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AVUS

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Dieser Artikel behandelt die Berliner Autostraße. Zu weiteren Bedeutungen sieheAvus (Begriffsklärung).
AVUS
Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße
heute nördlicher Abschnitt derA 115


AVUS (Deutschland)
AVUS (Deutschland)
DeutschlandDeutschlandBerlin,Deutschland
52° 28′ 50″ N,13° 15′ 5″ O52.48055555555613.251388888889Koordinaten:52° 28′ 50″ N,13° 15′ 5″ O
Streckenart:Ehemalige Rennstrecke
Eröffnung:24. September 1921
Austragungsort
Formel 1:

1959
Stillgelegt:26. April 1998
Streckenlayout
Verlauf der Rennstrecke:
1 – Südschleife
2 – Abfahrt zur Nordschleife
3 – Nordkurve
4 – Start- und Ziellinie
Streckendaten
Wichtige
Veranstaltungen:
Formel 1,DTM
Streckenlänge:8,3 km (5,16 mi)
Kurven:4
Kurvenüberhöhung:1937–1967: Nordkurve 43,6°
Rekorde
Streckenrekord:
(Formel 1)
2:04,5 min
(Tony Brooks,Ferrari, 1959)
Blick vomFunkturm auf die AVUS am 21. April 2013

DieAVUS(Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße) im SüdwestenBerlins wird als das nördliche Teilstück derBundesautobahn 115 genutzt.

Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1921 ist die AVUS die erste ausschließlicheAutostraße der Welt. Die pro Fahrbahnseite gut neun Kilometer – als Gesamtrunde rund 19 km – lange Strecke diente bis zum Autobahnanschluss 1940 als gebührenpflichtigeRenn- undTeststrecke und nicht dem öffentlichen Verkehr.

Die AVUS führt vomBerliner Funkturm, an dem ein Anschluss zumBerliner Stadtring (A 100) besteht, nahezu geradeaus durch denGrunewald bis nachNikolassee. Bis zum April 1998 wurde die AVUS an einigen Wochenenden auch als Rennstrecke genutzt, wobei verschiedene verkürzte Streckenlängen zur Anwendung kamen, indem die jeweils im Rennbetrieb genutzte Südkehre immer näher zur Nordkehre verlegt wurde, die von 1937 bis 1967 durch eine spektakuläreSteilkurve aus Backsteinen gebildet wurde.

Geschichte

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Tribüne entlang der AVUS auf der Höhe desMessegeländes, Juni 2022

Motiviert durch deutsche Misserfolge beiAutomobilsportveranstaltungen wurde im Jahr 1909 dieAutomobil-Verkehrs- und ÜbungsstraßeGmbH gegründet, mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit derdeutschen Automobilindustrie zu fördern. Nach Umwandlung in eine Aktiengesellschaft begannen 1913 die Arbeiten für eine nur fürAutos zugelassene Straße entlang derWetzlarer Bahn vonCharlottenburg nachNikolassee.

Wegen desErsten Weltkriegs wurden die Arbeiten 1914 kurz vor der Vollendung eingestellt. Erst im Jahr 1921 wurde die Rennstrecke durch private Investitionen vonHugo Stinnes vollendet und am 19. September 1921 eröffnet.[1] Die nahezu geradlinige Rennstrecke verband die Nordkurve inWestend (im damaligenBezirk Charlottenburg) mit der amNikolassee gelegenen Südkurve zu einem rund 19 km langen Rundkurs. Am 24. September 1921 wurde die AVUS mit einem Autorennen zwischen Berlin und Wannsee eingeweiht.[2] Nach der Eröffnung wurde die Strecke für den privaten Verkehr freigegeben. Ein einmaliges Durchfahren kostete die damals stattliche Summe von zehn Mark, eine Vierteljahreskarte kostete 1000 Mark (kaufkraftbereinigt in heutiger Währung: rund 500 Euro).

Bereits beim Eröffnungsrennen zeigten sich auf mangelnde Erfahrung im Fahrbahnaufbau zurückzuführende Defizite der Strecke. Der aus dem 19. Jahrhundert stammende Aufbau alsMakadam wurde noch mit Teer getränkt, konnte jedoch den steigenden Belastungen nicht standhalten, sodass die AVUS als eine der ersten Straßen mit einer Deckschicht ausAsphalt versehen wurde. In den Folgejahren wurden wegen der mit derInflation einhergehenden wirtschaftlichen Notlage Teile der AVUS von der Bevölkerung demontiert und verkauft oder verheizt.

Im Jahr 1926 fand mit dem erstenGroßen Preis von Deutschland wieder ein großes Autorennen statt, bei dem infolge widriger Witterungsbedingungen und des schlechten Streckenzustands vier Todesopfer zu beklagen waren. Neben mangelnder Griffigkeit des Belags hatte die Strecke durch den traditionellen Fahrbahnaufbau bei mangelnder Verdichtung des Untergrunds Bodenwellen mit bis zu zehn Zentimetern Höhe. In den folgenden Jahren wurde die AVUS nun auch Versuchsstrecke für Straßenbau, auf der viele Elemente des heutigen Straßenbaus erstmals getestet wurden.

Der Rennbetrieb kam infolge einer Absatzkrise der deutschen Automobilindustrie Mitte der 1920er Jahre und der 1929 einsetzendenWeltwirtschaftskrise weitgehend zum Erliegen. Doch Anfang der 1930er Jahre wurden wieder regelmäßig Rennen gefahren.

Motel AVUS

Um die Rundengeschwindigkeiten zu erhöhen und um Platz für die heutige Halenseestraße zu gewinnen, wurde 1937 die alte Nordkurve, auf Initiative des BauratsErich Krey, durch eine überhöhte, 43,6° steile und ausZiegelsteinen gemauerteSteilkurve mit einem wesentlich geringeren Radius ersetzt und das nun jenseits der Halenseestraße gelegene Verwaltungsgebäude mit Zuschauertribüne durch ein neues Gebäude mit einem Zielrichterturm am Ausgang der Nordkurve. Dieses wird heute alsMotel benutzt. Gleichzeitig wurde eine neue Tribünenanlage errichtet.

Der Anschluss zumBerliner Ring wurde 1940 für den Verkehr freigegeben, wodurch die AVUS als Zubringer endgültig ihren Privatstraßencharakter verlor. Die nördlich des Geländes der Tankstelle an derAnschlussstelleSpanische Allee gelegene Südkurve wurde danach deswegen gesperrt. Eine projektierte überhöhte Südkehre wurde wegen desZweiten Weltkriegs nicht vollendet, der bereits aufgeschüttete Wall wurde nach dem Krieg von derUS-amerikanischen Besatzungsmacht als Schießplatz mit dem NamenKeerans Range genutzt. Ersatzweise wurde nun die Motorradkurve amHüttenweg zur Südkehre verwendet, wodurch sich die Rennstrecke auf eine Länge von 8,3 km halbierte.

Vom Zweiten Weltkrieg blieb die AVUS nicht ganz verschont. Das stark beschädigte Nordtor wurde bald nach dem Krieg abgerissen. Da die Benutzung nun kostenfrei war, hatte es ohnehin seine Funktion verloren. Nachdem in den erstenNachkriegsjahren nicht an einen Rennbetrieb zu denken gewesen war, wurde nach Ausbesserung der gröbsten Schäden bereits 1951 das erste Rennen gestartet. Die überhöhte Nordkurve erwies sich jedoch weiterhin als beständige Gefahrenquelle mit spektakulären Unfällen, von denen einige tödlich endeten.

Da Steilkurven von derFIA – dem internationalenDachverband vonAutomobilclubs undMotorsport-Vereinen – generell als gefährlich und nicht mehr zeitgemäß eingestuft wurden, riss man die überhöhte Nordkurve 1967 ab, um sie erneut durch eine flache Nordkurve zu ersetzen, die mit dem Platzbedarf des neuenAutobahndreiecks Funkturm verträglicher war.

Mit dem zunehmenden Individualverkehr wurden Sperrungen der AVUS für Rennsportveranstaltungen problematischer, da sie für den Trainingsbetrieb schon vor den Renntagen am Wochenende gesperrt werden musste. Der geradlinige Hochgeschwindigkeitskurs entsprach nicht mehr den Anforderungen des Rennsports und wurde mehrmals verkürzt.

Nach demMauerfall im Jahr 1989 und dem damit noch einmal ansteigenden Verkehr von derwestlichen Innenstadt zum Berliner Ring nahte das endgültige Ende des Rennbetriebs auf der AVUS. Obwohl noch versucht wurde, die Strecke durch Verkürzung und Einrichtung vonSchikanen zu entschärfen und für das Publikum attraktiver zu machen, wurde der Rennbetrieb schließlich am 26. April 1998 eingestellt.[3]

Zwischen 2011 und 2012 erfolgte eine grundhafte Erneuerung zwischen demAutobahndreieck Funkturm und der AnschlussstelleSpanische Allee. Die Fahrbahnen wurden komplett neu aufgebaut sowie die Brücke über den Hüttenweg durch einen Neubau ersetzt. Die Kosten betrugen 28 Millionen Euro.[4]

Im Zusammenhang mit dem Großbrand auf demSprengplatz Grunewald blieb die AVUS vom 4. bis 10. August 2022 gesperrt.

Nutzung

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Rennsport auf der AVUS

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Siehe auch:AVUS-Rennen für Motorräder
Paul Gebser aufDixi, Sieger der kleinen Klasse am 11. Juni 1922
DerGroße Preis von Deutschland 1926
Das Raketenauto Rak VI, 1929
Die beidenHusqvarna-WerksfahrerGunnar Kalén (l.) undRagnar Sunnqvist, 1933
EinSilberpfeil in derSteilkurve, 1937
SkulpturengruppeMotorradfahrer (1939) vonMax Esser an der ehemaligen Nordkurve. Links:Ewald Kluge aufDKW, rechts:Ernst Jakob Henne aufBMW
Denkmal vonJoachim Matz in derSpanischen Allee 180

Zur Eröffnung der AVUS wurden am Wochenende des 24. und 25. September 1921 bei großem Zuschauerinteresse in verschiedenen Klassen Autorennen ausgetragen. Das Hauptrennen gewann der Berliner LokalmatadorChristian Riecken in einemNAG. Die mit 128,8 km/h höchste Durchschnittsgeschwindigkeit erreichte jedochFritz von Opel am Vortag auf einer eine Runde kürzeren Strecke in einer niedrigeren Motorenklasse. Im Hauptrennen führte von Opel zur Halbzeit, wurde allerdings am Ende mit Zündproblemen nur Dritter.

Während der folgendenInflationszeit war der Motorsport kaum finanzierbar. Lediglich am 11. Juni 1922 fand auf der AVUS noch ein großes Autorennen statt, eingeleitet vom erstenMotorradrennen am 10. Juni auf der Strecke. Sieger des Autorennens in der großen Klasse wurde wieder Christian Riecken auf NAG. In den folgenden Jahren fanden sogenannte „Kleinwagenrennen“ statt, die zumindest von den Rundengeschwindigkeiten nicht mit den frühen Rennen vergleichbar waren. So fanden in den Jahren 1923 und 1924 Kleinwagenrennen mit Fahrzeugen bis 1500 cm³ auf der AVUS statt. 1924 erreichteKarl Slevogt auf einemStromlinien-Apollo 4/20 einen Rundendurchschnitt von 146 km/h und fiel dann mit Motorschaden aus.

Erst am 11. Juli 1926 wurde das nächste bedeutsame Autorennen gestartet, der ersteGroße Preis von Deutschland auf der AVUS. Widrige Witterungsbedingungen und der unzureichende Straßenbelag führten zu vielen Unfällen und Ausfällen. Schon im Training starb einer der damals noch vom Reglement geforderten Beifahrer bei einem Unfall in der Südkurve. Während des Rennens kamAdolf Rosenberger mit seinemMercedes-Benz am Ausgang der Nordkurve von der Piste ab und schlug in die Rundenzähltafel und ein Zeitnehmerhäuschen ein. Während Rosenberger und sein Beifahrer den Unfall verletzt überlebten, starben zwei Studenten im Zeitnehmerhäuschen und der Schildermaler an der Rundentafel. Den Sieg im Regenrennen, das nur 17 von 46 gemeldeten Fahrern beendeten, errang der damals noch weitgehend unbekannte Mercedes-VerkäuferRudolf Caracciola auf Mercedes-Benz.

Die großen Rennen der 1920er Jahre zogen bis zu 300.000 Zuschauer an die Rennstrecke. Bedeutende Rennen wurden auf der AVUS erst wieder Anfang der 1930er Jahre ausgetragen. Aufgrund der Streckencharakteristik bot sich die AVUS jedoch auch für Rekordversuche an. Der spektakulärste davon fand 1928 statt, als wiederum Fritz von Opel den raketengetriebenenOpel RAK2 auf über 230 km/h beschleunigte. Zu diesem Fahrzeug wurde Opel durch den RaketenpionierMax Valier inspiriert.

Beim 1931 trotz Weltwirtschaftskrise überraschend wieder ausgetragenen Rennen gewann erneut Caracciola. Dritter wurde der aufstrebendeManfred von Brauchitsch (beide auf Mercedes-Benz). 1932 überholte von Brauchitsch mit seinem – in Privat-Initiative mit Stromlinien-Verkleidung versehenen –Mercedes-Benz SSKL den inzwischen zuAlfa Romeo gewechselten Caracciola noch kurz vor dem Ziel und siegte. Das Rennen wurde überschattet vom tödlichen Unfall des Rennstallbesitzers und PrivatfahrersGeorg Christian Prinz von Lobkowitz. Er war mit seinemBugatti Type 54 bereits zu Beginn des Rennens vor der Südkehre mit dem Bugatti vonHans Lewy kollidiert und verstarb kurz darauf im Krankenhaus an den Folgen der dabei erlittenen schweren Verletzungen.

In den Jahren1933 und 1934 gewannenAchille Varzi (Bugatti) undGuy Moll (Alfa Romeo).

Ausländische Siege auf ausländischen Fabrikaten kamen den regierendenNationalsozialisten sehr ungelegen, sodass dem Rennsport bald mehr finanzielle Mittel zur Verfügung standen. Die Konsequenz war die Entwicklung der berühmtenSilberpfeile vonMercedes-Benz undAuto Union. Beim Rennen 1935 fruchtete diese Entwicklung mit einem Sieg vonLuigi Fagioli auf Mercedes-Benz. Die Durchschnittsgeschwindigkeit stieg von unter 210 km/h in den Jahren zuvor auf über 238 km/h.

Der Bau der überhöhten Nordkurve 1937 führte zur weiteren Steigerung der Geschwindigkeiten. Ebenso wurde im Fahrzeugbau durch Stromlinienverkleidungen die Geschwindigkeit der Fahrzeuge erhöht. Das Rennen am 30. Mai 1937 dominierten die Silberpfeile. Der SiegerHermann Lang auf Mercedes-Benz erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von knapp 400 km/h,Bernd Rosemeyer fuhr mit seinemAuto-Union-Rennwagen die schnellste Rennrunde mit einem Schnitt von 276,39 km/h; eine Durchschnittsgeschwindigkeit, die auf der AVUS durch die folgende Verkürzung der Strecke nie wieder erreicht und erst Jahrzehnte später beim RennenIndianapolis 500 übertroffen wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die AVUS 1951 mit einem Rennen vor 350.000 Zuschauern wiedereröffnet. 1954 wurde ein –nicht zur Weltmeisterschaft zählendes –Formel-1-Rennen ausgetragen, bei dem unter anderem auch dieMercedes-Benz-W196-Werkswagen beteiligt waren. Es gewannKarl Kling vorJuan Manuel Fangio undHans Herrmann.

DerGroße Preis von Deutschland 1959 fand – anstatt wie bisher auf demNürburgring – auf der AVUS statt. Die Gründe waren politischer Natur: Man wollte in der geteilten, aber noch nicht von derBerliner Mauer durchtrennten Stadt zur Zeit desKalten Krieges ein Zeichen setzen. Besucher ausOst-Berlin konnten ihre Eintrittskarten mitMark der DDR bezahlen. Das F1-Rennen gewannTony Brooks aufFerrari.Hans Herrmann überschlug sich mit seinemB.R.M. in der Südkurve, kam aber mit wenigen Blessuren davon. ImSportwagenrennen, am Tag zuvor, starb jedoch der VorjahressiegerJean Behra, als seinPorsche 718 im Regen über den äußeren Rand der Steilwandkurve schoss, mit dem Sockel einer ehemaligenFlakstellung kollidierte und gegen einen Fahnenmast geschleudert wurde. Einen ähnlich spektakulären Unfall hatteRichard von Frankenberg 1956 unverletzt überstanden, als er aus seinemPorsche 645 Spyder geschleudert worden war, bevor dieser auf einem Parkplatz hinter der Nordkurve aufgeschlagen und dann in Flammen aufgegangen war.

Damit war die große Zeit der Grand-Prix-Rennen auf der AVUS vorbei. Der Schock saß so tief, dass drei Jahre lang überhaupt keine Autorennen auf der AVUS ausgetragen wurden. Danach fanden nur noch Rennen mit schwächer motorisierten Fahrzeugen statt. Die überhöhte Nordkurve wurde 1967 abgetragen.

Bis Ende der 1990er Jahre fanden Rennen mitTourenwagen und Nachwuchs-Formelwagen statt, wobei die Strecke auf 4,8 und 2,6 km verkürzt wurde; außerdem wurden Schikanen eingebaut. Trotzdem kam es zu Zwischenfällen und schweren Unglücken. So überquerte bei derDeutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) derBMW M3 vonDieter Quester einmal funkensprühend die Ziellinie auf dem Dach, was noch für den dritten Platz reichte. DerOpel vonLouis Krages (aliasJohn Winter) fing in der Nordkurve nach einem Unfall Feuer.

Für die DTM war die Strecke kein Thema mehr, nachdem 1995 bei einer Startkollision das halbe Starterfeld außer Gefecht gesetzt worden war. Auch derSuper Tourenwagen Cup (STW) verabschiedete sich 1996 von der Strecke, nachdem der BriteKieth O’dor im Jahr zuvor in einem STW-Rennen gestorben war.[5] Das erste der beiden Rennen an diesem Tag hatte O’dor noch gewonnen. Einige andere Rennserien fuhren jedoch weiterhin auf der AVUS, so blieben auch weitere Unfälle nicht aus. Der spätere Formel-1-PilotAlexander Wurz, damals in einemFormel-3-Wagen, stieß mit einemDMSB-Streckensicherungsfahrzeug zusammen.

Die letzten Rennen fanden 1998 statt, ein Jahr später gab es eine Abschiedsfeier. Im Jahr 2000 wurde derEuroSpeedway Lausitz eingeweiht, der als Ersatz für die AVUS dienen sollte.

Sieger des Formel-1-Rennens auf der AVUS

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Nr.JahrSiegerAutoZeitStreckenlängeRundenØ-GeschwindigkeitDatumGP von
11959Vereinigtes Konigreich Tony BrooksFerrari2:09:31,6 h8,3 km60230,686 km/h2. AugustDeutschland Bundesrepublik Deutschland

Nichtmotorisierte und sonstige Nutzung

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US-Truppen-Aufstellung im Bereich der AVUS-Südkurve, am 20. Juli 1945
Fahrradsternfahrt auf der AVUS, 2007

Obwohl die AVUS ab ihrer Eröffnung nur für motorisierten Verkehr zugelassen war, fanden und finden gelegentlich auch nichtmotorisierte Veranstaltungen auf der AVUS statt. Bei denOlympischen Spielen 1936 verliefen sowohl derMarathonkurs als auch der Kurs desStraßenradrennens über die AVUS.

Wenige Wochen nach Kriegsende während der Potsdamer Konferenz, am 20. Juli 1945, fand im Bereich der AVUS-Südkurve eine Aufstellung der US-amerikanischen 2nd Armored Division statt. Die Truppe wurde von Henry Stimson, US Secretary of War, abgenommen.

In den Wirren derNachkriegsjahre wurde die kaum befahrene Strecke zeitweise sogar für Pferdefuhrwerke freigegeben, was allerdings bald zurückgenommen wurde.

An den vierautofreien Sonntagen während derÖlkrise im Jahr 1973 wurde die AVUS (unerlaubt) von begeisterten Bürgern mit allen möglichen nicht motorisierten Vehikeln genutzt. In den 1990er Jahren begann die Tradition derFahrradsternfahrten desADFC, die jedes Mal Tausende von Radfahrern an einem Sonntag im Juni auf die AVUS bringt.

Denkmäler

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  • An dem Standort der ehemaligen Nordkurve steht die SkulpturengruppeMotorradfahrer vonMax Esser.
  • Neben der „Spinnerbrücke“ an der AnschlussstelleSpanische Allee ehrt ein Denkmal vonJoachim Matz bekannte Motorrad- und Autorennfahrer der Vor- und Nachkriegszeit, darunter die Berliner Rennfahrer Alfred Krauthahn undHerbert Schultze.
  • In Fahrtrichtung Nord steht auf Höhe der AVUS-Tribüne auf der rechten Seite ein unscheinbares Betondenkmal mit der Inschrift „Dr. Curt Lindner zum Gedächtnis. Berlins Motorjournalisten und Motorsportfreunde“ (Lage).

Philatelistisches

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DieDeutsche Bundespost Berlin gab aus Anlass50 Jahre AVUS-Rennen 1921–1971 mitErstausgabetag 27. August 1971 einenBriefmarkenblock mit vier Briefmarken im Gesamtnennwert von 125 Pfennig aus. Der Entwurf stammt vomBundesdruckerei-Grafiker Rudolf Gerhardt.

Mit dem Erstausgabetag 1. Juli 2021 gab dasBundesministerium der Finanzen (BMF) einSonderpostwertzeichen im Nennwert von 155 Eurocent anlässlich der Eröffnung der AVUS vor 100 Jahren heraus. Der Entwurf stammt von demBonner Grafiker Thomas Steinacker.[6]

Sonstiges

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  • Die augenscheinlich schnurgerade Strecke der AVUS weist (von Süden kommend) eine sehr leichte Linkskurve direkt nach der Brücke über denHüttenweg und einen guten Kilometer weiter die entsprechende – allerdings noch schlechter wahrnehmbare – Gegenkurve auf. Auf vielen Stadtplänen ist die AVUS durchgehend gerade gezeichnet. Auch auf Satellitenfotos sind die – beispielsweise vomFunkturm aus zu erkennenden – Kurven nur schwer wahrnehmbar.[7] In dem durch die Kurven gebildeten leichten Bogen liegt dieTriebwagenhalle Hundekehle derS-Bahn.
  • An der AnschlussstelleHüttenweg wurden 1982 Szenen einer Verfolgungsjagd für denJames-Bond-FilmOctopussy gedreht;Roger Moore fuhr hier einenAlfa Romeo GTV 6.[8] Auch wurden an der AVUS 1984 einige Szenen für den FilmRichy Guitar aufgenommen. DasMotel Avus ist im 2004 entstandenen FilmDie Bourne Verschwörung zu sehen. Im FilmTodestanz eines Killers von 1968 wird die alte Strecke mit der Steilkurve mehrere Minuten lang als Kulisse gezeigt.
  • Seit Mai 1989 gilt auf der AVUS einezulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Die Einführung des Tempolimits war von Protesten begleitet, die jedoch letztlich erfolglos blieben.[9]
  • Lange Zeit verfügte die Avus über eineStraßenbeleuchtung mit 350 Masten. Im Jahr 1997 wurde die Anlage aus Kostengründen abgeschaltet und die Leuchten später demontiert.
  • ImGrunewald befindet sich ein – inzwischen teilweisevermoostes – Modell der vor dem Zweiten Weltkrieg geplanten Südschleife im Maßstab 1:100, die allerdings niemals realisiert wurde. Nach Auffassung der Senatsverwaltung hat es jedoch keinen Denkmalwert.[10]

Literatur

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  • S. S. Collins (Text), Gavin D. Ireland (Fotos):Vergessene Rennstrecken – Traditionskurse in Europa. Heel, Königswinter 2006,ISBN 3-89880-644-8.
  • Adolf Frey:Verkehrs- und Übungsstraße für Kraftwagen von Berlin nach Potsdam. In:Zentralblatt der Bauverwaltung, 1915, Nr. 92, S. 605–607. Digitalisiert von der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
  • Axel Kirchner:Die Avus: Deutschlands legendäre Rennstrecke – acht Jahrzehnte Motorsport. Delius Klasing, Bielefeld 2008,ISBN 978-3-7688-2452-1.
  • Ulrich Kubisch, Gert Rietner:Die Avus im Rückspiegel. Rennen, Rekorde, Rückstaus. Elefanten Press, Berlin 1987,ISBN 3-88520-232-8.
  • Ulf Schulz, Sven Wedemeyer:AVUS 100 – Ein rasantes Jahrhundert. Prestel Verlag, München 2021,ISBN 978-3-7913-8831-1.

Weblinks

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Commons: AVUS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Avus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Berlin Chronik. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 22. Januar 2021; abgerufen am 16. Januar 2021. 
  2. Deutsches Historisches Museum (DHM): Tagesfakten: An einem 24. September. Abgerufen am 16. Januar 2021. 
  3. Peter Neumann: Nach 77 Jahren: Berlin nimmt Abschied von den Avus-Rennen. In: Berliner Zeitung. 30. April 1998, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. April 2013; abgerufen am 28. Oktober 2012. 
  4. Straßen und Brücken für Berlin – Erneuerung der A 115 (AVUS). Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, abgerufen am 16. November 2012. 
  5. Das letzte große Avus-Rennen. In:Die Welt, 9. September 1996
  6. Briefmarken und Sammlermünzen. Briefmarken Juli 2021. Bundesministerium der Finanzen (BMF), abgerufen am 29. Dezember 2024. 
  7. 52° 28′ 43,8″ N,13° 14′ 54,7″ O52.47883413.248525 AVUS im Bereich Hüttenweg
  8. Auf den Spuren von 007. Abgerufen am 18. Dezember 2022. 
  9. Andreas Conrad: Straße des Westens. In: Der Tagesspiegel. 8. Januar 2011, abgerufen am 18. Oktober 2016. 
  10. Die Avus-Südkurve, die nie gebaut wurde. In: B.Z. 12. März 2012, abgerufen am 8. Juni 2023. 
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