| Abfallverwertungsanlage Augsburg | |
|---|---|
| Lage | |
| Koordinaten | 48° 24′ 9″ N,10° 55′ 59″ O48.40239444444410.933127777778Koordinaten:48° 24′ 9″ N,10° 55′ 59″ O |
| Ort | Augsburg |
| Daten | |
| Betriebsaufnahme | 1996 |
| Eingespeiste Energie 2016 | Strom: 59 GWh Fernwärme: 193 GWh Solarstrom: 0,8 GWh Biogas: 35 GWh |
| Website | www.ava-augsburg.de |
DieAbfallverwertungsanlage Augsburg wurde 1996 in Betrieb genommen und dient derEntsorgung von Siedlungs- und Gewerbeabfällen aus dem StadtgebietAugsburg sowie denLandkreisen Augsburg,Aichach-Friedberg,Dillingen,Donau-Ries,Landsberg am Lech undStarnberg. Auf einer Fläche von etwa 23 Hektar betreibt dieAVA Abfallverwertung Augsburg KU mit rund 160 Mitarbeitern[1] einAbfallheizkraftwerk mit integrierter Krankenhausmüllverbrennung,Rauchgasreinigung und Schlackenaufbereitung, eine Bioabfallvergärungsanlage sowie eine Kleinmengenannahme. Teil der Anlage ist auch eine Sortieranlage für bestimmteWertstoffe. Sie wird allerdings seit 2010 von derKühl Entsorgung und Recycling Süd GmbH betrieben.[2]
Die Abfälle aus dem Stadtgebiet Augsburg wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst in derMülldeponie Augsburg-Nord beiGersthofen abgelagert. In den 1970er Jahren zeichnete sich jedoch ab, dass die Deponiekapazitäten mittelfristig nicht ausreichen werden. 1980 wurde daraufhin von der Stadt Augsburg und den Landkreisen Aichach-Friedberg und Augsburg derZweckverband zur Vorbereitung der Errichtung einer zentralen Abfallbeseitigungsanlage für die Stadt Augsburg und die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg gegründet, der heute alsAbfallzweckverband Augsburg geführt wird.
Dieser Verband widmete sich in den folgenden Jahren denStandortgutachten,Raumordnungs- undPlanfeststellungsverfahren, bis es schließlich nach Erlass des Planfeststellungsbeschlusses durch dieRegierung von Schwaben am 20. Dezember 1991 zur Gründung derAVA Abfallverwertung Augsburg GmbH kam.
Nach einer vierjährigen Bauzeit gingen die einzelnen Komponenten der Abfallverwertungsanlage schrittweise in Betrieb, was schließlich in der Inbetriebnahme des Abfallheizkraftwerks am 17. Januar 1996 gipfelte. Eine am 1. Januar 2004 gegründeteTochtergesellschaft für denAbfallsortierbereich – dieAVA Re.Sort GmbH – wurde 2009 wieder stillgelegt und schließlich zurück in die Abfallverwertung Augsburg überführt.[3]
Seit Januar 2013 wird im Rahmen eines Modellprojektes ein Teil der bei der Verbrennung entstehenden Abwärme in Containern mitNatriumacetat gespeichert (Latentwärmespeicher). Diese werden dann mit dem LKW ins naheFriedberg transportiert, wo die Wärme zur Beheizung eines Schulzentrums verwendet wird.[4]
An derAVA Abfallverwertung Augsburg GmbH waren bis Ende 2014 zwei Gesellschafter beteiligt: Zu 74,99 Prozent der öffentlich-rechtlich organisierteAbfallzweckverband Augsburg, der aus der Stadt Augsburg, dem Landkreis Aichach-Friedberg und dem Landkreis Augsburg besteht, und zu 25,01 Prozent die privateSchwäbische Entsorgungsgesellschaft mbH (SE), eine hundertprozentige Tochter derLechwerke AG. Seit dem 1. Januar 2015 ist die Abfallverwertungsanlage zu 100 Prozent in kommunaler Hand.[3]
Am 2. Januar 2019 erfolgte die Umwandlung in ein Kommunalunternehmen (KU). Gewährträger des KU ist der Abfallzweckverband Augsburg (AZV), dessen Mitglieder die Stadt Augsburg sowie die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg sind.
Im Jahre 2016 wurden im Abfallheizkraftwerk etwa 250.000 Tonnen Siedlungs- und Gewerbeabfall verbrannt. Zusätzlich erfolgte die Verbrennung von 3.500 Tonnen Krankenhausmüll. Durch die Verbrennung entstanden etwa 59.000 TonnenSchlacke zur Weiterverwendung. Nach Abzug des Eigenbedarfs konnten aus den verbrannten Abfällen 59 GWh Strom und 193 GWh Fernwärme in öffentliche Netze eingespeist werden.[1]
In der Bioabfallvergärungsanlage konnten 2016 rund 79.000 Tonnen Bioabfall verwertet werden. In mehreren Verfahrensschritten wurde der Bioabfall in etwa 35 GWh Biogas, 15.000 Tonnen Kompost und 28.000 Tonnen Flüssigdünger umgewandelt.[1]

Hauptbestandteil der Abfallverwertungsanlage ist das Abfallheizkraftwerk. Dort werden aus den Siedlungs- und Gewerbeabfällen der Region Strom und Fernwärme erzeugt. Im ersten Schritt wird dazu der per Lkw angelieferte Abfall in den Müllbunker gekippt. Von dort gelangt der Abfall in die drei Ofenlinien. Ohne die Zugabe von Öl oder Gas verbrennt der Abfall in den Öfen gleichmäßig bei mindestens 850 °C. Die dabei entstehendenRauchgase werden einer 5-stufigen Reinigung unterzogen:
Die Verbrennungsrückstände kommen abschließend zur Abkühlung in ein Wasserbad und werden dann zur Schlackenaufbereitungsanlage gefördert. In dieser Anlage wird die Rohschlacke in mehreren Verfahrensschritten aufbereitet und nach Korngrößen getrennt. Zudem sortierenMagnet- undWirbelstromabscheider Eisenschrott undNichteisenmetalle aus der Schlacke. Nach der Aufbereitung wird die Schlacke alsVersatzmaterial verwendet.
In das Abfallheizkraftwerk sind auch zwei Ofenlinien für Krankenhausabfälle integriert. Dort werden infektiöse und pathologische Abfälle bei Temperaturen um 1.000 °C verbrannt.

Auf dem Gelände befindet sich zudem eine Sortieranlage fürLeichtverpackungen sowiePapier undPappe. Die Wertstoffe werden nach der Anlieferung maschinell sortiert und zuBallen gepresst. Anschließend gelangen die sortenreinen Ballen per Lkw zur Weiterverwertung an anderer Stelle. Fremd- oder Störstoffe werden aussortiert und der Verbrennung zugeführt. Dieser Anlagenteil wird seit 2010 von derKühl Entsorgung und Recycling Süd GmbH betrieben.

Der in der Region gesammelteBioabfall wird in diesem Anlagenteil zuBiogas sowieKompost undFlüssigdünger umgewandelt. Hierzu wird der Bioabfall mit Grüngut vermischt und anschließend zerkleinert sowie von Störstoffen befreit. Im nächsten Verfahrensschritt zersetzen Mikroorganismen in denFermentern bei mehr als 50 °C die Abfälle und erzeugen dabei Biogas. Die verbleibendenGärreste werden im letzten Schritt gepresst und so in eine feste und eine flüssige Fraktion getrennt. Nach einer entsprechenden Nachbehandlung wird aus diesen beiden Fraktionen dann Kompost und Flüssigdünger.
Bei der Kleinmengenannahme haben Bürger der Stadt Augsburg oder der beiden Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg die Möglichkeit, Abfälle in haushaltsüblichen Mengen (teilweise gegen Gebühr) abzugeben. Nicht angenommen werden jedochgefährliche Abfälle.