| Alcatel | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 31. Mai 1898 |
| Auflösung | 1. Dezember 2006 |
| Auflösungsgrund | Überführung inAlcatel-Lucent nach Fusion mitLucent Technologies |
| Sitz | Paris,Frankreich |
| Leitung | Serge Tchuruk |
| Mitarbeiterzahl | 55.718 (2005) |
| Umsatz | 13,1 Mrd. € (2005) |
| Branche | Telekommunikation |
Alcatel war einfranzösischer Hersteller von Systemen und Geräten für dieTelekommunikation sowie nach eigenen Angaben Marktführer beim Hochgeschwindigkeitszugang zumInternet und bei optischen Netzen. Die Kunden von Alcatel warenNetzbetreiber,Internet Service Provider, Unternehmen und Privatkunden. Am 1. Dezember 2006 fusionierte Alcatel mitLucent Technologies zuAlcatel-Lucent.
Als Markenname wirdAlcatel auch heute noch für zahlreiche Produkte verwendet. Teilweise durch Alcatel-Lucent, teilweise aber auch durch Rechtsnachfolger oder Käufer ehemaliger Geschäftsbereiche. So steht hinter der MarkeAlcatel One Touch, unter der weltweit Handys und Tabletcomputer vertrieben werden, seit 2005 der chinesische HerstellerTCL.

Das Unternehmen Alcatel wurde am 31. Mai 1898 vom französischen IngenieurPierre Azaria unter dem NamenCompagnie Générale d’Electricité (CGE) gegründet. 1966 übernahm CGE die SociétéAlsacienne deConstructionsAtomiques, deTélécommunications et d’Electronique (Alcatel). Nach der Fusion mitThomson Télécommunications im Jahre 1985 firmierte das Unternehmen unter dem NamenAlcatel Alsthom. Der Telekommunikationsbereich trat seitdem unter dem Namen Alcatel auf.
Im Jahre 1988 integrierte CGE die vom MischkonzernInternational Telephone and Telegraph (ITT) erworbene Telekommunikationssparte, darunter auch die deutscheStandard Elektrik Lorenz AG (SEL) und die schweizerischeStandard Telephon und Radio AG (STR). Der Geschäftsbereich Telekommunikation wurde als Teilkonzern Alcatel NV ausgegliedert.
Die engen Kontakte zu den staatlichen Post- und Telekommunikationsunternehmen (PTT) und zu Spitzenpolitikern führten sowohl in Deutschland wie in Frankreich zu Skandalen mit großer öffentlicher Aufmerksamkeit: In der „Traumschiff-Affäre“ trat1991Lothar Späth vom Amt des baden-württembergischen Ministerpräsidenten zurück. Der Präsident des französischen Mutterkonzerns,Pierre Suard, wurde 1995 wegen Verdachts aufBetrug und Veruntreuung per Gerichtsbeschluss faktisch abgesetzt. Sein Nachfolger wurdeSerge Tchuruk, der das Unternehmen bis zuletzt führte.
Getragen vom Internet-Hype wuchs das Unternehmen insbesondere durch Zukäufe im amerikanischen Markt. Der bereits in den 1990er Jahren einsetzende Preisverfall auf dem Telekommunikationsmarkt und das Platzen derDotcom-Blase stürzten das Unternehmen 2001 in die größte Krise seiner Geschichte und führte zu Rekordverlusten und einem massiven Abbau von Arbeitsplätzen. Auf dem Höhepunkt der Telekommunikationseuphorie verlegte Alcatel sein konzernweites Kompetenzzentrum für Glasfaserkabel nachMönchengladbach, wo zwölf neueGlasfaserziehtürme eingeweiht wurden, die schon wenige Monate später stillgelegt werden mussten. Die Kupfertelekommunikationstechnologie wurde 2001 in einer eigenen Gesellschaft namensNexans ausgegliedert und an dieBörse gebracht. Alcatel hielt an der neugegründeten Gesellschaft nur noch 20 Prozent der Anteile.[1] 2005 wurde die Glasfasertechnologie an den niederländischen KonkurrentenDraka verkauft. Erst 2004 wurden wieder positive Quartalsergebnisse erreicht, allerdings auf deutlich reduziertem Umsatzniveau.
Im August 2004 vereinbarte Alcatel ein Joint-Venture mit dem chinesischen UnternehmenTCL, die TCL & Alcatel Mobile Phones Ltd. (kurz: TAMP). Die Gemeinschaft gehörte zu 45 % Alcatel. Im Mai 2005 folgte eine Zehn-Jahres-Lizenz-Vereinbarung, sodass TAMP eine hundertprozentige Tochter derTCL wurde. TAMP wurde in TCT Mobile Limited umbenannt. Das Unternehmen vertreibt weltweit über Tochtergesellschaften (Deutschland: TCT Mobile Germany GmbH) Mobiltelefone unter dem NamenAlcatel One Touch.
Mit Wirksamkeit zum 1. Dezember 2006fusionierte Alcatel mit seinem US-amerikanischen KonkurrentenLucent Technologies. Im Zuge des Konzernumbaus und zur Fokussierung auf das Kerngeschäft der Telekommunikation verkaufte Alcatel etwa zeitgleich die Unternehmensbereiche Satellitentechnik, Rüstung und Transportsysteme an die französischeThales-Gruppe. Rund 11.000 Mitarbeiter waren betroffen, der Umsatz dieser Bereiche lag zuletzt bei ca. 2 Milliarden Euro. Die aus der Fusion hervorgegangeneAlcatel-Lucent wurde am 14. Januar 2016 von der finnischenNokia übernommen und Alcatel als Firmen- und Markenname aufgegeben.
Zwischen 1941 und 1946 war die Compagnie Générale d’Électricité ein Automobilhersteller. Der KonstrukteurJean-Albert Grégoire hatte einElektroauto entworfen, das alsCGE Tudor vermarktet wurde. Bis zur Produktionseinstellung entstanden etwa 200 Fahrzeuge.