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Eileen Agar

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Eileen Forrester Agar (*1. Dezember1899 inBuenos Aires; †17. November1991 inLondon) war einebritische Malerin und Fotografin. Bekannt wurde sie vor allem für ihresurrealistischen Werke.[1][2]

Erste Jahre

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Eileen Agar, Tochter des Schotten James Senior Agar und der Amerikanerin Mary „Mamie“ Agar, geborene Bagley,[3][4] verbrachte die ersten Jahre ihrer Kindheit in Buenos Aires. 1911 zog die Familie nach London. Agar besuchte dieHeathfield St Mary’s School, eine traditionelle Mädchenschule mit Theatersaal und Kunstzentrum. 1919 begann sie ihr Kunststudium an derByam Shaw School of Art in London. 1924 folgte ein Studium bei dem Bildhauer, Illustrator und Zeitschriftengründer Leon Underwood in Brooks Green im Südwesten Großbritanniens. Danach ging sie von 1925 bis 1926 auf dieSlade School of Fine Art in London. Von 1928 bis 1930 setzte sie ihre Studien in Paris fort.

1926 begegnete sie dem ungarischen Schriftsteller Joseph Bard, der noch mit der prominenten amerikanischen JournalistinDorothy Thompson verheiratet war. Die Scheidung erfolgte 1927. Joseph Bard und Eileen Agar heirateten 1940.

Von 1928 an lebte das Paar in Paris. Es freundete sich mit den SurrealistenAndré Breton undPaul Éluard an. Eileen Agar wurde 1934 Mitglied derLondon Group. Es handelte sich um eine Künstlergemeinschaft, die sich 1913 gegründet hatte, um Ausstellungsmöglichkeiten unabhängig von der eher konservativenRoyal Academy of Arts bereitzustellen. Die Gruppe wurde demokratisch geführt und umfasste alle Kunstsparten.[5]

Surrealismus

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Der festliche Hut zur Bouillabaisse, kreiert von Eileen Agar 1937

Eileen Agar beteiligte sich mit ihren Werken an in- und ausländischen Ausstellungen der GruppeLondon Group. In den 1930er Jahren beschäftigte sie sich vor allem mit natürlichenSujets. So entstand eine Fotoserie über ungewöhnliche Felsformationen in derBretagne, betitelt:Bum – Thumb – Felsen. Sie experimentierte mit neuen Fototechniken und Materialien, mit neuen Formaten und Bildausschnitten, mitCollagen und ungewöhnlichen Objekten.

Eines ihrer bekanntesten Werke befindet sich imVictoria & Albert Museum in London, die Hutkreation von 1937: „Ceremonial Hat for Eating Bouillabaisse“.[6] Auf einer bemalten Korkplatte finden sich Fundstücke wie Fischgräten, Muscheln, Korallen. Fotos zeigen, dass Agar diesen Hut durchaus auch trug. Sie behielt ihn bis an ihr Lebensende.

DieTate Gallery in London sicherte sich das KunstwerkAngel of Anarchy (Engel der Anarchie), eine Komposition aus seriellem Gipskopf und verschiedenen Materialien.[7][8]

Neue Wege

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Um 1935 mieteten Agar und Bard ein Sommerhaus inSwanage in Dorset. Hier freundete sich die Künstlerin mitPaul Nash an. Nash, ursprünglich Landschaftsmaler, hatte während seiner Zeit als Soldat damit begonnen, Fronteindrücke aufzuzeichnen. Die britische Regierung ernannte ihn zum offiziellenKriegsmaler. Agar und Nash arbeiteten eine Zeitlang eng zusammen, schufen Collagen aus Fundstücken und gaben ihnen Titel wieSeashore Monster at Swanage. Nash empfahl die Künstlerin den Organisatoren derInternational Surrealist Exhibition 1936 in denNew Burlington Galleries in London,Roland Penrose undHerbert Read. Als einzige britische Frau unter den ausstellenden Künstlern konnte Eileen Agar dort drei Gemälde und fünf Objekte präsentieren.[7][9]

Von Mougins bis Tokio

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1937 verbrachte Eileen Agar Ferien auf dem Anwesen vonPablo Picasso inMougins. Der Maler lebte damals mitDora Maar zusammen. Zu den weiteren Gästen gehörten die Künstlerfreunde Paul Éluard, Nusch, Roland Penrose undLee Miller, der Fotos von Agar fertigte.[10][11] Bis 1940 wurden Werke von ihr in Surrealismus-Ausstellungen von Amsterdam bis New York, Paris und Tokio gezeigt.[2]

Nach demZweiten Weltkrieg begann eine neue produktive Phase ihres schöpferischen Lebens. Zwischen 1946 und 1985 organisierte sie 16 Einzelausstellungen ihrer Werke. In den 1960er Jahren begann sie, sich mitTachismus zu beschäftigen. Sie erstellte tachistische Objekte mit surrealistischen Elementen.

1991 starb Eileen Agar in London. Ihre Werke werden in einer Reihe britischen Museen, Galerien und Institutionen verwahrt, darunter dieDerby Art Gallery, die Kunstsammlung der britischen Regierung und dasMuseo de Arte Contemporáneo Eduardo Westerdahl inPuerto de la Cruz.[12] 2022 werden ihre Werke auf der 59.Biennale di Venezia gezeigt.

Werke (Auswahl)

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  • The Angel of Mercy, Gemälde, 1934.[13]
  • Quadriga,[14] Gemälde, 1935
  • The Angel of Anarchy,[15] Objekt, 1940
  • L’horloge d’une femme[16] Gemälde, 1989

Literatur

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  • Georgiana Colvile:Scandaleusement d’elles: trente-quatre femmes surréalistes. Jean-Michel Place, Paris 1999.
  • Katy Deepwell:Agar, Eileen. In:Delia Gaze (Hrsg.):Dictionary of Women Artists. London, Chicago: Fitzroy Dearborn, 1997, S. 169–171

Weblinks

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Einzelnachweise

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  1. Whitney Chadwick:Artist biography Eileen Agar. (Memento vom 2. Juli 2015 imInternet Archive) Tate (englisch).
  2. abA. S. Byatt: Angel of anarchy. The Guardian, 27. November 2004, abgerufen am 16. Juli 2014 (englisch). 
  3. encyclopedia.com.
  4. Andrew Lambirth: Agar, Eileen Forrester. In: Henry Colin Gray Matthew, Brian Harrison (Hrsg.):Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB). Oxford University Press, Oxford 2004,ISBN 0-19-861411-X;doi:10.1093/ref:odnb/49551 (Lizenz erforderlich), Stand: 2004.
  5. Frances Spalding:20th Century Painters and Sculptors. Hrsg.: Antique Collectors’ Club. 1990,ISBN 1-85149-106-6 (englisch). 
  6. Marion Kite: Ceremonial hat for eating Bouillabaisse: Eileen Agar 1936. In: Conservation Journal. Victoria and Albert Museum, abgerufen am 6. November 2014 (englisch). 
  7. abCatalogue entry T03809 Angel of Anarchy. Tate, abgerufen am 16. Juli 2014 (englisch). 
  8. Penelope Curtis (Hrsg.):Tate Britain Companion, A Guide to British Art. Tate Publishing, 2013,ISBN 978-1-84976-033-1 (englisch). 
  9. Jane Ure-Smith: From Swanage with love. The Guardian, 5. März 2005, abgerufen am 2. Juni 2014 (englisch). 
  10. Karoline HilleSpiele der Frauen: Künstlerinnen im Surrealismus. Verlag Beiser, Stuttgart 2009.ISBN 978-3-7630-2534-3, S. 114.
  11. Colvile:Scandaleusement d’elles: trente-quatre femmes surréalistes. S. 25.
  12. Your Paintings:Eileen Agar. BBC, abgerufen im August 2011 (englisch). 
  13. Rachel Barnes (contributor):20th-Century Art Book. Phaidon Press (London), 2001,ISBN 0-7148-3542-0 (englisch). 
  14. Colvile:Scandaleusement d’elles: trente-quatre femmes surréalistes. S. 26.
  15. Colvile:Scandaleusement d’elles: trente-quatre femmes surréalistes. S. 27.
  16. Colvile:Scandaleusement d’elles: trente-quatre femmes surréalistes. S. 29.
Personendaten
NAMEAgar, Eileen
ALTERNATIVNAMENAgar, Eileen Forrester (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNGbritische Malerin und Fotografin
GEBURTSDATUM1. Dezember 1899
GEBURTSORTBuenos Aires
STERBEDATUM17. November 1991
STERBEORTLondon
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