| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 30′ N,8° 4′ O49.5080555555568.0744444444444301Koordinaten:49° 30′ N,8° 4′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Bad Dürkheim | |
| Verbandsgemeinde: | Leiningerland | |
| Höhe: | 301 m ü. NHN | |
| Fläche: | 11,47 km² | |
| Einwohner: | 1712 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 149 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 67317 | |
| Vorwahl: | 06356 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DÜW | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 32 001 | |
| LOCODE: | DE ATG | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Industriestraße 11 67269 Grünstadt | |
| Website: | www.vg-l.de | |
| Ortsbürgermeister: | Benjamin Claus (FWG) | |
| Lage der Ortsgemeinde Altleiningen im Landkreis Bad Dürkheim | ||
Altleiningen ist eineOrtsgemeinde imrheinland-pfälzischenLandkreis Bad Dürkheim. Sie gehört derVerbandsgemeinde Leiningerland an, innerhalb derer sie gemessen an der Fläche die drittgrößte Ortsgemeinde bildet.
Der Ort liegt auf300 m ü. NHN im nordöstlichenPfälzerwald größtenteils in dessen TeilbereichStumpfwald. Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn – einschließlichExklaven –Wattenheim undNeuleiningen im Norden,Battenberg im Nordosten,Bobenheim am Berg undWeisenheim am Berg im Osten,Freinsheim,Bad Dürkheim, undDackenheim im Südosten sowieKirchheim an der Weinstraße,Carlsberg,Grünstadt und erneut Carlsberg im Westen.
Zu Altleiningen gehören zusätzlich der 2 km südlich liegende OrtsteilHöningen sowie dieWohnplätze Amseltal,Maihof-Drahtzug, Gartenhof, Großsägmühle, Junghof,Kleinsägmühle, Leininger Tal, Hof am Hang, Neuhof, Spechttal,Tränkwoog, Waldheim und Weiherhof.[2]
Im Südwesten des Gemeindegebiets erhebt sich der424,1 m hoheLeuchtenberg und westlich von diesem an der Gemarkungsgrenze einer Exklave von Kirchheim der432,5 m hoheHarsberg.
Die Kerngemeinde liegt im Tal desEckbachs. Vor Erreichen des Siedlungsgebiets mündet in diesen von rechts derBach vom Schlüsselstein. Nachdem der Eckbach das Siedlungsgebiet in Südwest-Nordost-Richtung durchflossen hat, nimmt er zunächst von links denRothbach auf und danach von rechts denHöninger Bach sowie denBach im Spechttal.
Altleiningen, ursprünglichLeiningen, wurde erstmals im Jahr 780 imLorscher Codex anlässlich einer Schenkung an dasKloster Lorsch urkundlich erwähnt.[3] Die Schenkung betraf ein Waldgebiet „in linunga marca“ (auf Leininger Gemarkung). Der Name bezog sich auf den Leinbaum, eine Bezeichnung, die damals in der Gegend sowohl für denSpitzahorn als auch für dieSommerlinde verwendet wurde. Weil beide Baumarten an seinen Ufern häufig vorkamen, führte der Eckbach zu dieser Zeit den NamenLeinbach. Hiervon leitet sich das Adelsgeschlecht derLeininger ab, dem dasLeiningerland jahrhundertelang zu Eigen war und das eine Linde im Wappen führte.

Seit demMittelalter gehörte Altleiningen denLeininger Grafen, derenStammburg auf einem Bergrücken über dem Dorf liegt. Aber auch dasKloster Otterberg war im Ort begütert.[4] Nachdem dieFranzösische Revolution zum Ende des 18. Jahrhunderts auf dielinksrheinischen Gebiete derKurpfalz übergegriffen hatte, war auch Altleiningen vorübergehend Teil des französischenDepartements Donnersberg. Bereits zu diesem Zeitpunkt bildete Altleiningen mit dem südlichen Nachbarort Höningen eine Gemeinde.
Von 1798 bis 1814, als diePfalz Teil derFranzösischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil desNapoleonischen Kaiserreichs war, warAltleiningen und Höningen in denKanton Grünstadt eingegliedert und Sitz einer eigenenMairie. 1815 wurde das Dorf nach demWiener KongressÖsterreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte es wie die gesamte Pfalz in dasKönigreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte „Alt-Leiningen“ demLandkommissariat Frankenthal an; aus diesem ging dasBezirksamt Frankenthal hervor.
Die einst vor Ort ansässige jüdische Gemeinde besaß ab 1834 eineSynagoge, die Anfang des 20. Jahrhunderts profaniert und in der Folgezeit abgerissen wurde.
Ab 1939 war die Gemeinde Bestandteil desLandkreises Frankenthal (Pfalz). Nach demZweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb derfranzösischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge derersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort in den neu geschaffenenLandkreis Bad Dürkheim. Drei Jahre später wurde er Bestandteil der ebenfalls neu geschaffenenVerbandsgemeinde Hettenleidelheim. 2018 erfolgte die Zuordnung zurVerbandsgemeinde Leiningerland.
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Altleiningen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5][1]
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Ende 2011 waren 43 % der Einwohnerevangelisch und 30 %katholisch. 24 % warenkonfessionslos, und 3 % gehörten einer sonstigenGlaubensgemeinschaft an.[6] Der Anteil der Katholiken und Protestanten an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Ende Januar 2025 waren von den Einwohnern 34,0 % evangelisch und 21,0 % katholisch. 45,0 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.[7]

Im etwa 2 Kilometer südlich gelegenen Ortsteil Höningen stehen die imromanischen Stil errichtete evangelischeKirche St. Jacob[8] sowie die Überreste des ChorherrenstiftsKloster Höningen. Letztere umfassen den Torbogen am nördlichen Ortseingang, den Westgiebel jeweils von Konventsgebäude und Klosterkirche, die sich beide parallel zur heutigen Hauptstraße befinden. St. Jacob und das Kloster wurden um das Jahr 1120 erbaut. ZweiSchutzbriefe von PapstInnozenz II. beziehungsweise KaiserFriedrich Barbarossa spiegeln die Bedeutung des Klosters zur Gründungszeit wider.
DerGemeinderat in Altleiningen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei derKommunalwahl am 9. Juni 2024 in einerpersonalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und demehrenamtlichenOrtsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat:
| Wahl | SPD | CDU | FWG | WGD | WGK | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2024 | – | 4 | 10 | – | 2 | 16 Sitze[9] |
| 2019 | – | 3 | 5 | 6 | 2 | 16 Sitze[10] |
| 2014 | 2 | 3 | 3 | 7 | 1 | 16 Sitze[11] |
| 2009 | 3 | 1 | 5 | 6 | 1 | 16 Sitze |
| 2004 | 2 | 3 | – | 7 | 4 | 16 Sitze |
Benjamin Claus wurde im Juni 2024 zum Ortsbürgermeister von Altleiningen gewählt.[12][13]
Seine Vorgänger waren Gunther Schneider (WGD) seit 2019 und Frank Dennhardt (WGD).[14][15]
| Blasonierung: „In Rot ein schwebendes angetatztes goldenes Kreuz mit eingeschlagenen eichenblattartigen Verzierungen an den Balkenenden, bewinkelt von vier silbernen Adlern“[16] | |
| Wappenbegründung: Es wurde 1980 von derBezirksregierung Neustadt genehmigt und geht zurück auf ein Siegel von 1716. Es entspricht dem Wappen der Grafen vonLeiningen-Westerburg, die auf der Altleininger Burg ihren Stammsitz hatten. |
DieBurg Altleiningen und das Kloster Höningen sind alsDenkmalzonen ausgewiesen. Erstere wurde auf der Kuppe eines etwa 400 Meter hohen Berges erbaut, der sich über dem linken Eckbachufer erhebt. In die Burg wurden im 20. Jahrhundert eine Jugendherberge und – im Burggraben – ein beheiztes Freibad integriert. In der überdachten „Ehrenhalle“, einem durchArkaden zum Burghof hin abgetrennten Raum, führen seit 1980 dieBurgspiele Altleiningen alljährlich in den Sommermonaten anspruchsvolle Theaterstücke auf – klassische, moderne, häufig auch solche mit historischem Bezug.
Hinzu kommen zahlreiche Einzeldenkmäler, darunter die Inschrifttafel des20-Röhren-Brunnens, der aus einemStollen gespeist wird, welcher zur Versorgung der oberhalb gelegenen Burg um das Jahr 1600 tief in den Fels getrieben wurde. Von diesem bezieht der Eckbach inzwischen den größten Teil seiner Wasserführung.
Die Ortsgemeinde liegt imNaturpark Pfälzerwald, der wiederum zumBiosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord gehört. Vor Ort existieren insgesamtdrei Naturdenkmale.
Die Lage im Pfälzerwald begünstigt das Vorkommen seltener Tier- und Pflanzenarten. So wird der Keller der Altleininger Burg von einer großen Fledermaus-Population desGroßen Mausohrs zur Aufzucht des Nachwuchses genutzt.[17] Seltene Pflanzen wie dieBienen-Ragwurz und andere Orchideen im Umkreis von Altleiningen zählen zu den botanischen Besonderheiten.
Südöstlich von Höningen befindet sich der Ritterstein 284. Er trägt die AufschriftJulius Schmitt, dem Verfasser des Wonnegau gewidmet und verweist auf einen Funktionär desPfälzerwald-Vereins.
Vor Ort existiert der FußballvereinTuS Altleiningen, der2010 trotz sportlicher Qualifikation auf den Aufstieg in dieVerbandsliga verzichtete.
Die IndustrieniederlassungMaihof-Drahtzug liegt am Eckbach zwei Kilometer nordöstlich des Dorfes und ist benannt nach der Drahtzug Stein GmbH + Co. KG (später Drahtzug, seit 2019Dradura), die dort ihre Produktionsstätte besitzt. Das Unternehmen ist der größte Arbeitgeber im Landkreis Bad Dürkheim.
Altleiningen war ab 1903 Endpunkt einerin Grünstadt beginnenden Nebenbahn. Von 1903 bis 1967 fand auf der StreckeÖPNV statt, noch bis Ende 2005 wurde die aufrechterhaltene Teilstrecke Grünstadt–Drahtzug für den Güterverkehr des Unternehmens genutzt. Nächstgelegene Bahnstation ist mittlerweile derBahnhof Eisenberg (Pfalz) an derEistalbahn.
Durch Altleiningen verläuft dieLandesstraße 520, die eine Verbindung mitCarlsberg undHeßheim schafft. DieKreisstraße 31 führt über Höningen bis nachLeistadt. DieKreisstraße 32 schafft eine Direktverbindung nach Wattenheim und dieLandesstraße 518 eine solche vom Kernort nach Höningen; ihre Fortsetzung nach Leistadt wurde 2011 zur Kreisstraße 31 heruntergestuft. DieKreisstraße 33 bindet zudem die Burg Altleiningen an.
DerOmnibusverkehr fährt an der Strecke Grünstadt–Altleiningen unter anderem den HaltepunktDrahtzug an.
Durch die Gemeinde verlaufen derEckbach-Mühlenwanderweg, die RundwanderwegeLeininger Burgenweg undLeininger Klosterweg sowie derFernwanderweg Saar-Rhein-Main, der mit einem gelben Kreuz markiert ist und der mit einem blauen Balken gekennzeichneteFernwanderweg Staudernheim–Soultz-sous-Forêts. Darüber hinaus liegt Altleiningen an einemWanderweg, der mit einem grün-roten Balken markiert ist und der. Durch Höningen verlaufen einWanderweg, der mit einem grünen Kreuz markiert ist und der vonFreinsheim bis zumErlenkopf führt sowie einer, dermit einem grün-weißen Balken gekennzeichnet ist und vonHertlingshausen bis nachSankt Martin führt.
An die von 1573 bis 1630 existierendeHöninger Lateinschule, in der dasLeininger-Gymnasium im nahenGrünstadt seine Wurzeln hat, erinnert das Torhaus am Eingang zur Hintergasse.