Aluminiumsulfat
Strukturformel | ||||||||||||||||||||||
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Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
Name | Aluminiumsulfat | |||||||||||||||||||||
Andere Namen | ||||||||||||||||||||||
Summenformel | Al2(SO4)3 | |||||||||||||||||||||
Kurzbeschreibung | farblose Kristalle[3] | |||||||||||||||||||||
Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
Molare Masse |
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Aggregatzustand | fest[3] | |||||||||||||||||||||
Dichte | 2,71 g·cm−3[4] | |||||||||||||||||||||
Schmelzpunkt | ||||||||||||||||||||||
Löslichkeit | leicht in Wasser (360 g·l−1 bei 20 °C)[4] | |||||||||||||||||||||
Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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MAK | 6 mg·m−3 (Al)[5] | |||||||||||||||||||||
Thermodynamische Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
ΔHf0 | −3442 kJ·mol−1[6] | |||||||||||||||||||||
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten beiStandardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). |

Aluminiumsulfat, Summenformel Al2(SO4)3, ist einechemische Verbindung desAluminiums aus der Gruppe derSulfate. Es bildet ein farbloses Pulver mit einer Dichte von 2,71 g/cm3.
Vorkommen
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]In der Natur kommt Aluminiumsulfat in Form des MineralsAlunogen vor. Weiterhin kann es aus natürlich vorkommendenAlaunen gewonnen werden.
Synthese
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Das Hydrat des Aluminiumsulfats lässt sich durch Auflösen von reinem Aluminiumoxid oderAluminiumhydroxid in konzentrierterSchwefelsäure gewinnen.[3]
Reaktionsverhalten
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Mit saurer Reaktion löst sich Aluminiumsulfat in Wasser und kristallisiert bei Zimmertemperatur als monoklines Al2(SO4)3 · 18 H2O aus. Ab einer Temperatur von 340 °C findet eine vollständige Dehydratisierung des Salzes statt und oberhalb von 770 °C zerfällt es inAluminiumoxid undSchwefeltrioxid.
Aluminiumsulfat bildet mit den Sulfaten einwertiger Metalle Doppelsalze gemäß folgender Formel (Alaune):
Verwendung
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Aluminiumsulfat findet folgende Verwendungen:
- Retentionsmittel und zurLeimung in derPapierherstellung[3]
- Flockungsmittel in der Trinkwasseraufbereitung und Abwasseraufbereitung[3]
- Beizmittel in der Färberei
- Saatgutbeize
- Bestandteil von Schaumlöschmitteln
- Flammschutzmittel[7][8]
- Isoliersalz (auf frischen Zement- oder Kalkuntergründen, gegen Wasser- und Nikotinflecken) in der Renovierung
- Inhaltsstoff von Pflanzenstärkungs- und schutzmitteln[9] und zur Blaufärbung von Hortensien
- Festigungsmittel bzw.Stabilisator in Lebensmitteln, in derEU alsLebensmittelzusatzstoffE 520 zugelassen.
Unfälle und Gesundheitsgefahren
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Bei einem Vorfall mit Aluminiumsulfat im Trinkwasser inCamelford in Cornwall in England trank im Juli 1988 eine Reihe von Menschen Trinkwasser mit größeren Konzentrationen an Aluminiumsulfat. Die zulässigen Grenzwerte waren um das 5000-fache überschritten. Nach dem Unfall klagten zahlreiche Anwohner unter anderem über Geschwüre, Hautausschlag und Gedächtnisprobleme. Ein Todesfall im Jahr 2006 hat eine Debatte über Spätfolgen des Unglücks intensiviert[10]. Die Untersuchungen der langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit nach diesem Vorfall sind noch immer nicht vollständig abgeschlossen, aber es wurden in Post-Mortem-Untersuchungen besonders stark erhöhte Aluminium-Konzentrationen in den Gehirnen der Opfer festgestellt und weitere Untersuchungen in Auftrag gegeben, um festzustellen, ob es einen Zusammenhang mitZerebraler Amyloidangiopathie gibt.[11]
Aluminiumsulfat wurde 2013 von der EU gemäß derVerordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen derStoffbewertung in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) aufgenommen. Hierbei werden die Auswirkungen desStoffs auf die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt neu bewertet und ggf. Folgemaßnahmen eingeleitet. Ursächlich für die Aufnahme von Aluminiumsulfat waren die Besorgnisse bezüglichVerbraucherverwendung, hoher (aggregierter) Tonnage, hohes Risikoverhältnis (Risk Characterisation Ratio, RCR) und weit verbreiteter Verwendung sowie der Gefahren ausgehend von einer möglichen Zuordnung zur Gruppe derCMR-Substanzen und der möglichen Gefahr durch sensibilisierende Eigenschaften. Die Neubewertung fand ab 2015 statt und wurde vonFrankreich durchgeführt.[12]
Bezeichnung Alaun
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Papiermacher bezeichnen chemisch unkorrekt Aluminiumsulfat als Alaun.[13]
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑Eintrag zuE 520: Aluminium sulphate in der Europäischen Datenbank für Lebensmittelzusatzstoffe, abgerufen am 27. Juni 2020.
- ↑Eintrag zuALUMINUM SULFATE in derCosIng-Datenbank der EU-Kommission, abgerufen am 13. Februar 2020.
- ↑abcdeEintrag zuAluminiumsulfat. In:Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 25. Dezember 2014.
- ↑abcdEintrag zuAluminiumsulfat in derGESTIS-Stoffdatenbank desIFA, abgerufen am 20. Januar 2022. (JavaScript erforderlich)
- ↑abDatenblattAluminiumsulfat (wasserfrei) beiAlfa Aesar, abgerufen am 31. Januar 2010(Seite nicht mehr abrufbar).
- ↑PAETEC Formelsammlung Ausgabe 2003, S. 116.
- ↑Artikel über den Einsatz von Aluminiumsulfat als Flammschutzmittel in Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen auf EnBauSa.de; abgerufen im Sept. 2016
- ↑Marktübersicht - Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen der Fachagentur nachwachsende Rohstoffe, siehe Tabelle auf S. 29; abgerufen im September 2016
- ↑Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit:Deklaration von Wirkstoffen, die als Beistoffe in Pflanzenschutzmitteln enthalten sind. (Memento vom 8. Dezember 2015 imInternet Archive) (Stand: 1. Dezember 2009).
- ↑Poisoned: The Camelford scandal. The Independent, 16. April 2006, abgerufen am 30. März 2011 (englisch).
- ↑Nigel Hawkes: Alzheimers linked to aluminium pollution in tap water In:The Times, 20. April 2006. Abgerufen am 7. April 2010 (englisch).
- ↑Community Rolling Action Plan (CoRAP) derEuropäischen Chemikalienagentur (ECHA):Aluminium sulphate, abgerufen am 28. November 2023.Vorlage:CoRAP-Status/2015
- ↑Taschenbuch der Papiertechnik, Jürgen Blechschmidt, Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 2010 eISBN 978-3-446-42322-0PrintISBN 978-3-446-41967-4,doi:10.3139/9783446423220