"Wenn auch die Fähigkeit zutäuschen ein Zeichen von Scharfsinn undMacht zu sein scheint, so beweist doch dieAbsicht zu täuschen ohne ZweifelBosheit oderSchwäche." -Betrachtungen über die Grundlagen der Philosophie 4
Zitiert nach:Abhandlung über die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Wahrheitsforschung in:René Descartes’ Hauptschriften zur Grundlegung seiner Philosophie. Ins Deutsche übertragen und mit einem Vorwort begleitet von Kuno Fischer, Neue Ausgabe, Verlagsbuchhandlung von Friedrich Bassermann, Heidelberg 1868.
Französische Orginalfassung zitiert nach: Discours de la méthode, Texte établi par Victor Cousin, Levrault, 1824, tome I,Wikisource (französisch)
"Denn es ist nicht genug, einen gutenKopf zu haben; die Hauptsache ist, ihn richtig anwenden." -S. 3,Google Books
(Original franz.:"Car ce n’est pas assez d’avoir l’esprit bon, mais le principal est de l’appliquer bien." - S. 122,Wikisource)
"Der gesundeVerstand ist die bestvertheilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, daß selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen als sie wirklich haben." -S. 3,Google Books
(Original franz.:"Le bon sens est la chose du monde la mieux partagée ; car chacun pense en être si bien pourvu, que ceux même qui sont les plus difficiles à contenter en toute autre chose n’ont point coutume d’en désirer plus qu’ils en ont." - S. 121 f.,Wikisource)
"Ich will von derPhilosophie nichts weiter sagen, als daß ich sah, sie sei von den vorzüglichsten Geistern einer Reihe von Jahrhunderten gepflegt worden, und dennoch gebe es in ihr nichteine Sache, die nicht streitig, und mithin zweifelhaft sei; und daß ich demnach nicht eingebildet genug war, um zu hoffen, es werde mir damit besser gehen, als den anderen." -S. 9,Google Books
(Original franz.:"Je ne dirai rien de la philosophie, sinon que, voyant qu’elle a été cultivée par les plus excellents esprits qui aient vécu depuis plusieurs siècles, et que néanmoins il ne s’y trouve encore aucune chose dont on ne dispute, et par conséquent qui ne soit douteuse, je n’avois point assez de présomption pour espérer d’y rencontrer mieux que les autres ;" - S. 129 f.,Wikisource)
"Alsbald aber machte ich die Wahrnehmung, daß, während ich so denken wollte, Alles sei falsch, doch nothwendig ich, der ich dachte, irgend etwas sein müsse, und da ich bemerkte, daß diese Wahrheit„ich denke also bin ich“, so fest und sicher wäre, daß auch die überspanntesten Annahmen der Skeptiker sie nicht zu erschüttern vermöchten, so konnte ich sie meinem Dafürhalten nach als das erste Princip der Philosophie, die ich suchte, annehmen." -S. 31,Google Books
(Original franz.:"Mais aussitôt après je pris garde que, pendant que je voulois ainsi penser que tout étoit faux, il falloit nécessairement que moi qui le pensois fusse quelque chose ; et remarquant que cette vérité, je pense, donc je suis,étoit si ferme et si assurée, que toutes les plus extravagantes suppositions des sceptiques n’étoient pas capables de l’ébranler, je jugeai que je pouvois la recevoir sans scrupule pour le premier principe de la philosophie que je cherchois." - S. 158,Wikisource)
"Der heiligen Siebenzahl, der heiligen Neunzahl der Astrologie haftet kraft des Prototypus der Planetenwelt, der sich in ihnen darstellt, noch eine Art dämonisch-dinglicher Macht an; aber das a und b der Algebra, wie sieVieta im 16. Jahrhundert als Analysis speciosa begründet, das x und y der analytischen Geometrie Descartes' und das dy und dx derLeibnizischen Infinitesimalrechnung sind Symbole, in denen sich nur noch die reine Kraft des mathematischen Denkens selbst darstellt." -Ernst Cassirer, "Die Begriffsform im Mythischen Denken", in Ernst Cassirer: Wesen des Symbolbegriffs. Darmstadt 1969, S. 54
"Um nun aber das Verfahren des Descartes im einzelnen zu beschreiben, so macht er sich zum Grundsatz, vorläufig an allem zu zweifeln, ja, um recht sicherzugehen und ganz gewiß zu sein, sich von jedem Vorurteil befreit zu haben, vorläufig alles für falsch zu halten, was er bis dahin als wahr angenommen." -Friedrich Wilhelm Joseph Schelling: Zur Geschichte der neueren Philosophie. Leipzig 1966.www.zeno.org, Descartes