Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Achsenmächte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Weltkarte mit den am Zweiten Weltkrieg beteiligten Staaten
_ Achsenmächte
_Alliierte (und ihre Kolonien)
_ Weitere/neue Alliierte nach demAngriff auf Pearl Harbor
_ Neutrale Staaten und Territorien
Die MonatszeitschriftBerlin Rom Tokio erschien von 1939 bis 1944
DeutscheReichskriegsflagge (Verwendung während derZeit des Nationalsozialismus) und italienischeDienstflagge auf einem Botschaftsgebäude inRom wehend, Juni 1943
Fool the Axis – use prophylaxis („Prellt die Achse – benutztProphylaxe“). Amerikanisches Poster vonArthur Szyk aus dem Jahr 1943, das Truppenangehörige vorsexuell übertragbaren Erkrankungen warnt. Dargestellt sindBenito Mussolini,Tōjō Hideki undAdolf Hitler.

AlsAchsenmächte bezeichnet man zunächst die Mächte der „Achse Berlin–Rom“ – eine Bezeichnung, die auf eine Absprache zwischenAdolf Hitler undBenito Mussolini am 25. Oktober 1936 zurückgeht. Sie begründete eine Zusammenarbeit zwischen demNS-Staat und demfaschistischen Italien. DieKapitulation Italiens 1943 beendete diese Zusammenarbeit. Im Zusammenhang desZweiten Weltkriegs verstand man unter den „Achsenmächten“ dasDeutsche Reich und seine BündnispartnerItalien undJapan. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht beherrschten die Achsenmächte und ihre Verbündeten große TeileEuropas,Nordafrikas,Ostasiens und desWestpazifiks.

DieKriegsgegner dieses Bündnisses werden als dieAlliierten unter denkriegführenden Staaten des Zweiten Weltkriegs bezeichnet, die damals global agierende Kriegskoalition trat alsAnti-Hitler-Koalition auf.

Im November 1936 gelang es dem Deutschen Reich, Japan mit demAntikominternpakt als weiteren Verbündeten zu gewinnen. Italien trat ihm im November 1937 bei.[1] Die „Achse Berlin–Rom“ wurde durch denStahlpakt (1939) auch zumförmlichen Bündnis. Seit dem Abschluss des auf Initiative Hitlers geschlossenenDreimächtepakts (1940) zwischen dem Deutschen Reich, dem Kaiserreich Japan und demKönigreich Italien wurde – auch von den Vertragspartnern – von der „Achse Berlin–Rom–Tokio“ gesprochen.[2]

VomAuswärtigen Amt wurde von 1939 bis 1944 die aufwendig gestaltete und zweisprachig (deutsch/italienisch) erscheinendepropagandistische ZeitschriftBerlin Rom Tokio herausgegeben, die der Zusammenarbeit dieser drei Staaten publizistischen Ausdruck gab.[1]

Ursprung

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Freundschaftsvertrag Berlin–Rom (1936)

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Die Achse Rom–Berlin als „Herrin Europas“, Schlagzeile derDolomiten vom 16. März 1938 unter dem Eindruck desösterreichischen „Anschlusses“

Die BezeichnungAchsenmächte geht auf eine RedeBenito Mussolinis am 1. November 1936 zurück, worin er von einer „Achse Berlin–Rom“ sprach, der am 25. Oktober 1936 ein geheimer Freundschaftsvertrag zwischen Italien und dem Deutschen Reich vorausgegangen war. Mussolini erklärte, dass die beiden Länder eine „Achse“ bilden würden, um welche sich die anderen europäischen Staaten drehen würden.[3]

Geschlossen wurde diesesAbkommen, als das faschistische Italien – Deutschland ursprünglich keineswegs freundlich gesinnt – sich aufgrund desÄthiopienkriegs der Kritik desVölkerbundes ausgesetzt sah, von Deutschland jedoch Beistand erhielt (der Zusammenschluss Italiens mitGroßbritannien undFrankreich vonStresa im April 1935 hatten nur zwei Monate gehalten).

Der Historiker Karsten Krieger glaubt, dass Hitler mit dem „Achsen“-Bündnis bezweckte, Großbritannien zu einer Annäherung an das Deutsche Reich zu bewegen, während Mussolini damit das Gegenteil beabsichtigt habe: Er habe die Achse abgeschlossen, um eine solche engere deutsch-britische Zusammenarbeit zu verhindern, die den italienischen Interessen in Afrika im Wege stehen konnte.[4] Laut dem HistorikerKlaus Hildebrand hatte die Achse „Aushilfs-, ja Ersatzcharakter“ in Bezug auf das ursprünglich von Hitler angestrebteantikommunistische Bündnis mit Großbritannien.[5]

„Stahlpakt“ Berlin–Rom (1939)

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Bekanntmachung über den Freundschafts- und Bündnispakt zwischen Deutschland und Italien vom 15. Juni 1939 imReichsgesetzblatt

Die Achse war in erster Linie ein Element derPropaganda beider Länder. Auch nachdem sie mit demStahlpakt zu einemMilitärbündnis ausgeweitet worden war, kam es kaum zu einer konkreten Zusammenarbeit.[4] Er wurde in Form eines Freundschafts- und Bündnisvertrages von den Außenministern beider Länder,Joachim von Ribbentrop undGaleazzo Ciano, im Beisein Hitlers am 22. Mai 1939 inBerlin unterzeichnet.[6]

In der Praxis zeigte sich bald, dass die militärische und rüstungspolitische Zusammenarbeit zwischen Berlin und Rom trotz des Paktes von einem Konkurrenzverhältnis geprägt war – was die Forschung unter dem Schlagwort „Kooperation als Machtkampf“ zusammengefasst hat.[7] Nach dem italienischen Kriegseintritt, als das Bündnis sich im Krieg bewähren musste, wurde rasch deutlich, dass es den Achsenpartnern nicht gelang, effektiv zusammenzuarbeiten:„Italienische Wünsche und deutsche Hilfsangebote griffen selten ineinander. Es gelang nicht, die potentielle Kraft, welche die Koalition im Grunde bot, zum Einsatz zu bringen. Mythos und Realität des Bündnisses klafften radikal auseinander. Mit den italienischen Niederlagen drängten sich diese Mängel zunehmend in den Vordergrund. Die Sachzwänge des Koalitionskrieges brachten es mit sich, dass der vielfach beschworene Zusammenhalt des Bündnisses einerseits zusehends an Substanz verlor, während Deutschland und Italien auf der anderen Seite de facto zu einer ‚vermeintlich alternativlosen Notgemeinschaft‘ zusammenwuchsen. Das ineffektive Angebot- und Nachfragespiel des Herbst 1940, in welchem die Koalitionspartner stets die Unterstützung boten oder forderten, die nicht gefragt oder genehmigt wurde, ist beispielhaft für das gegenseitige Misstrauen und die blockierte Zusammenarbeit innerhalb der ‚Achse‘.“[8]

Dreimächtepakt (1940)

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Am 27. September 1940 schlossen die Achsenmächte denDreimächtepakt:

Die drei Hauptachsenmächte
LandStaatsflaggeStaatswappenHauptstadtRegierungschefStaatsoberhaupt
Deutsches ReichBerlinAdolf HitlerAdolf Hitler
Königreich ItalienRomBenito MussoliniKönigViktor Emanuel III.
Japanisches KaiserreichTokioKonoe FumimaroKaiserHirohito

Kurzzeitig erhielt der VornameRoberto eine neue Bedeutung alsAkronym vonRom-Berlin-Tokio. Zuletzt betonten Achsenvertreter damit am 16. Januar 1942 ihre Partnerschaft und prägten dieseLosung.[9]

Im Selbstverständnis vonUS-PräsidentFranklin D. Roosevelt handelte es sich bei der Auseinandersetzung mit den Achsenmächten Deutschland, Italien und Japan nicht nur um einen Konflikt zwischen den „Habenden“ (beati possidentes) und den drei weltpolitischen und kolonialen „Habenichtsen“. Für ihn war es ein „epochaler Kampf um die zukünftige Gestalt der Welt zwischen Aggressoren und friedlichen Nationen, zwischenliberaler Demokratie und Faschismus […], zwischen Gut und Böse“, um sowohl die „Neuen Ordnungen“ inEuropa undAsien zu zerstören als auch dieUSA als zukünftigeWeltmacht zu positionieren.[10]

Verbündete der „Achse“

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Länder, die sich im Dreimächtepakt mit dem nationalsozialistischen Deutschland verbündeten, gelten als Verbündete der „Achse“. Diesem Vertrag zwischen den Achsenmächten Deutschland, Italien und Japan vom September 1940 schlossen sich kurz darauf eine Reihe weiterer europäischer Länder an.Ungarn,Rumänien und dieSlowakei traten noch 1940 bei,Bulgarien 1941.Jugoslawien unterzeichnete zwar am 25. März 1941 den Dreimächtepakt, ratifizierte diesen aber nach demStaatsstreich vom 27. März nicht und wurde imBalkanfeldzug von den Achsenmächten zerschlagen. Der daraufhin gebildeteUnabhängige Staat Kroatien trat im Juni 1941 dem Pakt bei. Während des Zweiten Weltkriegs warAchsenmächte die Bezeichnung für alle mit dem Deutschen Reich verbündeten Staaten.[4]

Kroatien

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Auch der„Unabhängige Staat Kroatien“ (NDH-Staat), ein nominell unabhängigerVasallenstaat, der nach der deutschen Eroberung und Aufteilung Jugoslawiens entstanden war, galt als Mitglied der „Achse“. Kroatien war Mitglied desAntikominternpakts und befand sich bis zum Kriegsende am 8. Mai 1945 mit Deutschland in einem umfassenden Militärbündnis.

Thailand

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Thailand trat dem Dreimächtepakt zwar nicht bei, schloss aber nach derjapanischen Invasion im Dezember 1941 ein militärisches Bündnis mit Japan und erklärte den USA und Großbritannien 1942 den Krieg.

Finnland

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

DieFinnen bezeichnen sich ungern als ehemalige Verbündete des Deutschen Reichs. Vielmehr wollen sie als „gleichzeitig kriegführender Staat“ gesehen werden. Finnland beteiligte sich amdeutschen Überfall auf die Sowjetunion. Finnisches Territorium durfte von derWehrmacht als Aufmarschgebiet genutzt werden und die finnische Armee wurde gegen diesowjetischen Truppenmobilgemacht. Der Name dieses sogenanntenFortsetzungskriegs spielt auf den finnisch-sowjetischenWinterkrieg an.

Finnland wollte im Fortsetzungskrieg die im vorangegangenen Winterkrieg verlorenen Territorien zurückgewinnen und auchOst-Karelien erobern. Die Bombardierung finnischer Städte durch sowjetische Streitkräfte diente dann am 25. Juni 1941 als Begründung für die finnischeKriegserklärung und den Beginn der finnischenOffensive. Großbritannien erklärte Finnland nach wiederholten Ersuchen, die feindlichen Aktivitäten gegen die Sowjetunion einzustellen, am 6. Dezember 1941 ebenfalls den Krieg.

Finnland schloss sich nie dem Dreimächtepakt an, unterzeichnete 1941 allerdings den Antikominternpakt. Finnland lehnte es ab, seine Streitkräfte unter das Kommando eines gemeinsamen deutsch-finnischen Hauptquartiers zu stellen und bewahrte seine operative Unabhängigkeit. So wurde etwa die Teilnahme an derLeningrader Blockade und am Angriff auf dieMurmanskbahn bei Louhi verweigert.

Mit dem insgesamt sechs Wochen währendenRyti-Ribbentrop-Vertrag wandelte sich das Verhältnis zu einem formalen Militärbündnis, welches als deutsche Bedingung für die Gewährung dringend benötigter Waffen- und Luftunterstützung geschlossen wurde, als sich Finnland bei der Großoffensive derRoten Armee mit der Gefahr einer vollständigen sowjetischen Besetzung konfrontiert sah. Nachdem die Offensive mit Hilfe der deutschen Waffenlieferungen abgewehrt war, wechselte Finnland 1944 zu denAlliierten und ging unter sowjetischem Druck imLapplandkrieg zum Angriff auf deutsche Streitkräfte über. PräsidentRisto Ryti, der seinpersönliches Ehrenwort für die Einhaltung des Bündnisses gegeben hatte, trat daraufhin von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger im Amt, PräsidentMannerheim, erklärte Rytis Abkommen mit den Deutschen für nichtig. Nach Kriegsende drängte die Sowjetunion auf einGerichtsverfahren gegen Ryti und einige seiner Kabinettsmitglieder. In dem umstrittenen Prozess über eineex-post-facto-Bestrafung wurde Ryti schließlich zu einer Gefängnisstrafe von zehn Jahren verurteilt.

Von Deutschland abhängige oder kontrollierte Länder (Auswahl)

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Königreich Belgien

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Nach den Erfahrungen der deutschen Besatzung, dieBelgien imErsten Weltkrieg über sich ergehen lassen musste, war die gesamte Nation beim Gedanken an eine zweite deutsche Besatzung entsetzt, insbesondere, da die belgische Delegation bei derPariser Friedenskonferenz 1919 wenig Einfluss hatte – auch wenn Belgien bei denReparationen keineswegs zu kurz gekommen war. Mehr aus diesem Grund als aus politischen Erwägungen heraus war Belgien den Achsenmächten wenig freundlich gesinnt, obwohl sich später Tausende Belgier (sowohlFlamen als auchWallonen) derWaffen-SS unter dem berüchtigten belgischenFaschistenLéon Degrelle freiwillig anschlossen.

Nachdem die Deutschen Belgien 1940 tatsächlich erneut besetzten, erlebten dieniederländisch-sprachigen Flamen von den Deutschen eine gewisse Bevorzugung gegenüber denfrankophonen Wallonen. Nach der deutschen Invasion der Sowjetunion erhielten flämische Freiwillige die Erlaubnis zum Beitritt in die Waffen-SS, wohingegen die Wallonen zunächst nur bei der deutschen Wehrmacht aufgenommen wurden.

Belgisch-Kongo stand hingegen auf der Seite der belgischen Exilregierung und beteiligte sich am Krieg gegen die Achsenmächte inNord- undOstafrika sowie inSüdostasien.

Königreich Dänemark

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Dänemark wurde von Deutschland am 9. April 1940 im Zuge derOperation Weserübung überfallen und blieb bis zum Kriegsendemilitärisch besetzt. Die Dänen hegten große Sympathien für die Alliierten, jedoch gab es auch Unterstützung für die Achsenmächte: Die von der deutschenBesatzungsmacht bis 1943 im Amt belassene Regierung trat demAntikominternpakt bei. Über 6.000 dänische Staatsangehörige dienten bei der Waffen-SS an derOstfront in verschiedenen Verbänden, davon 1.500 Angehörige derdeutschen Minderheit in Dänemark (Zahlen von 1941).[11] Im August 1943 beendete die dänische Regierung die Zusammenarbeit mit der Besatzungsmacht und trat zurück. Dänemark stand fortan nur noch unter deutscher Militärverwaltung, ohne weiterhin Partner der Achse zu sein.

Französischer Staat (Vichy-Regime)

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Staatsemblem von Vichy-Frankreich

Nach derfranzösischen Kapitulation am 22. Juni 1940 wurde MarschallPhilippe Pétain zum neuen Staatschef des sogenanntenVichy-Regimes ernannt. Die Waffenstillstandsbedingungen sahen die militärische Besetzung von mehr als 50 Prozent des französischen Gebietes vor, einschließlich der HauptstadtParis. Pétain verlegte den Regierungssitz in den BadeortVichy in der unbesetzten „freien“ Zone.

Großbritannien befürchtete, dass diefranzösische Marine in deutsche Hände fallen würde und beschlagnahmte sämtliche französischen Schiffe in Häfen unter britischer Kontrolle. Bei einem britischen Angriff inMers-el-Kébir am 3. Juli 1940 wurden mehrere französischeKriegsschiffe versenkt. Nach diesem Angriff brach das Vichy-Regime sämtlichediplomatischen Beziehungen mit Großbritannien ab und zog eine Kriegserklärung in Betracht.

Die Vichy-Regierung übte die Kontrolle über diefranzösischen Kolonialbesitzungen aus und wurde auch von den USA und der Sowjetunion diplomatisch anerkannt. Dem standen dieForces Françaises Libres entgegen, deren Exilregierung unterCharles de Gaulle sich inLondon befand.

Vichy-Frankreich zeichnete den Antikominternpakt von 1941 und entsendete französische Freiwilligenkräfte an die Ostfront. Vichy-beherrschteKolonien wurden häufig als Aufmarschgebiete für Angriffe der Achsenmächte genutzt. Japan besetzteFranzösisch-Indochina, das dann Ausgangspunkt der Invasion vonThailand,Malaya undBorneo war.

Streitkräfte der Briten und derForces Françaises Libres bekämpften Vichy-treue Truppen imVölkerbundmandat für Syrien und Libanon 1941 undMadagaskar1942, US-amerikanische Einheiten beteiligten sich Ende 1942. Die deutsche Wehrmacht besetzte 1942Südfrankreich und die Vichy-KolonieTunesien, nachdem die Vichy-Verteidigungskräfte von den Amerikanern und Briten überrannt und niedergekämpft worden waren.

Italienische Sozialrepublik

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

DieItalienische Sozialrepublik (Repubblica Sociale Italiana – RSI) ersetzte 1943 dasKönigreich Italien als Mitglied der Achsenmächte. Am 25. Juli 1943 enthob König Viktor Emanuel III. in Übereinstimmung mit demFaschistischen Großrat Benito Mussolini seines Amtes und ließ ihn festnehmen. Italien schloss mit denAlliierten am 3. September 1943 denWaffenstillstand von Cassibile und erklärte Deutschland am 13. Oktober 1943 den Krieg.Am 12. September 1943 befreite eine deutsche Fallschirmjägereinheit unterOtto Skorzeny Mussolini in einer spektakulären Kommandoaktion (Unternehmen Eiche).

Norditalien war von der Wehrmacht besetzt, und am 23. September 1943 rief Mussolini (ab 8. September von Hitler als Marionette eingesetzt) dort die Italienische Sozialrepublik („Duce-Italien“) aus. Dieser Staat, dessenRegierungssitz sich inSalò amGardasee befand, schrumpfte flächenmäßig in dem Maße, in dem die Westalliierten gen Norden vorrückten. Die faschistische Republik von Salò hörte Ende April 1945 auf zu existieren, als die letzten verbliebenen deutschen Streitkräfte auf italienischem Boden sich zurückzogen oder ergaben und sie schließlich kapitulierten.

Von Japan abhängige oder kontrollierte Länder (Auswahl)

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Königreich Thailand

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Japanische Streitkräfte drangen am Morgen des 8. Dezembers 1941 aufthailändisches Gebiet vor. Anfangs leisteten die thailändischen Grenztruppen der Invasion Widerstand, jedoch befahl Feldmarschall und PremierministerPhibul Songkhram die Einstellung des Widerstandes. Am 21. Dezember 1941 wurde ein Militärbündnis mit Japan unterzeichnet, am 25. Januar 1942 folgte die thailändische Kriegserklärung an dasVereinigte Königreich und dieVereinigten Staaten von Amerika. Der siamesischeBotschafter in den Vereinigten Staaten, Seni Pramoj, stellte seine Abschrift der Erklärung nicht zu. Auch wenn die Briten die Kriegserklärung erwiderten, indem sie ihrerseits Thailand den Krieg erklärten und es infolgedessen als feindliche Nation betrachteten, geschah dies bei den USA nicht. DieSeri-Thai-Bewegung entstand in dieser Zeit. Im Mai 1942 führten thailändische Streitkräfte ihre größte Offensive des Krieges durch und eroberten die Stadt Kengtung in Nordburma von der chinesischen 93. Division.

WeitereSeri-Thai-Strukturen wurden in Großbritannien und innerhalb Thailands aufgebaut. Königin Ramphaiphanee leitete die Sektion in Großbritannien, und derRegentPridi Banomyong befehligte indirekt den weitaus größten Teil der Bewegung, den im Landesinneren, wasde factoHochverrat gleichkam. Unterstützt von Teilen des Militärs, gelang ab 1945 die Errichtung geheimer Flugplätze und Ausbildungslager und die Einschleusung alliierter Agenten.

Mit der fortschreitenden Dauer des Krieges regte sich in der thailändischen Bevölkerung Unmut über die japanische Besetzung. Im Juni 1944 trat Phibul Songkhram nach einer parlamentarischen Abstimmungsniederlage zurück. Die neue Zivilregierung versuchte, sowohlSeri Thai zu unterstützen als auch gleichzeitig ein gutes Verhältnis mit den Japanern aufrechtzuerhalten.

Nach Kriegsende verhinderte der maßgebliche Einfluss der USA, dass Thailand als Achsenmacht angesehen wurde, Großbritannien verlangte aber drei Millionen Tonnen Reis alsReparationszahlung und die Rückgabe von Gebieten der britischen Kolonie vonMalaya, die während des Krieges und der Invasionannektiert worden waren. Ebenso musste Thailand annektierte Teile von Britisch-Burma,Französisch-Indochina, Französisch-Kambodscha und Französisch-Laos zurückgeben.

Kaiserreich Manshū (Mandschukuo)

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Mandschukuo war ein von Japan am 1. März 1932 errichteter Marionettenstaat in der Mandschurei. Diestaatliche Unabhängigkeit Mandschukuos von China wurde vom Völkerbund nicht anerkannt, was Japan veranlasste, aus dem Völkerbund auszutreten. Das Deutsche Reich, Italien und dieNeuorganisierte Regierung der Republik China unterWang Jingwei waren die einzigen bedeutenden Länder, die den von Japan abhängigen Staat diplomatisch anerkannten. Später folgtenCosta Rica,El Salvador,Burma unterBa Maw,Thailand, dieProvisorische Regierung des Freien Indien vonSubhash Chandra Bose und derVatikan. Diesowjetische Invasion der Mandschurei begann Anfang August 1945 und führte zum staatlichen Untergang von Mandschukuo. 1946 wurde das Gebiet von der Sowjetunion an dieRepublik China zurückgegeben.

Nanjing-China

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Während desZweiten Sino-Japanischen Krieges 1937–1945 wurde inNanjing am 29. März 1940 ein kurzlebiger Staat vonWang Jingwei ausgerufen, der auch das Oberhaupt der von Japan kontrolliertenMarionettenregierung wurde. Die Staatsembleme derRegierung der Republik China waren denen derRepublik China und des heutigen Taiwan ähnlich. Nach der japanischen Niederlage am 9. September 1945 wurde das Gebiet der Herrschaft des nationalistischen undChiang Kai-shek-treuen GeneralsHo Ying-ching übergeben.

Zusätzlich wurden von den Japanern weitere kleine „unabhängige“ oder „autonome“ Staaten oder politische Gebilde in besetzten Gebieten des chinesischen Festlands eingerichtet, von derInneren Mongolei bis nachGuangdong.Mengjiang war einer dieser weiterenSatellitenstaaten inNordchina. Er wurde am 18. Februar 1936 im Osten der Inneren Mongolei gegründet, seit 1942 war er formal autonomer Teil Nanjing-China. DieAutonomie des Landes war rein theoretischer Natur, da die tatsächliche politische Machtausübung in den Händen der japanischen Besatzer blieb. MengjiangsStaatsoberhaupt von Japans Gnaden war der mongolische PrinzDemchugdongrub.

Provisorische Regierung des Freien Indien

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

DieProvisorische Regierung des Freien Indien (Arzi Hukumat-e-Azad Hind) war eine Schattenregierung unterSubhash Chandra Bose. Ihr Wirkungskreis beschränkte sich auf jene Teile Indiens, die unter japanischer Kontrolle standen. Bose war ein indischerFreiheitskämpfer, der Gandhis Konzept desgewaltfreien Widerstandes nichts abgewinnen konnte.

Boses Aufstieg lagen mehrere Faktoren zugrunde:

  • Indiens Armee war auch unter britischer Kolonialbesatzung größtenteils unabhängig.
  • Da sich Großbritannien mit Deutschland im Krieg befand, wäre die Unterdrückung einesAufstands problematisch gewesen.
  • Der wichtigste Faktor war der japanische Vormarsch in Asien. Das Japanische Kaiserreich hatte schon 1932 dieMandschurei und späterIndonesien undVietnam in die „Unabhängigkeit“ entlassen, die Letzteren ohne jegliche Zustimmung derer europäischen Kolonialmächte.

Bose initiierte eineMassenbewegung gegen die Benutzung indischer Ressourcen und Soldaten für den Krieg und schloss mit den in Ostindien vorrückenden Japanern ein Bündnis. Bose undAnand Mohan Sahay, ein weiterer politischer Anführer, erhielten vom Chef der ultranationalistischen GeheimgesellschaftGen’yōshaTōyama Mitsuru und japanischen Militärberatern ideologische Unterstützung. Weitere achsen-freundliche indische Politgrößen waren Asit Krishna Mukherji, ein Freund Boses, seine Ehefrau und Wahl-InderinSavitri Devi, derPandit Rajwade vonPune undRash Behari Bose, der Gründer der „Indischen Unabhängigkeits-Liga“. Bose erklärte am 21. Oktober 1943 Indien für unabhängig.

Nach der japanischen Besetzung derAndamanen und Nikobaren wurdePort Blair zur provisorischen Hauptstadt. Die „Provisorische Regierung des Freien Indien“ hielt sich bis zum 18. August 1945, als sie dann offiziell aufgelöst wurde. Während ihres Bestehens wurde sie von neun verschiedenen Staaten anerkannt:Deutschland,Japan,Italien,Kroatien unterAnte Pavelić, dieRepublik China unterWang Jingwei,Thailand,Burma unterBa Maw,Mandschukuo und diePhilippinen unter dem de facto (und später auch de jure) PräsidentenJosé Laurel.

Siehe auch

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Literatur

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Commons: Achsenmächte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. abPeter Longerich:Propagandisten im Krieg. Die Presseabteilung des Auswärtigen Amtes unter Ribbentrop (= Studien zur Zeitgeschichte; Bd. 33). Oldenbourg, München 1987, S. 260–262.
  2. Die Zeit – Das Lexikon in 20 Bänden. Hamburg 2005,ISBN 3-411-17561-3, S. 59.
  3. Cornelia Schmitz-Berning:Vokabular des Nationalsozialismus. De Gruyter, Berlin 2007,ISBN 978-3-11-019549-1, S. 7 f.
  4. abcKarsten Krieger:Achse (Berlin-Rom), Achsenmächte. In:Wolfgang Benz,Hermann Graml undHermann Weiß (Hrsg.):Enzyklopädie des Nationalsozialismus. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 347.
  5. Klaus Hildebrand:Das vergangene Reich. Deutsche Außenpolitik von Bismarck bis Hitler. Oldenbourg, München 2008,ISBN 978-3-486-58605-3, S. 630; ähnlichChristoph Studt:Nationalsozialistische Außenpolitik bis zum Sommer 1938. In:Jürgen Zarusky, Martin Zückert (Hrsg.):Das Münchener Abkommen von 1938 in europäischer Perspektive. Oldenbourg, München 2013,ISBN 978-3-486-70417-4, S. 17–30, hier S. 25 (beides abgerufen überDe Gruyter Online).
  6. Hermann Weiß:Stahlpakt. In: Hermann Weiß, Wolfgang Benz und Hermann Graml (Hrsg.):Enzyklopädie des Nationalsozialismus. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 745.
  7. Wolfgang Schieder:Der italienische Faschismus, München 2010, S. 86;Christof Dipper:Ferne Nachbarn. Vergleichende Studien zu Deutschland und Italien in der Moderne, Köln/Weimar/Wien 2017, S. 19.
  8. Malte König:Kooperation als Machtkampf. Das faschistische Achsenbündnis Berlin-Rom im Krieg 1940/41, Köln 2007, S. 44.
  9. Richard F. Hill:Hitler Attacks Pearl Harbor: Why the United States Declared War on Germany. Lynne Rienner, Boulder (Colo.) 2003, S. 91.
  10. Detlef Junker,Franklin D. Roosevelt und die nationalsozialistische Bedrohung der USA, in: Frank Trommler (Hrsg.):Amerika und die Deutschen. Die Beziehungen im 20. Jahrhundert, Springer, Wiesbaden 2013, S. 36, 38 f.;Imanuel Geiss (1981),Historische Voraussetzungen zeitgenössischer Konflikte, in: Wolfgang Benz, Hermann Graml (Hrsg.):Weltprobleme zwischen den Machtblöcken. Das Zwanzigste Jahrhundert III (Fischer Weltgeschichte, Band 36). Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1993,ISBN 3-596-60036-7, S. 36.
  11. Bo Lidegaard:Dansk Udenrigspolitiks Historie, Band IV: „Overleveren 1914–1945“.Gyldendal, 2. Ausgabe, Kopenhagen 2006, S. 461.
Normdaten (Geografikum):GND:4141278-3 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS)
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Achsenmächte&oldid=261129657
Kategorien:

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp