Andorra la Vella befindet sich im Südwesten des Staates Andorra in den östlichenPyrenäen am Zusammenfluss der beiden GebirgsbächeValira d’Ordino (auchValira del Nord) undValira d’Encamp (auchValira d’Orient) zum FlussValira. Auf einer Höhe von 1.013 Meter gelegen ist es ein beliebtes Skigebiet. Andorra la Vella ist mit der direkt östlich angrenzenden KleinstadtEscaldes-Engordany zusammengewachsen.
Klima
DasKlima ist gemäßigt, mit kalten Wintern und warmen, trockenen Sommern. Die Temperaturen schwanken von durchschnittlich −1 °C im Januar bis zu 20 °C im Juli bei Niederschlagswerten von etwa 808 mm.
Das genaue Gründungsdatum der Stadt ist unbekannt; mit Sicherheit aber wurde sie bereits in vorchristlicher Zeit gegründet, wahrscheinlich von denAndosinen. Seit 1287, als durch eine Zusammenlegung derfranzösischen undkatalanischen Oberhoheit in diesem Gebiet Andorra entstand, war Andorra la Vella faktisch die Hauptstadt des neuen Staates, da ihr besondere Rechte gegenüber den anderen andorranischen Ortschaften eingeräumt wurden. Einige Straßen und Gebäude in der Altstadt stammen noch aus dieser Zeit. Das bemerkenswerteste Gebäude ist die „Casa de la Vall“, erbaut im 16. Jahrhundert,[3] seit 1702 das Parlamentshaus. Andorra la Vella war während dieser Zeit das Zentrum eines isolierten Feudalstaates.
Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Andorra ignoriert und war auch nicht Teil desVersailler Vertrages. Nach politischen Tumulten und einem Putschversuch vonKönig Boris I. entwickelte sich langsam eine lockere Demokratie.
Seit 1993 besitzt Andorra eine eigeneVerfassung. Diese legt fest, dass derSitz der Regierung in Andorra la Vella liegt, das dadurch auch offiziell zur Hauptstadt wurde. Währenddessen entwickelte sich Andorra la Vella zu einerSteueroase, woraufhin ein modernes Bankwesen aufgebaut werden konnte. Des Weiteren entwickelte sich der Wintertourismus.
Einheimische Andorraner machen nur etwa 33 % der Bevölkerung aus. Die Mehrheit der Bevölkerung besteht aus Spaniern (43 %). Nennenswerte Minderheiten sind Portugiesen (11 %) und Franzosen (7 %). Die offizielle Sprache istkatalanisch; zusätzlich wirdspanisch,portugiesisch undfranzösisch gesprochen. Die meisten Einwohner sindKatholiken.
Andorra la Vella besitzt einige Schmuckstücke mittelalterlicher Architektur:
DieCasa de la Vall aus dem frühen 16. Jahrhundert ist ein wegen seiner historischen Bedeutung ausgezeichnetes Gebäude. Es ist seit 1707 Sitz desGeneralrates der Täler Andorras, also Regierungssitz und auch Gerichtsgebäude.
Santa Coloma ist eine Kirche aus dem 9. Jahrhundert.
Die KircheSant Esteve stammt aus dem 11. Jahrhundert.
Andorra la Vella ist der Knotenpunkt des Wirtschaftsnetzes und das Industriezentrum des Landes. Im Allgemeinen werden 80 % desBruttoinlandsprodukts über die jährlich 15 Millionen Besucher eingenommen. Die Stadt ist ebenfalls einBankenzentrum. Obwohl Andorra nicht Mitglied derEuropäischen Union ist, ist derEuro das offizielle Zahlungsmittel.
Die nächstgelegenen Flughäfen befinden sich inToulouse,Perpignan (beide Frankreich),Girona bzw.Barcelona (beide Spanien). Zu den vorgenannten Flughäfen wird jeweils eine dreistündige Fahrt mittels Personenkraftwagen notwendig, weil das Straßennetz durch die geringe Bevölkerung und das Hochgebirgsterrain nicht sehr dicht ist. In Andorra gibt es keinenSchienenverkehr, hingegen ein kleines lokalesBusnetz, welches Andorra la Vella auch mit dem Ausland verbindet. Direkte Busverbindungen führen vom Busbahnhof in Andorra la Vella mehrmals am Tag auch nach Barcelona und zum dortigen Flughafen bzw. nach Toulouse.
Andorra la Vella war 1998 bis 2001 und 2008 Etappenziel des RadrennensSpanienrundfahrt und Etappenstart oder -ziel derTour de France in den Jahren 1964, 1993, 1997, 2009 und 2021. Im Jahr 2015 startete die 11. Etappe der Spanienrundfahrt in Andorra la Vella und führte ausschließlich durch Andorra.[4]