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Accademia Nazionale dei Lincei

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Accademia Nazionale dei Lincei
MottoSagacius ista
Gründung17. August 1603
Trägerschaftöffentlich(Ente pubblico)
OrtRom,Italien
PräsidentRoberto Antonelli[1]
Websitewww.lincei.it
Sitz der Accademia dei Lincei imPalazzo Corsini in Rom (2016)

DieAccademia Nazionale dei Lincei oder kurzAccademia dei Lincei (auf Deutsch „Akademie der Luchsartigen“, luchsartig im Sinne von scharfsichtig, ursprünglicherlateinischer NameAcademia Lynceorum vonlateinischlynx „Luchs“[2]) war die erste private Institution zur Förderung derNaturwissenschaften in Europa. Sie wurde 1603 inRom von dem AdligenFederico Cesi und seinen FreundenAnastasio de Fillis,Francesco Stelluti undJohannes van Heeck gegründet. Ihr Sinnbild war derLuchs, das Motto „Sagacius ista“. Heute ist sie die nationaleAkademie der WissenschaftenItaliens.

Seit 1883 ist der Sitz der Akademie imPalazzo Corsini in der Via della Lungara inTrastevere.[3] Die gegenüberliegendeVilla Farnesina, die von der faschistischen Regierung als Sitz derAccademia d’Italia erworben worden war, ging nach deren Auflösung in den Besitz der wiedergegründeten Accademia dei Lincei über, die mit ihr 1939 zwangsverschmolzen worden war.[4]

Geschichte

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Das bekannteste Mitglied warGalileo Galilei, der im April 1611 Mitglied wurde. Mitglieder waren auchGiambattista della Porta, ein Universalgelehrter und Dramatiker, KardinalFrancesco Barberini, ein Neffe des späterenUrban VIII. (Papst von 1623 bis 1644), und dessen SekretärCassiano Dal Pozzo.

Mit dem Tod ihres Gründers im Jahr 1630 verlor sie an Bedeutung. Nach wechselvollen Geschicken wurde sie im 19. Jahrhundert zunächst 1840 durch PapstGregor XVI. geschlossen. 1847 gründete PapstPius IX. diePontificia Accademia dei Nuovi Lincei. Diese Akademie der Wissenschaften spaltete sich 1870 mit der Eroberung des Kirchenstaats durch Italien: Die italienische Akademie erhielt den NamenReale Accademia dei Lincei (Abkürzung:R. Accademia dei Lincei), die päpstliche später den NamenPontificia Accademia Romana dei Nuovi Lincei.

Zeit des Faschismus

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Da die Mitglieder demFaschismus überwiegend reserviert gegenüberstanden, errichteteBenito Mussolini 1926 dieAccademia d’Italia, mit der die Accademia dei Lincei 1939 verschmolzen wurde. Der Vorschlag vonBenedetto Croce im August 1943, nach dem Zusammenbruch des faschistischen Regimes die alte Akademie wiederzuerrichten, konnte erst 1944 verwirklicht werden: noch heute besteht sie unter dem NamenAccademia Nazionale dei Lincei. Sie führt die Traditionen und die Geschichte der 1603 gegründeten Akademie fort.

Mitglieder

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Nach dem Statut von 1986 hat die Akademie 180 ordentliche italienische, 180 ausländische Mitglieder sowie 180 italienische Korrespondenten. Sie sind in zwei Klassen (Classe di Scienze Fisiche, Matematiche e Naturali undClasse di Scienze Morali, Storiche e Filologiche) mit verschiedenen Kategorien (z. B.Matematica, Meccanica e Applicazioni oderArcheologia) und Sektionen (als BeispieleMatematica,Meccanica e applicazioni della Matematica oderBotanica e applicazioni, nur in der naturwissenschaftlichen Klasse) organisiert.

In der deutschsprachigen Wikipedia erfasste ehemalige und gegenwärtige Mitglieder der Accademia dei Lincei stehen in derKategorie Mitglied der Accademia dei Lincei.

Preise

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Die Accademia vergibt regelmäßig Preise an Forscher und Gelehrte. Dazu gehören:

  • Premio Presidente della Repubblica
  • Feltrinelli-Preis
  • Alfredo di Braccio-Preis für junge italienische Forscher in Physik und Chemie
  • Premio Linceo
  • Premio Internazionale Cataldo Agostinelli e Angela Gili Agostinelli

Literatur

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  • Stillman Drake:The Accademia dei Lincei. In:Science. New Series, Band 151, Nr. 3715, 11. März 1966, S. 1194–1200,JSTOR:1718437.
  • David Freedberg:The Eye of the Lynx. Galileo, his friends, and the beginnings of modern natural history. The University of Chicago Press, Chicago IL u. a. 2002,ISBN 0-226-26147-6.
  • Enrica Schettini Piazza:Die erste Accademia dei Lincei (1603–1630). In: Jutta Frings (Hrsg.):Barock im Vatikan. 1572–1676 (=Kunst und Kultur im Rom der Päpste. 2). Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland u. a., Bonn 2005,ISBN 3-86502-125-5, S. 460–461.
  • Gabriele Turi:Die Akademien im faschistischen Italien. Eine schrittweise Vereinnahmung. In:Wolfram Fischer (Hrsg.):Die Preußische Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1914–1945 (=Interdisziplinäre Arbeitsgruppen, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Forschungsberichte. 8). Akademie Verlag, Berlin 2000,ISBN 3-05-003327-4, S. 351–372.

Weblinks

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Commons: Accademia dei Lincei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Organi. In: lincei.it. Abgerufen am 29. Januar 2024 (italienisch). 
  2. Geschichte der Akademie (Memento vom 9. Januar 2014 imInternet Archive) auf ihrer Webseite (italienisch);Federico Cesi, Gründer der »Accademia dei Lincei« (der »Luchsäugigen«). In: Rudolf Krämer-Badoni:Galileo Galilei. München 1983, S. 75.
  3. Palazzo Corsini auf den Seiten der Akademie.
  4. Villa Farnesina auf den Seiten der Akademie.
Normdaten (Körperschaft):GND:35038-2 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS) |LCCN:n79033013 |VIAF:159293044
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