.br ist dieländerspezifische Top-Level-Domain (ccTLD)Brasiliens. Sie existiert seit dem 18. April 1989 und wird vom sogenanntenComitê Gestor da Internet no Brasil(CGI.br) (Komitee für Internet in Brasilien) verwaltet.[2]
Die Top-Level-Domain gehört zu den sogenanntenrestricted TLDs: Privatpersonen und Unternehmen müssen einenWohnsitz respektive eineNiederlassung in Brasilien aufweisen, um eine .br-Domain zu registrieren. Bis August 2008 war die Endung sogar ausschließlich Unternehmen vorbehalten.[3] Sofern die Anforderung an eine lokale Präsenz nicht erfüllt wird, bietet sich nur das Ausweichen auf einen Treuhänder an, was von der Vergabestelle toleriert wird.[4] Nebenalphanumerischen Zeichen besteht bereits seit 2005 die Möglichkeit,internationalisierte Domainnamen mit Zeichen derportugiesischen Sprache zu registrieren.[5] Zu diesem Zeitpunkt waren etwa 750.000 .br-Domains vorhanden.
Neben .br gibt es über 60Second-Level-Domains[6], die teilweise einem speziellen Zweck dienen: So ist beispielsweise.com.br fürUnternehmen gedacht,gemeinnützige Organisationen können.org.br verwenden. Es gibt.ind.br für die Industrie,.psc.br für Psychologen oder.wiki.br fürWikis. Im Vergleich zu anderen Top-Level-Domains ist einmalig, dass auchBanken ab September 2008 mit.b.br eine eigene Domain verwenden können. Dies sollte besonders die Sicherheit imOnline Banking erhöhen.[7]
Seit 2005 gehört .br nach.ar für Argentinien zu den zehn beliebtesten länderspezifischen Top-Level-Domains.[8] Dieser Status setzte sich auch in den späteren Jahren fort, selbst 2009 während eines allgemeinen Einbruchs der Domain-Zahlen.[9]
↑Florian Hitzelberger: Neues von .br, .is und .nyc. In: domain-recht. 4. August 2008, abgerufen am 17. Juni 2013: „Aus Brasilien kommt frohe Kunde: Zwar konnte sich Verwalter Registro.br noch nicht zu einer weitgehenden Liberalisierung durchringen, aber eine wesentliche Beschränkung ist weggefallen. So dürfen .com.br-Domains künftig nicht nur von in Brasilien ansässigen Unternehmen, sondern von jedem dort ansässigen Bürger registriert werden.“
↑Florian Hitzelberger: Neues von .es, .br und .iq. In: domain-recht. 10. Juli 2005, abgerufen am 17. Juni 2013: „Freunde internationalisierter Domain-Namen können ihr Glück ab sofort auch in Brasilien versuchen. Wie die zentrale Verwaltungsstelle Registro.br bekanntgab, können bereits seit Anfang Mai dieses Jahres Internet-Adressen auch mit Sonderzeichen aus der Landessprache Portugiesisch registriert werden. Die brasilianischen IDNs entsprechen dem offiziellen Punycode-Standard, und sind mit allen IDN-tauglichen Browsern nutzbar.“
↑Florian Hitzelberger: Neues von .br, .africa und .uk. In: domain-recht. 11. November 2008, abgerufen am 17. Juni 2013: „In Brasilien macht eine neue Third Level Domain das Online-Banking sicherer: Seit dem 24. September 2008 können Kreditinstitute ihre Domain unterhalb von .b.br registrieren. Die Endung steht ausschließlich Geldinstitutionen zur Verfügung, die hervorgehobenen Schutz beim Online-Banking garantieren.“
↑Florian Hitzelberger: Weltweit 76,9 Mio. Domains. In: domain-recht. 22. Juni 2005, abgerufen am 18. Dezember 2013: „Aus europäischer Sicht überraschend ist, dass sich Argentinien (.ar), Brasilien (.br) und Japan (.jp) unter den Top Ten der ccTLDs etabliert haben. Freilich sind die Zahlen relativ: weder .ar noch .br kommen jeweils auf über eine Million Domains.“
↑Florian Hitzelberger: Domain-Wachstum stark gebremst. In: domain-recht. 28. September 2009, abgerufen am 18. Dezember 2013: „Vor allem die Kürzel von .ar (Argentinien), .ru (Russland) und .br (Brasilien) legen nachhaltiges Wachstum an den Tag und belegen, dass vor allem der südamerikanische Domain-Markt rasant an Bedeutung gewinnt.“