| Android TV | |
|---|---|
| Entwickler | |
| Lizenz(en) | Proprietäre Lizenz |
| Erstveröff. | Juni 2014 |
| Akt. Version | 14[1]vom15. Mai 2024 |
| Basissystem | Android |
| Kernel | monolithisch (Linux) |
| Abstammung | Linux ↳ Android ↳ Android TV |
| Sprache(n) | mehrsprachig |
| android.com/tv/ | |
Android TV ist einBetriebssystem für TV-Geräte, das vomTechnologieunternehmenGoogle entwickelt wird. Das System basiert auf Googles mobilem BetriebssystemAndroid, das für die besonderen Nutzungsbedingungen auf Fernsehgeräten reduziert und angepasst ist. Das Betriebssystem kann dabei sowohl direkt in den Fernsehgeräten (Smart-TV) als auch in separatenSet-Top-Boxen integriert werden. Durch Assistenzfunktionen werden Elemente desinteraktiven Fernsehens möglich.
Android TV wurde am 25. Juni 2014 bei derGoogle I/O ursprünglich als Nachfolger fürGoogle TV vorgestellt, im September 2020 wurdeGoogle TV als zusätzliches Angebot jedoch wiederbelebt. Im November 2014 wurde das erste Gerät mit Android TV, derNexus Player, der von Google in Kooperation mitAsus entwickelt wurde, vorgestellt.
Am 30. September 2020 stellte Google in einer Online-Präsentation ein neues Produkt unter dem ehemaligen MarkennamenGoogle TV vor. Es handelt sich um eine Oberfläche fürAndroid TV in Version 11, die auf dem Smart-TV-StickChromecast (4. Generation) installiert ist.[2]

Nutzer haben nach Anmeldung mit einemGoogle-Konto Zugriff aufGoogle Play und können aus dem Google-Playstore Mediastreaming-Apps (z. B.Netflix oderHulu), Spiele-Apps und weitere Angebote herunterladen.[3] Die Plattform unterstützt eine Sprachsuche, die Medien finden und Fragen beantworten (z. B. welche Filme für denOscar eines bestimmten Jahres nominiert wurden) kann und dabei systemübergreifend funktioniert. Softwareentwickler haben mit Android TV und demAndroid SDK die Möglichkeit, bestehende Android-Apps einfach an das System anzupassen und zu optimieren.
Die TV-Oberfläche ist auf der Startseite vertikal in drei Bereiche eingeteilt: Ganz oben finden sich Empfehlungen, basierend auf Sehgewohnheiten, darunter Medien-Apps, eine Liste der Eingänge, weitere Apps und Spiele. Die Bedienung erfolgt dabei mittels einer handelsüblichenFernbedienung, einer speziellen Touch-Fernbedienung (wie sie beispielsweise bei Sony-Geräten unterstützt wird),Gamecontrollern (beispielsweise einemPlayStation-Controller) oder auch der Android-TV-App.
Weiterhin istGoogle Cast in Android TV implementiert, wodurch es möglich ist, Multimedia-Inhalte von anderen Geräten (z. B.Tablets oderSmartphones) auf Android-TV-Geräte zu übertragen. Google Cast unterstützt sowohl Android- als auchiOS-Geräte.
Die Android-Oberfläche auf Smart-TVs erinnert an vielen Stellen an das Android-Betriebssystem auf Smartphones und dürfte daher für Android-Nutzer recht vertraut sein.
Auf dem klassischenHomescreen unterAndroid TV-Version 9 finden sich unterschiedlicheApps und auf der linken Seite eine Leiste mit ausgewählten Apps, wohinter sich eine App-Übersicht von installierten Apps verbirgt, deren Reihenfolge angepasst werden kann.
Der neue Homescreen (auch in Versionen vor Android TV 9 verfügbar) ist moderner gestaltet und bietet auch Inhalte aus installierten Apps wie zum Beispiel Netflix oder einer Mediathek. Somit ist es möglich direkt auf dem Homescreen einen Film oder eine Serie aus einer der installierten Apps zu starten oder fortzusetzen.
Ein kleines Manko der Android-TV-Oberfläche in Version 9 ist, dass diese außerhalb entsprechender Inhalte keine 4K-Auflösung bietet. Somit werden alle Texte und Icons (z. B. von installierten Apps) in einer geringeren Auflösung angezeigt, was bei einem großen 4K-TV unscharf wirken kann. Das trifft auch für die jeweiligen Apps zu.
Die Inhalte, sprich Filme und Serien, können aber in 4K wiedergegeben werden – sofern der TV diese Auflösung generell unterstützt.
Eine 4K-Auflösung der Oberfläche selbst soll wohl erst ab Android 12 unterstützt werden.
Ein weiterer Nachteil ist die eingeblendete Werbung auf dem Homescreen, welche nicht deaktiviert werden kann. So ist ein Drittel des Homescreens mit Werbung gefüllt, z. B. Empfehlungen zu Serien auf Streamingdiensten wie Disney+.
Der größte Nachteil ist die Stabilität des Betriebssystems. Hierbei muss der Fernseher unter Umständen über das Einstellungsmenü neu gestartet werden, nicht nur mit der Ein-/Aus-Taste der Fernbedienung. Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass bei Android (auch bei Smartphones sowie bei anderen Betriebssystemen) bei einem einfachen Ausschalten alles in den Zwischenspeicher geschrieben wird und manche zuvor aufgetretenen Fehler somit ggf. erhalten bleiben.[4]
Google ist in einer Partnerschaft mitSony,Sharp, undTP Vision, die die Plattform seit 2015 in unterstützten Fernsehern einbauen. Außerdem planenRazer undAsus den Verkauf von Set-Top-Boxen mit Fokus auf Gaming. Alle Geräte sollen dabei die Standardfunktionen wie Google Cast, Sprachsuche und denGoogle Play Store unterstützen.
Am 6. Januar 2016 gab Google bekannt, dass im Laufe des Jahres 2016 neben Sony, Sharp und Philips auch Geräte vonArçelik,Vestel,Hisense,TCL undBang & Olufsen mit Android TV ausgerüstet sein sollen. In Indonesien bietet außerdemLinknet Geräte mit Android TV an.[5]
Im Januar 2015 gab Sony auf derCES bekannt, künftig alle Bravia Geräte mit Android TV auszustatten.[6] Ab Mitte Juni 2015 waren die ersten Geräte mit FullHD- und 4K-Panel mit Android TV von Sony verfügbar.[7]
Im Juni 2015 wurden die ersten beiden Modelle von Sharp mit Android TV vorgestellt, bei welchen es sich jeweils um Geräte mit 4K-Panel handelt.[8]
Philips kündigte an, dass 80 Prozent aller Geräte, die 2015 hergestellt werden, mit Android TV ausgeliefert werden sollen.[9] Die ersten beiden Geräte erschienen im Juni 2015.
Nvidia Shield ist eine Android-TV-Box, mit der auch 4KUltra-HD-Auflösung möglich ist.[10] Sie wurde am 3. März 2015 vorgestellt. Das Gerät wird auch alsSpielkonsole vertrieben und verfügt über einenTegra-X1-Chip mit 3 GBRAM, 16 GB internen Speicher, USB-3.0-Ports,Gigabit-Ethernet und Dual-Band-WLAN. Zur Bedienung und zum Spielen wird optional einGamepad mitgeliefert, welches mittelsWi-Fi Direct verbunden wird.
Xiaomi Mi Box ist eine Android-TV-Box, mit der eine 4K-Auflösung, 60fps und eineHDR-Wiedergabe möglich ist. Die Mi Box 3S wurde 2016 vorgestellt.[11] Aktuelles Modell (Stand Januar 2019) ist die Mi Box S.
Ebenfalls sind der Xiaomi Mi Smart TV 4A sowie der Xiaomi Mi Smart TV 4S mit Android TV ausgestattet.