Der Fluss entspringt in den französischenPyrenäen, westlich desCol d’Aspin, im Gemeindegebiet vonAspin-Aure. Nach Durchquerung des StauseesLac de Payolle führt er zunächst den NamenAdour de Payolle und nimmt seinen endgültigen Namen erst nach Vereinigung mit seinem linken NebenflussAdour de Gripp an. Er entwässert zuerst generell in Richtung Nordwest und Nord, dreht dann nach Westen und mündet nach rund 308[2] Kilometern beiBayonne in denAtlantischen Ozean.
Die Mündung des Flusses war nicht immer bei Bayonne. Zu Beginn unserer Zeitrechnung ergoss er sich beiCapbreton in den Atlantik, etwa 15 km nördlich der heutigen Mündung. 910 mündete er bei Port-d’Albret, dem heutigenVieux-Boucau-les-Bains, etwa 30 km nördlich der heutigen Mündung. 1164 durchbrach der Fluss bei Bayonne die Dünen für eine kurze Zeit, um sich 10 Jahre später wieder bei Capbreton ins Meer zu ergießen, erneut gefolgt von Port-d’Albret im Jahr 1390.
Als Bayonne im Sand versank und zugrunde zu gehen drohte, befahl KönigKarl IX. bei der Stadt einen Graben durch die Dünen auszuheben, der der Hafen zum Meer werden sollte. Die Arbeiten wurden von den Bürgern Mitte der 1550er Jahre unterHeinrich II. und unter der Leitung des Architekten Louis de Foix abgeschlossen.
Am 28. Oktober 1878 stürzte sich der Adour, verstärkt durch ein Hochwasser seines NebenflussesNive, in eine Bresche, die die Menschen bei der neuerbauten GemeindeBoucau in die Dünen gegraben hatten und die sienouvelle bouche (neue Öffnung) bezeichneten. Das alte Port-d’Albret wurde nun in Vieux-Boucau umbenannt, Bayonne war wiederbelebt.Man musste nun nur noch den neuen Durchlass frei halten und die Einwirkungen von Wind, Sand und Meer im Zaum halten.[3]
Der Adour ist von seiner Mündung bisPort-de-Pouy auf einer Länge von 72 Kilometern mit Schiffen befahrbar. Auch seine Nebenflüsse Gaves Réunis, Bidouze, Aran, Ardanavy und Nive sind jeweils ein paar Kilometer aufwärts schiffbar und bilden mit dem Adour ein geschlossenes Schifffahrtsrevier. Allerdings wird in manchen Abschnitten die Fahrrinne nicht mehr instand gehalten, sodass es in besonders regenarmen Sommern zu unsicheren Schifffahrtsbedingungen kommt. Ein großer Teil der Strecke ist von denGezeiten beeinflusst.
Auf dem Adour wurden seit dem Mittelalter Waren aus dem Landesinneren transportiert, insbesondere Wein aus Aquitanien; noch heute werden auf ihm Produkte derGascogne, vor allem Mais, verschifft.
↑abcDie Angaben zu Flusslänge und Einzugsgebiet beruhen auf den Informationen über denAdour beiSANDRE (französisch), abgerufen am 31. Jänner 2011, gerundet auf volle Kilometer.