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Suech

Pilz

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Fungi

Grüene Änisträcherling (Clitocybe odora)

Systematik
Klassifikation:Läbewäse
Domäne:Eukaryote (Eukaryota)
:Amorphea
:Opisthokonta
:Pilz (Nucletmycea)
:Fungi
Wüsseschaftlige Name
Fungi
L.
Dialäkt: Markgräflerisch (Ebringe)
Dodetrompete (Craterellus cornucopioides)
Laubholzhörnling (Calocera cornea)

D'Pilz oderSchwümm (latynisch:Fungi) bilde näbe drDierer,Pflanze unProtischte e eigesRiich. AlsEukaryote bsitze Pilzzelle mindischtens ei echteZellchern (Nukleus) un eCytoskelett. D'Vermehrig und d'Usbreitig erfolgt gschlechtlich un ugschlechtlich durSpore oder vegetativ dur Usbreitig (eventuell mit Fragmentierig) vu dr Myzelie bzw. Mykorrhize, wo in verschidene Fäll sehr langläbig sin. Pilz sin im Gegesatz zue Pflanzeheterotroph un ernähre sich meischtens dur s'Usschide vuEnzyme in die umiddelbar Umgäbig, wo Nährstoff dedur ufgschlosse un in d'Zelle ufgnu werre chenne.

Me het sä lang zue dr Pflanze grechnet, hüt aber gelte Pilz ufgrund vu genetische un physiologische Eigeschaften als wesentlich nächer mit dr Dierer verwandt. Pilz chemme wie d'Bakchhäfe alsEizeller oder wie ebe deSteipilz alsMehzeller vor. Vu de Pflanze underscheide sich d'Pilz dur ihriheterotrophi Läbenswiis, wo ohni s'PigmentChlorophyll uschunnt, un dur s'Vorchu vuChitin in deZellwand. Vu de Dierer underscheide si sich under anderem drdur, dass Pilzzälle wie d Zälle vo Pflanze Vakuole und Zellwänd häi.

D Gruppe, wo früeher als „Nideri Pilz“ bezeichnet worre isch, alsoSchliimpilz, pilzähnlichi Protiste wie d'Eipilze (Oomycota) oder Hypochytriomycota, werre hüt nimmi zue dr Pilz (Fungi) zellt.

D'Lehri vu de Pilz isch d'Mykologi. S'Wort „Pilz“ stammt ussemAlthochdytschebuliz un isch wohrschinlich vum latinischeboletus abgleitet. Dodrus het sich iberbülez un schließlichbülz die modern Form vum Wort entwicklet. In Südostdytschland wird anstell vuPilz au s'WortSchwammerl verwendet. Au in dr meischtealemannischeDialekt heisst sSchwamm oderSchwumm.

Ufbau vu de Pilz

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S'Größespektrum vu de Pilz reicht vu mikroskopisch chleine Arte bis zue de liicht erchennbareGroßpilz. S'Myzel vun ereHallimaschart (Armillaria ostoyae, in AmerikaHoney Mushroom gnennt) us emMalheur National Forest (USA) isch mit ere Usdähnig vu 900 Hektar un eme gschätzte Alder vu 2400 Johr eins vu de äldeste un wohrschins s'größt Läbewese vu deErd.

Pilz existiere in zwo underschidliche Forme: alsHyphegflecht oder als Eizeller (Häfe oder au Sprosspilz gnennt). Häfe sin eizelligi Stadie, wo sich hauptsächlich asexuell dur Bildig vuBlastokonidiospore oder durSprossig vermehre.

e Häfezelle bi de Deilig

D'Hyphe bilde im Substrat ä mikroskopischs Gflecht, woMyzel gnennt wird. Säll nimmt Nährstoff us de Umgäbig uf. D'Hyphe bestehn us einzelne Hyphezelle, wo dur Septe vun änander trennt sin. D'Septe (Trennwänd) enthalde Pore, wo ä Ustusch vuCytoplasma gwährleischte. De Pilz lit in sinere vegetative Phase entweder als Myzelium oder als Sprosszelle vor; er läbt imSubstrat wie em Bode, Holz oder Pflanzegweb. Die verschidene Fruchtchörper vu de Großpilz sin s usserlich uffälligscht Erchennigsmerkmol; ob huet-, cheule-, chnolle- oder chrusteförmig, bestehn si us verflochtene Hyphe, wo ä „Schin-Gweb“ (Plektenchym) bilde. Viilzelligi Hypheaggregatione werre auThalli gnennt. D'Fruchtchörper stelle aber numme ä chleine Deil vum Gsamtorganismus Pilz dar, un diene de Vermehrig dur Bildig vu Spore, wo us ereMeiose hervorgange sin. D'Spore werre bi viile Pilz in bsundere Fruchtschichte vu de Fruchtchörper bildet (Hymenie). Bi Huetpilz befindet sich d'Fruchtschicht under em Huet; si cha us Leischte, Lamelle oder Röhre bestoh. Bi viile Schluchpilz befindet sich s'Hymenium chnapp under de Oberflächi vum Fruchtchörper in chleine Chammere (Perithekie), wo wie Pustle ussähn.

Schnitt dur ä Perithekium

In de Zellwänd vu de Hyphe chumme als BaustoffChitin,Hemizellulose,Lipid,Protein un anderi Stoff vor. D'Hyphe chenne sich au starch abwandle un spezialisiere; so bilde pflanzeparasitischi Pilz oftHaustorie us. Sälli stülpe sich in pflanzlichi Zelle, um dert Nährstoff ufznä. E baar Pilze, wu im Boode lääbe un carnivor sin, d. h. sich vu Fleisch ernähre, sin sogar in de Lag, mit ihre Hyphe Schlingfalle fer chleini Fadewürmer (Nematode) uszbilde. Bim Durchchrieche werre d'Nematode dodedur feschtghebt, dass sich de Hyphedurmesser vu de Schlingehyphe schnell vergrößeret un sich somit d'Schlingeöffnig schnell verchleineret. Ä anderi Abwandlig vu vegetative Hyphe sind d'Substrat- oder Lufthyphe. Mehreri Bündel vu Hyphe lege sich parallel anänander un bilde makroskopisch sichtbari Hyphestränge (Synnemata), wu je nooch Milieu- oder Umweltänderig entweder Yberdurigsorgane (Sklerotie, Chlamydospore) oder ugschlechtlich erzügti Spore drus chenne entstoh (Konidiospore).

Die vermuetlich ursprünglichscht Form vu de Pilze, d'Häfelipilz (Chytridiomycota) bilde keini Hyphe, sundern ä udifferenzeerteThallus us. Bi viile Häfelipilz-Arte chumme während ihrem Läbenszyklusbegaißleti Stadie vor, was uf ä gmainsame Ursprung vu Dierer un Pilz hidütet.

Fortpflanzig

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Bi Pilz cha d'Fortpflanzig gschlechtlich dur Generationswexel un au ugschlechtlich dur Abschnüre vu vegetative Deil erfolge.

Gschlechtlichi Vermehrig

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Hyphegflecht mit Basidie un Spore
e Riisebovist (Langermannia gigantea)

Dur ä Reduktionsdeilig (Meiose) erzüge d'Pilz sexuelliSpore (Meiospore). S'Meiosporangium, s'Organ fer d'Erzügig vu de Spore, isch zum Deil sehr typisch usbildet un dient als Grundlag fer d'Underscheidig vu de Pilz. Bi de Schluuch- un Basidiepilze sin's dieAsci bzw.Basidie. Nooch de Chimig vu de us de Meiose hervorgangeneMeiospore isch's Pilzgflecht, wo dodrus entstoht, (Primärmycel) ä znächscht meischthaploidsMonokaryon, enthaldet also pro Zelle bloß ei Zellchern. Wenn sich zwei underschidlichi Myzelie, wu vum Chrüzigstyp passe, begegne, no bilde si ä Chrüzigsbruck us. Iber sälli werre die genetisch underschidliche Zellcherne ustuscht. Säller Vorgang heißtPlasmogami. Ä Hyphe mit underschidliche Zellchernarte nennt merHeterokaryon. Wil biSchluuch- unBasidiepilz numme maximal zwe genetisch underschidlichi Zellcherne je Thallus möglich sin, werre sälli beide Abdeilige vu de Pilz au gern zue de Dikaryomycota zämmegfasst. Ihri Thalli sin nooch de Plasmogamidikaryotisch. Es git aber au Abwichige vu sällem Schema. So werre au scho diploidi – dur Chernfusion vereinigti – Zellcherne inHallimasch-Myzelie gfunde. Säller Zuestand existiert sunscht numme in de Phase vu de gschlechtliche Sporegenese in de Meiosporangie.

D'Zahl vu de produzierte Spore hängt vu de Art ab. DeRiisebovischt (Langermannia gigantea), wo so groß wie äRiisechürbis werre cha, haldet mit 5 bis 15 Billione Spore de bisherig Rekord. Ä durschnittlicheSteipilz produziert immerhi noch einigi Milliarde Spore.

Ugschlechtlichi Vermehrig

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Bi de Pilz isch die ugschlechtlich, vegetativ oder asexuell Vermehrig hüfig. Es git sogar sehr viili Pilz, wo d'Fähigkeit fer ä sexuelli Reproduktion vollständig verlore hän. Sälli Gruppe nennt merFungi imperfecti oder Deuteromycota. Dodrunter befinde sich Schimmelpilz un etlichi Arte, wuPflanze schädige. Die ugschlechtlich erzügte Spore nennt merMitospore oderKonidiespore (Konidiospore). Sie entstehn meischtens dur Usstülpige am End vu de Hyphe (akropetale Konidiospore).

Ökologi

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Pilz bilde näbe Pflanze un Dierer s'dritte Riich vu de viilzellige Eukaryote. Ihriökologisch Bedütig isch sehr groß.

Pilze als Destruente

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Schwarzfueßporling (Polyporus squamosus): ä Holzabbauer. Zämme mit Bakterie un dierische Chleinschtläbewese bilde si us organischem Abfall de Humus.

Alli Pilz sin fer ihrStoffwexel uf die vu andere Läbewese bildete organische Stoff agwiise (Heterotrophi). Si bilde die wichtigscht Gruppe vu de am Abbau vu organischer Materie (dote Läbewese,Exkrement,Detritus) bedeiligte Läbewese un gelte dodemit näbe de Bakterie als wichtigschtiDestruente. So sin s fast usschließlich Pilz, woLignin, komplexi Verbindige in verholzte Zellwände vu Pflanze, chenne ufspalte un verwerte. Au im Abbau vuCellulose,Hemicellulose unKeratin sin si die wichtigste Verwerter.

Mer nimmt a, dass eppe 80 Prozent vu allene Pflanze dur d'Aweseheit vu Pilz im Bode in ihrem Waxtum gförderet werre. Oft sin d'Wurzle vu de Pflanze vume Mantel us Pilzfäde (Pilzhyphe), eme Myzelmantel, umgä. Sälli Art vu deSymbiose zwische Pilz un Pflanze wird alsMykorrhiza (Pilzwurzle) bezeichnet. Bi der Mykorrhiza sin d'Baumwurzle vu de Hyphe vum Pilz eng umschlunge. S findet Stoffustusch statt: De Baum produziert Chohlehydrat un git säll an de Pilz ab, säller ernährt sich devu. De Baum kriegt vum Pilz Wasser un Mineralstoffe. Dodedur drieit de Baum besser, wil ihm zuesätzlichs Wasser guet duet. Baum un Pilz ziege also beidi Nutze us ihrer Symbiose, es handlet sich um äMutualismus. Si isch 1885 erschtmols vuAlbert Bernhard Frank an Waldbaim beobachtet worre. Au viiliOrchidee läbe mit Pilz in Symbiose un sin fer d'Chimig vu ihre Some under natürliche Bedingigeobligat uf ihri Symbiosepartner agwiise.

Pilz als Pflanzeschädling

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Birkeporling (Piptoporus betulinus): Ä Holzabbauer

Viili Pilzarte nutze nit nur dots, sundern au läbigs Material un werre dodedur bi wirtschaftlich wichtige Nutzpflanze zuePflanzeschädling. Als sonigi chenne si schweriPflanzechrankete hervorruefe. Wichtigi Bispil sin die wit verbreitete Pilzchrankete vu deChestene oder deUlme. Pilzlichi Chrankete vu de Pflanze chenne ohni Vorbügig oder Gegemaßnahme zue Totalusfäll unMisserne füehre. Zue de Pflanzeschädling ghöre au viili Arte vu deBaumpilz.

Wirtschaftlich wichtigi Pilzchrankete sinWelschchornbülebrand,Steibrand bi Weise,Butz bi Rogge,Herdepfelfüli (Phytophtora infestans),Welchichranket (Verticillium) bi viile Kulturpflanze,Epflschorf (Venturia),Biregitterroscht (Gymnosporangium sabinae),Obstbaumchräbs (Nectria galligena) unEchter Mähldau (Erisyphaceae). Denäbe existiere noch circa 10.000 witteri pilzlichi Pflanzechrankete.

Bedütig fer de Mensch

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Mensche nutze Pilz in viilerlai Hisicht, z. B. alsSpiisepilz oder alsBiofermenter fer d'Herstellig vu Alkohol, Zitronesüri oderVitamin C. Au in de menschliche Kultur un Technik spile Pilz ä wichtigi Rolle.

Pilz sin aber au Chranketserreger un chenne bim Mensch zahlriichi Pilzchrankete hervorruefe.

Spiise- un Giftpilz

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trockneti Pilz

Viili Pilzarte sind bekannti un beliebti Nahrigsmiddel. Dezue ghöre nit kultivierbari Arte, wieSteipilz unPfifferling, aber au Kulturarte un -sorte wieChampignon,Shiitake,Trüffel unAusternpilz. BimSammle vu Wildpilz isch gröschti Sorgfalt botte, um nit us Versäh durGiftpilz äPilzvergiftig z riskiere. Als wichtigschti Vorussetzig fer s Sammle vu Pilz gelte grundlegendi Chenntnis vu Spiise- un Giftpilz. Pilz müen vor em Verzehr guet dünstet oder brote werre, wil vili Arte giftigiHämolysin oder hitzelabiliGift enthalde, wo dur s Erhitze zerstört were.

Spiisemorchel (Morchella esculenta)

Die meischteSpiisepilz ghöre zue deBasidiepilz. Relativ wänigi Spiisepilz-Arte, dodrunder dieMorchle un dTrüffel, stamme us de Abdeilig vu de Schluuchpilze (Ascomycota).

Bedütig fer alkoholischi Getränk un Milchprodukte

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Vu de eizellige Pilz sin d'Wii-, Beer- oderBakchhäfe die bekannteste Nutzpilz.

Bi de Wiiherstellig spilt de MycelpilzBotrytis cinerea ä wichtigi Rolle. Er erzügt bi herbschtlich chüehlfüchtem Wetter bi de Beere ä Edelfüle, wo bewirkt, dass d'Beerehüt perforeert wird. D Zuckerkonzentration in de Beere stiigt, wil Wasser ustritt.

Viili Arte spile au bim Riifiprozess vuMilchprodukt, bsundrsch vu Sürmilchprodukt unChäs, ä wichtigi Roll.

Pilz werre au alsHeilpilz verwendet. ZChina sin zahlriichi Großpilz scho sit Johrhunderte Bestanddeil vu detraditionelle chinesische Medizin. DeShiitake (Lentinula edodes) het scho in deMing-Dynasti (1368-1644) als Läbenselixier gulte, wo Verchältige heile, d'Durbluetig arege un d'Usdur het solle fördere. DeGlänzig Lackporling (Ganoderma lucidum) isch als „Ling-Zhi“ oder „Reishi“ bekannt; er soll ä bsunders wirksams Tonikum si. DePom-Pom-Pilz oderIgelstachelbart (Hericium erinaceus) wird bi Chrankete vumMage empfohle. De europäisch Apothekerschwamm oderLärchebaumschwamm (Laricifomes officinalis) isch als Heilmiddel gsuecht un hoch gschätzt. Si wirksame Bestanddeil isch Agaricinsüri; si wirkt starch abfüehrend un isch fer de usserordentlich bitter Gschmack verantwortlich.

Usgfalleni Spore vume Pilz, wo mit de Lamellesite nooch unde iber Nacht uf eme Blatt Papier gläge isch.

Zauberpilz oder Ruschpilz sin Synonym fer Pilz, wohalluzinogeni Substanze enthalde. Es git exotischi Arte wie deKubanisch Trüschling oder de Mexikanisch Ruschpilz (Psilocybe mexicana) aber au iheimischi Arte, vor allem us de Gattig vu deChahlchöpf (Psilocybe). Ihri Wirkig isch maist ähnlich dere vumLSD. De Genuss vu Zauberpilz cha im Chrankehus ende, wenn entweder falschi Arte gsammlet worre sin, oder d'Wirkig vu de Pilz underschätzt worre isch. D'Verwendig vu Ruschpilz het früeher un au hüt no bi verschidenschte Völcher ä rituell-religiösi Bedütig.

Medizinischi Bedütig

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Sit Afang vum20. Johrhundert nutzt mer Pilz au fer schuelmedizinischi Zweck.Medikament wie sAntibiotikumPenicillin werre us Pilz gwunne.

Uf dr andere Sitte grife Pilze au Mensche a un ruefe bi ihne Pilzchrankete hervor.Hütt- unNagelpilz sin wohl die bekannteste Pilzchrankete vum Mensch.

Witteri Bispile

Als Gegemiddel werreAntimykotika igsetzt. Säll sin Medikamente, wo bi lokalem Pilzbefall vu deHütt oder vuSchliimhütt oder systemischePilzinfektione agwendet werre.

Witterer ökonomischer Nutze

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De alsZunderschwamm,Fomes fomentarius, wu als Baumschädling vor allem in Bueche un Birkche waxt, ä Wissfülipilz, isch früeher zum Afiire verwendet worre: D'Inner Fruchtchörper, wu us de Baumstämm konsolartig ruswaxt, isch gchocht, drichnet, weichgchlopft, mit Kaliumnitrat-Lösig tränkt un nomol drichnet worre. DeZunder, wu so gwunne wore isch, cha dur Funke entzündet werre.

Dur bloßes Choche, Drichne un Weichchlopfe cha us em Fruchtkörper-Innere au ei imFilz ähnlichs Material gwunne werre, wo fer d'Herstellig vu verschidener Brüchsgegeständ (Chappe, Dasche un dergliiche) verwendet werre cha.

Ufsäh errege die uschinbareZapferüebling in de Fachwelt, wil in ihneStrobilurine entdeckt worre sin, wu ihri synthetische Abchömmling dervu innerhalb vu wänige Johr ä Märtadail vu eppe 20 Prozent vum Weltmärt anFungizid eroberet hän. Es isch devu uszgo, dass ihri Bedütig uf em Fungizidmärt noch witter zuenämme wird.

Stammesgschicht

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Die nächschte Verwandte vu de Pilze sin d'Dierer (Animalia). Dodebii muess säller Begriff witt usglegt werre un au die einzelligeMesomycetozoa umfasse, wu menkmol zue de Protischte gstellt werre. Eb au die eizelligeMicrosporidie (Microsporidia, au Microspora gnennt) zue de Pilz z'zelle sin, isch zur Zitt noch umstritte. S'gmeinsam Taxon vu Pilz un Dierer wird als Opisthokonta bezeichnet:

Opisthokonta|--Dierer (Animalia)|  |--Mesomycetozoa|  |--Viilzelligi Dierer (Metazoa)||--N. N.   |?-Microsporidie (Microsporidia)   |--Pilz (Fungi)

Als gmeinsame Vorfahr vu Dierer un Pilze cha e Eizeller mit Geißle (Flagellat) agnu werre, wo biologisch demnooch de hütige Häfelipilze un au deChragegaißledierli (Choanoflagellata) ähnlich gsi isch.

Vermuetlich existiere Pilz scho sit 900 bis 1200 Millione Johr. Ä Fund us 850 Millione Johr aldem Schiefergstei z Kanada wird menkmol als Pilzfossil dütet. Agäblichi, älderi Fund us China unAustralie mit eme Alder vu 1,5 Milliarde Johr müen aber erscht noch als Pilz bstätigt werre.

Die erschte unumstrittene Pilzfund stamme us de erdgschichtliche Epoche vumOrdovicium un chenne villicht deArbuskuläre Mykorrhizapilz zuegordnet werre. De erfolgriich Landgang vu de Pflanze wär ohni „Pilzsymbiose“ vermuetlich nit möglich gsi.

Systematik vu de Pilz

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Mer chennt hüt öppe 100.000Arte vu Pilz. Manchi Fachlüt nämme a, dass es iber 1.000.000 Arten gä chönnt. Die früeher au „Echti Pilz“ oder „Höcheri Pilz“ (Eumycota) gnennte Läbensforme werre in die folgende fümf Abdeilige underdeilt:

  • Häfelipilz (Chytridiomycota): Säll sin maist aizelligi Pilz. Wil begeißleti Stadie vorhande sin, werre d'Häfelipilz als sehr ursprünglichi Form vu de Pilz (Fungi) agsäh.
  • Jochpilze (Zygomycota): Si underscheide sich vu de andere Pilz dur d'Bildig vu jochartige Brucke zwische kompatible Hyphe während de sexuelle Fortpflanzig. Die hän au dr Namme gä. D'Zellwänd enthalde Chitin-Chitosan. D'Jochpilz bilde wohrschinlich kei natürlichi Verwandtschaftsgruppe,
  • Arbuskuläre Mykorrhizapilze (Glomeromycota): Die Arbuskuläre Mykorrhizapilz bilde ä typischiEndomykorrhiza us, wu baimliartigi Membranusstülpige, d'Arbuskel, bin ere in s'Inner vu pflanzliche Wurzlezelle waxe un uf sälli Art ä symbiotischi Beziegig etabliere.
  • Schluuchpilz (Ascomycota): D'Zelle sin dur Septe trennt un enthalde meischt numme ei Zellchern. Die gschlechtliche Spore werre in charakteristische Schlüch, deAsci bildet. Es git ä Reihe vu Arte, wu makroskopischi Fruchtkörper bin ene ufträtte un wu mer wäge däm alsGroßpilz bezeichnet duet.
  • Basidiepilz (Basidiomycota): D'Zelle sin ebefalls dur Septe trennt un enthalde maist zahlriichi underschidlichi Zellcherne. Die gschlechtliche Spore werre inBasidie bildet. Die yberwigend Azahl vu Arte vu de Großpilz entstammt vu dere Gruppe. S'Myzel cha im Extremfall wie bimHallimasch mehreri tusend Johr ald werre.
Stammbaum vu de Pilz
Stammbaum vu de Pilz

Technischi Fortschritt in de molekulareGenetik un d'Anwendig vu computerunderstützte Analysemethodene hän s ermöglicht, detaillierteri un au sicheri Ussage iber die systematische Beziegige vu de obe ufgführte Pilztaxa zuänander z'mache. Manchi Verwandtschafte, wo vorher ufgrund vumorphologische,anatomische unphysiologische Underschid oder Gmeinsamkeite vermuetet worre sin, sin dur sälli Technike bestätigt worre.

D'Häfelipilz hän sich demnooch sehr früeh vu de andere Pilz abgspalte un viili ursprünglichi Merkmol wie begeißletiSpore bewahrt. D'Jochpilz stelle higege sehr wohrschinlich kei einhaitlichi Verwandtschaftsgruppe, sundern äpolyphyletischi Gruppe vu verschidene Abstammigslinie dar. D'GattigAmoebidium, wo bisher zu ihne zellt worre isch, ghört demnooch nit ämol zue de Pilz. Au die Arbuskuläre Mykorrhizapilz, wo ursprünglich zue de Jochpilz gstellt worre sin, werre hüt als eigeständigi Verwandtschaftsgruppe agsäh, wo hüt meischtens in de Rang vu ere eigene Abdeilig erhobe wird. Sie wird no als evolutionäri Schweschtergruppe vume Taxon us Schluuch- un Basidiepilz agsäh, wo mer als Dikaryomycota bezeichnet.

Viili Pilzarte hän ihri Fähigkeit fer gschlechtlichi Vermehrig verlore. Diejenige Arte, wo vorläufig nit eidütig einere vu de obe gnennte Gruppe zuegordnet werre chenne, werre provisorisch zue deFungi imperfecti (Deuteromycota) gstellt; säll stellt aber numme ä provisorischs un chünschtlichs Formtaxon dar.

Kulturgschichte

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Hexeei vu de Stinkmorchel (Phallus impudicus)

De griechisch Doktor PedaniosDioskurides het scho im erste Johrhundert nooch Christus in sinem Lehrbuech devu gschriibe, dass es zwo Arte vu „Schwämm“ gäb:

Die eine sin zuem Esse bequem, die andere aber ä dödlichs Gift.“

De Dioskurides het vermuetet, dass d'Giftigkeit vume Pilz mit sinem Wuxort zämmenhängt. Pilze, wo näbe verrostete Nägel oder Iise oder „fulem Duech“, näbe Schlangehöhlene oder näbe Baim, wo giftigs Obst trait hän, gwachse sin, seie „alli mitänander giftig“. Er het domols scho die schwer Verdaulichkeit vuSpiisepilz gchennt, und het devu gschribe, dass bi zue ybermäßiger Chost d'Pilz de Mensch „würge un versticke“ däte. DeAdamus Lonicerus het im 16. Johrhundert in sinem Chrüterbuech iber d'Pilz gschriibe, dass „D'Natur vu alle Schwämm sei, z bedränge“. Si seie „chalter,phlegmatischer, füchter un rucher Natur“. Bis in d'Neizitt ni isch s'Erschine vu Pilz mit „Miasme“ erchlärt worre; d'Pilz entstüende ufgrund vu schlechte Usdünstige vu de Erde, oder andere fulige Substrat. Au hän domols vili noch an d'Urzügig (Generatio spontanea) glaubt, wil mer grad au bi de Pilz keiniSome het säh chenne. De Adamus Lonicerus het au dodezue gschribe, dass bestimmti Pilz, „Schwämm vu de Götterchinder“ seie, wil si ohni ä Some waxe däte, un doher däte si au vu de Poete gr.Gygenais, lat-terra nati,Chinder vu de Erd, gnennt werre.

Phänomen wie deHexering oder s'nächtlich grüen Lüchte vum Myzel vumHallimasch hän mit zue dem langi Zitt ender sinischtre Bild vu de Pilz in de Öffetlichkeit bitrait.

Literatur

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  • H. O. Schwantes:Biologie der Pilze, Ulmer 1996,ISBN 3-8252-1871-6
  • Heinrich Dörfelt (Hrsg.):Lexikon der Mykologie, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, New York, 1989,ISBN 3-437-20413-0
  • Heinrich Dörfelt, Heike Heklau:Die Geschichte der Mykologie, Einhorn-Verlag 1998,ISBN 3-927654-44-2
  • Emil Müller, Wolfgang Loeffler:Mykologie, Grundriss für Naturwissenschaftler und Mediziner, Thieme 1992,ISBN 3-13-436805-6
  • Edited by P. M. Kirk:Ainsworth and Bisby's Dictionary of the Fungi, 9th Edition. Utrecht, The Netherlands, 2001. 624 SeitenISBN 0-85199-377-X (engl.)
  • Rene Flammer, Egon Horak:Pilzvergiftungen. Schwabe Verlag BaselISBN 3-7965-2008-1
  • Herbert Hof:Candida, Aspergillus und Co: Pathogene Pilze. Pharmazie in unserer Zeit 32(2), S. 96 - 103 (2003), ISSN 0048-3664
  • Marcel Bon:Pareys Buch der Pilze, Kosmos (Franckh-Kosmos), 2005.ISBN 3-440-09970-9
  • Egon Horak, Meinhard Moser:Röhrlinge und Blätterpilze in Europa, Spektrum Akademischer Verlag, April 2005.ISBN 3-8274-1478-4


Weblink

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 Commons: Fungi – Sammlig vo Multimediadateie

Pilzgalerie

Zittschrifte

Mykologie dytschsprochig

Mykologie international

Toxikologi

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