Die vier ausPolen stammenden BrüderHarry,Albert,Samuel undJack L. Warner gründeten die Filmgesellschaft, indem sie ihren Vater, der im Liefergewerbe tätig war, im Jahre 1903 überredeten, seinPferd und eine goldene Uhr zu versetzen, um einen der erstenFilmprojektoren, dasEdison-Kinetoskop, zu erwerben. Damit führten sie an unterschiedlichen Standorten in den Vereinigten Staaten Filme als Jahrmarktsattraktion vor, da Kinos im heutigen Sinne noch nicht üblich waren. Mit diesem Geschäft legten die Warner-Brüder den finanziellen Grundstein für ihr Filmgeschäft. Später begannen sie, eigene Filme zu produzieren und konnten 1918 mit dem Erlös einFilmstudio amSunset Boulevard errichten. Sie hatten sich die Rechte an den Memoiren vonJames W. Gerard gesichert; die Verfilmung seiner Zeit als Botschafter in Berlin wurde ein kommerzieller Erfolg.[3]
Das UnternehmenWarner Brothers Pictures, Inc. wurde schließlich 1923 inHollywood (Kalifornien) gegründet.
Warner Bros. brachte 1927 mitAl Jolson alsThe Jazz Singer den erstenTonfilm heraus. Beliebt wurden in den 1930ern die alsLooney Tunes bekanntenZeichentrickfilme von WB: 1931 erblickte die Figur Sillo der Bär, das Licht der Leinwand, 1935Schweinchen Dick, 1937Daffy Duck und 1940 schließlichBugs Bunny. In dieser Zeit der Weltwirtschaftskrise war das Studio ebenfalls für seine realistischen und manchmal gesellschaftskritischen Filme bekannt, zu denen etwa die Gangsterfilme mit Schauspielern wieJames Cagney oder der das amerikanische Gefängnissystem hinterfragendeJagd auf James A. gehörten. Den Gegensatz zu diesen harten Stoffen bildeten Abenteuerfilme, etwaRobin Hood, König der Vagabunden mitErrol Flynn, der 1938 die bis dahin teuerste Warner-Produktion war, sowie Melodramen und Frauenfilme mit Schauspielerinnen wieBette Davis undKay Francis. Vor, aber hauptsächlich während des Zweiten Weltkriegs, wurden in den Warner Studios hochkarätige und teils politische Filme gedreht. Der bekannteste Vertreter ist Michael Curtiz’Casablanca, der seine allererste Aufführung im gerade von denAlliierten besetztenMarokko erfuhr, in Casablanca selbst.
Logo von 2019 bis 2023, entworfen vonPentagram, verwendet seit 2019 zusammen mit dem 2023 Logo, entworfen vonChermayeff & Geismar & Haviv.Andere Version des Warner Bros. Logos mit dem Ring, verwendet als neues Logo von Warner Bros. Pictures
Das Filmstudio wurde 1967 vonSeven Arts übernommen und zuWarner-Seven Arts fusioniert, welche wiederum zwei Jahre später vom MischkonzernKinney National übernommen wurde. 1972 änderte Kinney National, nachdem man sich von allen anderen Geschäftszweigen, außer dem Filmgeschäft getrennt hatte, ihren Namen inWarner Communications. Mit derUnendlichen Geschichte gelang 1984 der Einstieg in ein neues boomendes Genre vonFantasyfilmen. 1989 fusionierte Warner Communications mit dem VerlagshausTime zuTime Warner.
2000 stieß Warner Bros. die verlustreiche PrintsparteWarner Books an den Internet-RiesenAOL für umgerechnet zwölf Milliarden Euro ab.
Im Jahr 2019 ging Warner einJoint Venture mitUniversal ein, welches beinhaltet, dass der eine den Home-Entertainment-Vertrieb des jeweils anderen je nach Region übernimmt. In Mitteleuropa (also auch in Deutschland) gibt Warner somit den Heim-Vertrieb seiner Filme und Serien an Universal ab.[4]
Der US-VerbraucherschutzFederal Trade Commission stellte im Juli 2016 fest, dass Warner Bros. mehrerenYouTubern Tausende US-Dollar für eine positive Spiel-Rezension zum SpielMittelerde: Mordors Schatten zahlte, unter anderem auch dem erfolgreichen YouTuberPewDiePie. PewDiePie selbst bezeichnete die damalige Rechtslage in einem seiner Videos als Grauzone.[5]
„The FTC charge stated that Warner Bros. deceived customers by paying thousands of dollars to social media ‚influencers,‘ including YouTube megastar PewDiePie, to cover Middle Earth: Shadow of Mordor without announcing that money had changed hands.“
Warner Bros. akzeptierte das Urteil der FTC. Zu einer Geldstrafe wurde Warner Bros. noch nicht verurteilt, dies droht erst bei einem weiteren Verstoß.[7]
Der Konzern beteiligte sich zudem an Freizeitparks bzw. gab Lizenzen für Fahrgeschäfte und dort auftretende Charaktere aus, um sich dann in den 1990ern massiv selbst ins Freizeitparkgeschäft zu werfen. Zunächst übernahm man dieSix-Flags-Gruppe vollständig, welche schon Attraktionen mit WB-Marken wieSuperman betrieb.
Die gemeinsam mit dem australischen MedienkonzernVillage Roadshow Limited gegründeteWarner Bros. Movie World an der australischen Goldküste machte den Anfang für eine neue Strategie, auf WB gemünzteThemenparks nach dem Vorbild von z. B.Disneyland oder demUniversal-Studios-Themenpark zu betreiben. In den angrenzenden Filmstudios wurde bereits so mancher Blockbuster produziert.
In den folgenden Jahren wurdenWB-Stores eröffnet, eine Kinokette errichtet und ein weiterer Freizeitpark in Europa geplant. Aus diesem Grund verkaufte man die US-Parks derSix Flags an diePremier-Gruppe, um sich auf das Geschäft derMovie-World-Parks zu konzentrieren.
Der letzte wurde zwar 2002 inMadrid eröffnet, jedoch schon während der Bauphase zusammen mit dem deutschen Pendant verkauft. Und zwar ebenfalls an diePremier-Gruppe, die zeitnah den Namen der bekannteren TochtergesellschaftSix Flags annahm.WB verdiente wieder nur noch über Lizenzen auftretender Namen und Charaktere mit. (Bereits 2004 wurde die deutsche Movie World erneut weiterverkauft. Derzeitiger Eigentümer istParques Reunidos, jedoch ohne WB-Lizenzen, so dass dieser Park seit 2005Movie Park Germany heißt.)
WB zog sich nun auch aus anderen Bereichen wieder zurück: Die Kinos wurden anVillage Roadshow abgegeben und zunächst unter deren Namen weiterbetrieben (und später nochmals verkauft). Die Berliner Verkaufsvertretung wurde geschlossen.
Im Jahre 2004 verkaufte Warner zudem seine MusiksparteWarner Music Group, um sich, wie es offiziell hieß, wieder mehr auf das Filmgeschäft zu konzentrieren.
2021 wurde eine ältere Frau ohne eigenen Computer zu einer Zahlung von 2000 EUR an Warner Bros. Entertainment verurteilt. Sie ist die Inhaberin eines Anschlusses, auf dem eineFreifunk-Software installiert war. Über diesen wurde illegalesFilesharing betrieben.[8]
Warner hatte einen in der Filmgeschichte einzigartigen Vertrag mitStanley Kubrick, der dem Regisseur nahezu vollkommene Kontrolle über seine Filme zusicherte – einschließlich der Vermarktung und schließlich sogar einem Anteil am Video-Verkauf des Metro-Goldwyn-Mayer-FilmsVom Winde verweht (1939).
Zunächst hatte sich Warner Bros. verpflichtet, seine Filme auf beiden DVD-Nachfolgeformaten,HD DVD undBlu-ray zu veröffentlichen, dann gab das Studio allerdings bekannt,[9] ab Mai 2008 seine Filme ausschließlich auf Blu-ray zu veröffentlichen.[10]
Die Verkündung der Abkehr von der HD DVD war letztendlich einer der gewichtigen Gründe, die das Ende desFormatkrieges und somit den Sieg derBlu-ray einläuteten.
Aus demUMD-Geschäft sei der Ausstieg ebenfalls geplant, denn das für diePSP vonSony entwickelte Format sei defizitär.
Außerdem vertreibt Warner Bros. seine Filme über viele digitale Plattformen wie zum Beispiel über denXbox Live Marktplatz (In Europa sogar das erste verfügbare Filmstudio) oder über den AppleiTunes Store.
Warner Bros. Entertainment besteht heute nach wie vor aus dem Kernsegment Warner Bros. Pictures sowie diversen Tochtergesellschaften und Marken, die im Laufe der Jahre gegründet oder dazugekauft wurden. Im Wesentlichen präsentiert sich das Unternehmen heute wie folgt:
Richard Schickel,[11] George Perry (Übersetzung: Ulrike Kretschmer, Barbara Rusch):You must remember this: Die Warner Bros. Story. Vorwort vonClint Eastwood. Bucher, München 2008,ISBN 3-7658-1734-1, Original engl.: Running Press, Philadelphia 2008,ISBN 978-0-7624-3418-3.
Eckhart Schmidt, Regie:Hollywood Gangster. Dokumentarfilm, D, 2008, 59 Min.
Schmidt zeigt die Highlights des Genres zwischen Western-Wurzeln, Filme über die Prohibition, Soziale Gangster der 1960/1970er bis zum Drogen-Handel der Gegenwart. Bekannte Regisseure und Kritiker wiePeter Bogdanovich, Alain Silver, Steven Gavdos und William Wellman Jr. kommentieren die wichtigsten Warner-Gangster-Filme.