Andrzej Halemba

Andrzej Halemba (*19. November1954 inChełm Śląski) ist einrömisch-katholischer Geistlicher,Missionar,Übersetzer, ehemaliger Direktor des Missionarischen Ausbildungszentrums inWarschau und Missionskommissionssekretär derPolnischenBischofskonferenz sowie deren Delegierter für Missionsangelegenheiten. Von 2006 bis zu seiner Pensionierung 2020 arbeitete für die er für die Päpstliche StiftungKirche in Not[1] im Rahmen von Hilfsprojekten in Afrika, demMittleren Osten und derArabischen Halbinsel.
Biografie
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Kindheit und Studium
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Halemba ist einer der drei Söhne von Eryk Halemba und Maria, geb. Ryszka. Er besuchte in seinem Geburtsort die Grundschule und ab 1969 dieTadeusz Kościuszko–Oberschule inMysłowice. Nach dem Abitur studierte er ab 1973 amPäpstlichen Theologischen Institut inKrakau und erlangte 1981 denMaster (Magisterium) inTheologie. Am 3. April 1980 wurde er zumPriester geweiht.
Zwischen 1993 und 1994 absolvierte Halemba weiteremissionswissenschaftliche Studien an derKardinal-Stefan-Wyszyński-Universität Warschau, die er mit demLizenziat zum ThemaGewisse Aspekte derInkulturation desMambwe-Volkes in Licht desApostolischen Schreibens Africae terrarum von PapstPaul VI. abschloss. 2004 wurde er zumDoktor der Theologie promoviert mit derDissertationReligiöse und ethische Werte in den Sprichwörtern des Mambwe-Volkes in Sambia.
Leben und Wirken
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Nach seinerPriesterweihe 1980 war erPfarrvikar in der Pfarrei der Hl. Petrus und Paulus inŚwiętochłowice und widmete sich den „Marienkindern“, einer Gruppe, die Missionare unterstützten. Die Entscheidung, selbst in die Mission zu gehen, wurde durch eine Begegnung mit demsenegalesischen KardinalHyacinthe Thiandoum während des Besuches von PapstJohannes Paul II. in Polen (1979) beeinflusst. Nach gründlicher Vorbereitung war Halemba von 1983 bis 1993 sowie 2004/2005 alsFidei donum-Missionar[2] inSambia in derMambwe-Mission derDiözese Mbala (heute:Kasama) tätig,[3] wo er sich besonders für den Ausbau der medizinischen Versorgung der Bevölkerung, die Gründung eines Krankenhauses inMambwe sowie den Aufbau des ersten Kindergartens und der ersten weiterführenden Schule in der Mission einsetzte.
Im Anschluss an seine weiteren missionswissenschaftlichen Studien in Warschau wurde er 1996 zum Direktor des Zentrums für missionarische Ausbildung und zum Sekretär der Missionskommission innerhalb derPolnischen Bischofskonferenz ernannt. Zusätzlich erhielt er 1999 das Aufgabengebiet eines Delegaten für Missionarische Angelegenheiten. In dieser Zahl initiierte er zahlreiche Projekte und Wettbewerbe, u. a. mit dem TitelMein Freund aus Afrika und eineMissionarische Olympiade. Seine Tätigkeit für die Polnische Bischofskonferenz und für das Zentrum für Missionarische Ausbildung endete im Jahre 2003.
Von 2006 bis 2020 war Halemba fürKirche in Not (inKönigstein im Taunus) tätig. Bis 2010 war er als Referent verantwortlich für Hilfsprojekte zugunsten der englisch- und portugiesischsprachigen Länder Afrikas.[4] Von 2010 bis zu seiner Pensionierung 2020 war er als Abteilungsleiter Asien/Afrika[5] zuständig für Hilfsprojekte imMittleren Osten,[6]Eritrea[7] und derarabischen Halbinsel. In diesem Rahmen setzt er sich u. a. für die Unterstützung der Ortskirchen im Irak und Syrien ein[8] und ist an Projekten zur Entwicklung und Durchführung von Programmen und deren Finanzierung zum Wiederaufbau in Kriegs- und Krisengebieten der Region beteiligt.[9][10][11][12][13]
Internazionale Iniziative «Unser Weg zu Gott»
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2020 gründete er der Internationale Iniziative «Unser Weg zu Gott», die ein weltweites evangelistisches Projekt ist. Diese Iniziative hat zum Ziel, all denen zu helfen die Gott begegnen wollen, die den christlichen Glauben und den Empfang der Taufe suchen. Die Tätigkeit innerhalb führte zur Erstellung einer biblischen Katechese-Reihe, die sich an arabischstämmige Taufbewerber wendet. Das Vademekum für diese besondere Gruppe von Katechumenen wurde von den Priestern Michel Sakr und Antoine Assaf erstellt und ist bereits in Buchform, als Audiobook und in digitaler Version als Internet-Applikation unter dem Titel „Unser Weg zu Gott“ veröffentlicht worden. Es wurde außerdem zweisprachig übersetzt: arabisch-englisch, arabisch-französisch, arabisch-deutsch, arabisch-italienisch, arabisch-spanisch, arabisch-polnisch und persisch(farsi)-deutsch.
Übersetzungen und Veröffentlichungen in Mambwe
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Während seiner Missionstätigkeit in Sambia arbeitete Halemba eine neue Übersetzung desNeuen Testaments in der Mambwesprache aus. Die Übersetzung wurde 1991 gedruckt. 1994 veröffentlichte er ein Wörterbuch Mambwe-Englisch mit 17.500 Einträgen. 2005 folgte die Veröffentlichung der Märchen des Mambwe-Volkes in Mambwe und in englischer Sprache und im Jahre 2007 das Wörterbuch Englisch-Mambwe mit 21.300 Einträgen und Grammatik. Zudem führte Halemba einen Teil des Werkes von Pater Marcel Petitclair zusammen und gab es alsRömisches Messbuch in der Mambwe-Sprache heraus. Außerdem überarbeitete und veröffentlichte er die von Pater Petitclair erstellten liturgischen Hilfsmittel fürKatechisten in drei Bänden für den Wortgottesdienst der Lesejahre A-B-C. Halemba war im Jahre 2009 an der Veröffentlichung einerKinderbibel in der Mambwe-Sprache beteiligt.
Kardinal-August-Hlond-Missionsmuseum
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Von seinen Seelsorge- und Missionsreisen brachte Halemba viele Erinnerungsstücke wie Gegenstände des täglichen Lebens, Kunst- (hauptsächlichafrikanische, aber auchindische und ausPapua) sowie Kultobjekte mit. Für diese Sammlungen gründete er[14] das 2004 eröffneteKardinal-August-Hlond-Missionsmuseum inBrzęczkowice (Polen).
Ehrungen und Auszeichnungen
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- 2015: Ernennung zumArchimandriten durch dengriechisch-melkitischen ErzbischofIssam John Darwish
- 2019: Auszeichnung des Goldenen Verdienstkreuzes durch den polnischen Staatspräsidenten[15]
- 2019: Goldmedaille derKardinal-Stefan-Wyszynski-Universität Warschau
- 2020: Ernennung zumChorbischof (Ehrentitel) durch den chaldäisch-katholischen Patriarch von Bagdad, Louis Raphaël I. Kardinal Sako.[1]
Veröffentlichungen (Auswahl)
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Icipangano Cipya (Neues Testament in Mambwe), Mission Franciscan, Mission Press Ndola, Ndola 1991
- Mambwe-English Dictionary. Franciscan Mission Press Ndola, Ndola 1994,ISBN 9982-07-047-9
- als Hrsg.:Kościół misyjny, Podstawowe stadium misjologii (Original: Following Christ in Mission. A foundational Course in Missiology, Sebastian Karotempler), Missio-Polonia, Warsaw 1997,ISBN 83-8627-115-9
- Historia i znaczenie przekładu Nowego Testamentu na język Mambwe. In: J. Różański, A. Halemba (Hrsg.):Między przekładem biblijnym a teologią afrykańską. Komisja Episkopatu Polski ds. Misji, Warszawa 2003,ISBN 83-7232-420-4
- mit Różański Jarosław (Hrsg.:)Wybrane problemy szkolnictwa w Afryce Subsaharyjskiej. Komisja Episkopatu Polski ds. Misji, Warszawa 2003,ISBN 83-7232-421-2
- Mambwe Folk-tales . Oficyna Wydawniczo-Poligraficzna „Adam“, Warsaw 2005, Englische Version:ISBN 83-7232-625-8, Version in Mambwe:ISBN 83-7232-626-6
- Religious and ethical values in the proverbs of the Mambwe people, Zambia PART I, Oficyna Wydawniczo-Poligraficzna „Adam“, Warsaw 2005,ISBN 83-7232-627-4
- Religious and ethical values in the proverbs of the Mambwe people, Zambia PART II, Oficyna Wydawniczo-Poligraficzna „Adam“, Warsaw 2005,ISBN 83-7232-628-2
- English-Mambwe Dictionary and Mambwe Grammar. Oficyna Wydawniczo-Poligraficzna „Adam“, Warsaw 2007,ISBN 978-83-7232-756-7
- Amapepo pa Wanda wakwe Leza na manda akulu. Mwaka A. Oficyna Wydawniczo-Poligraficzna „Adam“, Warsaw 2011,ISBN 978-83-7232-985-1
- Amapepo pa Wanda wakwe Leza na manda akulu. Mwaka B. Oficyna Wydawniczo-Poligraficzna „Adam“, Warsaw 2011,ISBN 978-83-7232-990-5
- Amapepo pa Wanda wakwe Leza na manda akulu. Mwaka C. Oficyna Wydawniczo-Poligraficzna „Adam“, Warsaw 2011,ISBN 978-83-7232-991-2
- Umulungu Utakatifu Uwanda ukulu wlpasaka Myaka A,B,C. Oficyna Wydawniczo-Poligraficzna „Adam“, Warsaw 2011,ISBN 978-83-7232-996-7
Belege und Verweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑abTobias Lehner: Abschied vom furchtlosen barmherzigen Samariter. In: Kirche in Not. 17. Juli 2020, abgerufen am 29. September 2022.
- ↑Andrzej Halemba:Misjonarze fideidoniści z diecezji katowickiej. 2009,Diecezjalne dzieło misyjne a udział diecezji katowickiej w misji "Ad gentes" Kościoła Powszechnego (polnisch,edu.pl).
- ↑Foreign Investment Fuels Islam in Zambia. 14. März 2006,Zenit.org (englisch,zenit.org).
- ↑Die Tagespost:Afrika kämpft neu gegen ideologische Kolonisierung. 21. März 2011,Die Tagespost (die-tagespost.de).
- ↑ACN International, Königstein im Taunus
- ↑Eva-Maria Kolmann:Äthiopien - Katholiken im Kampf gegen Hunger und Not. 30. September 2012,KIN (issuu.com).
- ↑Maria Lozano:Eritrea hungert nach Gott - Interview mit dem Afrika- und Nahost-Experten von „Kirche in Not“, Dr. Andrzej Halemba. 16. Dezember 2016,Zenit (zenit.org).
- ↑Radio Horeb:Verfolgte Christen im Nahen Osten: Wie wir helfen können. Ref.: P. Dr. Andrzej Halemba , Länderreferent bei KIRCHE IN NOT Ref.: Berthold Pelster , Menschenrechtsexperte von KIRCHE IN NOT. 19. März 2017,Radio Horeb (horeb.org).
- ↑Tobias Lehner:Ein „neues Bethlehem“ für irakische Christen. 29. November 2017,Die Tagespost (die-tagespost.de).
- ↑Ein Marshallplan für den Irak - Der Wiederaufbau der christlichen Dörfer der Ninive-Ebene. 1. Februar 2017,Zenit (zenit.org).
- ↑Radio Horeb:Verfolgte Christen im Nahen Osten: Wie wir helfen können. Ref.: P. Dr. Andrzej Halemba , Länderreferent bei KIRCHE IN NOT Ref.: Berthold Pelster , Menschenrechtsexperte von KIRCHE IN NOT. 19. März 2017,Radio Horeb (horeb.org).
- ↑Tobias Lehner:Ein „neues Bethlehem“ für irakische Christen. 29. November 2017,Die Tagespost (die-tagespost.de).
- ↑Ein Marshallplan für den Irak - Der Wiederaufbau der christlichen Dörfer der Ninive-Ebene. 1. Februar 2017,Zenit (zenit.org).
- ↑Missionsmuseum in Mysłowice - Brzęczkowice. In: metropolia.slaskie.travel. Abgerufen am 29. September 2022.
- ↑Polnischer Präsident Andrzej Duda traf sich mit Vertretern der Polonia in München - Polonia VIVA. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. Oktober 2019; abgerufen am 17. Oktober 2019. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/poloniaviva.eu
Personendaten | |
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NAME | Halemba, Andrzej |
KURZBESCHREIBUNG | polnischer Geistlicher, Missionar, Übersetzer |
GEBURTSDATUM | 19. November 1954 |
GEBURTSORT | Chełm Śląski |