20. Januar: Dieungarische Regierung unter dem amtierenden MinisterpräsidentenBéla Miklós bietet den Alliierten die Kapitulation an und erklärt sich bereit, gegen die Deutschen zu kämpfen, die denWesten des Landes besetzt halten.
15. Februar: Eine Verordnung des deutschen ReichsjustizministersOtto Georg Thierack führt zum Bilden vonStandgerichten in „feindbedrohten Reichsverteidigungsbezirken“, die Zivil- wie Militärpersonen verurteilen dürfen.
25. April:Elbe Day, inTorgau feiern sowjetische und US-amerikanische Soldaten das erstmalige Zusammentreffen ihrer Kampfverbände auf reichsdeutschem Boden.
5. Mai: Mit dem Inkrafttreten der Kapitulation vom Timeloberg endet dieBesetzung Dänemarks durch dieWehrmacht des Deutschen Reiches. In denNiederlanden ist es derTag der Befreiung: Der kanadische GeneralCharles Foulkes und der deutsche OberbefehlshaberJohannes Blaskowitz verhandeln im Beisein vonPrinz Bernhard als Kommandant der inländischen Streitkräfte in den Ruinen des weitgehend zerbombtenHotel de Wereld inWageningen hinsichtlich der Kapitulation der deutschen Truppen in den Niederlanden.
8. Mai:Hugo Blaschke, der Leibzahnarzt Hitlers, identifiziert in einem medizinischen Institut auf Veranlassung der sowjetischen Militärführung die verbrannten Leichen vonAdolf Hitler undEva Braun u. a. anhand der erhaltenen Gebisse.
9. Mai: Um 0:01 Uhr tritt die Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht in Kraft und wird im Auftrag von Dönitz durch GeneralfeldmarschallWilhelm Keitel in Berlin-Karlshorst ratifiziert. DerReichssender Flensburg strahlt den letzten Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) aus.
Terje Rollem übernimmt nach der Kapitulation die Festung Akershus vom deutschen Kommandanten
4. September: DerWettertrupp Haudegen auf der arktischen norwegischen InselgruppeSpitzbergen kapituliert als letzte Einheit der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
17. Januar: Der sowjetische Vize-VerteidigungsministerNikolai Bulganin ordnet die Verhaftung des schwedischen DiplomatenRaoul Wallenberg an, der Tausende vonungarischen Juden vor der Deportation bewahrt hat.
19. Januar: Die Rote Armee erobert die polnische StadtŁódź und befreit dasGhetto Litzmannstadt, in dem nur noch rund 1000 der ursprünglich etwa 160.000 Bewohner leben.
25. Januar: Mit einem Vorstoß der Roten Armee zur Ostsee wird der GroßteilOstpreußens vom Deutschen Reich abgeschnitten. Am nächsten Tag beginnt dieKesselschlacht von Heiligenbeil.
23. Februar: Die fast einen Monat lang währendeSchlacht um Posen endet mit der Kapitulation der letzten deutschen Verteidiger in der Zitadelle der Stadt.
18. März:Kolberg wird von der Roten Armee eingenommen. Der Ortsname ist durch dengleichnamigen Propagandafilm zum Schlagwort für den geforderten Durchhaltewillen geworden.
29. März: Die Rote Armee dringt beiKlostermarienberg erstmals auf ehemals österreichisches Gebiet vor.
29. März: InOstpreußen endet dieKesselschlacht von Heiligenbeil. Etwa 50.000 deutsche Soldaten geraten in sowjetische Gefangenschaft, rund 80.000 sind in der Kesselschlacht ums Leben gekommen.
30. März: Die Rote Armee und polnische Militäreinheiten erobernDanzig. Auch Küstrin ergibt sich den sowjetischen Truppen.
5. April: Deutsche Truppen räumenSarajevo und ziehen sich nach Österreich zurück.
6. April: Die Rote Armee beginnt mit dem Angriff auf das eingeschlosseneKönigsberg. Am selben Tag beginnt dieSchlacht um Wien.
9. April: DieSchlacht um Königsberg geht mit der Kapitulation der vonOtto Lasch kommandierten deutschen Garnison gegenüber sowjetischen Truppen zu Ende; die deutsche Bevölkerung wird vertrieben.
12. April: Im Zuge derWiener Operation, der Eroberung Wiens durch die Rote Armee, brennt derStephansdom nieder, nachdem möglicherweise von Plünderern gelegte Brände auf das Gebäude übergegriffen haben.
25. April: Der letzte Techniker verlässt aus Angst vor der heranrückenden Roten Armee die Ausweichstelle desDeutschen Kurzwellensenders in Königs Wusterhausen.
5. Mai: DerPrager Aufstand gegen die deutsche Besatzungsmacht beginnt mit einer Meldung im Radio. Er endet am 8. Mai mit einem Waffenstillstand und dem Abzug der Wehrmacht aus der Stadt.
6. bis 11. Mai: DiePrager Operation ist die letzte große Offensive der Roten Armee in Zentraleuropa. Die noch intakte deutscheHeeresgruppe Mitte wird im Raum östlich vonPrag durch drei sowjetischeFronten eingekesselt und zur Kapitulation gezwungen.
9. Mai: DasKZ Stutthof in Polen wird als letztes der Konzentrationslager des Deutschen Reichs befreit.
Am 12. Mai erfolgt die endgültige Kapitulationdeutscher Restverbände im umkämpften Prag, welches somit den letzten großen Kriegsschauplatz Europas im Zweiten Weltkrieg darstellt.
15. Mai: Bei Poljana in Slowenien kämpfen letzte Wehrmachtverbände in Gefechten gegen jugoslawische Truppen.
12. Juni:Jugoslawische Truppen räumen auf internationalen Druck hin die von ihnen seit dem 1. Mai besetzteStadt Triest.
14. Januar: Britische Truppen beginnen dieOperation Blackcock. Binnen 12 Tagen erobern sie das 'Rur-Dreieck' zwischen den Städten Roermond,Sittard undHeinsberg.
19. Januar: Als Vergeltung für den Tod des deutschen OffiziersFritz von Brodowski in französischer Kriegsgefangenschaft im Vorjahr wird der französische Kriegsgefangene und GeneralmajorGustave Mesny von Angehörigen der SS erschossen.
24. Januar: InAachen erscheint mit denAachener Nachrichten die erste deutsche Nachkriegszeitung, auf die die Nationalsozialisten keinen Einfluss mehr haben.
23. Februar:Operation Grenade beginnt: amerikanische Truppen setzen über die reißendeRur und bilden Brückenköpfe in Düren, Jülich und Linnich.
29. März: US-amerikanische Truppen besetzen die StadtMannheim.
1. April: DerRuhrkessel wird von alliierten Truppen geschlossen. Dabei fällt GeneralMaurice Rose, der höchstrangige Offizier der United States Army, der während des Zweiten Weltkrieges auf dem europäischen Kriegsschauplatz durch Feindeinwirkung zu Tode kommt.
11. April: Während die US-Armee dasKZ Buchenwald erreicht, gelingt es Angehörigen desWiderstands im Lager, die noch anwesenden SS-Wächter zu entwaffnen und gefangen zu nehmen.
21. April: Kapitulation der letzten deutschen Verbände imRuhrkessel
22. April: Einzug französischer Truppen inStuttgart
23. April: Es kommt zu schweren Kämpfen auf der Linie Verden-Aller/Stade-Elbe. Am selben Tag wird dasKZ Flossenbürg von der US-Armee befreit.
Das Leichenfeld von Lorenzkirch, Torgau, 25. April 1945
Dieerste Begegnung US-amerikanischer und sowjetischer Truppen auf deutschem Boden findet am 25. April auf den Elbwiesen inLorenzkirch beiStrehla statt.
27. April:Rupprecht Gerngroß gründet dieFreiheitsaktion Bayern. Deren Aufstand und der Versuch, München kampflos zu übergeben, wird von GauleiterPaul Giesler mithilfe der SS am nächsten Tag blutig niedergeschlagen.
28. April:Benito Mussolini und seine GeliebteClara Petacci, tags zuvor beim Fluchtversuch von Partisanen der italienischen Resistenza aufgegriffen, werden erschossen.
19. Januar: DerKZ-Fürstengrube-Todesmarsch beginnt. LagerleiterMax Schmidt ordnet wegen der herannahenden Roten Armee die Evakuierung desKZ Fürstengrube an. Die letzten verbliebenen Überlebenden werden Anfang Mai in Lübeck auf dieCap Arcona verschifft.
2. Februar: Der Ausbruch von 419 sowjetischenKriegsgefangenen aus demKZ Mauthausen führt zur „Mühlviertler Hasenjagd“. Nur 11 Offiziere überleben die Menschenhatz, an der sich neben der SS auch die Zivilbevölkerung beteiligt.
Zwischen dem 7. März und dem 12 April werden etwa 300 Zwangsarbeiter aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Jugoslawien, Polen und der Sowjetunion und deutsche Widerstandskämpfer aus demHörder Gestapokeller und derSteinwache in denRombergpark und in die Bittermark verschleppt und dort ermordet. Das 1960 errichteteMahnmal Bittermark imStadtwald Bittermark erinnert an diese Verbrechen.
6. April: NaheKrems an der Donau werden beimMassaker im Zuchthaus Stein auf dem Areal der Justizvollzugsanstalt und in den umliegenden Ortschaften bis zu 500 Häftlinge von Angehörigen der Waffen-SS, der Wehrmacht und des Volkssturms erschossen.
23. April: Der seit dem 10. April durch Deutschland irrende „Verlorene Zug“, ein Häftlingstransport vomKZ Bergen-Belsen nachTheresienstadt, wird inTröbitz von derRoten Armee befreit. Etwa 200 Häftlinge haben die Fahrt nicht überlebt. In den nachfolgenden Wochen sterben weitere 320 Menschen an den Nachwirkungen des Todestransports durch eineEpidemie.
28. April: In derPenzberger Mordnacht ermorden NS-Schergen kurz vor Kriegsende 16 Zivilisten um den ehemaligen BürgermeisterHans Rummer, welche die Zerstörung der Stadt und ein Massaker an Kriegsgefangenen verhindert haben.
2. Januar:Nürnberg wird in einem alliierten Luftangriff weitgehend, die historisch wertvolle Altstadt vollständig zerstört.
13. Januar: Ein schwerer Luftangriff der britischenRoyal Air Force mit 274 Flugzeugen richtet sich gegenSaarbrücken.
16. Januar: 347 Bomber derRoyal Air Force (RAF) werfen 641 Tonnen Brandbomben und 419 Tonnen Sprengbombenauf Magdeburg ab; diese verursachen wie beabsichtigt einenFeuersturm. Große Teile vonMagdeburg werden zerstört (die Altstadt zu 90 %), 2.680 Menschen sterben und Zehntausende werden obdachlos.
2. Februar: Mit einem Angriff aufEhreshoven beginnen die bis zum 28. März dauerndenLuftangriffe auf Engelskirchen, bei denen mehr als 300 Menschen sterben. Auch Teile vonLoope sind von der Bombardierung betroffen.
3. Februar:939 Bomber der USAAF greifen die ReichshauptstadtBerlin an. Unter den rund 25.000 Todesopfern ist auchRoland Freisler, außerdem viele Häftlinge und Zwangsarbeiter, denen die Nutzung von Luftschutzeinrichtungen generell verwehrt ist.
13. bis 15. Februar: Die Alliierten unternehmen einen schwerenLuftangriff auf Dresden, der schätzungsweise 25.000–35.000 Tote fordert. Die Dresdner Innenstadt wird völlig zerstört.
15. Februar: Ein US-amerikanischer Angriff zerstört große Teile der Stadt Cottbus. Besonders das Bahnhofsgelände und die Stadtteile Sandow, Madlow undBranitzer Siedlung sind betroffen.
23. Februar: Die InnenstadtPforzheims wird fast vollständig durcheinen britischen Luftangriff mit 379 Bombern zerstört – er fordert rund 20.300 Tote binnen 22 Minuten; damit verliert Pforzheim fast ein Drittel seiner Bevölkerung und ist somit die Stadt, die prozentual am meisten Opfer im Luftkrieg zu beklagen hat.
23. Februar: Der Ortskern vonEllingen wird von zwei Staffeln der US-Luftwaffe angegriffen, wobei Teile desSchlossgartens vollständig zerstört, dasRathaus, dasWeißenburger Tor und diePfarrkirche erheblich beschädigt werden. Das eigentliche Ziel der Angreifer hätteBamberg sein sollen.
3. März: Alliierte Flugzeuge werfen imZweiten Weltkrieg versehentlich Bomben auf ein Wohnviertel vonDen Haag. Bei demLuftangriff kommen rund 500 Menschen ums Leben.
16. März:Würzburg wird durch einen Luftangriff zu 75 % zerstört. Der Angriff fordert rund 5.000 Tote.
18. März:Berlin: 1.250 amerikanische Bomber fliegen einen Angriff.
19. März: Durcheinen alliierten Luftangriff wird die hessische StadtHanau weitgehend zerstört; etwa 2000 Menschen kommen dabei ums Leben, 382 Tote können nicht identifiziert werden.
3./4. April:Zwei britische Luftangriffe zerstören die StadtNordhausen zu 74 %, wobei mehr als 8.800 Menschen ums Leben kommen und weitere 20.000 obdachlos werden.
7. April: Bei einem alliierten Luftangriff aufNortheim wird der wichtige und repräsentative Bahnhof vollkommen zerstört. Der Rest der Stadt bleibt weitestgehend verschont.
1. Mai: Besonders starke Tieffliegertätigkeit im gesamten norddeutschen Raum
3. Mai: Durch britische Luftangriffe versinken dieCap Arcona, dieThielbek, dieDeutschland und weitere Schiffe in der Lübecker Bucht. Insgesamt kommen bei der Bombardierung etwa 7.000 Menschen, überwiegendKZ-Häftlinge ums Leben. DieAthen und dieElmenhorst überstehen das Bombardement relativ unbeschadet.
Von Januar bis Mai werden noch 153 U-Boote im Atlantik versenkt.
30. Januar: Durch das sowjetische U-BootS-13 unter KommandantAlexander Iwanowitsch Marinesko wird der DampferWilhelm Gustloff versenkt. Von ca. 10.000 Menschen (Flüchtlinge aus Ostpreußen) an Bord überleben nur etwa 1.200 Menschen; es handelt sich um die größte Schiffskatastrophe der Weltgeschichte.
9. Februar: Das deutsche PassagierschiffSteuben wird mit über 4.000 Flüchtlingen an Bord vor derpommerschenOstseeküste vom sowjetischenU-BootS-13 torpediert und sinkt. Der Angriff fordert etwa 3.500 Tote.
16. April: In der Ostsee wird das FlüchtlingsschiffGoya von dem sowjetischen U-BootL-3 unter KapitänleutnantWladimir Konowalow versenkt. Dabei kommen geschätzt über 7.000 Menschen ums Leben.
1. Mai: Das letzte deutscheU-Boot des Zweiten Weltkrieges wird in Dienst gestellt.
9. Januar: DieSchlacht um Luzon beginnt. US-Truppen landen an der Küste des Golfs von Lingayen im NordenLuzons.
28. Januar: Infolge des britischen Vormarsches inBurma kann dieBurmastraße zur VersorgungChinas mit alliierten Hilfsgütern wieder eröffnet werden.
3. Februar:Kōbe wird von den USAAF mitNapalm bombardiert.
10. Februar: Die japanischeOperation Kita beginnt. Sie wird am 20. Februar erfolgreich abgeschlossen.
Niedergebranntes Stadtviertel von Tokio nach dem Luftangriff vom 10. März 1945
10. Februar bis 29. Mai: In Phase zwei derLuftangriffe auf Tokio verschiebt sich die Taktik der US Army Air Corps von Prazisionsbombardements auf industrielle Ziele zuFlächenbombardements mitBrandbomben auf die Wohnviertel der Stadt.
16. Februar: Die US-Amerikaner landen auf der InselCorregidor, die den Eingang zur Manila-Bucht kontrolliert. Die Eroberung der Insel ist am 26. Februar abgeschlossen.
3. März: In derSchlacht um Manila finden die letzten Kampfhandlungen von US-amerikanischen und philippinischen Streitkräften mit den japanischen Truppen statt, die in der Einnahme der stark zerstörten Stadt durch die Alliierten gipfeln.
9. März: Die USA unternehmen einen Nachtangriff aufTokio; das Bombardement fordert über 100.000 Tote und ist damit der schwerste Luftangriff der Geschichte.
23. Mai: Beim schwersten derLuftangriffe auf Tokio werden 583 Tonnen AN-M47-, 796 Tonnen AN-M50-, 1.276 Tonnen AN-M69-, 298 Tonnen AN-M76-Brandbomben sowie 3,6 Tonnen AN-M41-Splitterbomben abgeworfen. Den außer Kontrolle geratenen Flächenbränden kann die arg dezimierte Feuerwehr nichts entgegensetzen und so brennen weitere 44 km² Stadtfläche nieder. Bei keinem weiteren Luftangriff in der Geschichte wird eine größere Stadtfläche vernichtet.
10. Juni: Phase drei der Luftangriffe aufTokio beginnt. Bis 15. August werden wieder Präzisionsangriffe auf industrielle Ziele geflogen.
21. Juni: Die US-Amerikaner beenden dieSchlacht um Okinawa gegen die Japaner siegreich.
5. Juli: Die USA erklären dieRückeroberung der Philippinen für abgeschlossen; tatsächlich halten sich einzelne japanische Widerstandsnester bis zur endgültigen Kapitulation.
21. Juli: Alliierte Truppen schließen die EroberungBorneos ab.
26. Juli:Potsdamer Erklärung:Japan wird zur bedingungslosen Kapitulation aufgefordert, ansonsten drohe „sofortige und völlige Vernichtung“.
28. Juli: Der japanische PremierministerSuzuki Kantarō erklärt in einer Pressekonferenz, seine Regierung finde in der Potsdamer Erklärung „keine wesentlichen Neuigkeiten“.
Der Atompilz über Hiroshima
6. August: Der US-amerikanische BomberEnola Gay mit dem PilotenPaul Tibbets wirft über der japanischen StadtHiroshimaLittle Boy ab, die erste je in einem Krieg eingesetzteAtombombe. Elf Quadratkilometer der Großstadt werden völlig zerstört, 20.000 bis 90.000 Menschen sind sofort tot.
15. August: DieSchlacht um Luzon endet mit der Kapitulation der verbleibenden Japaner.
17. August: Das (letzte) deutsche U-BootU 977 erreicht Argentinien nach der Flucht aus Deutschland
2. September: Die japanische Kapitulation wird an Bord derMissouri in derBucht von Tokio unterzeichnet. AuchYamashita Tomoyuki, der Oberbefehlshaber der japanischen Truppen aufLuzon, kapituliert an diesem Tag. Damit beginnt die sechsjährigeBesatzungszeit in Japan. Anders als im besetzten Nachkriegsdeutschland übernehmen die Alliierten in Japan jedoch nicht die Regierungsgewalt. Das Staatswesen mit Kaiser, Regierungsapparat und Parlament bleibt intakt, das Staatsgebiet wird nicht in verschiedene Okkupationssphären aufgeteilt und die Präsenz fremder Truppen bleibt relativ geringfügig. Die Herrschaft der Sieger wird ausschließlich über die japanische Regierung unter MinisterpräsidentYoshida Shigeru und deren Organe ausgeübt, die entsprechende Direktiven erhalten.
8. September: US-amerikanische Truppen besetzen den SüdenKoreas, nachdem sowjetische Truppen bereits den Norden besetzt haben; der 38. Breitengrad dient als Demarkationslinie zwischen den Besatzungszonen.
9. September: Nach der formellen Kapitulation Japans am 2. September kapituliert auch die japanische China-Armee formell gegenüberChiang Kai-shek. Damit ist derJapanisch-Chinesische Krieg beendet.
12. September: Die letzten japanischen Einheiten inSingapur kapitulieren.
Die Urfassung der Charta (PDF; Anklicken für die gesamte Fassung)
26. Juni: DieCharta der Vereinten Nationen wird von Vertretern der 50 Gründungsmitglieder inSan Francisco unterzeichnet. Damit werden dieVereinten Nationen als Nachfolgeorganisation desVölkerbundes gegründet. Wegen noch nicht abgeschlossener Regierungsbildung inPolen wird für dieses Land im Dokument ein Freiraum gelassen. Die zugehörige Unterschrift erfolgt am 15. Oktober. Damit wird Polen 51. Gründungsmitglied.
8. Juni: DasFraternisierungsverbot wird gelockert. Demzufolge erhalten alliierte Besatzungssoldaten in Deutschland die Erlaubnis, mit kleinen Kindern zu sprechen. Am 14. Juli wird die Erlaubnis erteilt, „auf Straßen und Plätzen Unterhaltungen mit erwachsenen Deutschen zu führen“. Endgültig außer Kraft gesetzt wird der Nicht-Fraternisierungsbefehl am 1. Oktober.
10. Juni: Marschall Georgi Schukow ordnet in seinem Befehl Nr. 2 in der sowjetischen Besatzungszone an, „die Bildung und Tätigkeit antifaschistischer Parteien zu erlauben“.
11. Juli: In Berlin tritt dieAlliierte Kommandantur zum ersten Mal zusammen. Sie übt die Kontrolle in der von den Siegermächten in vier Sektoren eingeteilten Stadt aus.
Winston Churchill, Harry S. Truman und Josef Stalin, 25. Juli 1945
Der Gebietstausch vom 23. Juli 1945; betroffene Gebiete: dunkelrot: von derbritischen an diesowjetisch besetzte Zone abgetreten; dunkelblau: von der sowjetischen an die britisch besetzte Zone abgetreten; gelb:Zonengrenze nach dem Tausch
29. Juli: DieBritische Rheinarmee strahlt erstmals für die ihr angehörenden Personen ein eigenes Rundfunkprogramm aus, das alsBFBS Radio Germany fortbesteht.
1. August: Die amerikanische Besatzungsmacht ernenntWilhelm Kaisen zumBremer Bürgermeister, ein Amt, das er fast zwanzig Jahre ausüben wird.
Attlee, Truman und Stalin; dahinter ihre Minister, August 1945
2. August:Clement Attlee,Josef Stalin undHarry S. Truman unterzeichnen dasPotsdamer Abkommen: Deutschland soll entmilitarisiert und entnazifiziert werden und den Siegermächten Kriegsentschädigung in Form von Demontagen leisten; die Umsiedlung der deutschen Bevölkerung jenseits von Oder und Neiße soll in geordneter und humanitärer Weise erfolgen (tatsächlich fordern die längst im Gange befindlichen Vertreibungsmaßnahmen zahllose Todesopfer).
19. September: In der US-amerikanischen Zone werden die LänderWürttemberg-Baden undGroß-Hessen neu geschaffen,Bayern wird ebenfalls als Land wiederhergestellt.
26. September: BeiGöttingen wird das AufnahmelagerFriedland für Flüchtlinge und Vertriebene aus Ostdeutschland und Osteuropa geschaffen.
5. Oktober: InWennigsen bei Hannover findet die erste Gesamtkonferenz derSPD nach dem Krieg statt. Vertreten sind sowohl Politiker aus dem Exil als auch aus allen vier Besatzungszonen.
6. Oktober: Der am 4. Mai von der US-Besatzungsmacht eingesetzteKölner OberbürgermeisterKonrad Adenauer wird von dem britischenMilitärgouverneur der ProvinzNordrhein,John Ashworth Barraclough, aus diesem Amt wieder entlassen, da er sich nicht energisch genug um die Ernährungsversorgung gekümmert habe. Er muss Köln verlassen und darf sich nicht parteipolitisch betätigen.
8. bis 15. Oktober: In Wiesbaden findet vor einem amerikanischen Militärtribunal derHadamar-Prozess statt, der erste amerikanischeEuthanasie-Prozess in Deutschland zuKrankenmorden in derTötungsanstalt Hadamar. VerwaltungsleiterAlfons Klein und zwei weitere Personen werden zum Tod verurteilt, vier weitere Personen erhalten Haftstrafen.
7. November: ImWiesbadener Manifest wenden sich US-amerikanischeKunstschutzoffiziere gegen den Abtransport von Kunstschätzen aus deutschen Museen in die Vereinigten Staaten.
4. Dezember: Dem entlassenenKölner OberbürgermeisterKonrad Adenauer wird von der britischen Militärregierung die zuvor von ihr verbotene politische Betätigung wieder erlaubt.
14. Dezember: InBad Godesberg treffen christdemokratische Politiker aus den drei Westzonen zusammen und beschließen die Gründung derCDU. Vertreter aus der sowjetischen Zone wurden an der Anreise gehindert.
9. Juli: Mit demAbkommen der Alliierten über die Besatzungszonen werden Österreich undWien in vierBesatzungszonen eingeteilt.
25. November: DieÖVP unterLeopold Figl gewinnt dieNationalratswahl in Österreich 1945. Auch die Landtagswahlen, die am selben Tag abgehalten werden, sind für die Volkspartei ein Grund zur Freude: Außer inKärnten undWien wird sie in allen Ländern stärkste Kraft, inVorarlberg sogar mit 70,2 % der Stimmen.
19. Dezember: Zum ersten Mal nach Kriegsende tritt in Wien derNationalrat wieder zusammen. Mit dem ÖVP-AbgeordnetenLeopold Kunschak wird ein neuer Präsident gewählt, außerdem setzt das Parlament dieVerfassung von 1920 (mit den Änderungen bis 1929) wieder in Kraft. Dabei verzichtet man allerdings auf das so genanntekriegswirtschaftliche Ermächtigungsgesetz, dass es den Austrofaschisten ein Jahrzehnt zuvor erleichtert hatte, ihre Macht zu festigen. Einen Tag später tritt die ÖsterreichischeBundesversammlung zusammen und wählt den bisherigenStaatskanzlerKarl Renner zum Bundespräsidenten. Noch am selben Tag wird dieBundesregierung Figl I durch Renner angelobt. Im Kabinett sind weiterhin alle 3 Parlamentsparteien vertreten.
24. Mai: Die fast ausschließlich deutschen Bewohner werden aus Frain an der Thaya (Vranov nad Dyjí),Tschechoslowakei vertrieben.
31. Mai: ImBrünner Todesmarsch werden 25.000 Deutsche ausBrünn vertrieben, rund 5.000 kommen dabei ums Leben.
19. Juni: BeimMassaker von Prerau verschleppen und ermordentschechoslowakische Soldaten unter der Führung des NachrichtenoffiziersKarol Pazúr, eines ehemaligen Mitglieds derHlinka-Garde, 265 Zivilisten eines Flüchtlingstransportes, darunter 74 Kinder.
11. November: DieWahlen zur verfassungsgebenden Nationalversammlung sind weder frei noch geheim. In jedem Wahllokal stehen zwei Wahlurnen bereit, eine für die Einheitsliste der kommunistisch beherrschten Volksfront und eine andere, für die Opposition, die jedoch keine Kandidaten aufstellen durfte. Unter diesen Bedingungen erhält die Volksfront 90 Prozent der Stimmen. Frauen sind noch nicht wahlberechtigt.
7. Juni: KönigHåkon VII. kehrt mit seiner Familie aus dem fünf Jahre währenden britischenExil, wo er an der Spitze dernorwegischen Exilregierung stand, nach Oslo zurück.
24. Oktober: Dernorwegische PolitikerVidkun Quisling, der mit den Deutschen kollaboriert hat, wird hingerichtet.
16. bis 26. Dezember: InMoskau findet eine Konferenz der Außenminister Großbritanniens, der Sowjetunion sowie der USA statt. Die UdSSR verzichtet auf eine Beteiligung an der Militärverwaltung in Japan und stimmt der Aufnahme zweier nichtkommunistischer Minister in die RegierungenRumäniens undBulgariens zu. Darüber hinaus werden die Planungen für eine Atomenergiebehörde innerhalb der UNO konkretisiert.
17. Oktober: Gewerkschaftlich organisierte Massenproteste inArgentinien erzwingen die Freilassung des am 9. Oktober verhaftetenJuan Perón. Die Versammlung seiner Anhänger auf derPlaza de Mayo in Buenos Aires gilt als Geburtsstunde desPeronismus.
27. Dezember: In Palästina kommt es zu einer Welle von Anschlägen gegen britische Einrichtungen, die zehn Todesopfer fordert. In der Folge nimmt die britische Mandatsmacht über 2000 Juden in Haft.
Republik Mahabad und Autonome Republik Aserbaidschan 1945
Juli:Stalin erlässt mehrere Dekrete, in denen die Abspaltung der von sowjetischen Truppen besetzten iranischen ProvinzĀzarbāydschān und die Gründung einer autonomen Republik Aserbaidschan angeordnet werden.
Nach derKapitulation Japans, das die KolonieNiederländisch-Indien in den Jahren seit 1941/42 besetzt hat, stehen die Alliierten auf dem Standpunkt, dassIndonesien für die Unabhängigkeit noch nicht bereit sei. Ihr Plan besteht darin, dass die japanischen Truppen vorläufig noch die Macht ausüben sollen, bis britische Truppen unter dem Kommando vonLord Mountbatten sie nach und nach ablösen. Die Briten wiederum würden die Macht den Niederländern übergeben. Indonesische Nationalisten, insbesondere die Bewegung Pemuda, wollen sich mit diesen Plänen nicht abfinden und verüben Terroranschläge auf Niederländer und mit diesen kooperierende Einheimische. Dabei kommen rund 3.500 Menschen ums Leben.
1. Juli: In einer Rede vor dem Untersuchungsausschuss zur Vorbereitung der Unabhängigkeit Indonesiens (BPUPKI) formuliertSukarno diePancasila, die fünf Prinzipien der späteren indonesischen Verfassung.
Sukarno verliest die Proklamation der UnabhängigkeitHissen der indonesischen Flagge am 17. August nach der Proklamation
17. August: Sukarno undMohammad Hatta erklären dieUnabhängigkeit Indonesiens. Die Niederlande erkennen die Unabhängigkeit nicht an und bemühen sich um die Wiederherstellung des Kolonialstatus Indonesiens. DerIndonesische Unabhängigkeitskrieg beginnt. Mitte September landen britische Truppen beiBatavia. Sie besetzen zunächst nur einige Hafenstädte und später einen Streifen von Batavia aus ins Landesinnere von Java.
2. Oktober: GeneralgouverneurHubertus van Mook trifft in Batavia ein.
Am 5. Oktober gründet Sukarno die zunächst so genannte Volks-Sicherheits-Armee, die vor allem mit Material der Polizei bewaffnet wird. Innerhalb weniger Monate gelingt es dieser, die Herrschaft über den Großteil vonJava sowie über die InselSumatra zu erlangen.
13. November: Die RepublikIndonesien erhält mitSukarno ihren ersten Präsidenten.
Im November wird das Dorf Bekasi bei Batavia von britisch-indischen Truppen zerstört, nachdem Pemudas in der Nähe die Besatzung eines notgelandeten britischen Flugzeugs getötet haben.
Ende November: Nach rund einmonatigen Kämpfen können die Briten die StadtSurabaja unter ihre Kontrolle bringen.
Wenige Tage nach der Unabhängigkeitserklärung Vietnams landen britische Truppen inSaigon mit dem offiziellen Auftrag, japanische Streitkräfte zu entwaffnen. Vom Norden her marschieren national-chinesische Truppen in Vietnam ein. Trotz eines Friedensvertrages mit den Viet Minh erzwingen die Franzosen am 23. September die Wiedererrichtung ihres kolonialen Regimes inSüdvietnam.
22. Juni: InNigeria findet unter Leitung des Drehers Michael Imoudu der erste Generalstreik des Landes für höhere Löhne und gegen die britische Kolonialverwaltung statt.
23. Juli: PrivateBanken undVersicherungen werden in derSBZ durchSMAD-Befehl Nummer 10 geschlossen. Die weitere Abwicklung ist kurze Zeit später durch öffentliche Institute, etwa dieSächsische Landesbank vorzunehmen. Die Maßnahme ist ein erster Schritt zur Umgestaltung des Wirtschaftssystems nachsozialistischerIdeologie.
1-Schilling-Banknote, gedruckt ab 1944, ausgegeben ab Mai 1945
24. Januar: In derHeeresversuchsanstalt Peenemünde wird eine geflügelte Version derA4/V2-Rakete, dieA4b, erstmals erfolgreich gestartet. Sie soll die doppelte Reichweite der A4 erreichen, stürzt allerdings wegen eines Flügelbruchs vorzeitig ab. Es kommt zu keinem weiteren Start dieses Flugkörpers mehr.
1. März: Der PilotLothar Sieber des ersten senkrecht startenden bemanntenRaketenflugzeugs, einerNatter von den Bachem-Werken, kommt beim Start ums Leben.
6. April: Das höchste Holzbauwerk aller Zeiten, der 190 Meter hoheHolzsendeturm desSenders Mühlacker, wird von der SS gesprengt.
Frühjahr: Der deutsche BauingenieurKonrad Zuse übersiedelt mit derZuse KG von Berlin in dieAerodynamische Versuchsanstalt desKWI für Strömungsforschung nach Göttingen, wo er die RechenmaschineZuse Z4, einenDigitalrechner aus 2200Relais, fertigstellt. Anfang April bringt Zuse die Z4 nach Süddeutschland, wo sie die Kriegswirren zunächst in einem Schuppen in Hinterstein im Allgäu, später in einem Mehllager in Hopferau übersteht.
11. August: Der amerikanische Präsident Harry S. Truman gibt die Veröffentlichung desSmyth-Reports frei, die Geschichte der Entwicklung der amerikanischen Kernwaffen (Manhattan-Projekt).
Oktober: In der Nähe vonCuxhaven wird Vertretern der alliierten Besatzungsmächte anhand von drei Versuchsstarts die Technik der „Vergeltungswaffe“ V2 demonstriert (Operation Backfire).
3. Dezember: Der PrototypH.P.68 Hermes I derHandley Page Hermes stürzt bei seinem Erstflug ab, was die Entwicklung dieses ersten britischen Nachkriegs-Verkehrsflugzeugs um zwei Jahre zurückwirft.
22. Dezember: Die alsGeschäftsreiseflugzeug produzierteBeechcraft Bonanza absolviert denErstflug. Sie ist bis heute (2025) länger in der Produktion als jeder andere Flugzeugtyp in der Geschichte.
An derUniversität Wien werden Frauen als ordentliche Hörerinnen an der Katholisch-theologischen Fakultät (seit 1897 an der Philosophischen, 1900 an der Medizinischen, 1919 Rechts- und staatswissenschaftlichen und 1922 an der Evangelisch-theologischen Fakultät) zugelassen.
28. Juli: EinB-25-Bomberkollidiert mit demEmpire State Building inNew York City zwischen dem 78. und 79. Stockwerk. Bei dem Unglück sind insgesamt 14 Todesopfer zu beklagen: neben den drei Insassen der Maschine weitere elf Personen, die sich im Gebäude aufgehalten haben. 24 Menschen erleiden zum Teil schwere Verletzungen.
27. November: Erdbeben der Stärke 8,2 imIran, etwa 4.000 Tote.
12. Januar: Der chilenischeVulkanCorcovado in denAnden wird von den Bergsteigern Gerhard Kress, Alfredo Gash und Hans Engel erstmals erklommen.
4. März: Der MehrsportvereinRoter Stern Belgrad wird gegründet, der vor allem für seineFußballabteilung bekannt wird. Er erhält das Vereinsvermögen des Anfang des Jahres von den kommunistischen Behörden aufgelöstenSK Jugoslavija.
12. September: Der MehrsportvereinVSK Wolfsburg wird gegründet. Der spätereVfL Wolfsburg erlebt nur wenige Monate einen herben Rückschlag, als am 27. Dezember fast die komplette Fußballmannschaft den Verein verlässt und den1. FC Wolfsburg gründet.
4. Oktober: In Belgrad wird von jungen Generälen der Jugoslawischen Volksarmee der FußballklubFK Partizan gegründet.
4. November: Die süddeutscheFußball-Oberliga nimmt ihren Spielbetrieb mit Punktspielen auf.
01. Mai:Joseph Goebbels, deutscher Politiker und Propagandaminister (* 1897), sowie seine EhefrauMagda Goebbels (* 1901) und deren Kinder: Helga (* 1932), Hilde (* 1934), Helmut (* 1935), Holde (* 1937), Hedda (* 1938) und Heide (* 1940)