Minas Gerais ist mit rund 586.520 km² in etwa so groß wieMetropolitan-Frankreich und mit 19.597.330 Einwohnern nach der Volkszählung 2010 desIBGE (Bevölkerungsdichte 33 Einwohner/km²) nachSão Paulo der zweitbevölkerungsreichste Bundesstaat Brasiliens. Zum 1. Juli 2021 wurde die Einwohnerzahl vom IBGE auf 21.411.923 Einwohner geschätzt.[1]
Die Hauptstadt istBelo Horizonte. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts anstelle der alten HauptstadtOuro Preto angelegt, die an hohen Feiertagen diese Funktion allerdings symbolisch zurückerhält. Weitere Städte in Minas Gerais sind u. a.Contagem,Uberlândia undJuiz de Fora.
Höchste Erhebung ist derPico da Bandeira in derSerra do Caparaó mit 2889 m. Er ist der dritthöchste Berg Brasiliens und liegt auf der Grenze zum NachbarstaatEspírito Santo. Die bedeutendsten Flüsse sindSão Francisco, Jequitinhonha, Doce, Grande,Paranaíba, Mucuri und Pardo.
Im Bundesstaat wurde der SauropodeMaxakalisaurus topai entdeckt, die größte der bislang (Stand: 2006) in Brasilien entdeckten 15 Arten von Dinosauriern.
Um 1695 wurde in Minas Gerais Gold gefunden. Als auch Diamanten entdeckt wurden, boomte die Region. Sklaven aus Afrika wurden hierher gebracht, um in den Minen zu arbeiten, und zahlreiche Siedler und Händler aus Europa ließen sich hier nieder.[2]
Am 5. November 2015 ereignete sich in Minas Gerais eineUmweltkatastrophe: in der Nähe der StadtMariana brach ein Absetzbecken einer Eisenerzmine. Dabei gelangte toxischer Schlamm in denRio Doce und dadurch bis in denAtlantischen Ozean.[3]Am 25. Januar 2024 verurteilte das Bundesgericht in Belo Horizonte die BergbaukonzerneVale, Samarco undBHP zur Zahlung von umgerechnet 8,93 Milliarden Euro für immaterielle Schäden.[4]
Am 25. Januar 2019 brach in Minas Gerais in der Gemeinde Brumadinho ein Staudamm. Eine Schlammlawine verursachte weiträumige Zerstörungen.Siehe hierzu:Dammbruch von Brumadinho.
Ethnische Gruppen nach der statistischen Einteilung des StatistikamtesIBGE (Stand 2000 mit 17.866.402 Einwohnern, Stand 2010 mit 19.597.330 Einwohnern):[7] Von diesen lebten 2010 14.658.502 Einwohner im städtischen Bereich (81,87 %) und 3.246.631 im ländlichen Raum (18,13) %, 2010 waren es 16.714.976 Einwohner im städtischen Bereich (85,29 %) und 2.882.354 im ländlichen Raum (14,71 %).
Erstmals überschritt bei der Volkszählung 2010 die afrobrasilianische Bevölkerung aus Pardos und Pretos die der Weißen. Die indigene Bevölkerung setzt sich aus Angehörigen der EthnienXacriabá,Maxakali,Krenak,Pataxó,Kaxixó,Aranã,Mukurim,Pankararu undXukuru-Kariri zusammen.
Der Name des Bundesstaates Minas Gerais heißt so viel wie „allgemeine Minen“. Tatsächlich finden sich hier zahlreiche Minen und Abbaugebiete unterschiedlicher Erze sowie vonPhosphaten. Insbesondere ist das „Eiserne Viereck“ reich anpräkambrischenEisenerzvorkommen. Es werdenAluminium undZink produziert. In Minas Gerais gibt es zudem große Vorkommen an verschiedenenMineralen undGesteinen. Die historischenGoldreserven, die einst Reichtum und Macht dieses Bundesstaates begründeten, sind heute weitestgehend ausgeschöpft. In den alten Goldminen werden heute jedoch umfangreicheDiamantvorkommen ausgebeutet.
↑Suzana Alice Cardoso, Jacyra Andrade Mota:Projeto Atlas Linguístico do Brasil: antecedentes e estágio atual. In:Alfa: Revista de Linguística (São José do Rio Preto).Band56, 2012,ISSN0002-5216,S.855–870,doi:10.1590/S1981-57942012000300006 (scielo.br [abgerufen am 20. Februar 2023]).