Wenige Wochen später beginnt der Zweite Balkankrieg zwischen den Siegern um die Aufteilung der Beute.Bulgarien, dem es im ersten Krieg gelungen ist, die als uneinnehmbar geltende StadtAdrianopel zu erobern, greift in Überschätzung der eigenen Stärke die früheren VerbündetenSerbien undGriechenland an, sieht sich aber bald auch mitRumänien als Gegner konfrontiert, das innerhalb weniger Tage bis in die Vororte vonSofia vordringt. Und auch das Osmanische Reich nutzt die Gelegenheit, kürzlich verlorene Gebiete inklusive Adrianopel zurückzugewinnen. ImFrieden von Bukarest mussBulgarien praktisch alle gewonnenen Gebiete wieder abgeben, obwohl es imVertrag von Konstantinopel mit russischer Unterstützung zumindest Zugang zur Ägäis erhält, was einen schwelenden Konflikt mit Griechenland hervorruft.
2. Februar: Nach einem knapp dreimonatigen Waffenstillstand beginnen imErsten Balkankrieg neuerlich Kampfhandlungen zwischenBulgarien und dem Osmanischen Reich.
Bulgarische Truppen während der Belagerung Adrianopels
26. März: Bulgarische Truppen erobern nach viermonatiger Belagerung die als uneinnehmbar geltende StadtAdrianopel, nachdem ihnen zwei serbische Divisionen zu Hilfe gekommen sind. Bei der Belagerung sind zum ersten Mal in der Geschichte Flugzeuge zur strategischen Bombardierung eingesetzt worden.
19. Mai:Serbien undGriechenland schließen ein gegen Bulgarien gerichtetes Verteidigungsbündnis.
Unterzeichnung des Londoner Vertrags
30. Mai: Nachdem die Osmanen bereits am 1. Mai einen Waffenstillstand erreicht haben, endet der Erste Balkankrieg auf VermittlungGroßbritanniens,Frankreichs,Deutschlands,Russlands,Österreich-Ungarns undItaliens mit demLondoner Vertrag. Vertragsschließende Staaten sindSerbien,Griechenland,Bulgarien undMontenegro auf der einen Seite und deren Kriegsgegner dasOsmanische Reich auf der anderen Seite. Die Osmanen verzichten auf alle europäischen Gebiete westlich der Linie zwischenMidia amSchwarzen Meer undEnez an derÄgäisküste, die InselKreta vereinigt sich offiziell mit Griechenland. DieUnabhängigkeit Albaniens wird von den europäischen Mächten anerkannt und die ungefähren Grenzen desneuen Fürstentums festgelegt. Dabei können Russland und Italien als Verbündete Serbiens durchsetzen, dass ein großer Teil des albanischen Siedlungsgebietes dem serbischen Staat zugeschlagen wird, darunter derKosovo. Für dieRegion Epirus kann jedoch keine Lösung gefunden werden, sie bleibt unter griechischer Besatzung und wird vom ehemaligen griechischen AußenministerGeorgios Christakis-Zografos verwaltet, der als Generalgouverneur fürNordepirus bis Ende des Jahres im Amt bleibt.
Mahmud Şevket Pascha
11. Juni: Trotz umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen wird der osmanische GroßwesirMahmud Şevket Pascha bei einem Attentat ermordet. Ein informelles Triumvirat bestehend ausEnver Pascha,Cemal Pascha undTalât Pascha übernimmt die Macht im Reich.
29. Juni: Mit einer gleichzeitigen Offensive Bulgariens gegen Griechenland und Serbien beginnt derZweite Balkankrieg. Die Verteidiger, die auf den Angriff vorbereitet sind, können die bulgarischen Einheiten zurückschlagen.
8. Juli: Serbien und Griechenland erklären Bulgarien den Krieg.
9. Juli:Rumänien erklärt Bulgarien den Krieg. Innerhalb weniger Tage erreicht dieArmata Română ohne nennenswerten Widerstand die Vororte vonSofia.
11. Juli: Das Osmanische Reich erklärt Bulgarien den Krieg und kann in den nächsten Tagen Teile der im Ersten Balkankrieg verlorenen Gebiete wieder zurückgewinnen. Am 21. Juli wird Adrianopel zurückerobert.
25. Juli bis 31. Juli: Die serbische Armee scheitert bei derBelagerung der bulgarischen StadtWidin.
Grenzen Bulgariens nach der Konferenz von London und dem Friedensvertrag von Bukarest
10. August: DerFriede von Bukarest besiegelt die Niederlage Bulgariens im Zweiten Balkankrieg. Der größte Teil der RegionMakedonien, das sogenannteÄgäis-Makedonien, fällt an Griechenland, Serbien erhält das sogenannteVardar-Mazedonien, der Süden derDobrudscha geht an Rumänien undOstthrakien mit Adrianopel zurück an das Osmanische Reich.
26. Oktober und 2. November: ImKönigreich Italien werden zum ersten Mal Wahlen mit „Allgemeinem Wahlrecht“ ('suffragio universale') durchgeführt.Das am 25. Mai 1912 eingeführte Wahlgesetz gibt allen Männern über 21 Jahren, die lesen und schreiben können, und allen männlichen Analphabeten über 30 Jahren das Wahlrecht, das sind insgesamt 27 % der Bevölkerung.
05. November:Ludwig III. wird nach einer Verfassungsänderung zumKönig von Bayern ausgerufen. Das Land hat vorübergehend zwei Könige, denn sein geisteskranker VorgängerOtto I. von Bayern bleibt ebenfalls nominell bis zu seinem Tod Herrscher.
Militärpatrouille in den Straßen von Zabern Anfang Dezember 1913
06. November:Zabern-Affäre: Nach dem Bekanntwerden diskriminierender Äußerungen deutscher Offiziere gegenüber der Bevölkerung in der elsässischen GarnisonsstadtZabern kommt es zu öffentlichen Protesten.
17. Januar:Raymond Poincaré wird gestützt auf ein Mitte-rechts-Bündnis zumfranzösischen Präsidenten gewählt. Er tritt das Amt am 18. Februar an, nachdem er am 21. Januar das Amt des Ministerpräsidenten zurückgelegt hat, das vonAristide Briand interimistisch übernommen wird.
25. April: Nachdem die brutaleZwangsernährung hungerstreikender inhaftierterSuffragetten derWomen’s Social and Political Union (WSPU) zu einem öffentlichen Aufschrei geführt hat, beschließt das britische Parlament denPrisoners (Temporary Discharge for Ill Health) Act 1913, der bald alsCat and Mouse Act bekannt wird. Das Gesetz ermöglicht die Freilassung der Gefangenen, damit sie sich von den Folgen einesHungerstreiks erholen können, während die Polizei die Möglichkeit hat, die Frauen nach ihrer Genesung wieder inhaftieren zu lassen. Das Gesetz, dass der sinkenden Unterstützung durch die männliche Wählerschaft entgegenwirken soll, erweist sich bald als kontraproduktiv.
Davison beim Zusammenstoß mit dem Rennpferd des Königs
4. Juni: Beim Galopprennen in Epsom läuft die englischeSuffragetteEmily Davison auf die Rennbahn, vermutlich um für dasFrauenwahlrecht zu demonstrieren. Sie stößt mit dem Pferd KönigGeorge V. zusammen und erleidet dabei so schwere Kopfverletzungen, dass sie vier Tage später daran stirbt.
3. März: Die unter anderem vonAlice Paul,Lucy Burns undInez Milholland organisierte erste nationaleSuffragettenparade für dasFrauenwahlrecht in Washington wird von einem wütendenMob angegriffen. Viele Frauen derNational Woman’s Party werden unter den Augen der untätigen Polizei verletzt. Der Zwischenfall beschert der Bewegung erstmals die Aufmerksamkeit der nationalen Presse.
18. Februar: InMexiko stürzt GeneralVictoriano Huerta (unter anderem mit Hilfe des US-amerikanischen BotschaftersHenry Lane Wilson) das Regime vonFrancisco Madero. Dieser wird am 22. Februar, während er auf seinen Prozess wartet, „auf der Flucht erschossen“. Damit geht die erste Phase derMexikanischen Revolution zu Ende. Dem de facto diktatorisch regierenden neuen Präsidenten stellt sich eine Koalition nahezu aller revolutionären Kräfte entgegen. Deren politischer Anführer istVenustiano Carranza, der Gouverneur von Coahuila, der Huerta das Recht auf die Präsidentschaft abspricht und das Volk zu den Waffen ruft.
Pancho Villa (3. v. r.) 1913
06. März: Der RevolutionsführerPancho Villa kehrt aus dem Exil nach Mexiko zurück und beginnt im BundesstaatChihuahua einen Guerillakrieg gegen General Huertes. Bei den zahlreichen anderen Revolutionsführern stößt er anfänglich auf Skepsis. Seine raschen militärischen Erfolge, vor allem jedoch seine „Akte sozialer Gerechtigkeit“, bei denen er die Verwalter reicher Haciendas hinrichten lässt und die Nahrungsmittel an die arme Landbevölkerung verteilt, führen aber dazu, dass die lokalen Bauernführer in Scharen zu ihm überlaufen.
26. September: Bei einem Treffen in Jimenéz beschließen mehrere mexikanische Revolutionsführer, den EisenbahnknotenpunktTorreón anzugreifen. Pancho Villa erhält den Oberbefehl über die Revolutionskontingente übertragen.
29. September: DieSchlacht um Torreón beginnt mit Angriffen auf die Artillerieeinheiten der Regierungstruppen. Sie endet mit der Einnahme des Ortes durch die Truppen Pancho Villas am 1. Oktober.
In der Nacht vom 15. auf den 16. November erobern die Einheiten Pancho Villas die StadtCiudad Juárez.
01. Dezember: Pancho Villa und seine Getreuen erobernChihuahua-Stadt und Villa übernimmt das Amt des Gouverneurs des Bundesstaats. Eine seiner ersten Maßnahmen ist die Enteignung der bisher regierenden Oligarchen.
12. März: Mit einer Zeremonie auf demKurrajong Hill durch Gertrude Denman, Baroness Denman, die Ehefrau von GeneralgouverneurThomas Denman, 3. Baron Denman, erfolgt die Stadttaufe von Canberra. Der Bau der im Dreieck angelegten Stadt beschränkt sich vorläufig aufSouth Canberra undNorth Canberra.
20. Februar: Der KonservativeKatsura Tarō, der erst im Dezember des Vorjahres zum japanischen Premierminister ernannt worden ist, verliert die Abstimmung im ersten erfolgreichen Misstrauensantrag in derGeschichte Japans. Ihm folgtYamamoto Gonnohyōe, ein Repräsentant derTaishō-Demokratie, ins Amt des Premierministers nach. DasKabinett Yamamoto I regiert etwas über ein Jahr.
Song Jiaoren
Bei den ersten Wahlen zurchinesischen Nationalversammlung erringt dieKuomintang die absolute Mehrheit. Deren AnführerSong Jiaoren ist somit Favorit für die Position des Premierministers derBeiyang-Regierung. Er wird jedoch am 20. März auf dem Bahnhof von Shanghai von einem Attentäter angeschossen und erliegt zwei Tage später seinen Verletzungen. Als Hintermann des Attentats gilt der provisorische Präsident derRepublik,Yuan Shikai, der danach das Parlament auflöst und die Kuomintang verbietet. Nach einem erfolglosen Aufstand geht die Kuomintang-Führung, einschließlichSun Yat-sen, nach Japan ins Exil.
11. Juni: Bei der Niederschlagung eines Aufstandes derMoro auf den Philippinen werden inBud Bagsak 2000 von ihnen, darunter viele Frauen und Kinder, von den US-Amerikanern unter GeneralJohn J. Pershing getötet.
6. November: Der indische FreiheitskämpferMohandas Karamchand Gandhi protestiert in Südafrika mit mehr als 2.200Satyagrahis gegen die Rassendiskriminierungspolitik gegenüber den indischen Einwanderern. Insbesondere protestieren sie gegen ein neues Ehegesetz, wonach nur noch christlich geschlossene Ehen als gültig anerkannt werden.
26. April: InGent in Belgien wird die vomBureau International des Expositions anerkannteWeltausstellung 1913 eröffnet. Blumen und Kolonien sind die Themen dieser Weltausstellung, die bis zum 3. November dauert und von rund 3,5 Millionen Menschen besucht wird. Zahlreiche Kolonien, darunter auchBelgisch-Kongo, haben einen eigenen Pavillon und sollen insbesondere den belgischenImperialismus im besten Licht erscheinen lassen.
Gelände der Adria-Ausstellung
03. Mai bis 5. Oktober: ImWiener Prater wird dieAdria-Ausstellung 1913 durchgeführt, mit der die wirtschaftlichen und kulturellen Bezüge zurAdriaküste gefördert werden sollen. Mehr als 2 Millionen Menschen besuchen die Ausstellung.
Der Haupteingang der Baufach-Ausstellung
03. Mai bis Oktober: Die in Anwesenheit von KönigFriedrich August III. vonSachsen eröffneteInternationale Baufach-Ausstellung 1913 inLeipzig zieht rund vier Millionen Interessierte an, hinterlässt aber eine halbe Million Mark Schulden. Die sächsische Regierung hat sich an der Finanzierung der Leistungsschau, deren gestalterische Konzeption von den Leipziger ArchitektenGeorg Weidenbach undRichard Tschammer stammt, nicht beteiligt.
20. Mai: Die von derRoyal Horticultural Society veranstaltete ersteChelsea Flower Show wird unter dem NamenRHS Great Spring Flower Show von KöniginAlexandra in London eröffnet. Die Ausstellung findet bis heute mit wenigen Ausnahmen jährlich statt.
14. Juni: Die ersteRosen- und Gartenbau-Ausstellung inForst, Ursprung desOstdeutschen Rosengartens, wird zum 25. Thronjubiläum KaiserWilhelms II. eröffnet. Als Veranstalter zeichnet der Verein der Gärtner und Gartenfreunde zu Forst unter Mitwirkung desVereins Deutscher Rosenfreunde. Begleitet wird dieRosen- undDahlienschau von 18 Sonderausstellungen und vielen Veranstaltungen mit Volksfestcharakter. Zu den besonderen Attraktionen gehört die am 24. August erfolgte Landung desLuftschiffesLZ 13 Hansa derDELAG am Rande des Ausstellungsgeländes. Am 5. Oktober schließt die von rund 350.000 Menschen besuchte Ausstellung.
Der Bäcker Karl Albrecht sen., der seine Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen aufgeben muss, macht sich als Brothändler selbstständig. Seine Frau Anna gründet unter seinem Namen inSchonnebeck einenTante-Emma-Laden. Unter ihren SöhnenKarl undTheo wird das UnternehmenAldi im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einem Handelsimperium.
Karl Rapp gründet in München dieRapp Motorenwerke GmbH, Vorgänger derBayrischen Motorenwerke (BMW).
01. Dezember: Die von derCompañía de Tranvías Anglo Argentina erbaute erste Linie derSubterráneos de Buenos Aires, der ersten U-Bahn Südamerikas und der gesamtenSüdhalbkugel, wird eröffnet.
17. April:Gustav Hamel unternimmt den erstenNonstopflug von Großbritannien nach Deutschland. Für die Strecke vonDover nachKöln benötigt er mit seinerBlériot XI 4 Stunden und 18 Minuten.[1]
13. Mai:Igor Iwanowitsch Sikorskis viermotorigeRusski Witjas, das erste viermotorige Flugzeug der Welt und das erste reinePassagierflugzeug, startet mit den Piloten Sikorski und Aleknowitsch zu seinem ersten Flug. Experten und Presse haben auf Grund der Größe des Flugzeugs zuvor gemutmaßt, dass es niemals fliegen könnte.
Start von Biders Alpenüberflug
13. Juli: Auf dem Weg von Bern nach Mailand überquert der SchweizerOskar Bider als erster Flugzeugpilot das zentrale Alpenmassiv. Zu Weihnachten stellt er außerdem mit dem Direktflug Paris-Bern einen neuen Rekord auf, indem er vier Stunden und 20 Minuten lang ohne Zwischenlandung in der Luft bleibt.
Historische Postkarte von 1913
19. August: Als erster Pilot springt der FranzoseAdolphe Pégoud mit einemFallschirm erfolgreich aus einem Flugzeug ab.
23. September:Roland Garros überquert als Erster in einem Flugzeug dasMittelmeer auf einer Route, die ihn in weniger als acht Stunden vom südfranzösischenFréjus zum tunesischenBizerta führt.
23. November: Der Erstflug der ersten Version desLee-Richards Annular Monoplane auf demShoreham Aerodrome endet mit einem Desaster. Der PilotGordon England wird beim Absturz beim Landeanflug zum Glück nur leicht verletzt, das Flugzeug erleidet jedoch einen Totalschaden.
08. Februar: Nach einem Alleingang über 160 km kehrtDouglas Mawson als einziger Überlebender einer schiefgelaufenen Schlittenfahrt in das BasislagerMawson’s Huts derAustralasiatischen Antarktisexpedition zurück. Sein BegleiterBelgrave Edward Sutton Ninnis ist Ende des Vorjahres in einer Gletscherspalte ums Leben gekommen, währendXavier Mertz Anfang des Jahres vermutlich an einerHypervitaminose infolge des Verzehrs von Schlittenhundefleisch verstorben ist. Mawson trifft jedoch nur noch eine sechsköpfige Rettungsmannschaft an, die Mannschaft des ExpeditionsschiffesAurora hat nur wenige Stunden zuvor das Lager verlassen. Die sieben Männer müssen ungeplant einen weiteren Winter in derAntarktis verbringen. Sie werden erst im Dezember von derAurora wieder abgeholt.
12. Juli: Die vonFranz Brantzky erbauteMöhnetalsperre in Nordrhein-Westfalen, zu diesem Zeitpunkt die größteStauanlage in Europa, wird nach fünfjähriger Bauzeit eingeweiht.
Brücke wenige Wochen vor Fertigstellung
01. Oktober: Nach zweijähriger Bauzeit wird dieRendsburger Hochbrücke eröffnet. Rund zwei Monate später, am 2. Dezember, wird auch die unter der Hochbrücke angebrachte Schwebefähre für Fußgänger und Fahrzeuge in Betrieb genommen.
03. April: Der TurbinendampferVaterland läuft inHamburg als größtes Passagierschiff der Welt vom Stapel.
Anonyme Zeichnung derImperator
11. Juni: DieImperator, das zu diesem Zeitpunkt größte Passagierschiff der Welt aus der ReedereiHapag, läuft vomSteubenhöft beiCuxhaven zu seinerJungfernfahrt Richtung New York aus. Es ist das erste Schiff, das die 50.000 BRT-Marke überschreitet.
Der deutsche TierarztOskar Röder entwickelt denRöder-Knoten und beschreibt ihn in seinem WerkChirurgische Operationstechnik für Tierärzte und Studierende.
17. Februar bis 15. März: Das Zeughaus in New York zeigt dieInternational Exhibition of Modern Art, eine Ausstellung Moderner Kunst, bekannt alsArmory Show.
31. März: Ein vonArnold Schönberg dirigiertes Orchester spielt wiederum im Musikvereinssaal Stücke zeitgenössischer Komponisten, die größtenteils demExpressionismus und derzweiten Wiener Schule angehören. Das Publikum reagiert mit Tumulten und Ausschreitungen auf die ungewohnte Musik. Das Konzert muss schließlich abgebrochen werden.
Die New York Times berichtet am 8. Juni von der Uraufführung des Balletts
31. Mai: DasFestspiel in deutschen Reimen vonGerhart Hauptmann hat seine Uraufführung im Rahmen der Jahrhundertausstellung in derJahrhunderthalle in Breslau. Wegen Protesten gegen die Kriegskritik des Stückes wird es schon am 18. Juni wieder abgesetzt.
16. Mai: Bei Ausschachtarbeiten in der Messingwerksiedlung vonEberswalde entdeckt ein Arbeiter den größten vorgeschichtlichen Goldschatz Deutschlands, denSchatz von Eberswalde.
3. Februar: Unter der Federführung vonRudolf Steiner wird in Berlin die konstituierende Generalversammlung derAnthroposophischen Gesellschaft abgehalten. Sie tritt an Stelle derDeutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, die sich im gleichen Jahr wegen gravierender Differenzen aufgelöst hat. Am 20. September wird inDornach bei Basel der Grundstein für das von Rudolf Steiner als zukünftiges Zentrum derAnthroposophischen Gesellschaft entworfene ersteGoetheanum gelegt, nachdem der ursprünglich geplanteJohannesbau in München wegen gravierender baulicher Auflagen und Einschränkungen nicht umgesetzt werden konnte.
20. Juni: BeimAmoklauf in Bremen durch einen anscheinend geistig verwirrten Lehrer an der Sankt-Marien-Schule in Bremen-Walle kommen fünf Mädchen ums Leben.
Im Juni werden auf derStubalpe in der Steiermark mehrere Tiere von einem Raubtier gerissen, das alsBauernschreck bekannt wird. Bis zum 4. September werden 94 Rinder und 380 Schafe gerissen, zudem sind in der Region zwischen der Steiermark und Kärnten „weite Flächen völlig wildleer“. Krisenstäbe und Sonderkommissionen werden eingesetzt, sicherheitspolizeiliche Maßnahmen beschlossen und Kopfgelder ausgesetzt. Am 17. Dezember sehen drei Jäger unabhängig voneinander auf derHühnerstütze angeblich einen ausgewachsenen Löwen.
4. September: Der LehrerErnst August Wagner tötet bei einemAmoklauf in Stuttgart-Degerloch insgesamt 17 Menschen. Zwischen dem Täter, der in eine psychiatrische Heilanstalt eingewiesen wird, und dem psychiatrischen GutachterRobert Eugen Gaupp eine enge Beziehung.
16. Januar: DasKombischiffVeronese strandet vorLeixões mit über 230 Menschen an Bord. Zwischen 16 und 23 Personen kommen bei dem Versuch ums Leben, an Land zu schwimmen.
27. Januar: Nach einem Zusammenstoß im Ärmelkanal sinkt das SchiffPangani innerhalb von nur fünf Minuten. Nur vier Mann der Besatzung können gerettet werden.
17. August: In der Gambier Bay an der Küste vonAlaska rammt der PassagierdampferState of California einen unbekannten Unterwasserfelsen und sinkt innerhalb von drei Minuten. 32 Menschen ertrinken.
Die brennendeVolturno
09. Oktober: Mitten im Nordatlantik brennt der britische OzeandampferVolturno wegen einer weggeworfenen Zigarette eines Passagiers ab und geht unter, 136 Passagiere und Besatzungsmitglieder sterben. Durch drahtloseTelegrafie herbeigerufene Schiffe können über 400 Menschen retten und eine noch größere Katastrophe verhindern.
09. November: Die alsGreat Lakes Storm of 1913 bezeichnete folgenschwersteNaturkatastrophe im Gebiet derGroßen Seen erreicht ihre intensivste Phase. EinBlizzard mit hohen Windgeschwindigkeiten richtet schwere Schäden an, verursacht mehrere Schiffsuntergänge und kostet eine Vielzahl von Menschenleben.
„aus Anlass seiner Untersuchungen über die Eigenschaften von Körpern beiniedrigen Temperaturen, die unter anderem zur Darstellung von flüssigemHelium führten“
„auf Grund seiner Arbeiten über dieBindungsverhältnisse der Atome im Molekül, wodurch er ältere Forschungsgebiete geklärt und neue erschlossen hat, besonders im Bereich deranorganischen Chemie“
„auf Grund der tiefen und hohen Beziehung sowie der Schönheit und Frische seiner Dichtungen, die auf eine glänzende Weise sein dichterisches Schaffen auch in dessen eigentümlichem englischen Gewand der schönen Literatur des Abendlandes einverleibt“
15. Januar:Alexandr Marinesko, U-Boot-Kommandant der S-13 im Zweiten Weltkrieg († 1963)
17. Januar:Lotte Berk, deutsch-britische Tänzerin, Gymnastik- und Tanzlehrerin († 2003)
20. Januar:Karl Bewerunge, deutscher Politiker, MdB († 1993)
22. Januar:William Conway, Erzbischof von Armagh und Kardinal († 1977)
22. Januar:Carl Ferdinand Howard Henry († 2003), US-amerikanischer Baptistenpastor, Hochschullehrer für Religionsphilosophie und Theologie, Autor, Herausgeber und Gründer evangelikaler Institutionen
1913. Indes 2013 Heft 02. Franz Walter (Hrsg.), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013,ISBN 978-3-525-80003-4.
Das Jahr 1913. Aufbrüche und Krisenwahrnehmungen am Vorabend des Ersten Weltkriegs, hg. vonDieter Schott [u. a.]. Transcript, Bielefeld 2014,ISBN 978-3-8376-2787-9.
Florian Illies:1913. Der Sommer des Jahrhunderts. S. Fischer, Frankfurt am Main 2012,ISBN 978-3-10-036801-0.