Ökotop
Der (oder das)Ökotop (griechischoikos ‚Haus‘, ‚Wohnraum‘ undtopos ‚Ort‘) ist ein Begriff aus derLandschaftsökologie. Es bezeichnet die räumliche Ausdehnung und die unbelebten Bestandteile einesÖkosystems, in dem sich ein bestimmtes Zusammenwirken vonUmweltfaktoren abspielt. Es ist räumlicher Repräsentant verschiedenerEcons gleichartiger Struktur, die miteinander in Beziehung stehen.
Begriffsabgrenzung
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Im Sprachgebrauch werden die BegriffeÖkotop undÖkosystem manchmal verwechselt bzw. synonym verwendet:
- ein Ökosystem ist allenfalls die Modellvorstellung vom Funktionieren eines Ökotops
- ein Ökotop umfasst die örtlich vorgefundene und tatsächlich gegenständliche Gesamtheit der unbelebten Bestandteile eines Areals.
Bezogen auf eine Lebensgemeinschaft wird das Ökotop alsBiotop bezeichnet. Dabei betrachtet man mehrere Biotope,
- meistens die unbelebten Bestandteile des Lebensraums einerBiozönose (Lebensgemeinschaft) oder
- seltener deren BestandteileHydrotop,Pedotop,Klimatop.
Im hierarchischen System der landschaftsökologischen Raumeinheiten stellen Ökotope die (im geographischen Sinne homogenen) Grundeinheiten, während dieÖkozonen die oberste Ordnungsstufe derBiosphäre einnehmen. Zwischen Ökotopen und Ökozonen lassen sich bei Bedarf weitere Unterteilungsstufen einfügen, die beispielsweise alsÖkoregionen, Ökoprovinzen und Ökodistrikte bezeichnet werden können.
Übertragene Begriffsverwendung
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Der Begriff wird auch in übertragenem Sinne verwendet, wenn es um mehr oder weniger abgeschlossene Bereiche der Computerverwendung geht: So werden die Umfelder der einzelnenBetriebssysteme als Ökotop bezeichnet („Linux-Ökotop“, „Windows-Ökotop“, …), aber auch einzelne Einsatzgebiete mit größerer Ausdehnung in der Gesellschaft („Ökotop der kommerziellen Datensammelei“[1]). Auch hier werden die Begriffe Ökotop und Ökosystem teilssynonym verwendet.Im Jahr 2006 adaptierteHelfried Schmidt den Denkansatz vom Ökotop erstmals auf Wirtschaftskreisläufe und beschrieb abgrenzbare Wirtschaftsräume alsRegiotop.[2]
Quellen
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Leser, Hartmut (1997):Landschaftsökologie. 4., neu bearb. Aufl. Stuttgart: Ulmer (UTB; 521). -ISBN 3-8252-0521-5
- Dieter Heinrich; Manfred Hergt (1994):dtv-Atlas zur Ökologie. 3. Aufl. München: Dt. Taschenbuch-Verlag (dtv); 3228. -ISBN 3-423-03228-6
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑Begriffsverwendung im ArtikelIm Netz der Späher -Der Spiegel 2/2011, abgerufen am 30. Mai 2017.
- ↑PT-Magazin: Wirtschaftsraum als REGIOTOP. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 9. Mai 2019.@1@2Vorlage:Toter Link/www.pt-magazin.de (Seite nicht mehr abrufbar.Suche in Webarchiven)