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Proto-semitische Boge | Phönizisches Schin | Griechisches Sigma | Etruskisches S | Römisches Kapital S (2. – 5. Jhdt.) |
Diproto-semitischi Urform vom Buechschtabe schtellt en Boge dar. Imphönizische Alphabet isch dr Buechschtabe echli geometrisiert worde und hät de NameSchin überchoo, was Boge bedüütet. Dr Luutwert vom Schin bi de Phönizier isch [ʃ] gsii.
SGriechische hät de Luut [ʃ] nöd kännt. S Schin isch alsSigma allerdings trotzdem isgriechische Alphabet übernaah worde. D Grieche händ de Luutwert in [s] gänderet, ausserdem händs de Buchstabe um 90 Grad entgege emUhrzeigersinn dreiht. Mit dr Änderig vo dr Schriibrichtig uf von-links-nach-rechts isch dr Buechschtabe nomal geschpieglet worde und hät so siini hütigi Gschtalt überchoo.
DEtrusker händ vo de Grieche die dreihti, aber nonig gschpiegleti Variante übernaah. Im etruskische hät dr Buechschtabe mit dr Zit siini oberschti Linie verlore und hät wie es umdreihts Z uusgseeh. DRömer händ daas Zeiche übernaah, händs aber flüüssender gmacht. Dr Luutwert vom S isch bi Etrusker und Römer s [s] blibe.
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Unzial (3. – 9. Jhdt.) | Karolingischi Minuskel (8. – 11. Jhdt.) | Textur (ab 12. Jhdt.) | Fraktur (ab etwa 1514) | Düütschi Kurrentschrift (ab 16. Jdt.) |
Für deChliibuechschtabes sind mehreri Zeiche entwicklet worde: Zum eine srunde s (s) e verchliinerti Version vom Grossbuechschtabe S, zum andere slange s »ſ«, wo siin Urschprung wahrschiinlich in zügiger Schriibschrift hät. Im Schriftbild isch s lange s im Wort-, Silben- und Stammaaluut und meischtens innerhalb vomene Wort verwendet worde, s runde s vor allem am Endi vomene Wort oder Teilwort (zu de Regle vergliich de ArtikelLangs s). Übrigens gits au vom chliine griechische Sigma je ei Variante für d Position Wortaafang und Wortmitti (σ) und Wortendi (ς), und au deet chann di finali Variante sowohl am Wort- als au (wenn au seltener, und nach nöd ganz de gliiche bzw. so klare Regle wie im Düütsche) amMorphem-Endi iitrete. Lueg auEntstehig vom Minuskel-s im Artikel „Langs s“.
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Humanistische Kursive (15. Jhdt.) | Renaissance-Antiqua (ab 16. Jhdt.) | Klassizistische Antiqua (ab Ende 18. Jhdt.) | Egyptienne (ab etwa 1830) | Grotesk (ab etwa 1830) |
I degbrochene Schrifte isch i dr düütsche Rechtschriibig wiiterhii s lange s verpflichtend. FrüeheAntiquaschrifte händ de Buechschtabe ebefalls oft enthalte, deet isch er jedoch usser Gebruuch choo. S lange s hät allerdings im Düütsche siini Spur im Buechschtabeß hinderlaa, wo uf eLigatur us ſ und z oder s zrugg gaht. Di gnaui Herkunft vom Eszett isch bisher ungklärt, Informatione dezue im Artikelß.
Dr Buechschtabes ghört mit siinere Uusspraach [z] zu de Konsonantegraphem, wo im Normalfall (einzeln vor Vokal am Wortaafang oder im Wortinnere zwüsched Vokale)stimmhaft bzw.Lenis-Obstruente darschtelled (b, d, g, s, w /b, d, g, z, v/) und demit de entsprechendestimmloseFortis-Obschtruentebuechschtabe gegeüberschtönd (p, t, k, ß, f /p, t, k, s, f/). Es isch aber es typischs Phänomen im Düütsche, dass under beschtimmte Bedingige die Konsonantebuechschtabe wie ihri entsprechende Fortis-Pendants uusgschproche werded(Erbse, Smaragd, Möwchen).
Daas Uusschpraachphänomen i dr düütsche Schtandardschpraach isch hauptsächlich abhängig vo dr Schtellig vo em Buechschtabe zuegordnete Luut i dr Sprechsilbe.
Fürs gilt wie fürb, d, g, w:
- Am Silbeendi werded si als (schtimmlosi)Fortis gschproche(Kasten, Kosmos, Haus, das, liebte, ab, Widmung, und, Smaragd, jegliche, Möwchen).
- Vor wiitere schtimmlose Fortis-Obstruente werded si als (schtimmlosi)Fortis gschproche ' '(Skat, Ast, Abt, Erbse, Smaragd).
- Nach Fortis-Obstruente werded si meischtens eher alsLenis, aber i jedem Fall schtimmlos gschproche(Wechsel, Erbse, Smaragde, Zwetschge), wobiis i dere Position am schtärchschte zurFortis-Uusschpraach tendiert undw am wenigschte (vgl.etwa undLotse).
- Am Silbeaafang (wenn keis Fortis voraagaht und keis Fortis folgt) werded si degäge alsLenis-Phonem (i dere Position also bedüütigsunderscheidend) gschproche(See, Rose, Gänse, Pilsner, Elbe, übrig,gleich,wringen). Deer Luut isch i dr Schtandardschpraach schtimmhaft, im südlichen Düütsch jedoch im Fall vos schtimmlos. Demit laat er sich im süddüütsche Bereich oft nöd klar voß trenne. Ähnlich fallt im süddüütsche Bereichb (und oft aud undg) mit dr Uusspraach vop(t, k) zäme.
Fürs gilt derüber use:
- Nöd nur vor schtimmlose Fortis-Obstruente, sondern vor allne Konsonantebuechschtabe (usser vorl, n, r im Wortinnere, wenn devor ese uusgfalle isch) wirds als (schtimmlosi)Fortis gschproche (Slalom,Smaragd, Roswitha)
- Deruus folgt au, dassss nöd für de Lenis-, sondern für de Fortis-Luut als "Kürzezeichen" bzw. zur Darschtellig vomSilbeglenk verwendet wird(küssen, lässt).
- Inst undsp wird es am Silbenanfang wie "sch+t" /ʃt/ bzw. "sch+p" /ʃp/ gesprochen(Stadt, Gespenst).
- ImTrigraphe "sch" wirds als Zischluut /ʃ/ uusgschproche (schon, Asche).
- Nachl, n, m, ng chann vor /s/ enSchprosskonsonant (enPlosiv mit entschprechendem Artikulationsort) iigschobe werded, so dass z. B.nst niöd andersch alsnzt(Kunst - grunzt),mst nöd andersch alsmpst(rummst - plumpst) undngst nöd andersch alsnkst(singst - sinkst) gschproche wird.
ImAlthochdüütsche und im früeheMittelhochdüütschee häts zwei verschiedeni s-Luut geeh: enschtimmlose alveolo-palatale Frikativ [ɕ], wo uf es ererbts germanischss/ss zrugg gange isch (z. B. insunne, stein, kuss, kirse); und enschtimmlose alveolare Frikativ [s], wo i dr2. Luutverschiebig us churzemt entschtande ischz/zz (z. B. inezzen, daz, groz).
S hütigesch gaht i de meischte Fäll uf es urschprünglichssk zrugg, wo sich zunächscht zumene s-ch entwicklet hät und dänn zum hütigesch. In Wörter wieHirsch,Kirsche und im Aaluut vorl, m, n, w(Schnee, Schwein) gahts jedoch uf es älterss oderz zrugg, vgl. mittelhochdüütschhirz, kirse, snê, swîn.