| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Amidosulfonsäure | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | H2NSO3H[1] | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung | farb- und geruchlose, orthorhombische Kristalle[2] oder Pulver[3] | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 97,09 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand | fest[2] | |||||||||||||||
| Dichte | 2,13 g·cm−3[4] | |||||||||||||||
| Schmelzpunkt | ||||||||||||||||
| Dampfdruck | ||||||||||||||||
| pKS-Wert | ~1[2] | |||||||||||||||
| Löslichkeit | ||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten | ||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten beiStandardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Amidosulfonsäure ist eine farblose kristallineVerbindung, die in Analogie zumSulfamid – demDiamid der Schwefelsäure – als das Monoamid derSchwefelsäure aufgefasst werden kann. Die Salze der Amidosulfonsäure werden Amidosulfonate oder Sulfamate genannt.
Die Herstellung von Amidosulfonsäure erfolgt ausHarnstoff,Schwefelsäure undDischwefelsäure:[1]
Amidosulfonsäure bildet farblose bis weißlich gelbeKristalle, die bei 205 °C unter beginnender Zersetzung und heftiger Rauchentwicklung schmelzen und sich gut inWasser lösen. Die Lösung reagiert sauer. Aufgrund derSäureeigenschaften wirkt sie bei Direktkontakt reizend und ätzend aufAugen undHaut. Amidosulfonsäure ist nichthygroskopisch und daher alsUrtitersubstanz einsetzbar.
Die Struktur der Amidosulfonsäure kann durch die Formel+H3N–SO3− beschrieben werden. Sie liegt somit alsZwitterion vor. Dietautomere FormH2N–SO2(OH) existiert nicht im Festkörper.


Amidosulfonsäure in Konzentrationen von 10 bis 15 % (oft 14 %) ist (meist nebenPhosphorsäure oderCitronensäure) ein Bestandteil vonEntkalkern und Sanitärreinigern, im Labor wird sie als Urtitersubstanz und zum Zerstören vonNitrit verwendet:
In derGalvanotechnik dient Amidosulfonsäure zum Einstellen des pH-Wertes von Nickelsulfamatbädern auf pH 3,9 bis 4,2. Auch wird eine Lösung aus Amidosulfonsäure mitNatriumlaurylsulfat bei 35 bis 40 °C zum Aktivieren einer Nickelschicht benutzt.
Durch Reaktion von Amidosulfonsäure mitCyclohexylamin wirdNatriumcyclamat, ein künstlicherSüßstoff, hergestellt.
DasAmmoniumsulfamat ist ein wichtigesFlammschutzmittel.
Der Gehalt einer wässrigen Amidosulfonsäurelösung kann mittelsTitrationsanalyse bestimmt werden. DieReaktionsgleichung dieserSäure-Base-Titration lautet:
Amidosulfonsäure entsteht ausAcesulfam-K als Abbauprodukt und ist ebenfallspersistent und schädlich für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.[6][7]