AlsAlkalien (Mehrzahl vonAlkali, überlateinischsal alkali von arabischالقلية /al-qalya / ‚Pottasche‘; Soda bzw.Natriumcarbonat) werden Substanzen bezeichnet, die mitWasseralkalische Lösungen (Laugen) bilden. Aus diesem Grund wurden sie früher auch als Laugensalze bezeichnet.[1] Zu dieser nicht eindeutig definierten Substanzgruppe zählen insbesondere dieOxide undHydroxide derAlkali- undErdalkalimetalle,[2] in geringerem Maße auch von anderenMetallen.[3] Alkalien gehören zur Gruppe derBasen. Eine Unterscheidung der anfänglich noch unspezifischeren Definition der Alkalien in Oxide bzw. Hydroxide einerseits undCarbonate andererseits traf 1755Joseph Black.[4] Heute werden vor allem die Hydroxide der Alkalimetalle, insbesondere Natrium- undKaliumhydroxid umgangssprachlich als Alkalien (Singular: Alkali[5]) bezeichnet.[6]
Alkalien spalten dieEster vonCarbonsäuren, weshalb Alkalibehandlung von Fetten zur Bildung vonGlycerin und den Alkalisalzen derFettsäuren, den Seifen, führt. Auch diePhosphorsäureester vonRNA (jedoch nicht vonDNA) werden durch Alkalien gespalten, wobei aus RNA die Mononucleotidbausteine in Form von Ribonucleosid-3´-phosphaten und Ribonucleosid-2´-phosphaten frei werden.Proteine und DNA werden durch Alkalien denaturiert (Denaturierung), wobei jedoch die entfalteten Peptidketten bzw. DNA-Einzelstränge intakt bleiben. Sie dissoziieren in wässriger Lösung zu den entsprechenden Metallionen und Hydroxidionen.[3] Alkalien aus Hydroxiden wurden früher auch als kaustische oder ätzende Alkalien bezeichnet.[7] Die Hydroxidionen der Lösungen bewirken oberhalb einer Konzentration von 10−7 M einealkalische Reaktion, wobei Konzentrationen zwischen 10−7 und 10−3 M (pH-Werte zwischen 7 und 11) als schwaches Alkali, Konzentrationen von 10−3 bis 1 M (pH-Werte zwischen 11 und 14) als starkes Alkali bezeichnet werden.[3]
Alkalien sind charakterisiert durch
- ihreLöslichkeit inWasser[8]
- ihre ätzenden, das heißt ihre auf pflanzliche und tierische Stoffe zerstörend wirkenden wässrigen Lösungen[7]
- ihren eigenartigen scharfen Geschmack[8]
- ihre Fähigkeit, aus der LuftKohlenstoffdioxid aufzunehmen, z. B.Natronkalk[7]
- ihre Fähigkeit, sich mit Säuren zu Salzen zu verbinden
- ihre Eigenschaft, mitFetten und fetten ÖlenSeifen undGlycerin zu bilden:Verseifung[3]
- Alkalien färben gerötetes, feuchtesLackmuspapier bläulich und gelben Kurkumafarbstoff braun[7]
- Alkalien bilden in LösungenHydroxidionen (OH−).
- ↑Heinrich Carl Hartung-Schwarzkopf:Chemie der organischen Alkalien. J. Palm, 1855,S. 3 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑Holger Watter:Regenerative Energiesysteme. Springer Fachmedien Wiesbaden, 2018,S. 217 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑abcdLexikon der Biologie:Alkali - Lexikon der Biologie, abgerufen am 14. September 2022.
- ↑Gerhart Jander, Karl Friedrich Jahr:Maßanalyse. De Gruyter, 2020,S. 321 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑www.dwds.de.
- ↑Karl A. Hofmann:Anorganische Chemie. Springer-Verlag, 2013,S. 68 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑abcdLueger:Otto Luegers Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften. Deutsche Verlags-Anstalt, 1895,S. 236 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑abHenry Enfield Roscoe:Ausführliches Lehrbuch der Chemie ...: Metalle und spectralanalyse. 1879,S. 23 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).