| /e/OS | |
|---|---|
| Entwickler | Gaël Duval u. e Foundation |
| Lizenz(en) | Apache-Lizenz, Version 2.0, MIT-Lizenz |
| Erstveröff. | September 2018 |
| Akt. Version | 3.5[1]vom17. Februar 2026 |
| Kernel | Linux |
| Abstammung | Linux ↳ Android ↳ LineageOS ↳ /e/OS |
| Architektur(en) | Arm,ARM64 |
| Sprache(n) | Mehrsprachig, z. B.Englisch u.Deutsch |
| e.foundation/e-os/ | |
/e/OS, ehemals/e/, ist ein Google-freies, aufLineageOS basierendesBetriebssystem fürSmartphones undTablets mit eigenenWebdiensten, das vom französischenSoftwareentwickler und Gründer derLinux-DistributionMandrake,Gaël Duval, ins Leben gerufen wurde. Im Vordergrund steht der Schutz der Privatsphäre des Nutzers.[2]
Da Gaël Duval mit dem fehlendenDatenschutz und derBenutzeroberfläche von Android unzufrieden war, gründete er im Dezember 2017 eelo,[3] das später aufgrund von Markenrechtsproblemen mit einem Hersteller faltbarer Elektrofahrräder namens eelo in /e/ umbenannt wurde.[4] Duval suchte sich mit Erfolg auf denCrowdfunding-PlattformenKickstarter undIndiegogo finanzielle Unterstützung,[5] mit einem Finanzierungsziel von 25.000 €, das nach kurzer Zeit übertroffen wurde.[6] Die gemeinnützige Stiftung „e Foundation“ mit Sitz in Paris[7] wurde im Mai 2018 gegründet.[8]
Im September 2018 erschien die ersteBetaversion von /e/ auf Basis von Android 7.1.[9] Die erste stabile Version sollte Anfang 2019 auf Basis von Android 8.1 veröffentlicht werden, wurde aber später zum im Februar 2020 stattfindendenMobile World Congress in Aussicht gestellt.[10] Seit dem 4. August 2019 könnenrefurbished Smartphones mit vorinstalliertem /e/ in einem von der „e Foundation“ entkoppelten Shop erworben werden.[11] Dieser wird durch die „ESolutions SAS“ betrieben.[12] Mit demFairphone 3 war ab dem 30. April 2020 das erste Smartphone mit vorinstalliertem /e/ und damit ohne Einschränkung der Garantie erhältlich.[13] /e/OS ist für 200 Smartphones und 9 Tablets (Dezember 2022) verfügbar, die zugrundeliegendeAndroid-Version ist vom Gerät abhängig.[14]
Nachdem in Europa und Nordamerika seit Oktober 2021[15] Onlinedienste und mit /e/OS vorkonfigurierte Smartphones unter dem NamenMurena angeboten wurden,[16] wird seit Juni 2022 dasMurena One, ein von Duval selbst entwickeltes Smartphone der Einsteigerklasse mit /e/OS, angeboten.[17]
/e/OS setzt sich aus verschiedenen bestehendenOpen-Source-Projekten und Eigenentwicklungen zusammen. Beispielsweise basiert das System aufLineageOS und wird mitmicroG ausgeliefert, einer freien Nachbildung derproprietärenGoogle-Play-Dienste.[18] Einige der vorinstallierten Standard-Apps sindForks entsprechender LineageOS-Anwendungen: So ist die SMS-App beispielsweise ein Ableger von QKSMS.[19] Alle vorinstallierten Apps sind dabei quelloffen; die einzige Ausnahme stellt der Karten- und Navigationsdienst Magic Earth dar.Signal undTelegram sind in neueren /e/-Versionen nicht mehr ab Werk installiert. Kontakte und Dateien können viaDAVx⁵ (ehem. DavDroid) bzw.Nextcloud-App mit einem Nextcloud-Server synchronisiert werden, z. B. mit der /e/-eigenen Cloud.[20] Voraussetzung dafür ist ein /e/-Konto.
Eigenentwicklungen hingegen sind z. B. der Bliss-Launcher, das Icon-Pack und die System-AppAdvanced Privacy („erweiterte Privatsphäre“).[9] Letztere fungiert als geräteweiterTracking- undWerbeblocker und ermöglicht es, dieIP-Adresse mithilfe desTor-Netzwerks zu verschleiern sowie den Gerätestandort gegenüber Apps zu fälschen.[21][22][23][24]
Zur Standortbestimmung wurde bis zu dessen Einstellung 2024[25][26] derMozilla Location Service (MLS) verwendet. Seitdem nutzt /e/OS einen eigenenProxy-Server für den AnbieterHERE.[27] In microG ist zudem mittlerweile der MLS-ähnliche Standortdienst BeaconDB standardmäßig eingerichtet.[28]
Schon kurz nach der Ankündigung der Gründung von eelo (das später in /e/ umbenannt wurde) im Dezember 2017 bekam die Initiative eine große Aufmerksamkeit von Medien und Unterstützern. Auch nach der Veröffentlichung der Betaversion wurde über /e/ in mehreren Blogs und Medien wie z. B. demStandard[32] (September 2018) oderZDnet[2] (September 2019) berichtet. Der Computer-Journalist Steven Vaughan-Nichols schrieb 2019 in ZDnet, dass Menschen, denen ihre Privatsphäre wichtig ist, auf jeden Fall einmal /e/ ausprobieren sollten.[2]