pearl Harbor. Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA. München 2016, S. 15.
    3. Ian Kershaw:Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2008,ISBN 978-3-421-05806-5, S. 418 ff.
    4. Amerikanische Außenpolitik November 1939 bis November 1941. (Memento vom 23. Oktober 2006 imInternet Archive) In:onwar.com (englisch).
    5. Military History Section Headquarters, Army Forces Far East:The Japanese Monographs. In:ibiblio.org, 14. Februar 1998, abgerufen am 28. Dezember 2024 (englisch; Zusammenstellung der japanischen Militärhistorischen Abteilung zur Politik zwischen 1937 und 1941).
    6. Appendix No 3. Testimony by Prime Minister Tojo before the International Military Tribunal for the Far East. Relating to Japan’s Decision to go to War. In:ibiblio.org, abgerufen am 28. Dezember 2024 (englisch; Aussage Tōjōs vor dem Internationalen Tribunal).
    7. Walter Lord:Midway: The Incredible Battle. Wordsworth Editions Ltd., 2000,ISBN 1-84022-236-0.
    8. abcdQuelle: Dan van der Vat:Pearl Harbor. Der Tag der Schande.
    9. Japanese “Fourteen Part” Message of December 7, 1941. In:ibiblio.org, abgerufen am 28. Dezember 2024 (englisch; Die japanische Note vom 7. Dezember 1941).
    10. abcdDavid Kahn:The Codebreakers.
    11. Mike Bennighof:Americans and the Bismarck. In:avalanchepress.com, Januar 2022, abgerufen am 28. Dezember 2024 (englisch; US-Streitkräfte im Atlantik 1941).
    12. Vgl. Jeffrey Record:Japan’s Decision for War in 1941: Some Enduring Lessons. US Army Military Institute 2009, S. 26.
    13. Koolau Range. In:Encyclopædia Britannica. 1. November 2023, abgerufen am 29. Dezember 2024.
    14. Blake Stilwell:A US Sailor Showed Japan How to Attack Pearl Harbor. In:Military.com Network. 30. November 2021, abgerufen am 22. Januar 2024.
    15. abLouis Zocchi:When it Counted. Japanese Bombing and Torpedo Accuracy at Pearl Harbor … and After. (Memento vom 27. September 2007 imInternet Archive) In:Osprey Publishing (englisch; über die Treffsicherheit der japanischen Marineflieger).
    16. Consideration of the attack of Taranto, S. 159 f. In:ibiblio.org, 29. November 1996, abgerufen am 28. Dezember 2024 (englisch; Notiz der US-Marine betreffend die Mindestwassertiefe für Torpedoangriffe).
    17. Takuma Melber:Pearl Harbor. Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA. C.H. Beck, München 2016, S. 94 ff.
    18. Military History Section Headquarters, Army Forces Far East:Japanese Monograph No. 97. Pearl Harbour Operations: General Outline of Orders and Plans. In:ibiblio.org (englisch; Befehle an die japanische Flotte inklusive detailliertem Angriffsplan).
    19. TheHistoryNet | World War II | Takeo Yoshikawa: World War II Japanese Pearl Harbor Spy. In: historynet.com. 27. September 2007, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. September 2007; abgerufen am 16. Juni 2019 (englisch). 
    20. Historical Notes: Remember Pearl Harbor. In:Time. 12. Dezember 1960, abgerufen am 1. Dezember 2023 (englisch).
    21. David Wallechinsky, Irving Wallace: Pearl Harbor and the Japanese Spy Family Part 3. In: trivia-library.com. 1981, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. Juni 2011; abgerufen am 16. Juni 2019 (englisch). 
    22. lby: Die Spione von Pearl Harbor. In: ovb-online.de. 7. August 2015, abgerufen am 16. Juni 2019. 
    23. Pearl Harbor Spy. In: fbi.gov. Abgerufen am 16. Juni 2019 (amerikanisches Englisch). 
    24. Bernard Julius Otto Kuehn. In: fbi.gov. Abgerufen am 16. Juni 2019 (amerikanisches Englisch). 
    25. War Warning Message from Chief of Naval Operations. Nov. 27, 1941. In:ibiblio.org (englisch; Kriegswarnung vom 27. November 1941).
    26. Memo: To The Secretary of War, Untersuchungsbericht der US-Army. (Memento vom 8. September 2006 imInternet Archive) In:propagandamatrix.com (englisch).
    27. Ships and District Craft Present at Pearl Harbor, 0800 7 December 1941. (Memento vom 16. Dezember 2014 imInternet Archive) In:navy.mil (englisch; Liste der Schiffe in Pearl Harbor am 7. Dezember 1941).
    28. Basil Brewer:The Truth of Pearl Harbor. In :ibiblio.org (englisch; Artikel über die amerikanischen Träger bei Pearl Harbor. From theTimes-Herald, Washington, D. C., Thursday, September 28, 1944).
    29. Chronology of the Dutch East Indies, December 1941 unterChronology of the Dutch East Indies, 1 December 1941 – 6 December 1941. (Memento vom 23. September 2011 imInternet Archive) In:webs.com, abgerufen am 15. Mai 2023 (englisch).
    30. abcdefRemembering Pearl Harbor. Pearl Harbor Timeline. (Memento vom 31. Dezember 2012 imInternet Archive) In:National Geographic (englisch; Chronik des Angriffs bei National Geographic).
    31. Knott, Shaeffer, Tuley:Radar cross section. Scitech Pub Inc, 2003,ISBN 978-1-891121-25-8, S. 24 (englisch).
    32. abOrganization of the Japanese Air Attack Units. In:NavSource Naval History, December 7 1941. Version November 2003, abgerufen am 1. Dezember 2023 (englisch).
    33. abcdPearl Harbor. (Memento vom 30. Mai 2010 imInternet Archive) In:militaryhistoryonline.com (englisch).
    34. Walter F. Bell:Philippines in World War Two, 1941–1945 (= Bibliographies and indexes in military studies.Band 12). Greenwood Pub Group Inc, Westport 1999,ISBN 0-313-30614-1,S. 196. 
    35. abRaymond R. Panko:Luftbild mit Eintragung der Torpedobomber-Angriffswelle. In:Nakajima B5N2 “Kate” Type 97-3 Carrier Attack Aircraft at Pearl Harbor. Pearl Harbor Aviation Museum, 18. August 2017, abgerufen am 30. November 2023.
    36. Raymond R. Panko:Luftbild mit Eintragung der Höhenbombardierung. In:Nakajima B5N2 “Kate” Type 97-3 Carrier Attack Aircraft at Pearl Harbor. Pearl Harbor Aviation Museum, 18. August 2017, abgerufen am 30. November 2023.
    37. Raymond R. Panko:The High-Level Attack on Inboard Battleships in the First Wave at Pearl Harbor In:Nakajima B5N2 “Kate” Type 97-3 Carrier Attack Aircraft at Pearl Harbor. Pearl Harbor Aviation Museum, 18. August 2017, abgerufen am 30. November 2023.
    38. Raymond R. Panko:Karte von Oʻahu mit Eintragung der Zielorte. In:The Second-Wave Attack on Airfields. Pearl Harbor Aviation Museum, 18. August 2017, abgerufen am 1. Dezember 2023 (englisch).
    39. Takuma Melber:Pearl Harbor. Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA. C.H. Beck, München 2016, S. 166 ff.
    40. Barrett Tillmann:Enterprise – America’s fightingest Ship. Verlag Simon & Schuster, New York 2012, S. 36, 40–42.
    41. Steve Horn: (2005),The Second Attack on Pearl Harbor: Operation K and Other Japanese Attempts to Bomb America in World War II, Annapolis 2005, Naval Institute Press, S. 16.
    42. Harry A. Gailey:The War in the Pacific: From Pearl Harbor to Tokyo Bay, Presidio 1997,ISBN 0-89141-616-1, S. 98.
    43. Takuma Melber:Pearl Harbor. Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA. C.H. Beck, München 2016,ISBN 978-3-406-69818-7, S. 167 f.
    44. Takuma Melber:Pearl Harbor. Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA. München 2016, S. 168 f.
    45. Nur noch 15 Veteranen am Leben. Ältester Pearl-Harbor-Überlebender mit 105 Jahren gestorben. In:n-tv-de. 28. Dezember 2024, abgerufen am 28. Dezember 2024 (Quelle: ntv.de, gri/dpa).
    46. Duane Vachon: Ni’ihaus Incident – Benehakaka „Ben“ Kanahele – WWII, Medal for Merit, Purple Heart (1891–1962). In: Hawaii Reporter. 1. Juli 2013, abgerufen am 27. Juni 2024 (englisch). 
    47. Frank Patalong: Zum Tod von Masamitsu Yoshioka: Der letzte Bomber von Pearl Harbor. In: spiegel.de. 5. Oktober 2024, abgerufen am 5. Oktober 2024. 
    48. World War II Submarine Warfare. In:u-s-history.com.
    49. U.S. Declaration of War on Japan. In:ibiblio.org (Die amerikanische Kriegserklärung. 8. Dezember 1941).
    50. Franklin D. Roosevelts’s Pearl Harbor Speech (December 8, 1941). (Memento vom 18. Dezember 2014 imInternet Archive) In:navy.mil (Rede Präsident Roosevelts am 8. Dezember 1941).
    51. Historical Overview of the Japanese American Internment. In:momomedia.com, abgerufen am 28. Dezember 2024 (Übersicht über die Internierung Amerikaner japanischer Abstammung).
    52. Attack upon Pearl Harbor by Japanese Armed Forces. In:ibiblio.org, abgerufen am 29. Dezember 2024 (Bericht der Roberts-Kommission).
    53. Pearl Harbor Attack. In:ibiblio.org, abgerufen am 29. Dezember 2024 (Bericht des Navy Court of Inquiry 1944).
    54. Report of Army Pearl Harbor Board. In:ibiblio.org, abgerufen am 29. Dezember 2024 (Bericht des Army Pearl Harbor Board 1944).
    55. Roll Call Vote 106th Congress – 1st Session. Vote Summary. In:senate.gov (englisch; Resolution des US-Senats 25. Mai 1999).
    56. Robert Guillain:I saw Tokyo burning: An eyewitness narrative from Pearl Harbor to Hiroshima. J. Murray, 1981,ISBN 0-7195-3862-9.
    57. Geste der Versöhnung in Pearl Harbor. In:zeit.de. 28. Dezember 2016, abgerufen am 28. Dezember 2024 (Quelle: Zeit Online, dpa, AP, suk).
    58. Takuma Melber:Pearl Harbor. Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA. C.H. Beck, München 2016,ISBN 978-3-406-69818-7, S. 191 f.
    59. Rezension (Memento vom 14. Juni 2021 imInternet Archive; PDF; 21 kB) des Japanologen und HistorikersGerhard Krebs über Robert Stinnetts Buch:Pearl Harbor. Wie die amerikanische Regierung den Angriff provozierte und 2476 ihrer Bürger sterben ließ. Frankfurt 2003. In:Nachrichten der Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens e. V. an der Uni Hamburg, NOAG, Heft 175–176, 2004.
    60. Takuma Melber:Pearl Harbor. Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA. München 2016, S. 189 f.
    61. Quelle:Peace and War – United States Foreign Policy 1931–1941. Departement of State: Washington, 1943 (ibiblio.org).
    62. Jeff Phister, Thomas Hone, Paul Goodyear:Battleship Oklahoma BB-37. University of Oklahoma Press, Norman, Oklahoma 2012,ISBN 978-0-8061-8492-0, S. 80 (Vorschau in der Google-Buchsuche).
    63. Die Akte Pearl Harbor beiFernsehserien.de, abgerufen am 28. Dezember 2024.
    64. Peter Sturm:Pearl Harbor. Wenn es kracht und zischt. In:FAZ. 9. Dezember 2016, S. 6.
    Dieser Artikel wurde am 22. September 2006 indieser Version in die Liste derexzellenten Artikel aufgenommen.

    21.366666666667-157.95Koordinaten:21° 22′ 0″ N,157° 57′ 0″ W

    Dieser Artikel ist als Audioversion verfügbar:

    Teil 1: Die amerikanisch-japanischen Beziehungen vor Pearl Harbor, Die US-Pazifikflotte, Vorbereitungen, Der Plan, Die amerikanische Funkaufklärung, Pearl Harbor am 7. Dezember
    Teil 2: Der Angriff, Nagumos Entscheidung zum Rückzug, Bilanz, Verschwörungstheorien

    Mehr Informationen zur gesprochenen Wikipedia

    Normdaten (Sachbegriff):GND:4127711-9 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS) |LCCN:sh85099030
    Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Angriff_auf_Pearl_Harbor&oldid=262309010
    Kategorien:
    Versteckte Kategorie:

    [8]ページ先頭

    ©2009-2026 Movatter.jp